"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


Montag, 27. September 2010

Momenaufnahme - Der Archont

"Ihr Oberster aber ist blind. Wegen seiner Kraft und seiner Unwissenheit und seiner Überheblichkeit sagte er in seiner Kraft: ,"Ich bin Gott; es gibt keinen außer mir." Als er das gesagt hatte, sündigte er gegen das All. Und diese Rede gelangte hinauf zur Unvergänglichkeit. Siehe, eine Stimme kam aber heraus aus der Unvergänglichkeit, und sie sprach: "Du irrst dich, Samael!", das heißt: "der Gott der Blinden".

Seine Gedanken waren blind. Er warf seine Kraft, das ist das Lästerwort, das er gesagt hatte, heraus. Sie folgte ihm hinab bis ins Chaos und zur Tiefe, zu seiner Mutter, auf Veranlassung der Pistis Sophia. Und sie, Pistis Sophia, setzte seine Kinder ein, einen jeden entsprechend seiner Kraft, nach dem Vorbild der Äonen, das sich oben befindet; denn aus dem Verborgenen fanden sie das Offenbare."
(Quellen:  NHC II, 2 - Das Wesen der Archonten)

Sonntag, 26. September 2010

Wake up!

Weil's irgendwie auch sehr schön zu dem passt, was ich vorangegangenen Beitrag ausdrücken wollte:





Einfachste Magick:
Wenn man dieser Welt lächelnd entgegen tritt, lächelt sie zurück! Smilie by GreenSmilies.com

Donnerstag, 23. September 2010

Krieger - Reminiszenz an ein Wochenende


Nach einem wirklich tollen Wochenende mit vielen netten Menschen, bekannten und , vormals, fremden oder teilweise nur dem Namen nach schon gekannten, und damit verbunden eben auch vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen für mich persönlich, in einer unglaublich harmonischen Atmosphäre, drängt es mich irgendwie das "Gefühl danach" in die Welt hinaus zu schreien (oder eben zu schreiben ^^).

Vieles davon wird sich, in Worte gefasst, besonders für Außenstehende sehr merkwürdig anhören. Ich könnte es jetzt auch bei weitem besser singen, tanzen oder sonst wie nonverbal vermitteln, aber leider sind wir nun mal auf diesem Medium auf das Wort reduziert.

Aber immerhin gibt es ja noch "Krieger". *g*
Dass ich diesen Song dem Beitrag vorangestellt habe hat nämlich seinen Grund. Nicht nur, dass es Sonntag morgen noch gespielt wurde, sondern auch, weil es, unter anderem, die beiden Sätze enthält:

"...der Schläfer erwacht und ist bereit
und befreit vom Raum lebt er in der Vision
durchschreitet Deinen Traum in geheimer Mission
und er kämpft um die anderen aus ihrem Traum zu wecken
weil er weiß dass in ihnen viele kleine Krieger stecken
und dennoch sagt er nicht komm mit mir
er fragt nach Deinem Traum fragt warum bist Du hier?...
"
und etwas später
"...er wacht auf aus dem Traum den das Kollektiv träumt
hat mit seinen alten Vorstellungen endlich aufgeräumt
ersetzt die Isolation und setzt an ihre Stelle
die Vision dass wir eins sind auf einer Welle...
"

Diese beiden Sätze sagen mehr über das Gefühl aus, dass ich gerade als Nachwehen ganz besonders stark empfinde, über die Stimmung dieses Wochenendes , was mir in dieses an Gemeinschaftsgefühl vermittelt und somit wieder ganz deutlich vor Augen geführt hat, als tausend erklärende Worte.

Harmonie ohne Gleichschaltung
Konform gehen im Individualismus
Disziplin ohne Reglementierung
Natürliche Ordnung im Chaos
Selbst-Verantwortlichkeit


Klar, wir alle kommen "aus einem Stall", aber und dies wurde ganz deutlich, dieser Stall hat viele "Boxen", viele Frei-Laufflächen und genug Raum, dass man gar nicht nötig hat, dem anderen "auf die Füße" zu treten.
So herrschte eine Atmosphäre des Austausches unterschiedlichster Meinungen und persönlicher Erkenntnisse ohne die des Gegenübers ändern oder gar abwerten zu wollen.
Dies allein hat schon den Vorteil, dass man anderen innerhalb einer Diskussion sehr genau zuhören kann, weil man eben nicht schon einmal innerlich in Angriffsposition gehen muss, um seine eigene Position zu verteidigen.
Das führt dann jedenfalls bei mir zu einem "He, ich teile deine Meinung zwar nicht und sehe das anders, aber deine Sicht ist auch interessant und für mich überdenkenswert! Danke für den neuen Blickwinkel!" 

Dabei spielt meiner Meinung nach aber, weit weniger die Tatsache eine Rolle, dass wir alle eine gemeinsame Grundlage hatten, nämlich eben Thelema, sondern eben die aus dieser Philosophie resultierende Grundhaltung "Tu was du willst, soll sein das ganze des Gesetzes - Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen" und in besonderem Maße die Arbeit an sich selbst, das Streben nach persönlicher Erkenntnis und Vervollkommnung.
Wenn man dies nämlich berücksichtigt, dürfte auch dem Letzten klar werden, dass es eben keine Gleichschaltung geben kann, und somit keine von außen aufgesetzte, quasi erzwungene Harmonie, weil, wenn es überhaupt einen "Kampf" gegeben hat oder gibt, dieser von jeden Selbst mit dem berühmten inneren Schweinehund ausgetragen wird, was zur Folge haben dürfte, dass man weiß, wer man ist, nämlich ein Stern - "Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern" - wie alle anderen auch - "ein Stern in der Schar der Sterne"- völlig einerlei, ob nun Thelemit oder nicht. Denn "das Gesetz ist für alle".

Diese Erkenntnis führte, zumindest bei mir, und wie ich an diesem Wochenende erfreut zur Kenntnis nehmen konnte, auch bei vielen anderen Menschen dazu, dass man sich nicht mehr selbst-behaupten muss und man somit auch in einer natürlichen Harmonie mit seiner Umwelt interagieren kann.
Man ist frei, sich zu öffnen, weil man das "Außen" nicht mehr als Bedrohung betrachtet, das es zu beobachten und zu bekämpfen gilt, sondern als Teil des Ganzen.
Veränderungen muss man nicht mehr erzwingen, sondern in dem man der "Außenwelt" mit Respekt, Ruhe, Gelassenheit, aber auch Entschlossenheit gegenüber tritt, passt diese sich automatisch an. - "Das Khabs ist in dem Khu, nicht das Khu in dem Khabs. " 
Dies heißt nichts anderes als, dass man, wenn man die Welt, aber auch Kleinigkeiten verändern will, zuerst einmal bei sich selbst beginnen muss und findet man im übrigen auch als Kategorischen Imperativ als grundlegendes Prinzip in den Lehren Immanuell Kants, sowie in den sieben hermetischen Gesetzen.

Ich denke, dies ist ein ganz entscheidender Punkt, den man berücksichtigen sollte. Auch wenn diese Weisheit teilweise wie eine Platitüde  klingt, ist sie doch eine der wichtigsten Erkenntnisse, die man als Mensch machen kann.
Mir fällt immer wieder auf, dass sich viele Menschen in einer Art "Warteschleife" befinden. Sie warten darauf, das sich etwas an ihrer augenblicklichen oder der globalen Situation ändert, aber da sie diese Veränderung von außen erwarten, tritt sie natürlich nicht ein. Das lässt sie zunehmend zweifeln und verbittern, da, je länger sie warten, auch der Erwartungs- und Leidensdruck immer mehr wächst.
Viele Menschen fühlen sich auch isoliert oder isolieren sich aus Enttäuschung selbst von der Welt da draußen und sehen nicht, dass sie ja auch ein Teil dieser Welt sind. Es gibt kein da draußen!
Dabei sehnen sie sich nach Veränderung, Gemeinschaft, nach Austausch mit "Gleichgesinnten", finden diese aber nicht, weil sie eben diese Haltung der Isolation und des Abwartens nach außen tragen und somit jede Annäherung von "Außen" blockieren.

Wenn man im übertragenen Sinn die Tür vor seiner Umwelt verschließt, wird vielleicht mal jemand oder etwas vorbeikommen und klopfen, aber wenn man dann noch lange durch den Türspion schaut, und sich überlegt, ob das da draußen auch den persönlichen Vorlieben 100 Prozentig entspricht, dann wird der/die/das bald wieder gehen. Niemand ist bereit eine geschlossene Tür einzutreten. Und man sitzt dann immer noch allein in seinem "Haus" und fühlt sich in der Auffassung bestätigt, dass niemand einen will.

Auch bei uns gibt es zwar ein Gesetz, nieder geschrieben im Liber AL vel Legis (Buchreligion, höhö!), aber wenn man sich den Kommentar durchliest, wird klar, dass es das Thelema™ und somit den Thelemiten nicht gibt, nicht geben kann, weil die Auslegung der Schrift bei jedem einzelnen von uns liegt.
Tu was du willst, soll sein das Ganze des Gesetzes.

Das Studium dieses Buches ist verboten. Es ist weise, dieses Exemplar nach dem ersten Lesen zu vernichten.

Wer immer dies nicht beachtet, tut dies auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. Diese sind außerordentlich schrecklich.

Jene, welche die Inhalte dieses Buches diskutieren, sollen von allen gemieden werden, wie Zentren der Pestilenz.

Alle Fragen hinsichtlich des Gesetzes sind nur durch Konsultieren meiner Schriften zu lösen, jedermann einzeln für sich selbst.
Es gibt kein Gesetz außer Tu was du willst.

Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.

Der Priester der Prinzen
ANKH-F-N-KHONSU

Nun könnte ich ja warten, bis ich "Gleichgesinnten" begegne, die mit meiner Interpretation absolut konform gehen, aber da dürfte ich wohl alt und grau werden bevor das geschieht. ^^
Ich könnte natürlich hingehen und versuchen, die anderen von meiner Interpretation als absolut wahr zu überzeugen. Allerdings müsste ich damit in deren Wahren Willen eingreifen und das geht gar nicht und ist absolut indiskutables Verhalten.
Oder mir eben nur die herauspicken, die mit meiner Auffassung übereinstimmen. Wo bleibt da denn dann der Austausch, die Anregung, die anregende Kontroverse?

Und was würde das bringen?

Ein viel geschätzer Bruder hat einmal gesagt, bei 6,9 Milliarden Menschen auf dieser Erde, also 6,9 Milliarden Sternen, gibt es auch 6,9 Milliarden wahre Glauben.

Das sind aber auch 6,9 Milliarden mehr oder weniger bereits entdeckte Wahre Willen, 6,9 Milliarden Persönlichkeiten, die alle viele Gemeinsamkeiten, aber auch viele Unterschiede haben mögen.
Reduziere ich sie aber nur auf eben jene Unterschiede, dann kann ich mir genauso gut eine einsame Insel suche (und hoffen, dass niemand verbeigeschippert kommt) oder mir gleich die Kugel geben.


 "Der Schlafende muss erwachen!", um wieder auf den Song von den Fanta 4 zurückzukommen, es wird ihn niemand wecken.
Auch "Der Krieger" ist im Grunde niemand, der von außen an einen herantritt.

Zu guter letzt noch ein Zitat aus dem Lied:
""tritt in den Kreis und mach wahr was Du weißt
und die Erkenntnis bringt die Kraft mit der Du Dich befreist
und dabei frei von Angst ganz gelöst
erlöst was in Dir döst
denn dann wachst Du auf und Dein Traum geht weiter weil Dein Zauber wirkt"
"

Botschaft des Liedes, und was ich mit diesem etwas wirren Text sagen will?
Hört auf zu warten, handelt, jetzt!

Dienstag, 10. August 2010

Begegnung mit "Gottes Hausmeister"

Ich möchte euch von einer kurzen Begebenheit Anfang Juli erzählen.

An diesem Sonntag waren meine Tochter und ich nach Köln zur CSD-Parade gefahren, hatten sie uns angeschaut und liefen danach kreuz und quer durch die Stadt, schauten uns die verschiedenen Stände und Attraktionen an, kühlten unsere Füße in einem Brunnen nahe des Domes, als ich plötzlich meinte, wir sollten einmal hineingehen.
Ich mag zwar die äußere Energie des Domes, der wie ein riesiger, bedrohlicher Schatten auf dem Platz liegt, nicht besonders, allerdings wirkt nach meinem Empfinden im Inneren etwas ganz anderes.

Gesagt getan. Hier muss ich kurz erwähnen, dass es an dem Tag wirklich unglaublich heiß war. Darum hatte meine Tochter irgendwann ihr Shirt ausgezogen und lief von da an nur in einem Bikinitop und ihren Shorts herum.

Wir also hinein, Energie tanken.
Wäre ja sehr schön gewesen...
Denn fast sofort schoss ein erboster Domschweizer auf meine Tochter zu, und "bat" sie, sich doch etwas überzuziehen. Es ginge doch nicht, in so einem Aufzug in das Haus Gottes zu kommen. Ehrlich gesagt, es machte den Anschein, als würde der alte Herr sich jeden Moment ans Herz greifen und tot umfallen.
Mein erster Gedanke war eigentlich nur "Ups!"
Vom Kopf her ist mir natürlch klar, dass man so wie meine Tochter gemeinhin nicht in eine Kirche geht. Religiösen Empfindungen anderer Glaubensrichtungen versuche ich nach Möglichkeit respektvoll gegenüber zu treten, wie ich auch unterschiedlichen kulturellen Bräuchen meinen Respekt zolle. Ich latsche ja zum Beispiel auch nicht mit Schuhen in eine Moschee oder ähnliches.
Aber das war nicht der Punkt, der mich wirklich beschäftigte.

Während meine Tochter also, Mord im Blick, in der Tasche nach ihrem T-Shirt grub und es anzog - wobei der Domschweizer noch Glück hatte, denn das erste, was sie griff, war das "Stolz bewegt"-T-Shirt, welches wir uns am Stand der Kölner Aidshilfe besorgt hatten und nicht, das, welches sie ursprünglich trug, mit Aufdruck "Devil inside"! ^^ - dachte ich darüber nach, wie weit ich doch von einer Auffassung wie der, seinen Körper als sündig und vor Gott, YHVH oder der Göttlichen Energie, wie immer man das nennen möchte, verstecken zu müssen, entfernt bin. Sie ist schicht aus meinem Kosmos verschwunden. Nicht existent.
Entschuldigung, im Verlauf der Gnostischen Messe sitzt unsere Priesterin irgendwann nackt auf dem Altar, transformiert zur Göttin, der Weiblichkeit schlechthin.

Meine Tochter knallte dann, nachdem sie sich "züchtig" bedeckt hatte, auch noch in Richtung auf den Ordner die sehr weise und inhaltlich völlig korrekte Bemerkung heraus, "Gott" habe sie ja wohl auch nackt erschaffen und nicht angezogen.

Sei's drum, den alten Herren wird man nicht mehr zu tieferer Erkenntnis bewegen können und muss man ja auch nicht. Er hat es mal so gelernt und es für sich als richtig angenommen und wohl nie hinterfragt. Bedauerlich, aber nicht zu ändern.

Wir gingen noch kurz durch den Dom, aber die Stimmung war dahin. Allerdings beobachtete ich die Massen von Touristen, die zum Teil laut redend und Fotos knipsend durch den Dom liefen und fragte mich, wie es denn um deren religöse Einstellung zu der Energie, die dort zu Hause ist, bestellt wäre.

Ich war auch nicht verärgert über den Domschweizer. Einfach nur nachdenklich und...ja...traurig.

Nachdem ich die Begebenheit fast wieder vergessen hatte, geht mir seit einigen Tagen im Kopf herum, was geschehen würde, wenn ein Christ, gekleidet wie meine Tochter an diesem Tag, vom tiefen Bedürfnis nach spirituellem Trost auf Grund irgendeiner aktuellen Seelenqual den Dom beträte?
Man sucht sich ja nicht unbedingt aus, wann man dringend Hilfe braucht und richtet sich somit kleidungstechnisch darauf ein. Oder möglicherweise handelt es sich bei der Kleidung, die man gerade trägt, wortwörtlich um das "Letzte Hemd".
"Dem Ort angebrachte Kleidung" ist nämlich nicht nur Auslegungssache, sondern muss man sich auch erst einmal leisten können.
Kleidungsvorschriften sind, meiner Meinung nach, nur in soweit tragbar, wie sie die Ausübung der religiösen Empfindung des Gläubigen unterstützen und nicht behindern.
Es mag ja angehen, dass man sich zum sonntäglichen Gottesdienstbesuch, oder zu jeder anders gearteten sakralen Tätigkeit, in den besten Staat wirft, allerdings sollte man sich dabei fragen, ob man dies nun zu Ehren der Entität, der man huldigt tut, und wenn es sich dabei um sich selbst handelt, oder der Leute wegen.
Wenn ich zur Messe fahre oder selbst eine zelebriere, schrubbe ich mich unter der Dusche auch vorher von Kopf bis Fuß. Aber das ist mein "Dogma", ich tue dies, weil ich es so empfinde und weil es für mich unmittelbar zu der Haltung bezüglich der Handlung selbst dazu gehört. Aber ich weiß auch, dass es eben nicht notwendig ist und es notfalls auch ohne "Äußere Form" geht.

Ich muss auch an den gefolterten, bis auf das Lendentuch nackten, zum Sterben aufgehängten Mann denken, der einen so wichtigen Aspekt christlichen Glaubens auszumachen scheint. (Komisch eigentlich, dass sie YHShH hauptsächlich in dieser Form verehren und nicht als den Zimmermann und Rabbi, als der er gelebt und gelehrt hatte, oder eben in seiner "erfüllten" Gestalt als fleischgewordener Gott, in die der er "wieder auferstanden" ist. Muss ja nicht unbedingt "Kumpel Jesus" sein, aber ich denke mal, dass hätte der Lehre an sich eine andere, positivere Sichtweise beschert. Ja, Gnosis ist doch was feines...^^).
Aber zurück zu dem gequälten Jeshua in "Unterwäsche".
Ich bin jetzt mal sehr zynisch, aber ich kann mir ziemlich genau vorstellen, was so ein Domschweizer, der ja im Prinzip nichts anderes als einen Hausmeister und Hilfsordner darstellt, tun würde, wenn eben ein solcher Mensch in die Kirche getorkelt käme...

Mal ehrlich, die Schweizer sollten sich bitte darauf beschränken, darauf zu achten, dass niemand im Dom seine Notdurft verrichtet, meinetwegen auch Taschendiebstahl verhindern, die Touristen bespaßen oder während der Messe für Ruhe sorgen, aber es darf nicht ihre Aufgabe sein, vom äußeren Anschein auf die innere Haltung zu schließen.
Was  jedoch gottgefälliges Benehmen anbetrifft, hm, sollten sie die Entscheidung doch dem Boss (nein, nicht dem Papst!) überlassen.

(Der springende Punkt bei der Sache mit dem Garten Eden und der Nascherei am Baum der Erkenntnis ist ja der, was man dann nun mit der gewonnenen Erkenntnis macht.
Bei manchen reicht es eben nicht weiter als zu einem "Ich bin nackt!" Wobei das für sich genommen ja eigentlich eine philosophisch wie spirituell sehr tief gehende Erfahrung wäre, wenn der nächste Gedanke nicht wäre, die Blöße nur ja schnell zu bedecken.
In Wirklichkeit geht es nach meiner Auffassung bei ganzen Episode inklusive dem Nachfolgenden Rausschmiss aus dem Paradies jedoch darum, selbst Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen ohne wenn und aber, im Gegensatz zu einem sorgenfreien, aber auch recht eintönigen  Leben in Abhängigkeit. Frei nach dem Motto "Ihr seid soweit euch über meine Anordnungen hinweg zu setzen, dann seid ihr auch soweit, selbst für euch zu sorgen!")


Wie meine Tochter sagte,  die Energie, der man im Dom ein Zuhause eingerichtet hat (oder, mal ganz fies, dort einzusperren versuchte) weiß, wie wir aussehen, innen wie außen, und ich bin überzeugt davon, der wäre es auch egal, wenn man da völlig nackt im Mittelgang stehen würde. Die ist nämlich so alt, dass sie kaum etwas aus der Ruhe bringen könnte. Wieso auch, gibt es was ehrlicheres, ursprünglicheres als einen völlig unbekleideten Menschen?

Mit dem Gottesbild der Bibel hat sie, meines Erachtens, ohnehin sehr wenig zu tun. Die Menschen erschaffen sich die Erscheinungsform ihrer Gottheiten allerdings auch zu einem Gutteil selbst. Anscheinend brauchen einige davon immer noch einen furchteinflößenden, rachsüchtigen, lustfeindlichen und rigide auf die Gebote pochenden HERRN oder derer mehrere, weil sie ohne Furcht nicht zu wahrem Glauben fähig wären.
Und das beschränkt sich nun leider nicht nur auf die Anhänger der abrahamitischen Religionen.


 

Montag, 19. Juli 2010

Wichtig! "Fest der Völker" der Nazis verhindern!

An dieser Stelle möchte ich an die Leser meines Blogs eine Webmail weiterleiten, die uns vom Paganrealm am Freitag erreichte:

10./11.September 2010
Pößneck/Thüringen
So genanntes "Fest der Völker" der Nazis verhindern!
( http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com )

Liebe Freunde,
liebe Anhänger naturspiritueller Religionen,

im Rahmen unserer Kampagne "Heidentum ist kein Faschismus" versende ich heute E-Mail mit dem Aufruf am 10. bzw. 11. September 2010 gegen Nazis aktiv zu werden. Manche kennen den Sachverhalt bereits aus diversen heidnischen Foren oder sozialen Netzwerken im Internet. Andere haben wir noch nicht erreicht. Deshalb soll eine Rundmail - die gern auch weitergeleitet werden darf - die Online-Mobilisierung ergänzen!

Die Notwendigkeit auch als heidnische Menschen ein Mindestmaß an Engagement gegen Rechts an den Tag zu legen, bedarf im Grunde keiner weiteren Diskussion. Bundesweit wachsen die Naziaktivitäten mit Bezug auf Heidentum an. Nachdem dies bereits in den 1980ern und Anfang der 1990er der Fall war, dann jedoch der Trend umkehrte, erlebt das "rechte Heidentum" heute erneut seine Renaissance.

Im Naturpark Südheide (Niedersachsen), im Ostharz (Sachsen-Anhalt/Thüringen) und im Vogtland (Sachsen) - um nur die Hochburgen zu nennen - kamen im Sommer 2010 jeweils bis zu 300 Teilnehmer zu den Sonnwendfeiern der Nazis. Ständig kommen bundesweit neue Orte und noch viel mehr neue Anhänger der braunen Brauchtumspflege hinzu. Wie zuletzt im Landkreis Hof (Bayern), wo die Nazis erst kürzlich einen Gasthof erwarben und bereits mit einigen Dutzend Nazis die Sommersonnwende feierten. Die Drahtzieher finden sich meist in Jürgen Riegers Artgemeinschaft. Auch nach dem Ableben des Hamburger Rechtsanwalts und Finanzier der NPD, spielt die 1951 gegründete Artgemeinschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ganz ähnlich wie einst im Thule Orden, aus dem sowohl die SA als auch die NSDAP hervorgegangen waren, befinden sich die Hardliner der Freien Kameradschaften und Kader der NPD in diesem völkisch-rassistischem Verein. Hinzu gesellen sich eine Reihe weiterer "neuheidnischer" Gruppierungen. Die Grundlage ihrer Propaganda ist eine eigene, frei erfundene Version des Heidentum.

"Die Artgemeinschaft ist kein ‘Schönwetterverein’..." sagte Rieger vor wenigen Jahren und meinte weiter: "Die Artgemeinschaft ist gezwungen worden, ein Kampfverband zu sein, der um die Möglichkeiten einer artgemäßen Lebensführung kämpfen muss".

Michael Kühnen schrieb 1992 in den "Staatsbriefen" einen Grundsatzartikel über die „Grundlagen des Heidentums“ und wollte „das Heidentum bewusst als Religion erneuern“.

Aber auch viel weniger gewalttätig zeigt sich das Gesicht des "rechten Heidentum". In Büchern und Liedern kommt es daher, beinahe unbemerkt und weit verbreitet in der Heidenszene im weiteren Sinne. Besonders "Menschen auf der Suche" sind gefährdet auf die falschen Leuten hereinzufallen. Skurrile Ansichten wie "Frauen an den Herd" oder die "Blut und Boden" Ideologie halten so Einzug in die Definition des Neuheidentum.

Trotz einiger Kampagnen und der klaren Abgrenzung von Nazis in vielen Foren und Gruppen, bleibt die Heidenszene von außen betrachtet nach wie vor nach rechts offen. Obwohl "wahre Heiden" den Nazis zahlenmäßig überlegen sind, hält die Rechte die Deutungshoheit inne. Dass noch immer naturspirituelle Menschen mit Nazis in den gleichen Topf geworfen werden, liegt nicht nur an den Nazis oder den Leuten die uns eine inhaltliche Nähe zu Nazis vorwerfen. Es liegt auch an den Anhängern von Asatru, Celtoi, Wicca und co. selbst! Gerade wir tragen die Verantwortung dafür, dass sich Nazis des Heidentum bemächtigen können!

Am 10. bzw. 11.September haben wir die Gelegenheit mit Vorurteilen aufzuräumen und naturspirituelle Religionen positiv zu besetzen (Aufruf auf unserer Webseite):

Auch 2010 planen die Nazis ihr so genanntes "Fest der Völker" im thüringischen Pößneck durchzuführen. Die Kampagne "Heidentum ist kein Faschismus" beteiligt sich am Bürgerbündnis und organisiert eigene Gegena(tra)ktivitäten!

Mit kulturellen und aufklärenden Veranstaltungen, wenden wir uns an die Heidenei ebenso wie an alle Nicht-Heiden. Für jeden Geschmack dürfte etwas dabei sein. Damit wollen wir dazu beitragen Vorurteile abzubauen bzw. naturspirituelle Religionen positiv zu besetzen. Aber wir wollen auch erreichen, dass sich Heiden etwas stärker gegen Rechts engagieren!

- Geplant ist die Aufführung der Dokumentation "roots germania" von Mo Asumag im Vorfeld des FdV.

- Am Tag vor dem Nazifest (Freitag, 10.September) wird von Wicca ein "Kreis der Harmonie" auf dem Marktplatz in Pößneck gezogen. Damit möchten wir "ein gutes Gefühl" verbreiten um die Stadt und ihre Menschen zu "schützen". Alle sollen einen friedlichen Tag erleben und sich nicht provozieren lassen.
Zur Verstärkung des Effekts sollen zeitgleich auch andernorts entsprechende Zeremonien stattfinden, um ein Angebot für alle zu schaffen, die nicht nach Pößneck kommen können. Wer sich dafür interessiert oder auch selbst etwas organisieren möchte, bitte melden!

- Im Anschluss daran gibt es ein Konzert mit den Singvøgeln aus Franken! Folkiger Pagan Rock/Pop mit deutschen Texten, einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik und der klaren Absage an Nazis, versprechen einen geselligen Abend mit ernstem Hintergrund.

- Und schließlich sind alle aufgerufen am Samstag den 11.September an der bürgerlichen Demonstration und den Blockaden teilzunehmen!

Wir meinen mit diesem Programm Angebote geschaffen zu haben, an denen sich jeder beteiligen kann. Und wir steigern den Aktionsgrad von Veranstaltung zu Veranstaltung. Jeder kann frei entscheiden wann es zu viel wird. Auf diese Weise werden wir den Diskussionen in der Heidenszene gerecht, in denen bisweilen nichts von "Anti"-Veranstaltungen gehalten wird. Um erfolgreich zu sein und unsere naturspirituellen Religionen nicht erneut an die Nazis zu verschenken, brauchen wir auch die Asatru, Celtoi und Wicca, die sich bislang lieber herausgehalten haben!

Helft uns diese Angelegenheit zu verbreiten! Leitet diese E-Mail weiter und postet den Text ggf. in Foren! Verlinkt Eure Webseiten auf unsere Kampagnenseite! Später soll es auch gedruckte Flugblätter geben, die wir Euch zur weiteren Verbreitung gern zusenden! Und kommt am 10.09. schließlich selbst zu uns!

Für Fragen und Anregungen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung!

Ihr benötigt Schlafplätze? Einfach anfragen!

Herzliche Grüße, Marco für H.i.k.F.


Weiterführende Links zum FdV 2010:
http://www.poessneck-nazifrei.de
http://keinfdvinpn.blogspot.com
http://heidentum-ist-kein-faschismus.jimdo.com/aktuell/fdv-2010




Bei der Aktion von "Heidentum ist kein Faschismus" handelt es sich nicht um eine herkömmliche "Gegendemonstration" (schwarze Blöcke von "hüben, wie drüben" dürfen also getrost zu Hause bleiben), sondern darum einen Gegenpol zu den rechten Strömungen innerhalb des Heidentums, welche den Glauben für ihre fragwürdigen politischen und ideologischen Zielen missbrauchen, zu schaffen und, auch der Öffentlichkeit, zu zeigen, dass ein Großteil der heidnischen Gruppen und Einzelpersonen solcherlei weder praktizieren noch unterstützen oder gar gutheißen.
Es geht schlicht darum präsent zu sein!

Viele heidnisch orientierte Menschen räummen disbezüglich ja immer ein, Politik habe in ihrem Glauben nichts verloren und sie wären der Abgrenzung nach rechts auch langsam müde.
Allerdings möchte ich dagegenhalten, dass man nur so lange einen neutralen Standpunkt aufrecht erhalten kann, wie der eigene Glaube eben nicht von Leuten, wie der Artgemeinschaft, instrumentalisiert wird.
"Wer schweigt, stimmt zu!" lautet ein viel zitiertes Schlagwort. So ist es, meiner Meinung nach auch.

Man kann sich nicht ständig beschweren, dass man, ob seines Glaubens mit Rechtsradikalen in einen Topf geworfen wird und andererseits die Hände in den Schoß legen, wenn wieder einmal Sonnenwendfeiern oder ähnliches zum Zwecke der Verbreitung ideologisch fragwürdiger Inhalte herhalten müssen.  

Die Artgemeinschaft, zum Beispiel propagiert unter der Flagge des nordisch-germanischen Heidentums, für mich, ein zu tiefst xenophobisches, rassistisches und sozialdarwinistische Weltbild, das seine Wurzeln in Ariosophie und Sozialdarwinismus hat.
Wer es nicht glaubt, darf sich gerne einmal mit dem berüchtigten "Sittengesetz unserer Art" der Artgemeinschaft, aber auch anderen Publikationen, beschäftigen.
Man wird dort Auffassungen finden, die mich zumindest, stark an den berüchtigten "Lebensborn" erinnern.

Die Frage ist nun, ob man solchen und ähnlichen, vordergründig heidnischen Gruppierungen gestatten möchte, das Bild vom (neu-)heidnischen Menschen weiterhin zu prägen.

Hinzu kommt für mich, dass solcherlei ideologischer Müll all dem widerspricht, was das Neuheidentum, egal welcher Richtung, so wie ich es kennengelernt habe, ausmacht.

Deshalb denkt darüber nach, ob ihr nicht an den Aktionstagen in Pößneck teilnehmen wollt.
Ich denke es würde sich lohnen!

Wie auch immer, wenn ihr die Aktion unterstützen wollt, dann schreibt darüber auf euren Internetpräsenzen oder leitet die Rundmail einfach an eure Freunde und Bekannten weiter!

Donnerstag, 8. Juli 2010

I have something great to reveal!

Hero of the world.


We have this man to thank.

But he's not the only hero.
We are all heroes of the new aeon. Also you! Smilie by GreenSmilies.com

93 93/93!