"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist." Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“
Heute wende ich mit einem wirklich wichtigen Anliegen an euch. Es geht um einen Spendenaufruf. In der Hoffnung, damit ein Leben zu retten und möglichst viele Menschen zu erreichen, übernehme ich, wie zuvor schon Efka, den dazu gehörigen Text der Initiatorin und Tochter der unmittelbar Betroffenen aus der dazugehörigen Facebook-Gruppe:
Wie die Meisten von euch wissen, leidet Andrea schon seit 2006 an einer sehr seltenen Krebsart. Die Ärzte wissen selbst nicht genau was sie machen sollen, denn die Krebsart ist kaum erforscht und äußerst selten.
Wir haben in den letzten Jahren all unsere Rücklagen aus Bausparverträgen etc. in erfolglose Therapien gesteckt. Wir stehen quasi vor dem Nichts und wissen nicht mehr weiter, denn wir können die Behandlungen nicht mehr bezahlen.
Wenn meine Mum JETZT nicht die lebensrettenden und zugleich unbezahlbaren Therapien in Form von Hyperthermie und hochkonzentrierter Chemo in die Leber erhält, wird sie daran sterben, denn die Leber ist stark von Metastasen befallen.
Die Krankenkassen übernehmen bis heute keine Kosten, es laufen Zivilklagen und wir versuchen eine einstweilige Verfügung zu erlangen aber Andrea kann nicht mehr bis zur Urteilsverkündung warten.
----Ihr rennt buchstäblich die Zeit davon----
Weil ich nicht mehr weiter weiß, meiner Mama unbedingt helfen möchte und nichts unversucht lassen möchte, habe ich ein SPENDENKONTO eingerichtet, in der Hoffnung, dass Ihr uns helfen könnt und möchtet.
-Dies ist mein Hilfeschrei und ein APPELL an eure Freundschaft-
!BITTE! Jeder Betrag gibt meiner Mama eine Chance!
Eure Jenny
Nassauische Sparkasse
Kontoinhaber: Jennifer Dames
Hinweis: Spendenkonto
Bankleitzahl:51050015
Kontonummer: 0803253517
Hier geht es nicht um irgendetwas Abstraktes, weit Entferntes, nicht um blinden Aktionismus oder darum, irgendetwas zu unterzeichnen, sondern um direkte, unmittelbare Hilfe.
Hier und jetzt!
Vor der eigenen Haustür!
Unser Gesundheitssystem ist in den letzten Jahren immer mehr beschnitten geworden, dass dürfte niemandem unbekannt sein. Immer weniger wird übernommen.Nun bedroht es schon Existenzen und Menschenleben.
Das ist kein Versuch auf die Tränendrüse zu drücken, sondern Realität!
Beweisen wir also hier Solidarität, Sozialkompetenz und Nächstenliebe, indem wir diesen Aufruf weiterverbreiten und den einen oder anderen Euro erübrigen, um einem Menschen sein Leben und einer jungen Frau ihre Mutter zu erhalten.
Bedenkt dabei, bitte, dass jeder von uns irgendwann in die gleichen Situation kommen kann und setzt damit auch ein Zeichen, dass Menschen eben nicht Opfer dieses menschenverachtenden, kapitalistischen Systems sein müssen, sondern fähig sind, sich in gegenseitiger Hingabe unbürokratisch Hilfe leisten können!
Schon einmal darüber nachgedacht, worin eigentlich der Unterschied zwischen Familie und Verwandtschaft liegt?
Mit beiden ist man ja grundsätzlich erst einmal blutsverwandt. Aber trotzdem gibt es da feine Unterschiede.
Familie bedeutet nämlich viel mehr.
Man teilt Freud und Leid, hat immer ein offenes Ohr, steht für einander ein und ist einfach da. Klar dürfen auch mal die Fetzen fliegen, man regt sich übereinander auf und ist auch mal genervt, aber im Grunde weiß man, dass man sich über alles liebt.
Man nimmt die anderen wie sie sind!
Darüber hinaus beinhaltet das Gefühl "Familie" noch viel mehr für mich, was schwer in Worte zu fassen ist. Es ist einfach ein warmes Empfinden von "wir", ein Zusammengehörigkeitsgefühl, bei dem es einem sehr leicht fällt, mal die eigenen Bedürfnisse zu Gunsten der anderen hinten an zu stellen.
In der Familie gibt es kein Aufwiegen von geben und nehmen, keine Erwartungshaltung, sondern die Gewissheit, dass man sich nicht verstellen muss, sondern man selbst bleiben darf. Aber in erster Linie ist man ehrlich zu einander, auch, wenn das manchmal sehr unangenehm werden kann.
"Familie" hat eben nicht nur etwas mit Blut zu tun, sondern kommt hauptsächlich aus dem Herzen und definiert sich, meines Erachtens, vorallem durch den Umgang mit- und untereinander.
Deshalb zähle ich auch sehr gute Freunde, wie meinen Quasi-Adoptivsohn, den meine Tochter vor ca. 15 Jahren "angeschleppt" hat, und der hier schon so manche Nacht auf der Couch verbrachte, eine sehr gute "Schwester in Geiste " und ein, zwei andere sehr liebe Menschen dazu.
Der Mann (Gelöbnis ist Gelöbnis, ob nun ein Standesbeamter seinen Wilhelm darunter macht, man eine gigantische Feier vor großem Publikum zelebriert, oder man einfach nur Ringe tauscht.) meiner Tochter gehört sowieso dazu, wenn nicht allein schon wegen seines Status allein, schon aus reiner Solidarität und Anerkennung, weil er sie nun schon über drei Jahre "erträgt" ohne über zuschnappen. Nächstes Jahr bekommt er von mir dann die blecherne Ehrennadel für die Zugehörigkeit im "Clan". So wie ich das sehe, hat er ohnehin "lebenslänglich". ^^
Überhaupt, wenn ich an die Mitglieder meiner Oase denke, dann habe ich dabei eben auch dieses Familiengefühl. Und das erstaunlicher Weise von Beginn an, als ich das erste Mal als Gast zur Gnostischen Messe kam.
Wenn ich also von diesen Menschen als Schwestern und Brüdern rede, dann trifft es den Kern der Sache haargenau.
Ich denke, die Quintessenz müsste lauten, "Familie" sind die Leute, bei denen man sich geborgen und im wahrsten Sinne des Wortes sauwohl fühlt.
Verwandtschaft hingegen steht auf einem ganz anderen Blatt.
Das sind Menschen, die der genetische Zufall zusammengeführt hat, nicht mehr und nicht weniger. Manche mag man, manche nicht, aber eigentlich teilt man nichts als eben die unterschiedlichen Äste eines Baumes den Stamm.
Wird ein Ast abgesägt, dann tangiert das die anderen Äste ebenso wenig, wie den Baum in seiner Gesamtheit.
Nur weil Oma/Opa/Tante/Onkel/Bruder/Schwester oder sonst ein Blutsverwandter mal in einem schwachen Moment seine/ihre Gene unter das Volk bringen musste, heißt das ja nicht, dass man irgendwelche Gemeinsamkeiten haben, geschweige denn, sich lieben muss.
Wenn man Glück hat pflegt man innerhalb der Verwandtschaft immerhin einen freundschaftlichen Umgang.
Im Mittelfeld der Möglichkeiten, ist man sich fremd.
Wenn man Pech hat, laufen da jedoch Personen herum, mit denen man sich freiwillig niemals abgeben würde.
Nicht umsonst spricht man bei uns im Rheinland auch von der "buckligen Verwandtschaft".
Da liegt es natürlich in der Persönlichkeit jedes Einzelnen wie man damit umgeht.
Manch einer wird, um des lieben Friedens willen, gute Miene zum bösen Spiel machen, dem Grauen mit festgemeißeltem Lächeln entgegen blicken, derweil man im Stillen bei sich denkt "Boah, bitte nicht DIE schon wieder!" und nur hofft, dass "SIE" schnell wieder ihrer Wege ziehen (Diese Taktik hat den eklatanten Nachteil, dass die verhasste Verwandtschaft dadurch leicht annimmt, sie wäre ein gern gesehener Gast! Zu den Folgen später mehr...), wohingegen ein anderer klare Verhältnisse bevorzugt und den Kontakt abbricht oder sozial verträglicher, aber nicht weniger ostentativ, dezent einschlafen lässt. Was allerdings bisweilen auch gar nicht so einfach ist, weil gerade die "Personen" immer wieder gerne aus dem Hintergrund heraus, Kastenteufel gleich, aufzutauchen pflegen und dabei teilweise eine Penetranz an den Tag legen, die einen fast Hände ringend nach einem Kammerjäger rufen lassen.
Das ist aber auch das Hauptproblem bei "Verwandtschaft": Die kann man sich, im Gegensatz zu Freunden oder Wahlverwandten nämlich nicht aussuchen.
Peinlich wird es aber erst, wenn man erkennen muss, dass die "Gegenseite" den Unterschied zwischen Familie und bloßer Verwandtschaft entweder nicht kennt, oder, noch prekärer, sie ihn zwar kennt, ihn aber ignoriert oder aber leider denkt, sie wäre schon Familie, obwohl sie eben doch nur "verwandt" ist.
Richtig nervend wird es, wenn sich "Verwandtschaft" in die Familie zu drängen versucht, obwohl sie eben wegen mangelnder Familienanbindung dazu gar nicht ermutigt wurde.
Ganze Familienverbände gingen schon, einem Poe'schen Albtraum gleich, daran zu Grunde, weil irgendeine mehr oder weniger entfernte Verwandte dachte, sie wäre in der "Familie" willkommen, meist bestärkt durch die "Zähne-zusammenbeiß-und-durch-Taktiker", und dann, wenn sie auf massiven Widerstand traf, ihrer Frustration über die Zurückweisung dadurch zu kompensieren versuchte, dass sie ihren Senf oder, vielmehr, ihren selbst angerührten Pseudo-Senf über die Verwandtschaft schütten musste (hintenherum natürlich, sonst fliegt man ja zu schnell auf!) und so Zwietracht säte, wo zuvor eine (natürliche!) Harmonie herrschte, nach dem Motto "Was ich nicht haben kann, gönne ich auch keinem anderen!"
(fragt nicht warum, aber in 99,9% der Fälle geht es immer von Frauen aus, meist unverheiratet, vereinsamt oder sonst wie unbefriedigt )
Aber wozu verfügt der Mensch über die Fähigkeit zum verbalen Ausdruck und kann diese Begabung zur Klärung der Sachlage, Richtigstellung der Tatsachen und Offenlegen der Standpunkte, am besten beim Urheber selbst, nutzen?
Vorausgesetzt auf der Gegenseite kommt aufgrund biochemischer Fehlleistungen nicht ein "Tuuttuttött...kein Anschluss unter dieser Nummer...Tuuttuttött...kein Anschluss unter dieser Nummer...", dass man bisweilen bei sich denkt, welches degenerierte Schwimmerchen denn da jeder Evolutionstheorie zum Trotz doch ein Hole in One gelandet hat. Damit soll man echt verwandt sein?
In dem Fall kann man sich wirklich jedes weitere Wort schenken. Oder mit einer Wand quatschen, die hat mehr Einsichtfähigkeit!
Glücklicherweise ist man aber lediglich nurverwandt, das ist man rein faktisch aber auch mit einem San aus dem südliche Afrika, mit dem man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fruchtbarere Gespräche führen kann. Man stelle sich jedoch vor so etwas (gemeint sind hier die "Kein-Anschluss-unter-dieser-Nummer-Typen", nicht die San. Die nähme ich persönlich mit Kusshand in die Familie auf, wenn ich dafür im Austausch ein paar Verwandte loswerden könnte. Was jetzt wieder moralisch nicht ganz einwandfrei dem Volk der San gegenüber wäre...scheiß Gewissen!)! gehöre zur Familie
In Anbetracht der dargelegten Überlegungen und Tatsachen ziehe ich es vor, möglichst viel räumliche Distanz zwischen mir und "der Verwandtschaft" zu schaffen, den Kontakt auf einem Minimum zu halten (so man mich lässt!) und mich eben auf "die Familie" und den Freundeskreis zu konzentrieren.
Da weiß ich wenigstens, was ich habe.
Blut ist eben nicht in jedem Fall dicker als Wasser (oder als Rotwein! *flöt*)
Wo ich eben noch über Eltern mit Stasi-Allüren gebloggt habe, durfte ich gerade, als ich an der Kasse bei uns im Kaufland (man erinnere sich, die "Twilight Zone") wartete, das andere Extrem in Sachen "Missachtung der Persönlichkeitsrechte des Kindes durch die Eltern" erleben.
Direkt vor mir an der Kasse stand eine Frau mit höchstens acht- oder neun-jährigem Sohn, in der Hand einen Gemüsekarton oder ähnliches, stabiles, in dem sie wohl ihre Einkäufe, die sich bereits auf dem Kassenband befanden, transportiert hatte. Ganz normal, die sprachen nicht mal miteinander. Dann war die "Dame" dran und während die Kassiererin die Waren über den Scanner zog, sagt die Mutter plötzlich was (was habe ich nicht verstanden), und haut ihrem Sohn im nächsten Augenblick mit dem Boden des Kartons so heftig gegen die Stirn, dass es wirklich laut knallte. Ich habe mich dermaßen erschreckt, ebenso die Kassierin, dass wir beide echt hochfuhren und wenigsten mein Herz kurz aussetzte.
Der Kleine trollte sich, leise schniefend (so habe ich noch kein Kind weinen sehen, als hätte er schiss, dadurch noch mehr Ärger zu bekommen) die Schlange nach hinten wieder in den Laden, wohin genau, kann ich nicht sagen, weil ich immer noch fassungslos die Alte anstarrte, dann rief die ihren Sohn aber doch wieder zurück, riss ihm irgendein Comic mit Gimmik, das ich vorher nicht bemerkt hatte, aus der Hand, knallt das der Verkäuferin vor die Nase
"Was kostet?"
Die Kassiererin guckt auf das Heft: "2,50!"
Die Olle überlegt kurz, nickt dann, aber als es dann über den Scanner war, nimmt sie es und wirft(!) es dann dem Kleinen vor die Füße.
Die ganze Aktion vom Schlag bis zu dem Zeitpunkt, wo das Comic auf dem Boden landete, hat nicht länger als ein, höchstens zwei Minuten gedauert.
Erst war ich erschrocken, dann war ich kurz sprachlos, starrte die Alte allerdings die ganze Zeit finster an, derweil sie dumm-dreist zurück grinste, aber als das Comic auf dem Boden landete, war ich wieder fit.
Ich habe diese doofe Kuh ziemlich laut gefragt, ob sie spinne, so mit ihrem Kind umzugehen.
Was von der Kackbratze zurück kam, war echt der Oberhammer: "Mein Geld, mein Kind!" Dabei grinste sie noch breiter.
Okay, ich habe dann noch ein wenig lauter erwidert, ob ich dann ihr auch mal den Karton auf den Kopf hauen soll.
Sie grinst weiter dämlich (und die hat mich verstanden!) und weg war sie. Und ich musste blöder weise ja noch bezahlen.
Die Kassiererin, die sich die ganze Zeit über intensivst mit meinen Einkäufen und ihrem Kassensystem beschäftigt hatte, tauchte wieder aus der Versenkung auf und gucke mich dermaßen verständnisvoll an, dass ich nicht mal auf sie sauer sein konnte, dass sie sich mental verpisst hatte.
Als ich zu ihr meinte, so was, wie von der Mutter ginge doch wohl gar nicht, erwiderte sie nur resigniert: "Ach, wissen sie, was ich hier den ganzen Tag zu sehen bekomme!"
Gut, wo sie recht hat...man kann ja nicht jeden retten, außerdem ist man als Angestellte in so einem Supermarkt auch immer in der Zwickmühle, weil der Kunde ist ja König, aber was war denn mit den andern Leuten an der Kasse?
Das Dingen war immer hin voll. Auch im Bereich dahinter, waren genug Leute, die den Vorfall gesehen haben müssen. (ich kann nicht genau sagen, ob davon wirklich einer unmittelbar hin geschaut hat, ich hatte ab dem Knall durch den Schlag 'nen Tunnelblick)
Da werden doch hoffentlich auch ein paar Leute dabei gewesen sein, die einen anderen Erziehungsstil pflegen.
Wieso war ich der einzige, der den Mund aufgemacht hat?
Ist es echt schon so normal, dass Kinder in der Öffentlichkeit von ihren Eltern auf eine solche Art behandelt werden?
Für mich nicht!
Ich meine, wenn Mutter und Sohn vorher schon gestritten hätten, dann wäre die Sache mit dem Karton und was darauf noch folgte, zwar immer noch ziemlich hart an der Grenze gewesen aber noch irgendwie erklärlich! Im Affekt eben! Was nicht heißt, dass ich das dann toll gefunden oder nichts gesagt hätte.
Aber da war nichts!
Kein Streit, keine Aggression, nichts.
Auch die Mutter machte weder bei dem Schlag noch bei dem Comic-Wurf einen besonders aggressiven Eindruck.
Das alles erschien so...völlig normal und alltäglich.
Ich glaube, das hat mich auch so tierisch aufgebracht. Diese nonchalante Art, wie diese Frau ihren Sohn, iich kann es nicht anders sagen, entmenschlicht hat. Und diese schon fast nach Resignation schreiende Art, wie der Kleine auf diese entwürdigende Behandlung reagierte.
Und da wundern sich die Leute, wieso Kinder aggressiv werden und andere Kinder halb tot prügeln?
Ey, wenn ich so behandelt würde, wie der Junge von seiner Mutter, dann wäre ich auch irgendwann ein emotionales Wrack, dass keine andere Möglichkeit mehr finden könnte, mir "Erleichterung" zu verschaffen, als anderen Gewalt anzutun.
Ich schreib das heute bereits zum zweiten mal und diesmal mit ganzem Herzen und vollster Überzeugung: Wir brauchen einen Wesenstest für angehende Eltern! Wer den nicht besteht, soll sich einen Stoffhund oder eine Puppe kaufen, aber mit Sicherheit keine Kinder in die Welt setzen!
Und ich verlange Nummernschilder für alle, die sich in der Öffentlichkeit aufhalten oder bewegen.
Hätte die Olle nämlich eins gehabt, hätte ich direkt gegenüber vom Kaufland zur Polizei gehen und die Pissnelke anzeigen können.
So war sie natürlich längst verschwunden, als ich durch die Kasse war.
Und bei der Beschreibung "Klein, dunkelhaarig, osteuropäischer(?) Akzent, dunkle Kleidung" hätte die Polizei mir 'nen Vogel gezeigt...
Ich könnte im Moment echt kotzen, dass ich der Frau nicht gleich den Karton aus der Hand gerissen habe, und ihr den so oft auf den Kopf gehauen habe, bis mich einer von ihr wieder runter geholt hätte.
Aber Gewalt ist eben keine Lösung,. Leider, wie ich in dem Fall zugeben muss...
"Amerikanische Eltern können jetzt Handys abhören, Nachrichten abfangen und ihren Nachwuchs jederzeit verfolgen. Ganz wie im Film."
Lest es euch durch und weint. Nämlich um die Persönlichkeitsrechte der Kinder, aber auch um die armen Eltern, die so etwas nötig haben.
Neue Waffen für die Leute mit Kontrollzwang.
Es seht zudem zu befürchten, dass dieser Mist auch noch reißenden Absatz findet. Nicht nur in den USA, wo immer noch teilweise ziemlich altmodische Vorstellungen existieren, sondern auch hier bei uns.
Mir ist schon öfters unangenehm aufgefallen, dass manche Menschen der Auffassung sind, Kinder hätten kein Recht auf eine Privatsphäre.
Wo kämen wir denn auch hin, wenn man solche abstrusen Ansichten verträte?
Anarchie im Kinderzimmer! "Sodom und Gomera!" "Zu Hülfe!"
Und die bespitzelnden Eltern können sich auch noch einreden, dass das ja nur zum Besten ihres Nachwuchses geschieht, denn dort draußen lauert ja das "Böse" und im Internet sowieso, wie uns Uschi und all die anderen ja hinreichend bewiesen haben.
Es soll ja schon immer Eltern gegeben haben, die immer und jederzeit wissen wollten, wo ihre Kinder sich gerade befinden, was sie so treiben und mit mit wem.
Es gibt da ja auch diese GPS-Chips, die man in die Kleidung oder den Rucksack ein nähen kann. Natürlich nur zum Schutz der Kinder vor Entführungen durch "böse Onkels".
Mich hat das aber mehr an die elektronischen Fußfesseln erinnert, wie sie schon in einigen Ländern, vorne weg, natürlich USA, gebräuchlich sind, um Straftäter, die eigentlich wegen geringfügiger Delikte ins Gefängnis müssten, stattdessen unter Hausarrest zu stellen.
Es gab auch schon immer Eltern, die sich nicht zu schade dazu waren, die Post ihres Nachwuchses zu öffnen, oder heimlich das Tagebuch nach "verdächtigen" Inhalten zu durchforsten.
Naja, und nun gibt es eben das Rundrum-Sorglos-Paket für Eltern mit geheimpolizeilichen Ambitionen.
Wie wär's denn mal damit, eine Vertrauensbasis aufzubauen, die so einen Bullshit per se überflüssig macht?
Wie wäre es damit, Kindern Medienkompetenz beizubringen oder ein gesundes Maß an Skepsis gegenüber Fremden?
Nö, das ist wahrscheinlich zu anstrengend.
Es mag aber auch schwierig sein, den eigenen Kindern zu vermitteln, dass sie ein recht darauf haben "Nein! Stopp! Bis hier hin und nicht weiter!" zu sagen, wenn jemand ihnen zu nahe tritt, ihre Intimsphäre missachtet, wenn die eigenen Eltern die im Grunde selbst nicht respektieren oder auch nur in Erwägung ziehen, diese Grenze zu verletzen.
Vertrauen aufbauen und Selbstvertrauen stärken ist nämlich ein langer harter Weg.
Misstrauen und Kontrolle, dagegen, sind viel leichter und finden, da stets unterschwellig mitschwingend, auch sehr schnell ihre Bestätigung. Denn wenn man den eigenen Kindern nicht vertraut, dann werden sie das sehr schnell mitbekommen und sich eben auch dementsprechend verhalten. Sie werden dann nämlich zu machen und ihre Privatangelegenheiten zu "Geheimnissen" werden lassen und dann auf jeden Fall für sich behalten.
Dass Christen sich zunehmend hinsichtlich ihres Glaubens verfolgt sehen, ist eins der Themen, welches ich immer mit einer gewissen kritischen Distanz betrachte.
Meist geht es dabei ja um christliche Gemeinden in größtenteils muslimischen Ländern.
Finde ich jetzt auch nicht besonders toll, da ich erstens der Meinung bin, dass die freie Religionsausübung eins der grundlegendsten menschlichen Rechte ist und zweitens empfinde ich gerade die Disharmonie zwischen "verschwisterten" Religionen (Mutterreligion Judentum) doch immer als etwas befremdlich. (Nein, eigentlich nicht. Die Erklärung liegt für mich gerade in der nahen Verwandtschaft. Aber, weil ich jetzt darauf nicht näher eingehen möchte, nenne ich es einfach einmal Familienkrach oder, weitaus treffender Generationenkonflikt).
Weitaus kritischer sehe ich jedoch diese bemängelte religiöse Verfolgung, wenn, wie bereits mehrfach vorgekommen, christliche Missionare in nicht-christliche Länder entsendet werden, und dort zu Schaden kommen.
Augenfällig dabei ist, dass es sich meist um Mitglieder evangelikaler Sekten handelt, wie z.B. in dem Fall, der beiden, am 12. 06.2009 im Jemen, ermordeten Studentinnen der Bibelschule Brake, Anita G. (24) und Rita S. (26). Siehe hierzu den Artikel "Christen auf gefährlicher Mission" des Tagesspiegels und einen sehr aufschlussreichen wie kritischen Blogbeitrag "Die seltsamen Heiligen der Bibelschule Brake"
Wie man sieht, nimmt man von Seiten missionswütiger fundamentalister Christen anscheinend den Tod junger Menschen billigend in Kauf, mehr noch, diese Jugendlichen sind schon so indoktriniert; dass sie sogar "freudig" in den Tod marschieren.
Wer dies noch im Rahmen der freien Entscheidung jedes Einzelnen tolerieren möchte, dem sei gesagt, dass man nur dann von Freiheit der Entscheidung sprechen kann, wenn die jeweiligen Personen auch in der Lage sind, eine solche zu treffen.
Das dies ziemlich fraglich ist, sieht man jedoch bei fundamentalistischen Christen, und darum handelt es sich bei Evangelikalen, besonders daran, wie sehr sie, auch auf Berufung des Artikel 4 GG, bemüht sind, ihre Kinder vor dem Einfluss der "Außenwelt" abzuschotten.
"Aus Sicht der Eltern beruhte das teilnahmepflichtige Projekt mit dem Titel "Mein Körper gehört mir" auf einer "absolut einseitigen emanzipatorischen Sexualerziehung". Den Kindern werde vermittelt, sie allein dürften über ihre Sexualität bestimmen und sich dabei einzig auf ihr Gefühl verlassen - womit Gottes gute Gebote aufgehoben würden. Auch von der Karnevalsveranstaltung hielten sie die Jungen unentschuldigt fern, weil Fastnacht in ihren Augen ein katholisches Fest ist - obwohl es während der Feier Turn- oder Schwimmunterricht als Alternativangebot gegeben hätte." (Hervorhebung durch den Autor)
Es ging dabei immerhin um eine Prävention gegen Kindesmissbrauch!
Aber daran sieht man, meines Erachtens, auch sehr gut, dass es evangelikalen Christen in der Erziehung wohl weniger darum geht, ihre Kinder zu eigenständigen Persönlichkeiten reifen zu lassen, als vielmehr darum, sie in der, ihrer Meinung nach, Gott gewollten Frömmigkeit zu erziehen. Wo dabei die Freiheit der Entscheidung bleibt, darf sich jeder selbst beantworten.
Nun machte eine neue Entwicklung in den letzten Tagen Schlagzeilen.
Eine Familie aus Baden-Württemberg hat nun in den USA, Bundesstaat Tennessee, politisches Asyl, auf Grund religiöser Verfolgung in Deutschland (!), beantragt und auch gewährt bekommen.
Die Geschichte hat ein drei-jähriges Vorspiel, in dem die Eltern sich vehement weigerten, der Schulpflicht ihre fünf Kinder über drei Jahre lang nachzukommen, zuerst mit der Begründung, die Schulbücher enthielten Formulierungen und Vorstellungen, die nicht mit den Werten der Familie vereinbar seien.
"Ein Schlüsselerlebnis für ihn soll ein Schulbuch gewesen sein, in dem obszöne Ausdrücke für Geschlechtsverkehr stünden". Romeike nennt dies "unchristliches Treiben""
Später gaben sie an, ihre Kinder hätten unter "Klassendruck" und "Gewalt unter Klassenkameraden" zu leiden gehabt.
Gespräche mit dem Schulleiter kamen ebensowenig zu einem Ergebnis, wie der Vorschlag, die Kinder auf andere, konfessionsgebundene, Schulen zu schicken. Es war also nicht so, als hätte Familie Romeikes keine Wahlmöglichkeit offengestanden. Selbst eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht brachte für die Eltern nicht das erwünschte Urteil.
Familie Romeikes bestand weiterhin darauf, ihre Kinder zu Hause selbst zu unterrichten. "Homeschooling" nennt man das, und dies ist nun einmal in Deutschland verboten.
Nun darf man sich ernsthaft fragen, warum die betreffende Familie keinen anderen Ausweg fand, als in den USA Asyl, wegen religiöser Verfolgung, man kann es nicht oft genug betonen, zu beantragen.
Immerhin stand es ihnen ja frei, auch in Deutschland eine Schule zu finden, die ihren Ansprüchen an die Erziehung ihrer Kinder genüge getan hätte.
Um diesen Schritt zu verstehen, muss man wissen, dass zum einen gerade die Evangelikale Szene dort über eine riesige Lobby verfügt, zum anderen Homeschooling durchaus als gleichwertige Alternative zum herkömmlichen Schulbesuch betrachtet wird. Dies machte in einem so großen Land und in Hinblick auf die Siedlungsgeschichte auch durchaus einmal Sinn. Ist also im Prinzip ein ebenso archaisches Erbe, wie das Recht eines jeden Amerikaners, eine Waffe tragen zu dürfen.
In anderen Ländern, in der die geringe Bevölkerungsdichte und somit Entfernungen von mehreren hundert Kilometern zur nächsten Schule einen Besuch fast unmöglich machen, ist gegen Hausunterricht im Prinzip nichts zu sagen. (In Australien, findet der Unterricht, zum Beispiel, am Funkgerät statt.)
Das Problem, welches ich sehe, ist allerdings Homeschooling durch die Eltern eben im Zusammenhang mit deren fundamentalistischem Glauben.
Man muss sich dabei vor Augen halten, dass es eben gerade die Evangelikalen sind, die zum Teil wenig Wert auf Toleranz gegenüber anderen Lebensstilen zeigen. Hinzu kommt, dass sie bei Kritik an ihrem Glauben teilweise nicht vor aggressivsten Reaktionen zurückschrecken, wie zum Beispiel gegen die Autoren einer Schülerzeitung, die sich kritisch über die Veranstaltung "Christival" äußerten.
Hierzu ein Mitschnittt des ZAPP-Berichts "Einschüchterung – Evangelikale Christen attackieren Journalisten"
Auch in Bezug auf Homosexualität zeigen sie also gerne ihre Auffassung von "christlichen Werten".
Hierzu noch ein Youtube-Video der kulturzeit, 07.04.09, indem ein ehemals ebenfalls praktizierender Evangelikaler unter anderem berichtet, was er nach seinem Coming out durch seine "Glaubensbrüder" erleiden musste.
Ich stelle mir also die Frage, in wie weit die Freiheit zur ungestörten Religionsausübung mit solch intoleranten und gerade zu menschenverachtenden Auffassungen konform gehen kann?
Wenn ich nun daran denke, dass Menschen, die Intoleranz gegenüber der sexuellen Ausrichtung und des Glaubens anderer Menschen als Gott gewollt ansehen, welche die Wahrung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, wenn sie mit ihrer nicht konform geht, als Ketzerei bezeichnen, die Homosexuelle lieber "bekehrt" oder tot sehen wollen, als einfach zu akzeptieren, dass es auch andere Lebensweisen gibt, als die ihre, nun auch noch jeden Einfluss von Außen von ihren Kindern fernhalten wollen, in dem sie sie zu Hause unterrichten, wird mir, ehrlich gesagt, übel.
Wichtig zu wissen ist dabei, dass eben auf Grund der wörtlich Auslegung der Bibel Evangelikale keineswegs als harmlose Splittergruppe der christlichen Kirchen angesehen werden dürfen! (und man sie auf keinen Fall mit evangelischen Christen verwechseln darf!)
Denn, man kann noch so sehr beteuern, dass "es uns wichtig ist, ihnen eine gesunde Herzens- und Charakterbildung zu vermitteln", in Hinblick auf die sonstigen Auffassungen evangelikaler Christen, bleibt fraglich, ob das "Beste" für die Eltern auch das "Beste" für die Kinder sein dürfte.
"Religion beschränkt sich nicht auf das, was ihre Tempel ausstellen und ihre Riten und Traditionen verkünden, sondern darauf, was sich in den Seelen verbirgt und welche Vorsätze in die Tat umgesetzt werden."
Ich sage nicht, dass nicht auch evangelikale Eltern ihre Kinder lieben und sich nicht entsprechend um sie kümmern.
Kinder bedürfen aber zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit nicht nur elterliche Nähe, wie gerne von Anhängern diverser deutscher Homeschoolig-Initiativen als Argument angeführt wird, sondern eben auch die Auseinandersetzung mit "der Welt da draußen" und ihren vielfältigen Einflüssen.
Und zur elterlichen Sorgfaltspflicht gehört nun einmal nicht nur, sie zu lieben und zu schützen, sondern auch sie dazu zu befähigen, sich in der Welt zu behaupten. Und das, bei allem guten Willen, lernen sie nicht, wenn man sie nicht "aus dem Nest" schubst.
Natürlich müssen sie wissen, dass sie mit allem, was sie berührt, immer ein offenes Ohr bei ihren Eltern finden, dass diese ihnen auch bei Schwierigkeiten zur Seite stehen. Aber das heißt, meiner Meinung nach, nicht, dass man sie vor allem Unheil dort draußen beschützt.
Nur Kinder die beides haben, die Konfrontation mit verschiedensten Menschen, die eben nicht alle dasselbe Weltbild und dieselben Werte haben und ein verständnisvolles Elternhaus, werden später zu Menschen, die ihren Weg gehen.
Klar, das Deutsche Schulsystem ist nicht ohne Fehler und es bedarf, meiner Meinung nach, einer umfassenden Reform. Aber sowas fällt nicht vom Himmel.
Mir würde es ehrlich gesagt schon einmal reichen, wenn Lehrer im Rahmen ihrer Ausbildung ein umfassendes Studium der Erziehungswissenschaften absolvieren müssten. Denn, entgegen anders lautenden Meinungen sind sie nämlich immer noch keine Pädagogen. So wie jeder Kinder in die Welt setzen kann, kann jeder, der auf Lehramt studiert hat, auf Kinder losgelassen werden, ob er nun zu dem Umgang mit diesen befähigt ist, oder nicht.
Man kann seine Kinder eben nicht vor allem bewahren, darf es auch gar nicht, denn auch die selbstverantwortliche Bewältigung von Schwierigkeiten gehört zur Persönlichkeitsbildung. Das einzige, was man als Elternteil tun kann, ist, sie so zu stärken, dass sie eben nicht "untergehen".
Ansonsten gehe ich mit Theodor Adorno konform, der schon vor über 50 Jahren eine Erziehung zur Mündigkeit proklamierte.
Auch dazu hier die Aufnahme eines Gesprächs zwischen Adorno und Helmut Becker (1913-1993) aus dem Jahre 1956.
Das Gespräch ist zwar durch Adornos Duktus etwas anstrengend zu hören, aber es lohnt sich auf jeden Fall, da seine Worte immer noch hochaktuell sind.
Genau diese Erziehung zur Mündigkeit ist es, das unserem Bildungssystem fehlt. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Erwachsene nicht automatisch eine Autorität darstellen und Respekt verdienen, sondern das auch diese sich eben die beiden Attribute durch Worte und Handlungen verdienen müssen. Auch Kindern gegenüber.
Natürlich gehört auch das Vermitteln von Bildung zur elterlichen Pflicht. Die Schule kann zur Zeit nur ein Grundgerüst bieten. So, wie man einer öffentlichen Einrichtung nicht den Erziehungsauftrag allein aufbürden darf, das Vermitteln von Werten, so kann man auch nicht davon ausgehen, dass sie Kindern an reinem Wissen alles vermittelt. Dort sind natürlich auch die Eltern gefragt, das erworbene Wissen zu vertiefen, Wissenslücken zu füllen und auch den Kindern zu vermitteln, das Erlernte auch kritisch zu hinterfragen.
Allerdings müssen Eltern genau dazu auch in der Lage sein und seien wir ehrlich, das sind die wenigsten. Stichwort "Halbbildung", wozu Adorno auch so einiges verfasst hat. (Dazu gehört übrigens auch, das man Quellen immer überprüft und noch einmal verifiziert, besonders im Internet.)
Und gerade dieses Erziehungsziel, die Erziehung zur Mündigkeit, sehe ich im Heimunterricht durch die eigenen Eltern auch nicht gegeben.
Viele Eltern nehmen ohnehin schon zu viel Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder, sei es, dass sie bestimmen, welche weiterführende Schule sie besuchen, welche Ausbildung sie ergreifen oder welche Freunde, Sportart, Bücher, Filme für "sie gut sind".
Ob das nun dadurch besser wird, wenn sie auch noch für die Schulbildung ihres Nachwuchses allein verantwortlich sind, ist zu bezweifelnd, staatlich anerkannte Überprüfungen der Lerninhalte mal dahin gestellt.
Ich will nicht, dass meine Kinder so werden, wie ich. Ich will auch nicht, dass sie meine Meinung unreflektiert übernehmen, nur weil ich ihre Mutter bin. Ich würde mir nicht zutrauen, sie ganz allein, ohne Einfluss von außen, zu mündigen, sich selbst behauptenden Menschen erziehen zu können. Ich hätte, obwohl ich die Dinge immer von allen Seiten beleuchte, eher die Befürchtung, sie in einem abgeschlossenen Realitätskokon zu halten, der, durch fehlende äußere Einflüsse zu einem sich selbst erhaltenden Mikrokosmos würde. Ich selbst wollte so auch nicht leben, weil ich, wie jeder Mensch die Anregung und auch Konfrontation mit meiner Umwelt benötige, um geistig gesund und rege zu blieben.
So sehr ich mich gelegentlich nach einem Haus im Nirgendwo sehne, wo im Umkreis von 200 Km kein weitere Mensch lebte, so weiß ich doch, dass ich dort höchstwahrscheinlich nach spätestens einer Woche durchdrehen würde.
Nun, hielte ich meine Kinder von allen äußeren Einflüssen, ob sie mir nun gefallen oder nicht, fern, so wäre dies auf geistiger Ebenen genau mit einem solchen Haus vergleichbar.
Auch dazu hat Khalil Gibran ein paar sehr wichtige wie richtige Zeilen verfasst:
Von den Kindern
Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch,
aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind,
gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,
wie sie zu sein,
aber versucht nicht,
sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen,
von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen
auf Freude gerichtet sein;
denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt Er auch den Bogen, der fest ist.
Zum Abschluss noch ein besonders extremes Beispiel, sowohl evangelikalen Fanatismus, als auch dafür, was zu großer familiärer Einfluss bei Kindern und Jugendlichen anrichten können. So krass, dass es sogar vielen Amerikanern zu weit geht.
Wohl gemerkt, die Kinder dieser Familie besuchen eine öffentliche Schule. Die Kleineren wissen gar nicht, zu was sie da von ihren Eltern benutzt werden.
Aber keine Angst, bis sie groß sind, ist das Erziehungsziel der Eltern erfolgreich gewesen. Sehr schönes Beispiel für das, was ich weiter oben mit in sich abgeschlossenem Mikrokosmos gemeint habe.
Wie gesagt, ein besonders extremes Beispiel, aber die anderen Evangelikalen in den USA sind nicht wirklich viel besser.
America, home of the brave...
Wer nach diesem Video immer noch der Meinung ist, dass Religionsfreiheit und Toleranz gegenüber Andersgläubigen grenzenlos sein soll, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
Gestern, als ich so auf das Datum schaute, wurde mir plötzlich klar, das ich am Tag davor, am 18., wenn die Dinge anders gelaufen wären, eigentlich Silberne Hochzeit gefeiert hätte.
Nun, gut, hätte ich sowieso nicht, aber das ist ein anderes Thema und gehört auch hier nicht her.
Aber dass ich das Datum völlig übersehen habe, ist für mich eigentlich ein gutes Zeichen, weil es bedeutet, dass ich meinen Mann endlich habe gehen lassen und damit auch mit gewissen alten Geschichten abgeschlossen habe.
Mittlerweile kann ich manchmal noch wehmütig an den Mann denken, den ich damals geheiratet habe, ohne an den Mann denken zu müssen, der gestorben ist.
An den kann ich mittlerweile auch zurückdenken, ohne Wut, ohne Widerwillen, ohne darüber nach zu grübeln, ob ich die Entwicklung vorhersehen und irgendetwas hätte tun können, um das Endergebnis zu ändern.
Aber das ist Unsinn.
Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, und selbst wenn, kann man sich nicht die Verantwortung für das Leben eines anderen Menschen komplett auf die eigenen Schultern laden.
Es ist gut, wie es heute ist.
Für ihn, für mich, für alle Beteiligten.
Heute wäre mein Mann 48 Jahre alt geworden.
Danke, für die wirklich schönen Erinnerungen und unsere beiden Kinder!
Ich hoffe, wo immer du jetzt bist, geht es dir besser!
Jeder, der Kinder hat, kennt die "Warum-Phase" bei seinem Nachwuchs.
Da wird dann alles hinterfragt, warum der Löffel Löffel heißt, warum man nachts schlafen muss, warum man was auch immer gerade tun muss, wieso man atmet, sieht, fühlt, denkt, wieso man überhaupt lebt.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass einem als Elternteil dabei manchmal nicht nur die Antworten und der Atem ausgehen, sondern auch die Geduld. Auch, wenn ich mir immer die größte Mühe gegeben habe, die Fragen meiner Kinder nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten, rutschte mir dann auch bisweilen irgendwann ein "Weil das so ist!" heraus.
Ja, auch jemandem, der ohne Punkt und Komma reden kann, wie mir, geht irgendwann der Wortschatz aus. Bringt aber auch nicht viel, wenn denn auf den wirklich dummen Spruch dann ein erneutes "Warum?" folgt. (spätestens da zieht man dann als Mutter ernsthaft in Erwägung, weiteren potenziellen Nachkommen schon mal rein profilaktisch das Sprechen gar nicht erst bei zu bringen....)
Auch meine Eltern haben sich mit einer Engelsgeduld immer die Mühe gemacht, meine Frage zu beantworten. Was sie selbst nicht wußten, haben sie zusammen mit mir in Büchern nachgelesen. Der Griff zum Knaur gehörte bei uns zum täglichen Ritus und als ich dann endlich selbst lesen konnte, bekam ich mein erstes mehrbändiges Lexikon (und meine Eltern hatten wahrscheinlich die Tränen der Erleichterung in den Augen.) Später folgten dann diverse Fachbücher über die Wissensgebiete, die mich jeweils in dem Augenblick gerade am meisten beschäftigten.
Nicht, dass sie mich damit ruhig gestellt hätten, aber die Diskussionen, vorwiegend beim Abendessen oder abends beim Fernsehen, wurden wesentlich interessanter. Manchmal entbrannten hitzige Debatten darüber, wer denn nun Recht habe, dann sprang man auf und rannte los und holte Stapelweise Bücher zu dem Zweck, die These des anderen zu widerlegen oder schneller als der andere auf die Antwort zu stoßen.
Natürlich fand ich es als Kind dann natürlich als triumpfalen Sieg, wenn sich herausstellte, dass sich zum Beispiel mein Vater mit seiner Erklärung auf dem Holzweg befand. Allerdings war das dann auch immer ein kolektiver Sieg, weil wir uns gemeinsam freuten, dass wir die Lösung der augenblicklichen Frage gefunden hatten.
Einige Dinge habe ich so gelernt:
Wenn man etwas nicht weiß, fragt man nach. Unwissenheit ist keine Schande, nur das "Nicht-wissen-wollen", weil man sich damit selbst beschränkt.
Man kann nicht alles wissen, aber man sollte wissen, wo man sich schlau machen kann.
Auch Autoritäten, wie Eltern bzw. Erwachsene, aber auch Vorgesetzte, sind nicht allwissend.
Respekt verdienen nicht die, die sich auf ihrem Status ausruhen, nach dem Motto "Ich habe Recht, weil ich der Ältere (Schönere, Klügere, etc.) bin.", sondern jene, die ihre Unkenntnis oder ihren Irrtum einräumen und die Größe beweisen, dies zuzugeben und bereit sind, dazu zu lernen.
Man lernt nie aus.
Einen Nachteil hatte diese Art der Erziehung dann schon:
Ich bin nie der "Warum-Phase" entwachsen. Noch heute will ich immer noch den Kern einer Sache auf den Grund gehen, wissen wieso etwas so ist, wie es ist und dem Ursprung und gewissen Zusammenhängen auf die Spur kommen und noch heute brauche ich bloß ein Stichwort, um fast manisch in Büchern oder, dem Internet (wie gut, dass es das heutzutage gibt, erspart mir manch schlaflose Nacht, bis ich, wie in meiner Jugend, endlich in die Bücherei komme um da dann ganze Regalreihen auszuleihen!) nach der Antworten auf plötzlich auftauchende Fragen zu recherchieren. Das kann im besten Fall einige Minuten dauern, im schlimmsten Fall aber auch Stunden, Tage und Wochen. Und sie (moi) wardt nie mehr gesehen....
Und dazu kommt noch etwas.
Ich kann es einfach nicht sein lassen, ständig Motivationen von Personen zu hinterfragen. Welche Ziele verfolgt er, was will er erreichen, warum tut er genau das, was er gerade macht. Nicht das ich deshalb übertrieben misstrauisch oder gar paranoid gegenüber meinen Mitmenschhen wäre. Nur, bisweilen fallen mir dabei Dinge auf, oder, besser gesagt, es werden gewisse Schlüsselreize aktiviert, die weitere Fragen aufwerfen und mich nachdenklich werden lassen.
(Darum sind mir wohl gerade die Gradlinigen am liebsten, die sagen was sie denken, auch, wenn es weh tut. Damit kann ich umgehen, wesentlich besser, als wenn mich das Gefühl beschleicht, dass da irgendeine Absicht, ein Ziel, verfolgt wird. Böse Falle! Während ich mich nämlich dann zurücknehme und quasi auf höfliches Stand by schalte, macht sich die "Rote Bestie" in mir dann schon einmal zum Sprung bereit. Manch einer, der mich zu manipulieren versuchte oder hinters Licht führen wollte, durfte mit "ihr" schon Bekanntschaft machen. *fg*)
Blöd auch, dass ich diese Einstellung auch an meine Kinder weitergegeben habe. Nicht dass ich mich nicht freue, dass sie immer wieder auf's neue nach Wissen und Erkenntnis streben, aber leider gehört dazu ja auch, alles zu hinterfragen, jedwede Aussagen meiner Person, bedauerlicherweise, eingeschlossen.
Das ist nervig und anstrengend, aber irgendwie für mich auch ein gutes Gefühl.
Wenn sie schon mich, die sie kennen und der sie vertrauen, immer wieder auf den Prüfstein bringen, dann werden sie auch nicht irgendwelchen Bauernfängern, Meinungsmachern und Populisten auf den Leim gehen.
Aus dem Blickwinkel betrachtet, verzichte ich dann natürlich gern auf meinen Gott-Status bei meinen Blagen...
So langsam frage ich mich, ob diejenigen unter den Anhängern der internationalen Weltverschwörung nicht doch wenigsten ein wenig Recht haben, welche die Meinung vertreten, es gäbe organisierte Bestrebungen, die Menschheit in einen Haufen medienabhägiger, konsumgeiler Idioten zu verwandeln. Was natürlich Quatsch ist! Die Gesellschaft schafft sich ihre Probleme selbst, aber das soll jetzt nicht das Thema sein.
Oder vielleicht doch...
Ich habe mich diese Woche fürchterlich geärgert, und es gärt immer noch ein wenig.
Am Donnerstag war der Wandertag meines Sohnes.
Nun sind die Zeiten ja vorbei, als der Name noch Programm war, also gewandert wird schon lange nicht mehr.
Soweit ich mich erinnern kann, hörte das bei mir, in meiner Schulzeit schon langsam auf. Allerdings wurden wir immerhin an besagtem Wandertag in einen Bus getrieben und zu Sehenswürdigkeiten und Freizeitparks in der näheren Umgebung gekarrt. So besuchten wir das Freilicht-Museum in Kommern, den Kölner Zoo oder den Natur- und Tierpark in Brüggen. Auch Phantasialand in Brühl (als es noch nicht so DisneyWorld mäßig aufgerüstet war) stand einmal auf dem Programm.
Bewaffnet waren wir mit allerlei Proviant von Butterbroten, Bockwürstchen, über gekochte Eier bis hin zu Tee und Saft oder den obligatorischen Caprisonne. Damit will ich sagen, dass z.B. ein Besuch in der Systemgastronomie nicht auf dem Programm stand.
Okay, die Zeiten haben sich geändert, ist ja kein Thema. Auch waren solche Ausflüge nicht immer die reinste Freude, in Kommern beispielsweise hat es immer wieder geregnet, sodass man sich zum Essen nicht mal auf eine Bank setzen konnte, sondern unter Bäumen gequetscht, in nassen Regenzeug im Stehen essen musste und alle froh waren, als man endlich wieder im Bus Richtung Heimat saß.
Trotzdem war es schön.
Schon bei meiner Tochter sahen die Wandertage etwas anders aus, allerdings waren sie immerhin im Archäologischen Park in Xanten und in verschiedenen Museen, Sport- und Freizeitparks, haben mal eine Radtour unternommen oder haben gegrillt. Ich denke, das lag auch sehr an der Einstellung des Klassenlehrers.
Allerdings habe ich mich am Mittwoch tierisch über das Programm des am Donnerstag anberaumten Wandertages meines Sohnes geärgert.
Vorgesehen war ein Besuch des Sea Life in Oberhausen. Soweit so gut, finde ich eine klasse Idee. Als er eben an diesem Mittwoch erzählte, dass die Klasse wohl erst so gegen 18:00 Uhr wieder nach Hause käme, dachte ich auch noch, es ginge darum, nicht so hetzen zu müssen und sich alles in Ruhe ansehen zu können. Immerhin war die Klasse mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und konnte nicht ganz verstehen, warum der Herr Krähensohn darüber so stinksauer war.
Er erklärte mir dann, dass vor und nach dem Besuch im Sea Life noch jeweils zwei Stunden zum Shopping im beim nahegelegenen CentrO, laut Eigenwerbung "Europas größtes Shopping- und Freizeitzentrum", vorgesehen seien. Das ist nichts anderes, als ein Mega-Einkaufszentrum und Konsumtempel...oder, wie Sohnemann trocken bemerkte, auch nichts anderes wie unser RathausCenter, nur größer.
Warum er persönlich so sauer war, liegt daran, dass er nur das Wort "Shopping" hören muss, um für sich zu entscheiden, dass er lieber freihwillig zu Hause bleibt und auf den Hund aufpasst, wenn wir zu diesem Zweck nach Düsseldorf oder Köln fahren wollen, weil es in unserem Ort außer Lebensmittel, zig Billigklamottenläden und 1-Euro-Shops nicht vernünftiges gibt und sich mal wieder eine Liste mit notwendigen Erwerbungen angesammelt hat.
Da haben wir mittlerweile unsere feste Tour über Elektronik- und Computer-Fachgeschäfte, unserem Gothik-Shop, dem Headshop, diversen Buchgeschäften und...*stöhn*...Pimki, H&M und Co. für die Dame, die nie nichts anzuziehen hat. Mittlerweile ist es ja auch schon so, dass man, wenn man nicht auf den Mainstream-Plastik-Schuhersatz vom Deichmann steht, wegen einem blöden Paar Schuhe in die City fahren muss...
Und da komme ich dann dazu, warum ich so sauer war.
Shopping ist manchmal ein Muss, meist total lästig und etwas, was ich so lange es geht hinauszögere und so schnell wie möglich hinter mich bringen möchte. Ich räume natürlich ein, dass dies meine persönliche Auffassung ist und ich nicht verlange, dass dies jeder so sieht.
Allerdings, und das ist der Punkt, Shopping ist keine Freizeitgestaltung!
Darunter verstehe ich Sport, Kino, irgendein Hobby oder eine Aktivität, wie Modelbau, LARP, Nähen, Häkel, Stricken, Wandern, Blumen pflücken, weiß der Geier, aber ganz bestimmt nicht einkaufen...
Ich hätte ja bestimmt nichts dagegen gehabt, wenn gesagt worden wäre, wer Lust hat, kann ja noch 'ne Stunde ins CentrO. Ist ja kein Thema. Als wir in das Alter kamen, wo die Lehrer uns auch mal unbeaufsichtigt herumlaufen lassen konnten, haben wir auch schon mal bei solchen Ausflügen eine Innenstadt unsicher gemacht, haben uns 'ne Pommes geholt oder waren mal in einem Kaufhaus. Aber das meist, weil eben noch Zeit war, bis wir wieder Heim fuhren und spontan.
Aber als fester Bestandteil des "Wandertages"? Und als quasi Pflichtveranstaltung, weil, wie mein Sohn schon angekündigt hatte, hatte er sich ein Buch mitgenommen und sich lesend auf einer Bank niedergelassen, während der Rest dem Konsum fröhnte, woraufhin er ständig von Lehrern angesprochen wurde, er solle sich doch an der Gruppenaktivität beteiligen. Bitte?
Das ist der Junge, den ich nur unter Androhung von Gewalt dazu bekomme, mal mitzugehen, wenn er Hosen oder Schuhe braucht, die er ja nun gezwungener Maßen anprobieren muss...
Aber, dass da im Rahmen einer schulischen Veranstaltung den Kids vermittelt wird, Shopping wäre adäquate Freizeitgestaltung und Gruppenaktivität, kotz mich so richtig an.
Was sind denn das für Werte?
Spass hat nur derjenige, der Geld ausgibt?
Und dies, wo die meisten Jugendlichen eben schon so konditioniert sind, dass sie eben mit ihrer Freizeit kaum noch etwas anderes anzufangen wissen. Die Kreuz unglücklich sind, wenn sie nicht das neueste Handy, nicht den geilsten High-End-Rechner, nicht die trendigsten Klamotten ihr eigen nennnen dürfen. Die sich langweilen, wenn sie kein Geld ausgeben können.
Wo Azubis teilweise schon über eigenen Schufaeintragungen verfügen, weil sie mit ihrer Kohle vorne und hinten nicht klar kommen und wenn das Konto leer ist, fröhlich auf Kredit weiter ihre Freizeit gestalten.
Die Entwicklung in Bezug auf den Wandertag war allerdings abzusehen:
Schon zum letzten Wandertag musste es unbedingst ein total spaßiges und somit auch total überteuertes Super-Spaßbad irgendwo weit weg sein, wo wir hier doch ein "Spassbad" haben, in dem die Kids für das gleiche Geld, für das man in besagtem Event-Bad gerade mal zwei Stunden verbringen konnte, tagelang hätten bleiben können.
Davor eine Mega-Spass- und Activity-Halle mit allerlei Attraktionen (zum Beispiel Spielkonsolen!) gegen teuren Eintritt, anstatt ganz normal in den Sport- und Freizeitpark in der Nachbarschaft zu fahren, wo es, umsonst, Sport- und Spielplätze unter freiem Himmel gibt und sogar die Möglichkeit zu grillen.
Aber, nee, Freizeit und Spaß haben wird immer mehr zu etwas, was
passiv erlebt wird
mindestens einen Vorturner, sprich Animateur, benötigt
irgendwie Hip und cool sein muss
auf jeden Fall Geld kosten muss, weil was nichts kostet, ist auch nicht und jede teurer, desto lustiger
Was auf der Strecke bleibt, sind
Phantasie und Kreativität
Eigeninitiatve
die Erfahrung, dass auch einfach Dinge total viel Spaß machen können
die Einsicht, dass Spaß nichts mit Konsum zu tun hat
Und, nicht zuletzt, benachteiligt eine solche Einstellung, in besonderem Maße, wenn sie durch die Schule gefördert wird, diejenigen, die eh schon kaum Geld für's Leben haben, Kinder von HartzIV-Empfänger und Geringverdienern.
Ich denke, für die dürften schon die dreißig, vierzig Euro für den eigentlich Ausflug teilweise ziemlich schmerzhaft auf das Familienbudge schlagen, aber dafür gibt es ja Zuschüsse und Schulfonds. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass die auch für irgendwelche Konsumräusche aufkommen.
Mal ganz davon abgesehen, und das regt mich immer noch auf, dass es auch nicht besonders pädagogisch sein dürfte, wenn man seinem Nachwuchs mal so eben nebenher Kohle für den "Shopping-Event" in die Hand drückt.
Meiner kriegt Taschengeld, damit kann er tun und lassen, was er will und wenn er pleite ist, hat er Pech gehabt. Dann muss er auf die nächste Zahlung warten. Naja, wenn irgendwas besonderes ist, wie Trödelmarkt oder so, dann kriegt er schon was extra. Was besonders Spass macht, weil er es eben nicht als gegeben voraussetzt und auch nicht auf die Idee käme, mit offener Hand zu verlangen "Ey, Alte, gib' mal Kohle!"
Ich bin wirklich mal gespannt, was nächstes Jahr bezüglich "Wandertag" auf dem Programm stehen wird....CentrO lässt sich schwer toppen.
Vielleicht mal ein Besuch beim Schuldnerberater.
Das fände ich total trendig und innovativ.
Es begab sich am späten Abend des 9. Septembers....
Ich sag dazu mal nichts...
...eigentlich war nicht beabsichtig, mit der "Produktion" in Serie zu gehen.
Aber passiert ist passiert und den Kleinen und der Mama geht es hervorragend.
Ich krieg' bloß das Grausen, wenn ich daran denke, dass die in nicht allzu ferner Zukunft hier auch noch die Bude rocken. Jedenfalls bis wir sie so mit acht bis zwölf Wochen an ihre zukünftigen Sklaven abgeben werden.
Was lehrt uns die Geschichte:
Kastrierte Kater können noch bis zu acht Wochen nach der Kastration zeugungsfähig sein!
Hätte man wissen können. Allerdings sind wir nicht darauf gekommen, nach sowas zu fragen und unser Tierarzt kam auch nicht auf die Idee, das Thema anzusprechen.
Wenn eine Katze dick wird, kann es an Faulheit, Ernährungsumstellung und zu viel Fressen liegen...muss es aber nicht!
Auch wenn "es" eigentlich unmöglich ist!
Um es vorweg zu nehmen, es besteht zwischen dem verunglückten Flashmob und Schulbeginn und Schweinegrippe keinerlei Verbindung, es sind lediglich die beiden Themen, die ich hier nacheinander abhandeln möchte.
Ich habe mich nur gerade massivst weggeworfen:
Wer es noch nicht wusste oder es nie wissen wollte, gestern jährte sich mal wieder der Todestag des Führer-Stellvertreters Rudolf Heß, dem Märtyrer der Neo-Nazi-Szene , die diesen Anlass auf Grund ihrer Vorliebe für Opferhaltung immer gerne zu Gedenkmärschen nutzte. Das ging sogar soweit, dass Udo Voigt ihn mal während einer Kundgebung für den Friedensnobelpreis vorschlug. Starkes Stück, wie ich finde.
Dieses Jahr sollte es mal etwas neues, innovatives und nicht so vorhersehbares sein, wohl auch, weil diese Gedenkmärsche im Regelfall frühzeitig verboten werden. Also rief man zu sogenannten Flashmobs an unterschiedlichsten Orten auf.
Das hatte aber wohl nicht den erhofften, durchschlagenden Erfolg, wie man dem, zugegeben, nicht ganz unvoreingenommenen Artikel auf NPD-Blog.Info entnehmen kann.
Mein persönliches Waterloo war folgender Satz:
"Auch in der österreichischen Hauptstadt Wien sollte am Westbahnhof ein “Hessmob” auftreten, doch angesichts der bereits anwesenden Menschenmenge verlegten die fünf eintreffenden Neonazis stattdessen ihren Aufenthalt in eine nahe gelegene Gaststätte."
Sorry, aber das ist so drollig, ich kann einfach nicht anders, ich lach' immer noch Tränen. Bezeichnend finde ich aber bei dem Gesamtresümee der Hessmob-Aktion, dass sie anscheinend zwar die Flexibilität und Koordinationsfähigkeit der braunen Flasher überforderte, nicht aber die der Gegendemonstranten.
Mag auch daran gelegen haben, dass solche Flashmobs eben auch, im Gegensatz zu angemeldeten Demonstrationen zwar nicht im Vorfeld verboten werden können, dafür aber auch auf Polizeischutz verzichten müssen.
Apropos Schutz: Am Montag hat bei uns in NRW ja die Schule wieder begonnen, mit all den alljährlichen wiederkehrenden Formalitäten und nervigen Kleinigkeiten, die zu Beginn des Schuljahres erledigt werden müssen. Wie jedes Jahr, durfte ich auch dieses Jahr wieder mit meiner Unterschrift bestätigen, dass mein Sohn in der Mittagspause den Schulhof verlassen darf, wie jedes Jahr, so auch dieses Jahr durfte ich the one and only Hausaufgabenheft, dass die Schüler dieser Schule ausschließlich benutzen dürfen, bezahlen, zusätzlich natürlich zu dem Anteil an Schulbüchern und dem anderen Material, welches wir ja vorher schon bestellen bzw. besorgen mussten, wie jedes Jahr, so auch dieses Jahr musste ich als Erziehungsberechtigter die Schulordnung und -Ethik (sind da zweierlei) mit unterschreiben, sowie darüber entscheiden, ob ich die Persönlichkeitsrechte meines Sohnes an gegebenenfalls von ihm gemachten Bildmaterial abtrete oder nicht (er hatte netter weise schon mal "nicht einverstanden" angekreuzt) und bla und sülz...
Mal ehrlich, bei all den Blättern, die ich heute und gestern unterschreiben musste, könnte ich eine Lebensversicherung abgeschlossen oder ein Auto geleast haben, ohne es zu merken.
Besonders freue ich mich schon wieder auf die Sonderwünsche der einzelnen Lehrer. Da muss es dann unbedingt dieses eine bestimmte Wörterbuch sein, oder dieser eine bestimmte Taschenrechner oder für den Unterricht wird noch dringend dieses eine, total wichtige, Fachbuch benötigt. Ich habe manchmal das Gefühl, die Lehrer haben Werbeverträge bei den verschiedenen Firmen...
Witzig ist jedoch diese Jahr, dass das Thema Hygiene ganz groß aufgelegt wird. Erst gab' es erste Einweihungen in die Thematik, "Wie niese ich richtig?" (bloß nicht in die Hand!) und "Wie oft und auf welche Weise wasche ich mir korrekt die Hände?" (am besten ständig!) im Klassenverband und dann nochmals in der Mensa als "Schuluraufführung". Auch war irgendwo in dem Papierstapel, den ich abzeichnen sollte, noch ein Schrieb, in dem ich mich verpflichtete, glaube ich jedenfalls, mein Kind nie nicht mit Fieber, Husten oder sonstigen unklaren Krankheitsbildern zur Schule zu lassen. Immerhin wusste mein Sohn zu vermelden, dass dieses Jahr das erste Mal seit er die Schule besucht, so komische weiße Steine auf den Waschbecken der Klassenzimmer zu finden waren. Die Schule hat sich in Unkosten gestürzt und 'ne Runde Seife für alle spendiert. Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist...
Mit anderen Worten, die SCHWEINEGRIPPE hat uns eingeholt, oder vielmehr die Panik vor derselben. Dabei wähnten wir uns bisher auf so einer ruhigen Insel der Rationalität.
Während andere über Zwangsimpfungen, Schutzimpfungen generell und den existentiellen Fragen "Wird der Impfstoff auch für alle reichen?", "Muss ich dass selber zahlen, oder übernimmt das die Krankenkasse?" und "Wird sie deshalb die Beiträge erhöhen?", nachdachten (nebenbei, ich verpasse regelmäßig jedes Jahr schon die aktuelle Grippeimpfung und das schon seit Jahrzehnten, und habe bis auf die üblichen Infekte immer auch so überlebt...), war bei uns die Devise: Keine Panik auf der Titanic... Es gibt zwar Gerüchte, dass es hier bei uns in der Stadt zwei Fälle gegeben haben soll, aber erstaunlicherweise, steht davon nix in den regionalen Gazetten, noch kennt irgendwer, den wir kennen, irgend wen, der einen kennt, der auch nur eine Grippe hatte, hat oder vor hat, eine zu kriegen. Und so groß ist unsere Stadt ja nun nicht...
Aber die Schule macht auf Panik. Wobei ich mich vor ein paar Tagen noch sehr ausführlich darüber unterhalten habe, wie sich Panik auf das Immunsystem auswirkt, davon, das man damit hysterischer-hypochondrische Schübe herbei reden könnte, mal ganz zu schweigen.
Was mich jedoch etwas beunruhigt, ist die Tatsache, dass die heute in der Berufsschule bei meiner Tochter den gleichen Terz veranstaltet haben. Immerhin sind das durchwegs Bäcker und Bäckerei-Fachverkäufer, die jeden Tag mit Lebensmitteln hantieren und auch, wenn mich gewisse Interna über die Gepflogenheiten in Backstuben und Ladenlokalen einiger Bäckereien, doch fast dazu veranlassen, nur noch dort mein Brot zu holen, wo es nicht mit der nackten Hand angepackt wird, finde ich es schon beunruhigend, wenn man da den Leuten noch die elementarsten Hygieneregeln erklären muss.
Ich wollte mich nur einmal kurz melden. Zur Zeit komme ich nicht dazu hier großartig zu schreiben, und das hat einen Grund. Aufmerksame Leser werden wissen, dass es sogar ganze zwei Gründe sind.
Die Babies sind mittlerweile fünf Wochen alt, und auch, wenn wir ein Kinderparadies, sprich Welpenauslauf, unser eigen nennen, um die Welt vor den kleinen Chaoten wenigsten ab und zu zu schützen, ist der schon länger nicht mehr in der Lage, ihren Entdeckereifer zu bremsen.
Also Flöhe hüten stelle ich mir einfacher vor.
Hier also ein Foto-Update...
Una und Freya in Action. Geschwister sind ja so klasse zum Raufen!
Seltene Augenblicke der Ruhe
Kötti (Una) war wohl mal Pharao
Nein, er ist nicht tot, der schläft wirklich so tief. Hier bietet sich dann einiges an Dekorationmaterial an (Bierdosen oder Party-Hütchen waren gerade nicht greifbar)
Bei Mama ist es aber immer noch am schönsten...
...besonders wenn man sie erlegt hat. Oben auf Freya
Sie ist übrigens vom Wesen her die empirische Forscherin mit dem Klemmbrett, die gerne Feldstudien anhand der Beobachtungen betreibt, die sich ihr bei ihrem Bruder, der lieber Kopf voran ins Unbekannte rennt, bieten. So war er es, der als erstes aus dem Kinderparadies geklettert ist, Katzenfutter probiert hat und das Katzenklo benutzte, während sie da saß, beobachtete, Daten sammelte und dann, wenn es ihrem Bruder auch noch nach einer gewissen Zeit gut ging, nachzog.
Sie findet übrigens auch ihren Vater faszinierend, im Gegensatz zu Una (Kötti) der ihm gegenüber einen auf dicke Hose macht. Und wir dachten, wir müssten uns Sorgen um die Kleinen machen. Dabei müssen wir uns eher um den Vater sorgen. Armer Kerl.
Achja, damit ich keine Schwierigkeiten mit den Eltern bekomme, falls sie bei ihren nächtlichen Internetrecherchen auf meinen Blog stoßen, noch ein ein Foto von den beiden:
Auf die vergangenen Tage hätte ich gut und gerne verzichten können. Seit Anfang dieser Woche bin ich erstens dauermüde und leide zweitens unter Appetitlosigkeit. Allein bei der Gedanken an Essen führt bei mir zur Zeit zu einem Bäh-Gefühl. Und das mir! Da ich allerdings die Vermutung habe, dass die Müdigkeit und damit verbundenem Leistungsabfall mit der ständigen Unterzuckerung zusammenhängt, halte ich mich zur Zeit mit Eis und Süßigkeiten über Wasser. Hift zwar nicht, aber ich in da hart gegen mich selbst.
Dazu kommt, dass ich mir, als ich am Mittwoch etwas spät dran war, und deshalb die Treppe runter im Fluge nahm, den linken Knöchel verknackst habe. Super, das rechte Knie, das mit ohne VKB macht mir schon seit der vorhergehenden Woche Probleme. Also humpelte ich dann lustig auf zwei Seiten durch die Gegend und sah dabei wohl ein winziges bisschen wie Jack Sparrow aus. Klasse!
Mittlerweile ist der Schmerz vom Knöchel nach oben gewandert und beschränkt sich darauf, mir ab und an wie ein Elektroschock in den linken Gesäßmuskel zu fahren. Sehr nett. Jetzt seh ich zwar nicht mehr aus, wie ein Seemann auf Landgang, dafür zuck' ich zwischendurch wegen des Schmerzes zusammen und fluche dann lautstark, was unbeteiligte Zuschauer ein wenig an das Tourette-Syndrom erinnern dürfte.
Hinzu kommt, das ich ein paar Artikel zu Themen verfassen soll, zu denen mir absolut nichts sinnvolles einfällt, wohingegen mir zu interessanten Themen im Moment die passenden Formulierungen fehlen. Ahhh, ich hasse das!
Naja, also kann die nächste Woche eigentlich nur besser werden.
Etwas erfreuliches habe ich allerdings doch zu berichten, was besonders diejenigen interessieren dürfte, die auf Grund des Beitrages "Once upon a midnight dreary…": Ich hätte da etwas auf dem Herzen... ihre Energien und gute Wünsche meiner Tochter anlässlich ihre theoretischen gesendet haben: Gerade kam sie mit dem Ergebnis für ihre Zwischenprüfung, also theoretischer und praktischer Prüfung, nach Hause. Notendurchschnitt 2,1! *g*
Nachdem sich mir seit letzter Woche das Gefühl bemächtigte, nicht unsere Thea hätte Nachwuchs bekommen, sondern ich, allerdings ohne diesen, Mütter werden sich daran erinnern, riesen Endorphin-Rausch, der in den ersten Wochen nach der Geburt eben dazu führt, dass man auch noch super funktioniert, wenn man eigentlich schon vor Müdigkeit und Erschöpfung auf dem Zahnfleisch gehen müsste, wurde ich heute morgen dafür absolut entschädigt.
Als ich gerade eben aufstand, meinte meine Tochter, ich solle Freya, dem kleinen Mädchen, dass noch am Donnerstag hinterher kam, mal ins Gesicht sehen. Dabei traf mich ein total bezaubernder Blick aus zwei winzigen Saphiren. Meine Güte, was für ein Blick! Wirklich einer femme fatale würdig! Bei Kötti tut sich noch nichts, aber für seine Lieblingsbeschäftigungen, Essen, Essen und Schlafen, ist das Sehen ja auch zweitrangig.
links: Una, genannte Kötti, rechts: Freya, das Elfchen
Sowieso geht es den beiden Welpen super gut. Beide sind, wie die Mama selbst, putzmunter und gedeihen prächtig. Der große, Una Finnson, genannt Kötti ( von Köttbulla) hat mittlerweile sein Geburtsgewicht mehr als verdreifacht (!), stemmt sich schon, noch ein wenig vor Anstrengung zitternd, mit den Beinchen hoch und reckt dabei den Kopf in die Höhe und hing schon einmal auf dem Rand der Wurfkiste... Seine Schwester Freya Finnsdottir ( an dem Namen bin ich völlig unschuldig! Blöde demokratische Abstimmung!) hat, wie es sich gehört, auch ihr Gewicht verdoppelt.
Mittlerweile stört es mich auch gar nicht mehr, dass die Wurfkiste auf meiner Couch steht, weil unsere Madam diese für die Geburt unseres "Brummers" dem liebevoll hergerichteten und an einem ruhigen Ort platzierten Wochenbett vorzog und ich mich dadurch eben nicht mehr bei einem gemütlichen DVD-Abend oder den seltenen Gelegenheiten, wenn ich doch mal einer meiner Lieblingsserien ansehe, mit meiner Wolldecke dort ausbreiten kann um dann seelig wegzupennen. (Ich habe das letzte Woche einmal versucht, indem ich die kleine Familie nebst Domizil auf den Katzensessel verfrachtete. Mit dem Ergebnis, dass, als ich wieder wach wurde, einen total entnervten Sohn vorfand, der die Kleinen nämlich x-mal wieder von meinen Füßen zurück in die Wurfkiste legen musste, weil die Katze sie andauernd wieder auf die Couch schleppte!)
Langsam kann man auch in der Familie wieder über andere Themen, als "Babies" und "Kätzchen" reden, auch wenn es immer noch enorm hilft, die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners zu erregen, wenn man seine Sätze mit eben jenen Worten beginnt, egal worum es eigentlich geht.
Auch unsere Gumminase, neben meinem Sohn, der sich bisher jedesmal in seiner Mittagspause telefonisch nach dem Wohlbefinden der Kleinen erkundigt, die Supernanny in der Familie, verlässt mittlerweile wieder ohne Androhung von restriktiven Maßnahmen das Haus.
Kira wollte nämlich die Kleinen gar nicht mehr alleine lassen, nachdem ich Montag morgen höchstens 20 Minuten mit ihr draußen war, wieder hochkam, Dielentür und Zimmertür der Kinder offen und nur noch Freya in der Wurfkiste vorfand (Thea ist die Katze, die jede Tür aufbekommt, auch diejenigen, an denen man die Klinken hochgestellt oder gar gänzlich entfernt hat. Bei letzteren hebelt sie eben unten an der Tür so lange herum, bis sie oben aus dem Schloss klacken - kein Scheiss, fünf Kilo Katze hebeln eine Tür aus dem Schloss, die ich kaum heben kann! )
Okay, erst mal Katze gefragt (ja, ich rede mit meinen Tieren!), aber die guckte mich nur undurchsichtig an. Also Taschenlampe geschnappt und erst einmal ihre Lieblingsplätze im Kinderzimmer abgesucht...nix...Panik kam auf. Thea ist zwar eine super Mutter, aber irgendwie auch etwas schusselig...was, wenn sie ihren Nachwuchs verlegt hatte? Außerdem residiert im vorderen Drittel der Wohnung zur Zeit auch der Papa der Kleinen, weil er immer noch nicht besonders viel mit seinem Nachwuchs anfangen kann (auch wenn er gerne guckt, solange sie sich ihm nicht nähern) und deshalb eher lieber nicht mit ihnen ohne Aufsicht zusammen kommen sollte (Finn ist immerhin die Ursache, warum ich meine Kaninchenfelle wegräumen durfte! Diese wecken nämlich den Panther in ihm, was sich darin äußert, dass er sie knurrend und geifernd zerfetzte! Gleiches gilt auch für Köttbullar (denen zum Essen) und Fischstäbchen!) Als Thea mir dann mit Freya entgegen kam, die erst einmal wieder in die Wurfkiste gepackt und überlegt, derweil meine Kira langsam die Krise kriegte.
Als dann Madam wieder die Kleine schnappte, schlich ich mich hinterher um so vielleicht so den Aufenthaltsort von Kötti zu erfahren. Pustekuchen! Thea legte ihre Tochter noch vor der Diele ab und schaute mich leicht indigniert an. Ja, meine Güte, Menschen können eben nicht so elegant und unauffällig pirschen, wie Katzen...pöh! Ich hob also Freya wieder auf und stand mit ihr etwas ratlos in der Essecke. Dann kam mir die Erleuchtung. Also schnell wieder die Taschenlampe geholt, zurück ins Kinderzimmer, die Kleine in die große, weich gepolsterte Wäschekiste gelegt, die eigentlich die Wurfkiste ersetzen sollte, aber "Mama" eben auch nicht gefiel, hingesetzt und gewartet. Hund heulte sich derweil im seinem Körbchen in den Schlaf "Wir finden "Baby" nieee wieder! Buhuhu!" Tolle Hilfe, echt! Sowas schimpft sich Jagdhund! Retriever! Das ich nicht lache...
Naja, so nach einer gefühlten Stunde kam die junge Mama dann auch, guckte was ich denn da so mache, schaute in die Wäschekiste auf ihre Tochter und schätze wohl kurz ihre Chancen ab, sie da, an mir vorbei, heraus holen zu können. Und sie schätze die Chancen genau richtig ein: "Never ever!" Also stand sie da überlegend herum und verschwand dann, oh, Wunder, am Nachttisch vorbei unter dem Bett meiner Tochter. Ich hielt die Luft an, wartete, bis ich das Aufsetzen ihres elfengleichen Körpers auf dem Boden vernahm. Dann schmiss ich in Windeseile das Bettzeug auf den Boden und hob die Matratze an. Da lag' unsere Pummelfee! Und unter ihr, ja, genau, unser Kötti! Unter Absingen schmutziger Lieder angelte ich ihn mir durch das Lattenrost, schnappte mir seine Schwester und zog mittlerweile total gaga, aber glücklich wieder mit meiner "Beute" ins Wohnzimmer, legte sie in die Wurfkiste und sackte in mich zusammen. Mama kam dann etwas verärgert hinter her und bequemte sich dann, ihre Welpen zu putzen und dann zu stillen. Boah, was war ich sauer! Die ganze Aktion hatte gut und gerne zwei Stunden gedauert!
Das beste war, als meine Tochter nach Hause kam und ich ihr von meinem tollen Vormittag erzählte, und sie als erstes vorwurfsvoll meinte: "Du hast mein Bett verwüstet?!" Ne, echt, also wirklich...
Na, jedenfalls hat Thea es aufgegeben tagsüber ihre Babies umzulagern, was ja schon mal ein Anfang ist. Dafür macht sie das nun nachts, was dazu führt, dass ich nun nur noch in diese Art Halbschlaf falle, in dem ich noch hören kann, wenn die Dielentür geöffnet wird. Dann krabbel ich raus aus dem Bett, nehme den jeweiligen Welpen, den Thea ja zum Türöffnen ablegen muss und packe ihn wieder zu seinem Geschwisterchen, nicht ohne zu bemerken, dass man Katzenmuttis auch wunderbar mit einem Tacker in so einer Kiste fixieren könnte. Blöde Kuh!
Und wenn ich wirklich mal nichts höre, dann gibt es ja noch meine Tochter, die sie dann vor ihrer Zimmertüre einsammelt...
Aber auch das hat ja bald ein Ende, denn die Kleinen werden so schnell groß, dass wir uns bestimmt bald an die Zeit zurücksehnen werden, als es noch so einfach war, sie zu hüten...
Die Mama mit den Kleinen
Der Herr Papa und nein, so guckt er nicht, wenn er seine Kinder sieht. Da faucht er höchstens etwas und stupst sie mit der Pfote an. Hier verteidigt er gerade seinen Kumpel gegen meine Tochter. Ist zwar in erster Linie ihr Freund, aber dass ist ja nichts gegen eine wahre Männerfreundschaft!
Normalerweise halte ich mich in meinem Blog an meine Devise, nur rein marginal über das Leben meiner Liebsten zu berichten und ansonsten ihre Privatsphäre zu respektieren. Ins Detail gehe ich eigentlich nur, wenn ich vorher mindestens eine notariell beglaubigte Einverständniserklärung eingeholt habe (abgesehen von eben der normalen elterlichen Peinlichkeitsquote, die man so erfüllen muss, damit man nicht vom Nachwuchs als total desinteressiert abgemahnt wird...).
Jetzt verstoße ich mal gegen meine eigene Regel, aber es ist ein Notfall.
Ich würde gerne diejenigen unter den Lesern meines Blogs, die Magick, Reiki oder Energiearbeit betreiben, bitten, sich am Mittwoch, den 01. April so in der Zeit von acht bis dreizehn Uhr auf die Katzenfürstin in Mettmann zu konzentrieren. Schickt ihr bitte alle guten Energien, die ihr entbehren könnt.
Da hat sie nämlich theoretische Zwischenprüfung im Rahmen ihrer Ausbildung.
Nicht, dass sie den Stoff nicht beherrscht, sie steht in fast allen Fächern eins oder zwei. Das Problem ist mehr die Prüfung selber und ihre Angewohnheit, immer mit dem Schlimmsten zu rechnen. So langsam wird sie nämlich panisch.
Ich geb' mir zwar Mühe, sie zu beruhigen, wie gesagt, es besteht ja auch kein Grund zur Panik, aber was Eltern sagen oder tun ist ja sowieso nicht ernst gemeint, die müssen ja solidarisch sein...blaaa...
Es geht nicht darum, gute Noten durch "unlautere" Mittel herbei zu zaubern, sondern ihr ein wenig bei ihrer Prüfungsangst beizustehen.
Es wäre also total lieb, wenn, wer möchte und kann, ihr an besagtem Tag als Unterstützung Energie in Form von Ruhe, Wärme und Gelassenheit senden könnte.
Natürlich darf ihr auch jeder Nicht-Energie-Arbeiter ganz viele liebe Gedanken senden! Je mehr, desto besser! Sie kann es wirklich gebrauchen.
Ihre Prüfungsnummer ist übrigens 11! Wenn das kein gutes Zeichen ist!
Ich wollte diese Bitte eigentlich erst in unserem Forum posten, aber da guckt meine Tochter, im Gegensatz zu meinem Blog, täglich rein und auch wenn Postingbattle Krähe vs. Kitty bestimmt für die Mitleser einigen Unterhaltungswert haben, kann ich persönlich darauf eigentlich verzichten.