"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


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Freitag, 29. April 2011

Der "Sack Reis" und die Geheimwaffe "AG"

Viele kennen das wohl nur zu gut:
Es gibt Themen, die kommen immer wieder, auch wenn man denkt, sie wären längst ausdiskutiert, durchgesprochen, schlicht überholt oder einfach nur so trivial, dass sich eine Diskussion ohnehin erübrigt. Kurz, sie sind so nützlich und interessant wie der sprichwörtliche  Sack Reis.
Gerade letztere beweisen aber meist eine erhebliche Halbwertszeit, die sogar die von Plutonium oder Uran locker in den Schatten stellt.

Diesem Phänomen begegnet man allerorten, egal ob in der Firma, dem Verein, dem Parteitreffen, einer beliebigen Initiative oder Infoveranstaltung, dem Elternabend in Schule oder Kindergarten, überall da, wo Menschen sich zusammenfinden um gemeinsam etwas zu bereden, zu beschließen oder sonst wie auf die Beine zu stellen.
Selbst eine verbindliche Agenda mit sehr stringent gehaltenen Tagesordnungspunkten bietet hier keine absolute Sicherheit vor besagten Endlos- oder Bumerang-Sachverhalten oder zum Grundsatzproblem aufgebauschten Banalitäten.
Mehr noch, je enger der zeitliche Rahmen oder der Themenkomplex, je dringender das Bedürfnis das Treffen so kurz und knapp wie möglich zu halten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand so einen Alten Hut oder Plattitüde, deren Relevanz gegen null geht, auf den Tisch bringt. Sowohl Mordgier in den Augen, als auch mehr oder eher weniger vorgetäuschte Nervenzusammenbrüche seitens der gebeutelten Mitdiskutianten, werden dabei ebenso  ignoriert, wie Gähnen, Hinweise auf die vorgerückte Stunde oder sonstige Zeichen ostentativ geäußerten Desinteresses.
Frau "Kleinigkeitskrämer" oder Herr "Prinzipienreiter" - es ist nämlich, meiner Erfahrung nach, immer der gleiche Menschentyp - sind gegen solcherlei unterschwellige Botschaften schlicht immun.

Nun könnte man sagen, das einfachste wäre, von vornherein bekannte Triggerthemen sofort im Keim zu ersticken.
Guter Plan!
Funktioniert aber nicht!
Denn dann wird eben eine beliebige, gedankenlos hingeworfene Randbemerkung zu einer Staatsaffäre von geradezu globaler Wichtigkeit hoch stilisiert.

Neben vielen anderen solcher Vorfälle, denen ich im Laufe meines Lebens ausgeliefert war, ist mir "Die Wasserkasten-Affäre" am besten im Gedächtnis haften geblieben. Sie bietet auch ein hervorragendes Beispiel für oben beschriebene (Un-)Themen:

Ich war damals noch "junge" Mutter und als solche eine von eben dem einen unermüdlichen Drittel Elternschaft, welche die Teilnahme an  Elternabenden quasi als Pflicht ansahen. 
Als meine Große so im zweiten Schuljahr war, stand wieder so ein Elternabend an und die Klassenlehrerin wagte zu Beginn zu bemerken, dass der zeitliche Rahmen an diesem Abend sehr eng gesteckt wäre, da der Raum nur zwei Stunden zur Verfügung stünde und wir ja noch das Hauptthema "Erster mehrtägiger Jugendherbergsausflug" durch zusprechen hätten.
Alle nickten. Ja natürlich, also frisch ans Werk und die einzelnen Themenpunkte so schnell und effizient wie möglich abarbeiten.
Kein Problem!
Zuerst lief der Abend auch ganz gut an und wir lagen in der Zeit. Wir waren auch fast durch, als Frau Z., die Lehrerin, so nebenbei fragte, ob es für einen der Anwesenden Elternteile ein Problem darstellte, dass die Kinder aufgrund der großen Hitze - es war ja knapp nach den Sommerferien - ihren Durst am Wasserhahn des Klassenraumes löschten?
Große Stille - die Ruhe vor dem Sturm, wie sich herausstellte - dann allgemeines Abwinken, schließlich haben wir hier eine sehr gute Wasserqualität und es macht ja keinen Unterschied, ob der Nachwuchs nun zu Hause oder in der Schule am Wasserkran hängt.
So wollte sich Frau Z. endlich dem anstehenden Ausflug im Herbst, immerhin Hauptthema des Abends, zuwenden, als Frau und Herr S., ihres Zeichens  hoch ambitionierte Eltern einer "Einzelkind-Prinzessin", gewählte Repräsentanten der Klasse in der Elternpflegschaft, erklärten, in der Klasse von XY in Pusemuckel wäre es üblich den Kindern jeden Woche von den Eltern reihum einen Wasserkasten zu sponsern.
...und das Verhängnis nahm seinen Lauf.
Frau Z. entgleisten die Gesichtszüge, war sie doch schon ein paar Jährchen im Job und wusste wohl nun nur zu gut, was da jetzt käme.
Was soll ich groß erzählen, man diskutierte dann fast eine geschlagene Stunde Wasser-Marken, still, medium oder classic, Vorgehensweise und Rotationsintervalle beim Austausch, Kunststoff- oder Glasflasche, ob es nun besser sei, wenn jedes Kind einen eigenen Becher mitbrächte, oder man auch an Plastikbecher denken müsse, blasülzsabbel.
Ich saß da und dachte ich wäre im falschen Film, derweil Frau Z. immer öfter auf die Uhr schielte.
Als es mir dann zu viel wurde - ich wollte ja mal irgendwann wieder nach Hause, außerdem interessierte mich die Klassenfahrt auch viel mehr, als Geschmacksrichtungen der unterschiedlichen Mineralwassermarken - unterbrach ich die Runde mit dem Vorschlag, bevor man weiter diskutierte, sollten doch einfach einmal alle Anwesenden, die überhaupt Mineralwasser für den Nachwuchs dem Leitungswasser vorzögen, die Hand heben.
Zuerst sahen mich alle entgeistert an. Als sich dann niemand meldete, wandte ich ein, damit wäre die Diskussion ja hinfällig und wir könnten weiter machen. Auch wären wir ja sowieso nicht "beschlussfähig", da ja immerhin zwei Drittel der Eltern durch Abwesenheit glänzten und man so eine Entscheidung, die ja auch für die Abwesenden immerhin von finanzieller und organisatorischer  Tragweite sei, nicht einfach mal über ihren Kopf treffen könnte.
Den giftigen Blick von Frau und Herrn "Wichtig" werde ich im Leben nicht vergessen, genauso wenig wie den dankbaren von Frau Z.

Der Fall "Wasserkasten" ist mir deshalb so im Gedächtnis geblieben, weil er mir das erste Mal bewusst die Funktionsweise und fatale Eigendynamik solcher im Prinzip so irrelevanter wie gegenstandsloser, dafür aber Zeit fressenden Problemstellungen vor Augen geführt hat.

Heute weiß ich jedoch, dass ich die Sache völlig falsch angegangen bin. Es gibt nämlich in solche Fällen ein Generalrezept, dass einen auch davor bewahrt, sich die lebenslange Feindschaft von Seiten der "Aufbausch-Fraktion" zu zuziehen.

Heute, gestärkt durch unendlich viele ähnliche Vorfälle, weiß ich, dass der einfachste Weg, solchen Themen und deren Urheber das Wasser abzugraben und somit die Diskussion zu retten, darin besteht, sofort (!), beim ersten Aufflammen solcher Pseudo-Inhalte, den Vorschlag zu unterbreiten, dazu gleich eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Und wer böte sich für die Leitung einer solchen AG eher an, als der- oder diejenige, welche(r) das Thema angesprochen hätte?

Der Vorteil liegt auf der Hand:
Man gewinnt Zeit und Energie für die wirklich relevanten Aufgaben, wer sich tatsächlich mit solchen Marginalien beschäftigen möchte, kann das, im kleinen Kreis, zu einem anderen Zeitpunkt und einem anderen Ort, gerne tun und dann "Bericht erstatten" und zu guter Letzt, dem Menschentypus, der sich gerne über das Anzetteln solcher Angelegenheiten profilieren und in den Fokus der Aufmerksamkeit spielen will, gibt man, wonach er so sehnlich trachtet und lässt ihn doch geschickt ins Leere laufen!

Erfahrungsgemäß sterben solche AG dann auch so plötzlich, wie sie ins Leben gerufen wurden.
Denn, und das ist fast allen dieser Debatten um Pseudo-Probleme gemein, außer den Initiatoren interessiert sich im Grunde niemand wahrhaftig für deren Inhalt. Viele werden einfach nur mitgerissen und geraten dann in eine Art "Trance", in der sie dann fast willenlos agieren und reagieren bis jemand im übertragenen Sinne mit dem Finger schnippt und so den Bann bricht.
Da aber eben diese Leute, wenn sie erst einmal wieder bei klarem Verstand sind,  kaum ernsthaft in Erwägung ziehen, für solch einen Bullshit ihre Freizeit zu opfern, trifft die "Geheimwaffe Arbeitsgemeinschaft" auch nur diejenigen, die es treffen soll und die es wirklich verdient haben... *muharharhar*

Dienstag, 15. Februar 2011

Von Schülern und Meistern

Seit ein paar Monaten erarbeiten eine befreundete Psychologin und ich eine Artikel-Serie, die sich mit dem fast unüberschaubaren und sehr einträglichen Markt der Lebensberatungs-Angebote befasst. Sobald wir veröffentlicht haben (vorausgesetzt wir überleben die umfangreiche Recherche-Arbeit), werde ich eine gekürzte Zusammenfassung auch hier in meinem Blog posten.

Quasi ein Nebenprodukt davon, stellt für mich die Analyse der, in vielen spirituellen Bereichen oft anzutreffenden, Lehrer-Schüler-Konstellation dar.

Zunächst einmal vorab:
Generell ist ein spiritueller Lehrer nichts Negatives, obwohl gerade in der westlichen Welt allein schon die Konnotation des Wortes "Guru" häufig einen sehr abfälligen Beigeschmack hat. Dies mag daran liegen, dass traditionsgemäß im Hinduismus das Lehrer-Schüler-Verhältnis eine für Mitteleuropäer befremdliche Hierachie beinhaltet. Der Schüler wird dort gleichsam Diener seines Gurus und muss sich nach und nach "hocharbeiten", erhält aber im Gegenzug eben die Möglichkkeit von seinem Meister zu lernen. Diese Denkweise ist uns fremd, obwohl es im Berufsleben vielen Auszubildenden mit ihren Meistern und Gesellen heute noch ähnlich ergeht.
Andererseits, wenn man bedenkt, wie wenig Respekt Schüler ihren Lehrern - und nichts anderes sind im Kern eben Gurus und Lamas - an unseren Schulen noch entgegenbringen, und sei es auch nur, zu honorieren, dass jene sich noch die Mühe machen, trotz ostentativ geäußertem Desinteresse, Lernstoff zu vermitteln, verwundert mich diese Einstellung eben nicht allzu sehr.

Es kann ohne Frage sehr nützlich sein, von einem auf seinem Gebiet Geübteren Hilfestellung und Anleitung zu erfahren oder einfach auch nur jemand zu haben, an den man sich mit auftauchenden Fragen wenden kann. So kann eine Konstellation zwischen Ratsuchedem und Ratgebenden von großem Nutzen sein.
Im Vajrayana, dem bei uns profan als Tibetanischen Buddhismus bezeichneten, Diamantenen Fahrzeug (nicht zu verwechseln mit dem von Ole Nydahl für die westliche Welt begründeten und propagierten Diamantwegs-Buddhismus. Das ist eine ganz andere Baustelle!) ist der Lama zentraler Dreh und Angelpunkt.
Auch viele andere östliche Richtungen, wie dem im Vedanta verbreiteten System des Satsang, bevorzugen das Modell zwischen Lehrer (Meister, Guru) und Schüler.

Aber egal in welchem System, der Sinn dieser Modelle ist es, den Schüler durch das Reflektieren der Unterweisungen und der Vermittlung eventuell notwendiger Lehren durch den Lehrer zu eigenen tiefgehenden Erkenntnissen und zur persönlichen Erleuchtung, sprich des Erwachens des höchst eigenen Potentials zu führen. Hinzu kommt häufig die Vermittlung bestimmter Techniken und Kenntnisse durch den Meister, die dem Schüler auf diesem Wege dienlich sein können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Keinesfalls sollte eine solche Beziehung jedoch dazu dienen, dass sich der Schüler quasi an die Energie des Meisters "andockt", wie, zum Beispiel, ein Säugling an sein Muttertier oder meinetwegen ein Client an einen Server.

Für die Beantwortung der Frage, ob dieses Modell für beide Seite von Vorteil ist, kommt es einerseits auf die Qualität und den Charakter des Meisters an, in besonderem Maße in Bezug auf seine Motivation, andererseits auch auf den Charakter und die Bedürfnisse des Schülers. Ein guter Lehrer ist da für seinen Schüler, bietet ihm Hilfestellung, lässt ihm aber auch so viel Freiheit, damit er zu eigener Erkenntnis gelangt und nicht Gefahr läuft, die seines Lehrers schlicht zu übernehmen. Sollte dies der Fall sein, oder bemerkt er, dass es eben zu einem oben beschreibenden Andocken seitens des Schülers kommt, wird sich ein guter Meister sofort distanzieren und das zu enge Verhältnis wieder auflösen.

Immerhin gibt es Menschen, die sich nur zu gern ihrer Eigenverantwortung entledigen und in Abhängigkeit begeben und dazu neigen, Erklärungen unreflektiert zu übernehmen, nur weil sie eben von einem Meister stammen. Diese sind es dann auch, welche doch recht verblüfft reagieren, wenn der Lehrer ihnen nicht jeden Schritt vorgibt. Oft fühlen sie sich dann allein gelassen, zurückgestoßen oder vernachlässigt und wenden sich häufig enttäuscht von ihrem Lama, spirituellen Mentor oder Guru ab und werden sich eben einen Lehrer suchen, dem diese bedingungslose Abhängigkeit genehm ist. Dies hat jedoch den fatalen Effekt, dass solche Schüler unreife Meister "erschaffen", also Lehrer, die eigentlich aufgrund des Grades ihres eigenen Erkenntnisweges gar nicht in der Lage sind, Schüler zu unterweisen und somit auch den Ehrentitel Meister, Guru oder Lama zu Unrecht tragen.

Und auch diese Art von Lehrern, Gurus, Meister gibt es. Ihnen geht es weniger darum, den Schüler auf den eigenen Weg zu bringen, als vielmehr ihren Weg als allein richtig zu vermitteln und den Schüler dazu zu bewegen, diesen zu übernehmen. Und das kann auch innerhalb eines bestimmten Systems zu nicht unerheblichen Problemen für den Schüler führen.
Der Schüler darf nämlich nie dazu dienen, das Ego des Meisters zu befriedigen. Ein Meister der auf diese Art handelt, offenbart lediglich, dass es ihm an der nötigen Reife und somit an der Befähigung zum Lehren mangelt. Hinzu kommt, dass diese Lehrer auch selten bereit sind, den Schüler aus dem Verhältnis der Abhängigkeit wieder zu entlassen. Dies jedoch ist unerlässlich, wenn man bedenkt, dass Sinn und Zweck sein sollte, den Schüler ebenfalls zur "Meisterschaft" zu verhelfen.

Aber noch eine andere Gefahr lauert. Selbst wahre Meister bleiben ja Menschen und durch eine zu große Nähe zu einem Schüler, insbesondere, wenn dieser dazu neigt, den Lehrer "anzubeten" besteht die Möglichkeit, dass dieser dann die Bodenhaftung verliert und im wahrsten Sinne des Wortes einen Höhenrausch bekommt.

Etwas skeptisch stehe ich auch dem Umstand gegenüber, wenn ein Lehrer, Lama oder Guru sehr viele Schüler um sich sammelt.
Natürlich gibt es hervorragende Meister ihres Faches, bei denen es, wenn sich die Möglichkeit eröffnet, sie einmal live und in Farbe erleben und vor allem hören zu dürfen, lohnt, einen längeren Weg in Kauf zu nehmen und dann ist es auch kaum verwunderlich, wenn sich dort dann sehr viele Menschen einfinden um dieses Erlebnis zu teilen.

Jedoch, mit einem wesentlich intimeren Lehrer-Schüler-Verhältnis ist das nicht zu verwechseln. Wie soll das auch bewerkstelligt werden, wenn der Meister nach einer solchen Veranstaltung gerade mal einen kurzen Augenblick Zeit für seine Schüler erübrigen kann, wenn überhaupt?

So darf die bloße Quantität der Schülerschaft nicht als Maßstab für die Qualität eines Lehrers gelten. Ein spiritueller Ratgeber ist kein Popstar, der danach bewertet wird, ob er Hallen zu füllen vermag und Schüler können sich nicht ernsthaft damit zufrieden geben, wenn er sich nachher kurz Zeit nimmt, „Autogramme“ zu geben oder Hände zu schütteln.

Ehrlich gesagt, verstehe ich die Leute nicht, die in einem solchen Fall ernsthaft von „ihrem“ Lehrer, Lama, Guru oder sonst etwas sprechen.
Es kann doch nicht befriedigend sein, wenn man seinen Lehrer nur mit Hilfe eines Opernglases auf einer, vom eigenen Sitzplatz, weit eintfernten Bühne ausmachen zu können und ansonsten lediglich auf die von "ihrem" Lehrer verfasste Literatur zurückgreifen können.
Ich selbst besitze auch eine nicht unerhebliche Menge an Büchern von auf ihrem Gebiet durchaus überragenden Persönlichkeiten und nutze sie gern als Impulsgeber und Inspiration, aber ich käme nie auf die Idee, die Autoren als meine Lehrer zu bezeichnen, eben weil der persönliche Aspekt dabei völlig fehlt.

Aber um noch einmal auf den Aspekt der sich in Abhängigkeit zu einem Meister begebende Schüler zurück zu kommen, die dann dazu führt, dass der Lehrer das Verhältnis notgedrungen wieder normalisieren oder gar beenden muss.
Wenn man bedenkt, wie traumatisch dies teilweise für den Hilfesuchenden, der über die Disposition verfügt, sich eben an jemanden so sehr zu klammern, dass er dafür bereit ist, sich selbst völlig aufzugeben, erklärt das auch zum Teil so manches böses Nachspiel für den jeweiligen Lehrer, Meister, Guru oder sogar für die gesamte Gruppierung oder Richtung, der er angehört.
Für einen unreifen Schüler, unreif in dem Sinne, dass er dem kindlichen Bedürfnis nach einer führenden Hand noch nicht ent-wachsen ist, kann so eine "Zurückweisung" derart verletzend sein, dass sich dies in regelrechtem Hass auf den früher so verehrten "Vater" manifestiert.

Mir persönlich fallen eine Reihe von bekannten Beispielen ein, wo Schüler zum Teil namhafter spiritueller Lehrer in einen Rausch fast inzestiöser Hörigkeit zu ihrem Meister gerieten, aus dem sie nur mit größter Anstrengung wieder "entkamen" und sie hernach die Schuld lediglich beim Gegenüber suchten.
Gut möglich, dass sie auf besagte unreife Lehrer, oder gar Scharlatane, hereinfielen, deren Ziel eben die bedingungslose Abhängigmachung des Schülers war, aber eben so wahrscheinlich ist es, dass sie eben Opfer ihrer falschen Erwartungen in den Lehrer wurden und nicht verstanden, dass dieser lediglich das spiegelte, was sie seiner Meinung nach ihrerseits ausstrahlten, in der Hoffnung, sie würden daraus für sich wichtige Lehren ziehen.

In keinem noch so harmonischen Lehrverhältnis geht es eben ohne eine gewisse kritische Distanz zum Lehrer, Lama, Guru, seinen Aussagen und Lehren.

Bei aller Reife und Grad auf dem Weg zur Erleuchtung oder meinetwegen Wahrheit, sie bleiben Menschen und diese sind nicht nur individuell äußerst verschieden, sondern eben auch fehlbar. Das kann man nicht genug betonen!

Vorsicht ist meines Erachtens geboten, wenn jemand nur noch zu jedem Thema die Aussagen seines Lamas oder Meisters zum besten gibt und ihm nach dem Munde redet, zum Teil ohne sich dessen bewusst zu sein und teilweise sogar darüber die eigene Erfahrung und Erkenntnis vernachlässigt oder - viel schlimmer - sie für seine eigene Meinung hält.
"Mein Lehrer sagt dazu...." - "Mein Lama hat das so und so formuliert..." - "Mein Meister macht das aber ganz anders."
Bei solchen und ähnlichen Formulierungen in jedem zweiten Satz, muss ich mich immer stark bezähmen um den Gegenüber nicht durch zu schütteln und zu schreien: "Und was sagst DU dazu?"

Ganz zu schweigen davon, wie ermüdend es werden kann, wenn der Gesprächspartner ständig davon berichtet, was für eine tolle Nummer sein Meister doch ist, von wem er gelernt hat, was er alles so kann - levitieren, mit Toten reden, sterben und nach drei Tagen wieder auferstehen, mit Buddha Gautama persönlich Tee trinken, etc. pp.
Mag ja alles sein, aber deshalb wird aus dem Schüler nicht automatisch auch ein Superheld.
So wenig ein Schüler dazu dienen darf, das Ego des Meisters zu befriedigen, so wenig ist es Aufgabe eines Meister durch seine bloße Reputation das Ego des Schülers zu stärken.

Ähnlich sieht es aus, wenn ein Lehrer oder Guru zu viel redet und sich in weitschweifigen Monologen über seine Erfahrungen und Fähigkeiten ergeht und sich dadurch, meines Erachtens, Gehör zu verschaffen sucht.

Möglicherweise bin ich ja auf dem Holzweg, aber nach meiner persönlichen Erfahrung werden Menschen, im gleichen Maß, in dem sie auf ihrem (spirituellen) Weg bereits fortgeschritten sind, immer ruhiger, zurückhaltender und gelassener. Erstaunlicherweise scheinen sie sich selbst auch wesentlich weniger wichtig und ernst zu nehmen, als es ihnen, nach Meinung einiger Mitmenschen, eigentlich gebürt.

Tritt man dann mit einer Frage an sie heran, texten sie einen nicht zu, sondern antworten entweder sehr knapp und präzise oder aber, mit einer Gegenfrage, deren Beantwortung meist schon die Antwort auf die gestellte Frage beinhaltet.

Das mag auf Menschen, die auf eine möglichst einfache Antwort drängen, frustrierend wirken, aber es dient auch dazu, dass man, auch und gerade innerhalb eines engen Lehrer-Schüler-Verhältnisses, nicht verlernt, selbstständig und eigenverantwortlich zu denken.

Dienstag, 1. Februar 2011

Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh?

Ich frage mich immer, warum die Leute aus allem ein riesen Problem machen müssen?

Im Allgemeinen und im Heidentum im Besonderen. Wenn ich das so manchmal höre oder lese, dann denke ich, man sollte mal wieder auf den Teppich kommen.

Generell:
Wenn mich etwas stört, dann meckere ich nicht bis zum Exodus, sondern versuche das für mich zu ändern. Ich warte dann auch nicht, bis jemand vorbei kommt und das für mich erledigt, sondern mache das selbst. Mit den Konsequenzen muss ich dann leben und kann sie eben nicht auf andere abwälzen.
Wenn ich das nicht will oder den Aufwand scheue, ist das ja auch in Ordnung, nur kann ich mich dann auch nicht beklagen.
So einfach ist das!

Speziell zum Heidentum™:
Einerseits wettert man gegen die Abrahamitischen Religionen der zweiten und dritten Generation (sprich Christentum und Islam), weil die ja allerorten missionieren und ihr Ding als Wahrheit™ sehen, andererseits machen die lieben Heiden das gleiche in grün.
Nicht nur, dass sie sich scheinbar mehr um die Angelegenheiten der Christen und Moslems kümmern, als um ihren eigenen Glauben, nein, sie müssen auch noch an dem Glaubensverständnis ihrer "Artgenossen" rum kritteln.
Was hat man eigentlich davon, anderen Leuten erklären zu wollen, was nun wahres Heidentum ist und was nicht?

Langsam kann ich das wirklich nicht mehr hören. Wenn interessiert das?

Mal abgesehen, dass die meisten dabei ein immer noch tief verwurzeltes dualistisches Denken offenbaren, wahr-falsch, gut-böse. Und, nein, dabei handelt es sich bei allem guten Willen, es so auszulegen nicht um eine Polarisierung, also Dualismus einer Einheit, wie zwei Seiten einer Münze, sondern eben um die gleiche Art von beinharter Schwarzweißmalerei, den man bei der monoheistischen Konkurenz immer kritisiert.

Dazu macht man sich Gedanken, wie man die breite Masse auf sich aufmerksam macht, "die Jugend" für den eigenen Glauben begeistern könnte, wie man sie mit ins Boot holt, etc.
Ja, toll, machen wir doch Jugendgruppen auf, Asatru-Sommercamps mit Wikingerboot fahren, und Trinkhorn schnitzen mit Eddalesungen und Celtoi-Filmabende mit Vertingetorix und Cuchulain oder etwas vergleichbares für andere Glaubensrichtungen.
Bin ich froh, dass mein "Verein" erst ab 18 ist, wie der der Wicca übrigens auch...

Dann immer das Gewese um den Kirchenaustritt.
Leute, wenn ich in einem Verein bin, den ich nicht unterstützen möchte, dann trete ich da aus. Und wenn mich das Geld kostet, einerlei ob nun moralisch vertretbar oder nicht, dann zahle ich und fertig ist. Beschweren würde ich mich höchstens bei den Leuten, die mir die Mitgliedschaft eingebrockt haben, also im Normalfall den Eltern. Was kann denn die Kirche dafür, dass die einfach mal so beschlossen haben, dass ihre Kinder da gut aufgehoben wären?
Und natürlich wendet sich die zuständige Gemeinde dann noch einmal an den Ausgetretenen, ob er sich das noch mal überlegen will, die müssen sich ja von Amtswegen wenigstens ansatzweise um das Seelenheil der (Ex-)Schäflein kümmern und natürlich gehen den Krichen dadurch Einnahmen flöten, aber was soll's?
Bei mir kam genau noch ein Brief von meinen zuständigen Pfarrer, den ich im Übrigen gar nicht mal kannte, der landete auch gleich im Rundordner und danach war die Sache für mich gegessen. Das mag in sehr kleinen Gemeinden oder bei bestimmten Sektionen anders aussehen, aber das sind nun mal die Konsequenzen, die zu erwarten sind. Irgendwann geben die auch auf, wenn sie merken, dass da nichts mehr zu reißen ist. So what?

Apropos Konsequenzen:
Wenn ich denn aus der Kirche ausgetreten bin oder nie drin war und dann verlange, eine Stelle bei einer Institution unter kirchlichen Trägerschaft zu bekommen, hallo, das muss ich jetzt nicht weiter ausführen, oder? Subventionen aus Steuergeldern hin oder her, aber ...öhm..
Aber auch, wenn man noch "drin" ist, und aus welchen Gründen auch immer nicht austreten will, ist doch auch okay. Einmal ganz davon abgesehen, dass es sich bei einem Austritt um einen rein rechtlich-formalen Akt handelt, die Taufe als solche aber rein theologisch, bestand hat.
Mit den Worten meines Sohnes gesprochen "Das Taufsiegel kriegt man sowieso nie wieder weg!"
Die Frage ist da ja bloß, ob man dem dann Kraft seiner eigenen Interpretation (oder seinem Willen!) noch irgendeine Bedeutung zu kommen lässt. Was bitte interessiert es die Göttter, das All-Eins, das Universum, was in irgendeinem Taufregister steht? Rituale sind für die Menschen da, nicht die Menschen für die Rituale.

Genauso wenig kann ich meine Kinder in einen kirchlichen Kindergarten oder Schule, aber auch unter staatlichen Trägerschaft laufenden Einrichtungen dieser Art, schicken, und mich dann beschweren, dass sie mit dem Christentum konfrontiert werden.
Wenn ich das nicht will, dann gibt es ja jede Menge Alternativen, Waldorf und Co. machen es möglich. Aber, dazu müsste man ja vielleicht nach so etwas suchen oder noch schlimmer ein paar Kilometer fahren.
Nebenbei, das beste Rezept, seine Kinder vor Indoktrinationen egal aus welcher Richtung zu schützen, ist, sie zu frei denkenden Menschen werden zu lassen. (ich vermeide hier bewußt die Vokabel "erziehen"!) Und dazu gehört meiner Meinung nach nicht, ihnen ständig damit zu kommen, wie Kacke doch die anderen sind und wie toll man selbst. 

Dazu kommt, dass sich einige Heiden geradezu von Christen und Moslems verfolgt fühlen. Tja, Überraschung, die sind halt mehr, da beisst die Maus keinen Faden ab, und abgesehen davon, dass die meisten dieser pösen Monos ungefähr so gläubig sind, wie mein Hund, hat mir in den 44 Jahren, in denen ich nun mehr lebe, noch nie einer davon die Bude eingerannt, um mich zu missionieren. Okay, es gab da mal eine kleine Episode, als ich noch in Düsseldorf gewohnt habe, mit zwei Zeugen Jehova, die die Meinung vertraten, ich als Frau hätte eh nicht zu bestimmen, ob ich nun ihres Heils bedarf oder nicht, aber ein "netter" Anruf hat das dann auch geklärt.
Aber sonst?

wenn man das jedoch so hört, sind wir ja geradezu umzingelt von Abrahamiten, die nichts lieber wollen, als entweder unsere Seele oder unseren Tod.
Da stellle ich mir dann wirklich die Frage, ob ich möglicherweise in einem komplett anderen Universum lebe?

Jedenfalls könnte man bisweilen fast annehmen, Unzufriedenheit an der eigenen Situation und damit verbundene destruktive Verhaltensweisen wäre im Heidentum™ systeminharänt, wenn es nicht erstens genug Gegenbeispiele gäbe und zweitens dieses Gebaren nicht auch in der übrigen Bevölkerung weite Verbreitung finden würde.

Aber gerade in letzter Zeit ist etwas im Heidentum im Gange, dass ich noch nicht recht einzuordenen verstehe. Allerdings ist das auch schon einigen Bekannten aufgefallen, also habe ich wohl doch noch alle Latten am Zaun.

Immer öfters hört man von "Mobilmachung" und "Bereitsein für den Ernstfall".
Bitte?
Ich bin ja der Letzte, der sich nicht gelegentlich Gedanken über den zunehmenden Fundamentalismus machen würde, wobei mein Hauptaugenmerk da auf den im Christentum liegt, weil der so gern bei aller forcierten Islamistenparanioa übersehen wird, aber ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich nachts mit einer geladenen Waffe neben dem Kopfkissen schlafen müsste, weil meine Nachbarn schon mal einen Überfall planen.

Okay, wenn das jetzt von irgendwelchen 14- oder 15- Jährigen kommen würde, dann dächte ich, die haben zuviel Pagan-Metal gehört, aber ein paar Bekannte aus der Forn Siðr hier aus NRW erzählten mir, dass da in letzter Zeit ein paar durchaus erwachsene Gestalten aufgeschlagen wären, die so was verzapfen. Kann man das vielleicht noch getrost ignorieren und als nicht abgehandelte unterbewusste Traumata abhaken und den Leuten eine Psychotherapie empfehlen (kommt nicht von mir!) ist da wohl noch etwas anderes im Busch.

Vereinzelt tauchen neuerdings nämlich Leute auf, reden von kulturellem und religiösen Erhalt und Identität, einem Besinnen auf gemeinsame Wurzeln innerhalb Europas. Für sie ist dann auch nur das Heidentum, was sie innerhalb dieser engen Grenzen als indigen definieren. Also germanisch, keltisch, im besten Fall noch slawisch und in Ausnahmen römisch-griechisch, wobei dies meistens durch das Unterschlagen der synkretistischen Neigungen romantisiert wird.
Das erinnert mich dann schon wieder etwas an die Leitkultur-Idee unser Bundesregierung, eben nur ohne C.

Wurzeln sind wichtig, keine Frage. Wenn ich weiß, woher ich komme, dann trägt das ungemein zum Selbstfindungsprozess bei und kann sich durchaus positiv auswirken. Nur, wo wir schon bei dem schönen Bild sind, ein Baum besteht ja nicht nur aus Wurzeln, er wächst ja nach oben zum Licht, breitet seine Äste zu allen Seiten aus.

Von Zeit zur Zeit fällt dann der Begriff Pan-Bewegung und wenngleich ich da lustigerweise erst einmal an Bacchanalien und fröhliche Flötenmusik denken musste (ja, blöde Verknüpfung!), beschleicht mich dabei ein undefiniertes, so doch recht mieses Gefühl in der Bauchgegend. 

Kurze Recherche ergab, wie im obigen Wiki-Link ersehbar, dass es sich dabei, um, durchaus nicht  auf das Heidentum beschränkte, Bestrebungen handelt, die heutigen Staatsformen zu Gunsten von ethnische-definierten "Kultur-Nationen" abzuschaffen.

Also, im Klartext, jede Ethnie bekommt ein Stück vom Kuchen, wo sie sich frei und autonom entfalten kann.
Voraussetzung wäre da aber eines Erachtens, dass man die Leute erst einmal ethnisch sortiert. Wohl dem, der seinen Stammbaum reinerhalten hat oder noch den Ahnenpass von Opa in der Schublade liegen hat. Den müsste man dann auch gleich wieder einführen, denn dank Völkerwanderung, Hunnen- und Mongolensturm und sonstigen Heeresaktivitäten und Besatzungszeiten und den dadurch bedingten Produkten notgeiler Krieger und Soldaten, und in Friedenszeiten, Händler oder Matrosen, dürfte das zweifelsfreie Einordnen nach Ethnie doch schon etwas schwer fallen, auch ohne all die anderen Möglichkeiten, wie man zu "fremden" Genen kommen kann.
Aber so eng sehen die Beführworter dieser Bewegung es sicher nicht, denn Ethnie bezieht sich ja nicht nur auf die Abstammung, sondern eben auch auf eine gemeinsame Kultur, Sprache, Kleidung  und Religion. Ich sagte ja, es erinnert mich ein wenig an das, was Merkel, Seehofer und Co. allein in letzter Zeit rausgehauen haben.

Und da liegt eben für mich der Hase im Pfeffer.
Es klingt ja für den naiven oberflächlichen Betrachter doch recht unverfänglich, um nicht zu sagen (vordergründig) tolerant, wenn jemand davon spricht, man wolle jeder kulturell definierten Volksgruppe einen eigenen Lebensraum verschaffen.

Hurra, Freiheit für die Basken, Kurden und all die anderen ethnische Minderheiten!
Nach erfolgter, für dieses Konzept unbedingt erforderliche Ethnischen Säuberung Umsiedlung könnten sie endlich ihre Identität frei ausleben, ohne etwaige Repressalien durch vorherrschende Völker befürchten zu müssen, sie würden sicher auch noch neue Bekanntschaften schließen mit ihnen abstammungstechnisch verwandten Völkern, denn, seien wir ehrlich, für jedes kleinste Volk einen eigenen Staat, das dürfte allein schon aus Gründen der Notwendigkeit autonomer Funktionalität schwierig werden.

Aber soweit denkt derjenige, der mit der Idee dieses Konzeptes zum ersten Mal konfrontiert wird wahrscheinlich gar nicht, besonders dann nicht, wenn er sich sowieso im eigenen Land aufgrund seines trve-authentisch-indigenen Glaubens und der Hinwendung auf seine Ahnen deplaziert oder diskriminiert fühlt, erstickt von der Übermacht der christlichen Mehrheit, deren Glauben man als fremdes Kulturgut betrachtet, und so mal eben sowohl schlappe 1500 Jahre Prägung unserer Kultur und Geschichte durch diesen Fremdglauben als auch die winzige Tatsache, dass die eigenen, hoch verehrten Ahnen eben auch Christen waren, ignoriert, und sich angesichts der "Islamischen Gefahr" in seinem Lebensraum bedroht fühlt, eben selten.
Er übersieht dann auch möglicherweise, dass es sich dabei neben einer rein religiös motivierten, vielmehr um eine im Kern politischen Bewegung handelt.

Und da haben die Anhänger des Pan-Nationalismus ihn dann auch an den Eiern.
Deshalb die weitschweifige Einleitung!

Denn im Gegensatz zu den braunen Spacken mit ihrer Holzhammer-Taktik, greifen sie diese in der Bevölkerung weit verbreiteten Ängste nämlich latent und mit wesentlich defizileren intellektuellen Mittel auf. Man gibt sich schöngeistig bis philosophisch, schmückt das alles mit Zitaten von Sokrates, Aristotheles, der nordischen Mythologie, über Goethe und Levi, bis hin zu Nitzsche. Man preist einerseits den Freigeist, verteufelt jedoch den Individualismus als Egoismus, den man schlicht mit Hedonismus gleichsetzt und die Gemeinschaft gefährdet.
Und, man glaubt es kaum, sogar Zen zieht man heran, als Zitat:
[...] "eine äußerst attraktive Doktrin, da er das endlose Studieren alter Schriften, das Sich Zurückziehen von der Welt und heuchlerische Moralismen und Humanismen strikt ablehnt, um sich stattdessen völlig auf klare, im alltäglichen Leben realisierbare Techniken zu beschränken."
Wie war das noch mal mit ethnisch-kulturellen Grenzen?

Überhaupt, man wird gerade auf dieser speziellen Webpresenz erschlagen von Text, teilweise in sehr schöner, gehobener Sprache, nicht wirklich offensichtlich zweifelhafter Inhalte, sondern Theorien und Axiomen, die durchaus ihre Gültigkeit haben, dazwischen jedoch immer wieder eine Wendung, Formulierungen oder einige Sätze eingestreut, ganz abgesehen von zum Teil eklatanten Widersprüchen, die beim flüchtigen Lesen nicht sofort auffallen, aber doch ins Bewusstsein gehen.
Legt man das Augemerk jedoch eben darauf, dann streuben sich jedenfalls mir die Nackenhaare, weil mir da unterschwellig Botschaften und ein dezentes Drängen in eine bestimmte Richtung des Denkens ins Auge springen, die mir nicht behagen, gerade weil es so unterschwellig und wie süßes Gift in kleinen Dosen verabreicht wird. 
Das alles ausgeschmückt durch ästhetisch schöne Bilder zwischen Antike und Neoklassizismus, irgendwie so klinisch rein, dass mir unwillkürlich der Spruch "Mens sana in corpore sano" in den Sinn kommt. Und genauso, wie dieser Satz sinnentfremdet wird, da er aus dem Zusammenhang gerissen ist, so deuchen mich dort die Bezüge zu den Philosophen sinnentfremdet und instrumentalisiert zu werden.

Hier geht es nicht um plumpen Rassismus, sondern meines Erachtens, neben besagter Etablierung von ethnischen Kulturnationen,  um die Installation einer Elite und durch die vehemente Ablehnung von Materialismus und Individualität duldsam gemachte Volksgemeinschaft.
Kraft durch Freude...

Meiner Meinung nach eine sehr gefährliche Strömung. Nicht zuletzt weil sie den Interessierten suggeriert, ebenfalls zu dieser Elite zu gehören.
Und wer will sich das nicht gerne einreden lassen?
Mal ehrlich?
Bis sie aus dem schönen Traum erwachen, und einsehen müssen, dass eine Elite immer einer durchschnittlichen Gefolgschaft, der Masse, bedarf, von der sie sich abheben und welche sie beherrschen kann, dürfte es dann für eine mögliche Umkehr zu spät sein.


Aber da sollte sich jeder selbst ein Urteil bilden.


Interessant dürfte auch in diesem Bezug der Begriff des Pangermanismus sein, den man, wie ich denke, nicht ohne Grund auf Seiten, wie der als Beispiel von mir herangezogenen, vermeidet.

Samstag, 29. Januar 2011

Von Weltenrettern, Märtyrer-Syndrom und (Online-) Aktionismus

Es ist ja nichts neues, dass mir meine Mitmenschen gelegentlich auf den Wecker gehen. Ich denke, das geht  jedem mal so.
Bisweilen nervt mich einfach die Ignoranz und Gleichgültigkeit, mit der sie so durch die Welt marschieren. Aber damit kann ich zumindest umgehen. Ich denke mir, jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich, wer wäre ich also, wenn ich jeden der nicht ständig die Gesamtzusammenhänge im Kopf hat, der sich in dieser unserer Welt benimmt, wie ein Elefant im Porzellanladen, belehren würde?

Ich denke mir immer, da ja jeder Mensch ein Stern ist, lebt auch jeder in seinem eigenen (Micro-)Kosmos und solange er mir nicht ins Gehege kommt, ist alles relativ kuschelig. Eine Gefahr für das große Ganze sehe ich nicht, so lange es den Ausgleich gibt. Und den gibt es ja, glücklicherweise.

Auf Arte - oder war es Phoenix? - kam vor längerer Zeit mal eine Doku-Fiktion, in der es darum ging, was passieren würde, wenn durch irgendeinen Vorfall, die Menschen von hier auf gleich von der Erde verschwinden würden. Wie lange es noch Energie gäbe, wie lange unsere Haustiere ohne uns überleben könnten und wie sie sich behelfen und entwickeln würden (ratet mal, wessen große Stunde in den menschenleeren Städten dann gekommen wäre? Kleiner Tipp, die Hunde wären es nicht, bis auf die echten Hardliner unter ihnen würden die elend verrecken, spätestens, wenn es ans Jagen ginge...)
Irgendwann wären auch die größten Städte und die riesigsten Wolkenkratzer nur noch Gerippe aus der die Vegetation munter hervorspriest und in die einst vertriebene Wildtiere zurückgekehrt wären.
War alles unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnissen ziemlich fundiert und das Fazit, wen wundert es, die Natur braucht uns, den Menschen, nicht.
Beruhigender Gedanke, jedenfalls für mich.

Nun bin ich aber auch nicht so impertinent und von mir eingenommen, dass ich der Nachwelt, also der Welt, die nach uns folgt, irgendwas hinterlassen wollte, das besagt "Nickel was here!"

In dem Sinne versuche ich, in meiner Zeit - eine andere gibt es nicht - das zu tun, was ich für angemessen und richtig erachte und gewisse Veränderungen zu bewirken, so es in meiner Macht liegt, um nicht noch mehr "Unruhe" in den Macrokosmos zu bringen, als unbedingt notwendig, ohne mir zu große Opfer aufzuerlegen.
Diesbezügliche selbst auferlegte Askese und Selbstaufopferung sehe ich nämlich als ebenso großen Egoismus wie rücksichtsloses, weil gedankenloses Ausbeutertum oder grenzenlosen Hedonismus.

Wenn ich also mit den oben erwähnten gleichgültigen Mitmenschen noch leben kann, geht mir eine andere Spezi Mensch gewaltig auf den Geist.
Eben die, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich zum Besten von uns allen und der Welt zu opfern. In meinem Beitrag "Hoch lebe der Übermensch" bin ich ja schon auf die "Hasselhofs" unter den Menschen eingegangen. Diejenigen also, die es als ihre Pflicht ansehen, jeden und alles zu retten, was sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen kann.

Auch ich kämpfe für Dinge, die sich zu kämpfen lohnen, so ist das ja nicht, aber, wie gesagt, ich fühle mich weder berufen, die ganze Welt zu retten, noch latsche ich herum und reibe meinen Mitmenschen ihre angeblichen Fehler unter die Nase. Ich sag' was es aus meiner Sicht zu sagen gibt und was andere daraus machen, ist ihr Bier.

Nicht so die Weltenretter.  Nicht nur, dass sie sich für alles und jeden ein Bein ausreißen, was ja erst einmal ihre Privatsache wäre, nein, wenn man nicht willens ist,"mitzureißen", sind sie verärgert und jammern einem die Ohren voll, dass niemand ihr Engagement zu schätzen wisse, wobei sie dafür immerhin ihre Freizeit oder gar ihre Gesundheit opfern, aus diesem Planeten wieder einen Garten Eden zu machen.
Da frage ich mich immer, wer, außer sie selbst zwing sie denn dazu? Ich bestimmt nicht.

Mehr noch:
Da werden Petitionen und Aktionen ins Leben gerufen bzw. unterstützt, was das Zeug hält, teilweise ohne sich groß Gedanken drüber zu machen, wie sinnvoll oder umsetzbar sie sind.
Hauptsache, man setzt sich für etwas ein.
Es gab da letztes Jahr zum Beispiel eine Petition gegen das (angebliche) Verbot von Heilpflanzen, das wie ein Lauffeuer gerade auch durch die heidnische Forenlandschaft lief.
Die Empörung war groß.
Von Kriminalsierung von Kräutersammlern, -anbauern und - nutzern war die Rede, es wurden sogar Vergleiche gezogen mit der angeblichen Hexenjagd auf weise Kräuterfrauen im MA. Und ein Schuldiger war auch schnell ausgemacht: Natürlich die EU und die "Pharmalobby".
Eingedenk der völlig logischen Tatsache, dass wohl niemand Pfefferminztee und Co. verbieten könnte und beim Kräutersammeln nicht plötzlich ein Ordnungshüter aus dem Busch auftauchten oder man sich die Mühe machen würde, Küchenkräuter per Hausdurchsuchung zu beschlagnahmen, gönnte ich mir ein paar Minuten (!) Recherche und  'ne Portion Popkorn, lehnte mich zurück und harrte der Dinge, die da kommen würden.

Tja und dann kam der Tag der Wahrheit. Die ganze Sache war ein Hoax oder bestenfalls ein Missverständnis oder eher Schnellschuss.
Aber weit über 100.000 Menschen fielen darauf herein und sind bestimmt bis heute davon überzeugt, das sie richtig lagen. Oder hüllen sich in peinliches Schweigen über ihre eigene Dämlichkeit.
Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt, wo in den vielen, oft seitenlangen Threads zu dem Thema sich auch nur einer dazu bekannte, dass die ganze Petition nur viel Lärm um nichts war und man sich einfach von der Panik anstecken ließ.
Was ich persönlich dabei jedoch wirklich bezeichend finde, ist eben die hohe Beteiligung an dieser und anderen ähnlich peinlichen Petitionen, wohingegen andere, wichtige und unterstützungswürdige, eben weil sie einerseits uns alle in unseren Grundrechten betreffen und andererseits auch umsetzbar wären, weit unter der für die Berücksichtigung erforderlichen Stimmen zurück bleiben.
Nebenbei hat die Heiden- und Esoszene die Gelegeneit genutzt, sich mal wieder zum Affen zu machen. Auch eine Art Öffentlichkeitsarbeit!

Aber das ist eben auch ein gutes Beispiel für weit verbreiteten blinden Aktionismus fern jeder Realität.

Sehr beliebt sind dabei auch Unterschriftenaktionen zu irgendwelchen Missständen in fernen Ländern und Kulturen. Nicht das da nicht einiges im Argen liegen würde, aber mal Butter bei de Fische, ob es nun um Vergewaltigungen, Steinigungen, Beschneidungen oder aber der Konsum von, bei uns, hoch geschätzten Haus- und Knuddeltieren zum Zwecke des Verzehrs dreht, für alles und jedes gibt es mindesten eine Sammelaktion.
Nicht, dass ich die Art und Weise wie Menschen mit anderen Menschen umgehen, sei es unter dem Vorwand der Religion oder des Brauchtums nicht auch grausam finden würde, ich bin generell gegen Todes- und Körperstrafen, dagegen aber sehr für die Selbstbestimmung des Menschen, aber ich kann mich zwar empören, könnte Unterschriften oder Spenden sammeln, aber ändern würde das alles vor Ort wenig bis gar nichts.
Stichwort Tierschutz:
Ich konnte es kaum glauben, aber ein bestimmtes Video, was nachweislich schon seit mindestens sieben Jahren im Netz kursiert und nach den äußeren Merkmalen irgendwo in der sibirischen oder mongolischen Steppe aufgenommen wurde, taucht immer noch mit schönster Regelmäßigkeit aus der Versenkung wieder auf und animiert so manchen zu einer erneuten Unterschriftenaktion, als wenn das den asiatischen Bauern, der da einen Hund totprügelt auch nur einen Dreck interessieren würde.

Und so verhält es sich mit fast allen diesen Aktionen. Sie sollen angeblich Druck machen, aber bitte schön, auf wen denn?
Auf Regierungen, die mit irgendwelchen fundamentalistischen Idioten besetzt sind? Die sich nicht einmal um die Menschenrechte scheren und sie zum Teil nicht einmal unterzeichnet haben?
Auf Leute in irgendeinem Dorf in Asien oder Afrika, die so fernab jeder Infrastruktur leben, dass, selbst wenn da das Staatsorgan intervenieren wollte, sie einfach nicht (an-)greifbar wären?
Ich lach' mich tot!

Der Denkfehler bei manchen solcher Unterschriften-Aktionen liegt eben auch darin begründet, dass viele westliche Menschen einfach davon ausgehen, die hiesigen Verhältnisse wären auf die restliche Welt übertragbar.

Ich werde das Gefühl nicht los, Initiativen dieser Art dienen größten Teils nur dem  Zwecke, sich als im Wohlstand und relativer Freiheit lebenden Mitteleuropäer ein gutes Gewissen zu verschaffen. So ein bisschen wie moderner Ablasshandel.
Das klingt hart, ich weiß, aber ich kann auch noch einen drauflegen.
Diese Aktionen erinnern mich immer zu sehr an die alte Kolonialherrenmentalität. Wir sind so fortschrittlich, so modern, dann zeigen wir den Zurückgebliebenen jetzt mal, was richtig und was falsch ist.
Ich vertrete nämlich die Meinung, dass, ohne Zweifel bitter nötige, Veränderungen in anderen Ländern und Kulturkreisen nur von innen heraus erfolgen können, um dann langsfristig auch von Erfolg zu sein.
Ich sage nicht, dass es alle Leute, die sich an solchen Aktionen beteiligen,  nicht aufrichtig gut meinen. Aber es waren eben in der Geschichte immer diejenigen, die sich aufgrund irgendeines vermeintlichen "Vorteils" berufen fühlten, tief in fremde, vermeintlich weniger fortschrittliche Kulturen anderer Völker einzugreifen und damit die normale kulturelle Entwicklung nachhaltig störten und zum Teil bis heute durcheinanderbrachten. Auch die meinten es nur gut!

Wenn man schon jemand unterstützen möchte, dann doch diejenigen, die aus der Kultur stammen und dort noch leben und ihrerseits ihre eigenen Verhältnisse ändern möchten. Aber denen helfen keine Unterschriften oder guten Ratschläge aus der Ferne.
Eine andere Möglichkeit wäre, zu helfen, Schulen zu errichten und dadurch das Bildungsniveau zu erhöhen, weil höhere Bildung auch gleichzeitig einen erweiterten Horizont nach sich zieht und damit andere Perspektiven eröffnet. Aber bitte nicht mit westlichen Lehrpersonal und unter westlicher Weltsicht, sondern durch Leute, die in der Situation drin stecken.

Vine Deloria jun. hat einmal geschrieben, dass es ein Irrtum sei, anzunehmen, die Native Americans wären heute immer noch auf dem Stand  von vor 200 Jahren, wenn man sie nicht in Reservate gepackt, zwangskolonialisiert und -assimiliert hätte. Sie hätten sich mit der Zeit sehr wohl der veränderten Situation angepasst, weil es ihrer Mentalität und Natur ansprach, aber eben langsamer, dafür aber ohne den schmerzhaften Verlust ihrer eigenen Kulturen und  Wurzeln.
Und auch dort meinten es einige Menschen, Idealisten und Missionare, nur gut ...

Es ist auch immer sehr einfach,  gegen etwas seine Stimme zu erheben, als sich Gedanken darüber zu machen, wie sinnvoll und weitreichend die eigene Handlungsweise denn in Bezug auf den bemängelten Missstand ist oder sich  um konstruktiven Lösungen zu bemühen.
Lieber unterschreibt man irgendeine Petition, als selber "laut" zu werden und selbst "Hand" anzulegen.
Davon, zum Beispiel, den Jahresurlaub dazu zu nutzen, mal in die jeweiligen Gebiete zu fahren, sich vor Ort zu informieren und dort selbst etwas sinnvolles in die Richtung zu machen, oder aber vom Unrecht Verfolgten auf Zeit Gastrecht zu gewähren, ganz zu schweigen.

Mehr noch, anstatt sich zum Beispiel für eine von Steinigung bedrohte Frau im Iran eine schnelle und schmerzlose Unterschrift abzuringen, wäre es meiner Meinung nach angebrachter, sich hier einer multikulturellen Frauengruppe anzuschließen.
Zu fast jeder Unterschriften-Sammelaktion gibt es hier vor Ort auch Vereinigungen und Initiativen, die sich in Zusammenarbeit mit meist vor dem Missstand geflohener, zumindest aber aus der jeweilig betroffenen Region stammenden und selbst in der Materie auf irgendeine Art involvierten Personen  für Verbesserungen einsetzen und das eben auch in Kooperation mit dort vor Ort aktiven Gruppen. Man muss sie nur finden wollen.
Davon abgesehen, man kann sein diesbezügliches Engagement auch hierzulande ausleben. Der Nachbarfamilie, die vor dem despotischen Familienoberhaupt buchstäblich zittert, Unterstützung gewähren und sei es auch nur, zu signalisieren "Ich bin da, wenn ihr Hilfe braucht!" oder aber nicht wegzusehen, wenn wieder mal irgendein "Freak" aufgrund seines Andersseins von seinen Mitmenschen drangsaliert, gemobbt oder zusammen geschlagen wird.

Und, für den Anfang, einfach nur etwas auf seine Einstellung und seine Wortwahl achten. Befremdlich finde ich es zum Beispiel, wenn Leute sich zwar für Glaubensfreiheit und Selbstbestimmung, gegen Diskriminierung jedweder Art einsetzen, aber dann im normalen Gespräch Sprüche raushauen, die ihren Mitmenschen genau diese Rechte streitig machen. So kann man sich nicht dafür stark machen, dass der eigene Glaube hierzulande akzeptiert wird oder gegen religiös intolerante Regime wettern, sich aber gleichzeitig, in zum Teil sehr abfälliger Weise, zumindest aber wenig konstruktiv, über den Glauben anderer äußern.
Man kann sich auch nicht für die sexuelle Selbstbestimmung irgendwo auf dieser Welt engagieren, aber sich hier über in der Öffentlichkeit knutschende Schwule und Lesben aufregen und bekunden, dass einen dieses "offensive" Verhalten stört.
Auch kann man sich, meiner Meinung nach, nicht um Flüchtlinge aus irgendwelchen von Kriegswirren zerrütteten Gebieten sorgen, aber gleichzeitig zum Beispiel den Bundeswehreinsatz in Afganistan gutheißen, weil die Leute dort angeblich ohne diesen nicht in Frieden vor den Taliban leben könnten. Das heißt nicht nur, den Teufel mit dem Belzebub austreiben, sondern spricht auch für absolute Unkenntnis der dortigen historischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse. Die Taliban konnten dort nur deshalb an die Macht kommen, weil seit fast 150 Jahren irgendwelche westlichen Mächte dort "Krieg gespielt" haben, schwache Stammesführer zur Macht verhalfen und die starken bekämpften.

Also erst denken, dann reden und dann handeln.

Es ist aber auch immer leichter, sich per Unterschriftenaktion für, beispielsweise, die Freiheit in irgendeinem Unrechtsstaat irgendwo auf der Welt einzusetzen, als eben diese am eigenen Leib zu erfahren, indem man sie eben dem unmittelbren Mitmenschen gewährt.
Die hohen ethischen Werte, die ja laut eigenen Bekunden dazu veranlassen, eben überall seine Unterschrift hinzusetzen, geraten nur zu leicht ins Wanken, wenn es heißt, selbst einmal dafür Abstriche in der eigenen "Bequemlichkeit" zu machen.

Aber das alles darf man gerade in diesen Kreisen in diversen Diskussionen und Threats, die sich immer wieder um solchen Petitionen, Unterschriften-Aktionen und Initiativen drehen, bloß nicht thematisieren. Die Mehrheit wird dann sehr schnell sehr aggressiv. Da werden aus Philanthropen, die sich sonst vehement für die Rechte von Mensch und Tier einsetzen plötzlich sehr engstirnige Zeitgenossen. Der Enthusiasmus mit dem sie sonst jede noch so sinnfreie Aktion mit ihrem "Wilhelm" Nachdruck verleihen, schlägt dann bisweilen um in einen fast schon bösartigen Fanatismus, der andere Auffassungen einfach nicht zulassen kann.
Frei nach dem Motto: "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!"

Die Krone setzen eben dann meist die sich immer aufopfernden Weltenretter auf, die auch bei dieser Thematik meist ganz vorn dabei sind, welche sogleich ziemlich polemisch von ihrem Hohen Ross herunter den Kritikern jedwedes Mitgefühl oder ethische Kompetenz absprechen.

Es gibt da dieses Zitat von Karlheinz Böhm:
"Ich kann die Welt nicht verändern, aber einen einzelnen Menschen: mich selbst"
(Respekt übrigens für sein Engagement. Er hat es damals voll durchgezogen, nicht als der große weiße Heilsbringer aus der Ferne, sondern vor Ort und jenseits aller Kolonialherrenmentalität. Seine Stiftung bietet die finanziellen Mittel für Hilfe zur Selbsthilfe und ist bis heute über jede Kritik erhaben.)

Also, wenn man die Welt schon ändern möchte, dann sollte man damit nicht irgendwo in "Hinterturkistan" beginnen, sondern eben im eigenen Microkosmos, bei sich selbst, und sei es nur, mal zu hinterfragen, warum man denn wirklich der Meinung ist, das Heil in die entferntesten Gebiete der Welt tragen zu müssen.

In letzter Zeit stelle ich mir immer wieder die Frage, was diese Menschen in die Ferne fliehen lässt, wo es "zu Hause" doch anscheinend jede Menge zu tun gäbe?

Übrigens, ich zeichne auch Petitionen mit, ich beteilige mich auch gerne an Briefaktionen, aber nur dann wenn ich mir sicher sein kann, dass dieser Weg auch etwas bringt. Nur, weder halte ich mich deshalb für einen untadeligen Menschen, tue ich dies für mein Karma (an die buddhistisch angehauchten Menschen unter uns "Esos": nicht gutes Karma, sondern gar kein Karma erzeugen führt aus dem Ewigen Kreislauf! ^^) oder erwarte dafür ein irgendwie geartetes Lob, noch ist es mein Wille, dass es mir alle Menschen gleich tun.

Ich finde es im Gegenteil nicht nur als gegebenes Recht, dass jeder nur seiner Sichtweise folgt, sondern es auch durchaus positiv, wenn jeder sich für seinen eigenen Brennpunkt einsetzt.
Das gehört nämlich auch zum Ausgleich.

Und, last but noch least, habe ich es nicht nötig, die Moralkeule zu schwingen oder Psychotricks anzuwenden, um anderen Menschen zu irgendwas zu zwingen.

Für mich gilt in der Hinsicht eben auch gerade die von Timothy Leary definierten Gebote für das Molekulare Zeitalter:

  1. Thou shalt not alter the consciousness of thy fellow men.
    (Deutsch: Du sollst das Bewusstsein deines Nächsten nicht verändern.)
  2. Thou shalt not prevent thy fellow man from altering his or her own consciousness.
    (Deutsch: Du sollst deinen Nächsten nicht daran hindern, sein oder ihr Bewusstsein zu verändern.)

Entgegen anders lautenden und leider immer wieder durch Negativbeispiele bestätigte Gerüchten, halte ich die Menscheit nämlich nicht generell für eine Schafherde, die immer einem Leithammel folgt, sondern bin fest davon überzeugt, das jeder das Potential in sich trägt, individuell für sich richtige Entscheidungen zu treffen. Manche haben dies nur noch nicht entdeckt, oder sind aus der Übung.

Die Weltenretter aus egoistisch motivierter Überzeugung nutzen diesen Umstand dann auch gerne gnadenlos aus, in dem sie, meiner Meinung nach, die Chance sehen, sich der "Herde" als Leittier zu präsentieren, um sie zum Werkzeug für ihre höchst eigene Vision von "besserer Welt" zu machen und reagieren dann jedoch ziemlich angepisst, wenn die Herde irgendwann mal nicht mehr mitläuft, sondern sich eben dann doch an ihre Entscheidungsfreiheit erinnert.
Ja, und dann geht die Litanei wieder los:"Ich reiß mir hier ein Bein aus, aber die anderen ziehen eben nicht mit, weil sie *bequem, dumm, amoralisch, gleichgültig (beliebiges Wort bitte einfügen)* sind, also muss ich ja scheitern, ich armer Mensch. Wo ich es doch nur gut meine...!"


Liebe Weltenverbesserer, Gutmenschen und Moralapostel!
Gewöhnt euch dran. Rückschläge gehören zum Leben.
C'est la vie!

Dann steht man wieder auf, lernt aus den Fehlern und fängt eben unter Berücksichtigung der gemachten Erfahrungen noch mal neu an.

Wenn ihr etwas für euer Karma oder Seelenheil tun wollt (und ihr tut das hauptsächlich für euch, wenn es euch ernsthaft um die Welt ginge, würdet ihr auf eure Mitmenschen, die eben dieser Terminus auch mit einschließt, nicht so einen Druck ausüben), dann macht es doch allein.

Überhaupt, fechtet eure eigenen Kämpfe aus und lasst die anderen ihre Kämpfe ausfechten und benutzt sie nicht als Bauern in euren Feldzügen.
Aber so ohne Publikum, das einen hofiert, lobt und das eigene Ego streichelt, macht das ja keinen Spass, nicht wahr?

PS. : Bonuspunkte für jeden zur "guten Seite" Bekehrten verteilt in diesem Universum auch keiner! Smilie by GreenSmilies.com

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Ganz toll fand ich auch den Kommentar eines Bekannten zur aktuell promoteten Petition gegen Massentierhaltung, die ich unbedingt mitzeichen müsse, als ich lediglich zu bedenken gab, woher denn seiner Meinung nach, die Nahrung für die mittlerweile fast 7 Milliarden Menschen kommen sollte und er daraufhin ernsthaft meinte, jeder könne doch für den Eigenbedarf wenigstens Kaninchen oder Hühner halten...jau, in der Stadt, in einer Drei-Zimmer-Wohnung, auf dem möglicherweise vorhandenen Balkon...und geschlachtet wird dann in der Badewanne...und im Blumenkasten wächst dann Getreide und Gemüse - weil gegen die großen Monokulturen ist er ja auch. Smilie by GreenSmilies.com

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Wenn die Angst vor Terror zum ERROR führt...

Ich wollte ja eigentlich längst im Bett sein, aber dann erinnerte ich mich wieder daran, dass vorgestern eine Meldung bei der Chaos Inc. (also meinen Kindern und mir) einschlug wie eine Bombe.

Fluggäste sollen in Risikogruppen eingeteilt werden

"Deutsche Flughäfen schlagen vor, Reisende nach ihrer ethnischen Herkunft zu kontrollieren. Israel versucht bereits, so Terroranschlägen vorzubeugen."
Quelle: Die Zeit-Online

Ich zitiere aus dem Artikel:
"Die deutschen Flughäfen schlagen im Anti-Terror-Kampf ein "Profiling" nach israelischem Vorbild vor. Auf israelischen Flughäfen werden Passagiere in "Risikogruppen" unterteilt und unterschiedlich streng kontrolliert. Die Kriterien sind ethnische Herkunft, Religion, Alter und Lebenssituation des Passagiers. Offenbar sind auch Reiseroute, die Zahlungsweise, und der Ort, an dem das Ticket gekauft wurde, relevant.
"Auf diese Weise können die Kontrollsysteme zum Wohle aller Beteiligten effektiver eingesetzt werden", sagte der designierte Präsident des Deutschen Flughafenverbandes (ADV), Christoph Blume, der Rheinischen Post. "

Bei allem Verständnis für Sicherheit, aber das ist Rassismus und Diskriminierung erster Güte, mit keinem Argument zu rechtfertigen, sondern verstößt nicht nur gegen Art. 3, Abs. 3 unseres Grundgesetzes, sondern auch gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN.

Mittlerweile ruderte Blume zwar wieder zurück, und nennt es nun, nur noch "eine von vielen Möglichkeiten" zum Schutz vor Terror, aber allein, dass man schon auf so eine Idee kommt, ist dermaßen von abwegig, dass ich mir einen Kommentar nicht verkneifen kann.

Wie darf ich mir das überhaupt vorstellen?
Müsste man dann direkt beim Betreten eines Flughafens den Pass vorzeigen, oder würden die dann mit der Leibesvisitation und dem Filzen des gesamten Gepäcks, inklusive Peinlicher Befragung des Reisenden bis zum Check in warten?
Überhaupt, wie sollte man aus einem Passport etwas über die Religion oder die Lebenssituation in Erfahrung bringen?
Es liefe also zuerst einmal auf den bloßen Augenschein heraus. Ähm, ja, nur mal so als Gedankenstütze, es gibt auch Deutsche, die so aussehen.

Allerdings soll es ja  auch Menschen geben, die "verdächtig" aussehen und "verdächtigen" Nationen angehören, aber keiner "verdächtigen" Religion angehören, Aleviten oder Kopten zum Beispiel.
Und selbst, wenn alles passt, heißt dass noch lange nicht, dass man ein potentieller Terrorist ist. Millionen Leute verreisen tagtäglich mit dem Flugzeug in aller Herren Länder.Und sicher sind da auch ein paar hunderttausende Moslems drunter, denn darum dreht sich die ganze Sache doch.

Andersherum gibt es auch eine Menge deutscher Konvertiten, Marke Pierre Vogel, denen man es nie im Leben ansehen würde, dass sie 'ne Schraube locker haben.

Man kann weder an Äußerlichkeiten, noch an irgendwelchen Risiko-Markern feststellen, ob da einer was im Schilde führt oder nicht. Es gibt schlicht keine Kontrolle des Unkontrollierbaren. 
Wann hören endlich diese bescheuerten Pauschalisierungen und Vorverurteilungen auf?

Ansonsten könnte man ja bald wirklich eine öffentliche Kennzeichnungspflicht für diese Risikogruppe einführen. Diesmal eben den Roten Halbmond, statt des Gelben Sterns.

Israel als Beispiel ist ja wohl der reinste Hohn. Jeder müsste mittlerweile wissen, wie die mit ihrer "ethnischen" Problemgruppe, sprich Palästinensern, umgehen, Die haben nämlich bei den Besten gelernt.
Und nein, das ist nicht antisemitisch von mir, sondern realistisch, etwas, dass in diesem Lande so langsam aber sicher flöten geht.
Dass England die Idee ebenfalls aufgreift, wundert mich übrigens überhaupt nicht. Ich weiß noch, wie die mit ihren irischen "Gastarbeitern" in den siebziger Jahren umgegangen sind, als die IRA noch richtig aktiv war. Hat das Verhältnis zu einander ungemein gestärkt, muss man sagen.



Man kann echt kaum noch so viel essen, wie man kotzen möchte...


Weiter Links:

Radio Hamburg: Profiling am Flughafen?

Samstag, 27. November 2010

Hoch lebe der Übermensch!

Bisweilen bin ich versucht, mir einen ordentlichen Minderwertigkeitskomplex zu zu legen.
Wenn man manchen Leuten so zuhört, wenn sie darüber berichten, was sie alles schon können, was sie erlebt und erreicht haben, über welche Fähigkeiten sie verfügen, was sie sind, dann könnte man sich in der Tat teilweise sehr klein und unbedeutend vorkommen.

Ich für meinen Teil, werde bei solchen Aufzählungen anderer immer sehr still und zurückhaltend.
Was soll man denn schon entgegnen, wenn einem so nonchalant klar gemacht wird, dass man selbst so absolut unbedarft ist, sei es dass es um beruflichen Erfolg, geistige Reife oder Lebenserfahrung dreht?

Da erhoffe ich quasi Hände ringend die nächste Evolutionsstufe des Menschen, den Übermenschen, ähnlich dessen was Nietzsche in "Also sprach Zarathustra" beschreibt und muss verblüfft feststellen, dass sie schon lange unter uns weilen. *

Nicht nur, dass sie über die vielfältigsten Fähigkeiten und Talente verfügen, bisweilen ergänzt durch eine lange fundierte Ausbildung, teilweise autodidaktisch, teilweise durch Kurse, sie sind auch so großmütig, weniger Begabte daran teilhaben und davon profitieren zu lassen. Und da aufgrund unserer Minderbegabung wir weniger gesegneten Geschöpfe teilweise gar nicht um unseren Mangel wissen, somit also auch nicht um die dringend benötigte Hilfe bitten können, sind die Höheren Menschen stets schnell bei der Hand um hilfreich eingreifen zu können.

So wird im alltäglichen und beruflichen Bereich von ihnen, wenn sie denn über ein besonders Talent im Bereich der Organisation, der Betriebswirtschaftslehre oder des Managements verfügen, möglicherweise in diesen Disziplinen ein Studium oder auch nur ein paar Kurse absolviert haben, ein  "Ich habe keine Zeit!" oder "Nicht jetzt, ich bin im Stress!" gleich richtig als einen ebenso verzweifelten wie latenten Hilferuf erkannt und sogleich erhört.
Man nimmt den subalternen Mitmenschen zur Seite, mahnt ihn zur Ruhe, unterweist ihn vielleicht sogar gleich in ein paar Entspannungstechniken und erarbeitet dann vor seinen erstaunten Augen innerhalb weniger Stunden einen effizenten Zeitplan, um ihn fürderhin vor solch misslichen Situationen zu bewahren. Der Übermensch erwartet dafür natürlich keinen Dank, die vor Ehrfurcht und Begeisterung weit aufgerissenen Augen des Unterwiesenen und die Geschwindigkeit mit welcher er danach von dannen zieht, um das Gelernte sogleich in die Tat umzusetzen, sind ihm genug. 

Auch sonst sind die höheren Menschen immer gerne bereit, mit Rat und Tat zur Stelle zu sein. Singles geben sie z.B. Tipps wie man sich dahingehend verhält, dass es auch für sie wieder Hoffnung auf einen Partner gibt, so wie sie auch in Beziehungen Lebenden mit Vergnügen den ein oder anderen Ratschlag erteilen, wie diese ihr Zusammenleben noch erfolgreicher gestalten können.

So ist das Leben der Homo superior von früh bis spät geprägt durch die notwendige Aufopferung für ihre simpleren Mitmenschen.
Ihr Leben ist vergleichbar einer Großbaustelle, denn auch ein augenscheinlich in seinem Ressort gut ausgebildeter, bewanderter  Homo sapiens simplex, muss in seinen Fähigkeiten Zwangsläufig weit hinter den ihren zurückbleiben, selbst wenn sie sich nicht einmal ausdrücklich mit den jeweiligen Fachbereichen beschäftigte haben. Sowieso ist reines Wissen und umfassende Allgemeinbildung für den Höheren Menschen überflüssiger Ballast. Wo bei ihm aufgrund seiner evolutionären Vormachtstellung einfach der reine Intellekt ausreicht, um die Wahrheit zu erkennen, da nutzt selbst jahrelange Erfahrung und fundierte Studien bei den unterlegenen Vettern kaum etwas.

Was schon in den eher bodenständigen Gebieten, wie Naturwissensschaften oder Ökonomie,  und dem ganz pragmatischen Lebensbereichen die herausragende Stellung des Hyperanthropos unterstreicht, findet seinen Höhepunkt bei den Geisteswissenschaften und dem weiten Feld der Religiosität und Spiritualität.

Dem Adler gleich, der aus seiner luftigen Höhe das Beutetier erspäht, erkenne sie auch dort sofort aus wenigen Worten oder auch nur Gesten eines Homo sapiens simplex, wo bei ihm die psychologischen, soziologischen und spirituellen Defizite am größten sind, und leisten gerne selbstlos Entwicklungshilfe.

Glücklicherweise, muss ich aus eigener Erfahrung zugeben, denn ohne sie wüsste man ja nicht einmal, dass man überhaupt ein Defizit hat.
Sei es, dass man sich einfach mangelndem Mitgefühls, unterschwelliger Aggressionen, Willensschwäche oder sonstiger sozio-psychologischer Schwächen schuldig macht, oder einfach nur, dass man sich über den eigenen geistig-spirituellen Entwicklungsstand Illusionen macht, der Übermensch wird nicht nur aufklären und beraten, er wird auch anhand der eigenen Vita aufzeigen, warum er erstens zweifelsfrei dazu befähigt ist, dies zu erkennen und zweitens nur er in dieser Angelegenheit Recht haben kann.
Gerne schlägt er nach der oft harschen Belehrung dann doch noch einen versöhnlichen Tonfall an, da er ja weiß, dass der einfache Mensch keine wirkliche Schuld an seinem Defizit trägt. Er ist eben nicht so weit, und wird es auch nie sein. Damit er sich deshalb nicht so grämt, wird ihm von dem Übermenschen dann auch noch kurz verbal oder sonst wie der Kopf getätschelt. Aus dem gleichen Grund geht der Homo superior auch meist gar nicht so sehr auf die meisten Einwürfe und Pseudo-Argumente des Homo sapiens simplex ein, sondern ignoriert sie stattdessen, um ihn nicht noch mehr zu demotivieren.


Eine besondere Stellung nimmt gerade im Bereich der Spiritualität übrigens diejenigen Höheren Menschen ein, die nicht nur ein Leben als solche hinter sich haben, sondern gar mehrere.
So hatte ich die besondere Ehre und das Vergnügen einen, auf den ersten Blick, eher bescheidenen Angehörigen dieser Gruppe kennenzulernen, der nach einigem beschämten Herumdrucksen zugab, er wäre zu allem Überfluss die unmittelbare und vollständige Reinkarnation von Louis XVI.
Als er jedoch feststellte, dass ich mich ob dieser Eröffnung in ehrfürchtiges Schweigen hüllte, kam er mehr und mehr aus sich heraus und klärte mich mit immer häufiger eingestreuten französischen Phrasen, nicht nur darüber auf, warum er immer noch einen unterschwelligen Hass auf die Bourgeoisie und den Plebs hege, sondern führte diesen Umstand auch gleich als Grund für sein zuweilen dominantes Verhalten an, welches sich in der Tat nach dieser Offenbarung zeigte und sogar noch verstärkte.

Natürlich war ich überrascht und geehrt, dass sich nicht nur ein Hyperanthropos, sondern sogar ein ehemaliger Herrscher mit mir Simplicissima abgab, ganz davon zu schweigen, dass ich erfahren durfte, dass alles was ich über den Charakter und das Leben des letzten französischen Königs vor der Revolution gelesen hatte, doch so stark verfremdet war, dass er sich wohl kaum selbst wiedererkannt hätte, wenn er sich denn herabgelassen hätte, sich solcherlei profanem Zeitvertreib, wie Geschichte hinzugeben.
Aber wie gesagt, für solche Dinge haben Übermenschen jedoch einfach keine Zeit und auch keinen Bedarf.

Ich muss auch sagen, dass es mir zunehmend unangenehm war, die Zeit und Aufmerksamkeit einer solch doppelt höher gestellten Person zu missbrauchen, so dass ich auch aus diesem Grunde den Kontakt zu ihm nach einiger Zeit von mir aus abbrach.

Seien wir ehrlich, als Übermensch hat man wirklich kein leichtes Leben, denn ständig muss man sich um die niederen Homo sapiens simplex sorgen, ihnen helfen und sie belehren, damit sie überhaupt in diesem komplexen Universum existieren können, ohne sich selbst und ihrer Umwelt Schaden zu zufügen. Und das nicht nur im eigenen Umfeld, sondern weltweit, in anderen Kulturkreisen und Ländern. Überall liegt so vieles im Argen, weil es uns Einfachgestrickten schlicht an Hirnkapazität, Auffassungsgabe und Intellekt mangelt, die höheren Zusammenhänge zu erkennen. Wir selbst wissen ja gar nicht, was für uns gut ist.

Hinzu kommt die Einsamkeit!
Denn aus irgendeinem Grund vertragen sich Übermenschen nicht besonders gut untereinander. Ob das gewollt ist, damit sie effektiver in der Welt wirken können, oder eine Art Selbstopferung in dem sie sich genötigt sehen, sich mit Angehörigen der niederen Spezies überhaupt abgeben und gegebenenfalls sogar vermehren zu müssen, oder aber ein negativer Nebeneffekt ihrer Vormachtstellung, kann ich schon allein aufgrund meines niederen Intellekts nicht sagen.

Seien wir einfach nur dankbar, das es ihn überhaupt gibt: Den Homo Superior, den Übermenschen!






* Anmerkung:
Natürlich hat die hier dargestellte Art des Übermenschen nichts mit dem von Friedrich Nietzsche dargestellten Ideal zu tun. Dieser entsteht ja weniger durch Evolution, als aus sich heraus, in dem der Mensch das Mensch-sein überwindet. Mit einem wie auch gearteten Darwinismus oder Herrenmenschentum hat das übrigens nichts zu tun.

Mittwoch, 10. November 2010

Man spricht Deutsch!

Bevor hier einer auf die Idee kommt, ich wäre mittlerweile total vergeistigt und würde nur noch meditierend in der Ecke sitzen (oder gar levitierend *g*) und ansonsten lasziv verstört vor mich hin lächelnd durch die Gegend rennen, dem ist nicht so.

Ich krieg' schon noch alles mit, was so um mich herum geschieht.

Nur, ich habe einfach keine Lust mehr, jeden Bullshit ausgiebig zu diskutieren und zu zerreden.

Manche Dinge sind ohnehin so etwas von *passenden Begriff bitte einfügen, mir fällt gerade kein für die Öffentlichkeit tauglicher ein*, dass ich nur noch mit dem Kopf schütteln kann oder in Hohngelächter ausbreche.

Der beste Witz des letzten Wochenendes war für mich allerdings die Nachricht, dass ausgerechnet BILD jetzt den Verein Deutscher Sprache e.V. in seinen jahrelangen Bestrebungen unterstützt,  die Verwendung der deutsche Sprache als Zusatz des Artikel 22 ins Grundgesetz aufzunehmen.
Wie man unschwer oben auf der Homepage (oder muss ich bald Heimseite schreiben? Das hätte so einen gewissen Touch...naja...) des Vereins ersehen kann, wohl in der Form „Die Amtssprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch“.

Weil ich, wie ich bereits gesagt habe, darüber eigentlich so wenig Worte wie möglich verlieren möchte, verweise ich an dieser Stelle einfach mal auf den Artikel von Anatol Stefanowitsch "Die vielstimmige Gesellschaft und ihre Feinde" Er schreibt, was es auch von mir dazu auf Sachebene zu sagen gäbe, also was soll ich hier noch groß lamentieren.
Ein Zitat möchte ich dabei besonders hervorheben, nämlich wo er auf die nicht unerhebliche Tatsache zu sprechen kommt, dass die Amtssprache Deutsch schon lange gesetzlich festgelegt ist:

"Als Amtssprache -- also als diejenige Sprache, in der der Staat mit seinen Bürgern kommuniziert -- ist das Deutsche nämlich längst gesetzlich festgelegt. Das Bundesverwaltungsverfahrensgesetz lässt daran keinen Zweifel, wenn es in Paragraph 23, Abschnitt 1 unzweideutig klarstellt: „Die Amtssprache ist deutsch“(BVwVfG, Art. 23)."

Jetzt habe ich die im VDS organisierten Personen immer für durchaus intelligente Menschen gehalten, auch wenn ich ihr Anliegen nicht unbedingt unterstütze, aber mir drängt sich da doch die Frage auf, wenn Deutsch sowieso schon per Gesetz Amtssprache ist, und ich gehe mal davon aus, dass wenigstens die maßgeblichen Leute dort davon Kenntnis haben, warum und zu welchem Zweck sollte es dann bitte ihrer Meinung nach, auch noch im Grundgesetz stehen?
Ich könnte jetzt dazu beim Verein deutsche Sprache recherchieren, allerdings fehlt mir da irgendwie die Lust.

Warum BILD da nun zu gerne mitmischt, dürfte klar sein.
Im Zuge der "Sarrazin-Krise" und der nachfolgenden "Integrationsdebatte" fielen für das Blatt ja schon ein paar sehr "schöne" Schlagzeilen in bekannter Manier an und sie konnte das Thema, ebenso nach bekannter Masche, zwar nicht immer ganz korrekt, dafür aber populistisch aufbereitet, ausschlachten und ihre Halbwahrheiten an die breite Masse verkaufen.
Da passt ein "Deutsch muss ins Grundgesetz" natürlich hervorragend ins Konzept, besonders weil man ja, ganz im Sinne vom Slogan "BILD hift",  einen renommierten Verein unterstützt.
Schon im Septemper titelte die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe ja, grammatikalisch etwas holprig, wohl damit es der Durchschnitts-Bildleser auch versteht, "Deutsch sprechen soll ins Grundgesetz" und zitierte dort den CSU-Generalsekretär Dobrindt:
„Der Schutz der deutschen Sprache gehört im Grundgesetz verankert. Respekt vor unserer deutschen Sprache ist Respekt vor unserer Kultur und unserem Land, den wir von allen einfordern, die bei uns leben. Ohne gemeinsame Sprache gibt es keine wirksame Integration. Wer sich der deutschen Sprache verweigert, verweigert sich der Integration in Deutschland.“
(das muss für BILD und Sarrazin-Sympathisanten ja das reinste Fest gewesen sein: deutsche Sprache, Respekt, Kultur und Intergration in einem einzigen Absatz. Quasi, ein deutsches Überraschungsei! Fehlte eigentlich noch ein "christlich", dann wäre es perfekt gewesen. Ach ja, das "C" in CSU ) 

Was der populistische Aktionismus der BILD für Folgen auf deren Stammleserschaft haben wird, kann ich mir jedenfalls lebhaft vorstellen. (bzw. kriegt man ja gerade als Nutzer der Öffentlichen Verkehrsmittel tagtäglich schon mit, wenn man die Gespräche der Leute verfolgt)

Jetzt rennen zu allem Überfluss auch noch überall selbsternannte "Rettet-unsere-Muttersprache-Nazis" durch die Gegend, wo es doch schon vor lauter "Garten-Nazis", "Blockwarten" und "Kulturbewahren" mit Salzstängchen und Pulle Bier in der Hand vor dem mit Zierdecken geschmückten Fernseher, derweil der "Röhrende Hirsch" dabei aus dem Bild über dem Sofa zuguckt, nur so wimmelt.
Können zwar kaum einen grammatikalisch korrekten Satz formulieren, der über die Grundform (Subjekt-Prädikat-Objekt) hinausgeht und gucken einen immer mit wässrigen Augen an, wenn man Worte benutzt, die über BILD-Zeitungsniveau hinausgehen, wobei es sich noch nicht mal um was besonders ausgefallenens handeln muss, aber "bewahren" wollen sie die deutsche Sprache trotzdem, weil da kommt das Wort teutsch...äh..deutsch drin vor und es geht ja auch irgendwie um Integration und Kultur und gegen die Anderen, die Dingens, die Ausländer. Wer seine Füße unter unseren deutschen Tisch(Made in Sweden) stellt, der hat auch Deutsch zu sprechen...jawoll!
( Klischee, ich weiß, gönne ich mir auch gelegentlich.)

Leute, ihr merkt, dass ich bei dem Thema schwer ernst bleiben kann.
Ich mache mich jetzt auch nicht generell über das Anliegen des VDS  lustig, auch, wenn diese "Deutsch ins Grundgesetz"-Geschichte, wie bereits erläutert, überflüssig ist.
Aber, dass ausgerechnet BILD mit ihrem vulgär-rudimentären Vokabular für den Erhalt der deutschen Sprache eintritt?
Brüller!!

Mich nerven auch unnötige Anglizismen, besonders jene, die es so im Englischen gar nicht gibt, auch diese bescheuerte, eingeschleppte Genitiv-Apostroph-Sucht geht mir auf den Geist (Es heißt nicht Birgit's Hundesalon, sondern Birgits Hundesalon, aber schon Andreas' Kneipe, weil letzteres auf einem s-Laut endet - klugscheißen kann ich also auch ganz gut *flöt*) und ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ein "wo" anstelle eines "als" wenn es um einen Zeitpunkt geht, mich spätestens nach dem dritten, vierten Mal Hören an einem Tag dazu bringen könnte, einen Mord zu begehen, aber deshalb zücke ich ja nicht ständig den imaginären Rotstift und korrigiere jeden Firlefanz. Ich hab' besseres zu tun.

Hinzu kommt:
Sprache unterliegt nun eben mal einem Wandel. Vor 150 Jahren wimmelte es in der deutschen Sprache vor französischem Modeworten. Ein paar sind erhalten geblieben und zu Lehnworten geworden, der Rest verschwand wieder. Heute ist es eben Englisch, mal sehen, was in 100 Jahren gerade Mode ist.

Ich liebe meine Muttersprache, ich spiele gerne mit ihr, nutze ihre großartige Vielfalt mit Wonne und ich denke, man sollte schon darauf achten, dass man ihre Schönheit auch bewahrt.    
Dazu muss man sie aber beherrschen!

Das ist der Punkt!

Und damit meine ich eben bei Leibe nicht nur "die Ausländer".
Wenn ich mir so den Wortschatz, das sprachlichen Ausdrucksvermögen und Sprachgefühl eines Durchschnittsdeutschen anschaue, dann läuft hier im Land wirklich etwas verkehrt.
Liebe Leute, verwundert das wen wirklich?

Seit Jahrzehnten wird gerade im Bereich Bildung und Kultur von Seiten des Bundes, der Länder und der Kommunen gespart.
Aber was der Mensch nicht von klein auf lernt, das können sich nur die wenigsten selbst aneignen. Lesen hülfe schon ungemein, nun ist aber nicht jeder ein Bücherwurm (bei einigen reicht es eben auch nicht weiter als zum täglichen Konsum der BILD *fg*) und viele haben eben mangels adäquate Heranführung in jungen Jahren Berührungsängste, sich mal an anspruchsvoller Literatur oder ins Theater zu trauen. Früher kam wenigsten im öffentlich-rechtlichen  Fernsehen mal ein Kammerspiel oder eine Literaturverfilmung, die dann vielleicht Lust auf mehr machte, aber selbst dafür ist ja kein Geld mehr da. Und "Quote" kann man damit ja auch nicht machen...

Bildung ist das Schlüsselwort, wenn man sich schon über den Verfall der deutschen Kultur und Sprache aufregen möchte, wobei ja beides keine statischen  Erscheinungsformen sind. Wenn man bedenkt, was hier im Laufe der Geschichte so alles durch die engen Grenzen unserer heutigen Bundesrepublik gezogen ist und seine verbalen und kulturellen Duftmarken hinterlassen hat, dann frage ich mich wirklich, was der ganze Käse von Sprach- und Kulurerhalt eigentlich soll? (Ich bemühe jetzt nicht wieder Zuckmayers "Harras", wird mir langsam zu blöde)

Die ganze Integrationsdebatte, und da gehört die Thematik ja auch dazu, dient meiner Meinung nur dem Zweck, zu kaschieren, dass die Regierung unter den wechselnden Parteien seit Jahrzehnten im Bildungs- und Sozial-Sektor Scheiße gebaut hat.
Sie sind hausgemacht. Punkt!
Jetzt hat man einen Sündenbock gefunden, nämlich, auch und gerade von Medien, wie der BILD-Zeitung proklamierten " integrationsunwilligen Ausländer" möglichst noch, durch Adjektive wie  "übertriebene Forderungen stellend" und "sozial-schmarotzend" ergänzt, und redet sich darauf hinaus, dass es eben an dem liegt, dass hier bald keiner mehr fehlerfrei deutsch sprechen kann und von Goethe, Hölderlin, den Manns, Böll, Brecht und wie sie alle heißen mögen - obwohl, gerade die beiden letzteren sollten die Regierenden in ihrem eigenen Interesse vielleicht besser der Vergessenheit anheim fallen lassen...und gerade Heinrich Böll und BILD in einem Artikel ist auch so ein Thema - nicht den blassesten Dunst hat, von Allgemeinbildung ganz zu schweigen, und unser Land vor die Hunde geht.

So wird Überfremdung zur Wurzel allen Übels stilisiert und Integration und Leitkultur zu den Zauberworten, die alles wieder in rechte Lot bringen werden.

Mir ist es doch völlig egal, ob man Nachbar zu Allah betet oder zum Großen Bullebuh, ob er dazu in die Moschee, die Kirche oder den Tempel geht, Kaffee, Tee oder Bier trinkt und ob er dazu Tasse, Glas oder Flasche nimmt, ob er Sauerbraten isst, Baklava oder Blinis, ob er Türk Halk Müziği, Dimotiki Mousiki, deutsche Volksmusik oder Märsche hört, so lange er sie auf Zimmerlautstärke dreht, oder in welcher Sprache er sich unterhält, denkt, träumt, genauso wenig, ob er sich in Gelsenkirchener Barock einrichtet oder Teppiche an die Wände hängt.
Und ob er nun zum Zwecke des sozialen Austausches lieber die Eckkneipe oder das Kaffeehaus oder ganz was anderes bevorzugt, kann mir doch völlig gleichgültig sein.
Mir ist es auch für die Beurteilung der Person, egal, ob zum Beispiel eine Frau ein Kopftuch trägt, was im Übrigen auch bei einigen christlichen Freikirchen üblich ist (Korinther 11,2-16), so es mir auch schnuppe ist, ob jemand ein Kreuz trägt oder rote Socken.
Und erst recht, was er für Feiertage begeht.

Was hat das auch alles mit Integration zu tun?
Nichts!

Integration läuft nämlich auf einer ganz anderen Basis ab. Dazu gehört nicht nur, dass sich nur der Neue anpasst, sondern auch, dass die Alten seine Anwesenheit erst einmal trotz seiner Andersartigkeit als Fakt annehmen und dann als Teil der Gesellschaft akzeptieren, erst einmal im kleinen überschaubaren Rahmen, Arbeitsplatz und Nachbarschaft und dann irgendwann im großen Maßstab.
Es geht dabei auf beiden Seiten um Annäherung, nicht um Aufgabe der Identität.

Deutsch als Fremdsprache, stelle ich mir im Übrigen schrecklich vor, nicht so schlimm, wie französisch (hab ich mir sagen lassen, ich hatte ja Latein *smile*), aber allein schon dieses etwas Harte, wenn ich von Haus aus eine weiche Sprache spräche, und dann erst die Grammatik, die ganzen Fälle und Artikel und dergleichen. Meine Tochter lernt gerade als dritte Fremdsprache Spanisch, he, das ist dagegen kiki!
Wenn also ein Migrant deutsch nur mit Akzent und mit grammatikalisch nicht einwandfrei beherrscht, ja, meine Güte, soll ich ihn deshalb auspeitschen lassen? Ihm zu Hause oder im vertrauten Kreis seiner Landleute die Muttersprache verbieten? Nicht im Ernst, oder?

Klar, wer Deutscher werden will, also die Staatsangehörigkeit annehmen möchte, sollte unsere Sprache schon in dem Maße beherrschen, dass er sich verständlich ausdrücken kann. Können ohnehin die meisten unserer "immigrierten" Mitbürger. Die sind ja auch nicht blöde! Ob sie es denn auch tun, ist ja eine andere, nämlich ihre, Sache, so wie es auch meine Sache ist, welche Sprache ich denn nun gerade bevorzuge.

Aber es nutzt ja auch nichts, wenn ich mich stur stelle, wenn der andere sich nicht adäquat deutsch ausdrücken kann oder will, nach dem Motto "Lern erst einmal gescheit deutsch, bevor du was von mir willst!"
Allerdings hätte ich dann endlich meine Ruhe, ich verstehe teilweise 50% der Leute nicht, mit denen ich täglich verbal verkehren muss und dabei handelt es sich nur zu einem verschwindend geringen Anteil um Allochthone.
Aber da gibt es ja immer noch Nachfragen und als letztes Mittel, Reden mit Händen und Füßen.
Im Übrigen, von wegen Frauen, der ersten Generation, die seit Jahren in Deutschland leben und immer noch nicht oder kaum die Grundlagen des Deutschen beherrschen: Die hatte teilweise nicht die Zeit und die Möglichkeit einen Sprachkurs zu besuchen, weil die nämlich Haushalt und Kinder an den Hacken hatten. Die mussten die Sprache also über den alltäglichen Kontakt erlernen. Dabei wäre es hilfreich gewesen und war es in der Tat in vielen Fällen, wenn die Einheimischen auch ihrerseits den Kontakt gesucht hätten, und das einfach so und mit viel Geduld und ohne großen Erwartungen.

Ich kann auch ziemlich gut Englisch, ich schau mir auch Filme und Serien lieber im englischen O-Ton an, aber mangels Gelegenheit und aufgrund meines eigenen bescheuerten Perfektionismus, hapert es bei mir mittlerweile mit dem Mut es auch zu tun, wenn ich nicht unbedingt muss. Verstehen kann ich alles, lesen und besonders schreiben ist auch kein Problem (letzteres, weil ich da genug Zeit habe, an der Grammatik herumzupfeilen, bis es perfekt ist). Ich wäre also im englischsprachigen Ausland nicht völlig aufgeschmissen, aber ich bräuchte eben auch meine Zeit, wieder in die Sprache rein zu kommen und würde mich wahrscheinlich erst einmal tierisch blamieren, weil mir gerade die passende Vokabel oder das Idiom nicht einfiele. Von Schilderungen komplexer Gedankengänge oder Sachlagen auf Gefühlsebene ganz zu schweigen. Und ich beherrsche die Sprache ja eigentlich schon!

Aber, wie gesagt, die Ursachen für die augenblickliche Situation sind vielschichtig und eben nicht mit medienwirksamen Schlagworten zu benennen und ebenso wenig sind sie mit eben solchen Allgemeinplätzen wie "Lernt Deutsch!", "Passt euch an!" zu beheben. 
Sowas will aber keiner hören.

Der Punkt ist, dass Medien wie die Bild-Zeitung Feindbilder erzeugen oder schon bestehende verfestigen, was zwar gewissen Herrschaften sehr gut in den Kram passen dürfte, aber dies alles mit der Realität als solcher sehr wenig zu tun hat.


"Nazis" ist in diesem Fall übrigens keine Anspielung auf irgendeine politische Richtung und ich möchte damit keineswegs jemandem so etwas unterstellen, sondern wird hier von mir in dem Kontext mehr als Sammelbegriff für eine bestimmte Art Mensch, genutzt die leicht verbiestert immer über die Einhaltung gewisser "Richtlinien" wacht. "Garten-Nazis" z.B. kontrollieren gerne das Wachstumspotential der nachbarlichen Hecken, wachen darüber, ob sich vielleicht feindliches Laub aus dem Garten nebenan auf ihr Terrain verirrt und weisen ihre Mitmenschen gerne darauf hin, dass sie ihr "Unkraut" doch bitte mit Stumpf und Stiel ausrotten müssen, bevor der Wind die Samen auf ihren, jeden Samstag mit dem Lineal gemähten englischen Rasen wehen kann.
Blockwarte tun ähnliches in Siedlungen und Mehrfamilien-Häusern. Geht sie zwar eigentlich einen feuchten Kehricht an, ob man seinen Müll sortiert oder bei der Treppenhausreinigung auch ja jede Stufe zweimal wischt, einmal nass und einmal halbtrocken, aber sie betrachten es trotzdem als ihre Lebensaufgabe. Sind auch die Patienten, die ab 22 Uhr die Haustür abschließen, weshalb man dann um 23 Uhr noch mal genötigt ist, runter zu rennen um den Besuch rauszulassen, damit der nicht im Parterre übernachten muss.

Überhaupt weise ich darauf hin, dass ich mich gerade bei der Schilderung des BILD-Lesers hier der gleichen Polemik, Stereotypen und klischeehaften Darstellung bedient habe, die dieses Medium seit Jahr und Tag dazu nutzt, ihre Botschaft unter das Volk zu bringen und damit leider mittlerweile zu einer der Meinungsmachern "Nummer Eins" avanciert ist. 
"BILD dir eine Meinung"
Am besten gleich auf Seiten wie dieser!

Und nennt mich ruhig arrogant, aber ich bin nun einmal der Meinung, jeder halbwegs gebildete Mensch wirft bloß einen Blick in die BILD und wendet sich mit Grausen ab. Ich guck' auch mindestens einmal die Woche rein, wenn ich bei meinem Vater bin. Reicht mir dann völlig und ich bin immer dankbar, wenn ich mich nicht beruflich doch mal öfters mit diesem Blatt beschäftigen muss.

(Übrigens auch so ein Dingen: mein Vater ist, meines Erachtens, ein überdurchschnittlich belesener und weltgewandter Mensch, dem so schnell keiner ein X für ein U vermachen kann, aber diese Zeitung liest er mit Hingabe..natürlich nur wegen des Sports...höhö...und dann haut er mir in einer Diskussion eben mit Phrasen wie aus diesem Blättchen entsprungen die Beine weg. Letzten Donnerstag erst, ich sag nur Gorleben und S21 (alles Randalierer und Berufsquerulanten!)...boah...Fatter!...okay, er wählt auch seit Bestehen der BRD die schwarze Pest, als Oberbilker Arbeiterjung und atheistischer Freidenker! War meinem Bruder und mir immer ein Rätsel, aber okay, sein Bier!)


Upps, ist doch etwas länger geworden, als ursprünglich beabsichtigt...

Sonntag, 31. Oktober 2010

Von Wahrheiten, Weisheiten, Parolen und der gefährdeten Freiheit

"Im Allgemeinen bin ich der Ansicht, dass alle großen Religionen dem Menschen potentiell von Nutzen sind und dass sie feine Menschen hervorbringen können, Menschen mit einem guten, mitfühlenden Herzen.

Ein Wechsel der Religion kann allerdings zu emotionalen und intellektuellen Schwierigkeiten führen.
Deshalb sage ich immer, dass es besser ist, der eigenen Religion zu folgen.
England ist beispielsweise ein traditionell christliches Land und es könnte für die Menschen hier besser sein, der christlichen Religion zu folgen.
Es gibt aber auch Menschen, die mit der eigenen religiösen Tradition wenig anfangen können, genauso  wie es Menschen mit radikal atheistischen Anschauungen gibt.
Für sie könnte die Art und Weise, wie die Dinge im Buddhismus erklärt werden, interessant sein. Und dann ist es sicher auch gerechtfertigt, dem Buddhismus zu folgen.
Im Allgemeinen denke ich, dass es besser ist,  wenn der Geist mit religiösen oder geistigen Dingen vertraut und nicht vollkommen ungeschult ist. Wenn sich also jemand wirklich stark von den Anschauungen und der Art der Schulung des Geistes im Buddhismus angesprochen fühlt, ist es außerordentlich wichtig, dass sie oder er zuerst gründlich darüber nachdenkt. Erst wenn man zu der Überzeugung gelangt ist, dass dieser Weg für einen selbst wirklich geeignet ist, sollte man ihn als die eigene, persönliche Religion betrachten.

Ein weiterer wichtiger Punkt, denn es zu beachten gilt, ist der Folgende:
Wenn wir uns einer neuen Religion zuwenden, neigen wir dazu unsere frühere oder die traditionelle Religion unseres Landes zu kritisieren und für unzulänglich zu erklären, um unsere persönliche Entscheidung zu rechtfertigen. Es liegt in der Natur des Menschen, ist aber nicht richtig.
Denn erstens ist noch lange nicht gesagt, dass eine Religion, die man für sich ungeeignet findet, für Millionen Menschen ebenfalls ungeeignet oder wertlos ist.
Da wir allen Menschen mit Respekt begegnen sollen, müssen wir auch die verschiedenen religiösen Systeme respektieren, denen andere folgen.
Darüber hinaus hat die frühere Religion, der man angehörte, das gleiche positive Potenzial wie alle anderen Religionen auch: Bestimmten Menschen von Nutzen zu sein.
Ganz offensichtlich haben die Auffassungen des Christentums auf viele Menschen eine größere Wirkung als die des Buddhismus.
Es hängt von den geistigen Voraussetzungen des Einzelnen ab.
Daher sollten wir dieses Potenzial in jeder Religion respektieren und auch jene Menschen, die diesen Religionen folgen.

Zweitens werden wir uns der Vielzahl unterschiedlicher religiöser Systeme und Traditionen bewusst und viele Menschen bemühen sich heute um eine echte Harmonie unter ihnen.
Ein Beispiel dafür ist die Interreligiöse Zusammenkunft über Religion und Natur in Assisi 1986.

Ich denke, dass es immer mehr interreligiöse Vereinigungen geben wird und dass religiöser Pluralismus allmählich Fuß fasst.
Das finde ich sehr ermutigend. In einer Zeit wo Menschen sich in vielen Bereichen um ein echtes Verständnis der Religionen untereinander bemühen, könnte unsere Kritik unserer früheren Religion mehr schaden als nützen.
Aufgrund solcher Überlegungen sollten wir deshalb anderen Religionen gegenüber eine respektvolle Einstellung beibehalten.

Ich wollte diese Gedanken vorausschicken, denn wenn ich mit den Erklärungen der vier edlen Wahrheiten beginne, werde ich behaupten und begründen, das die Auffassungen im Buddhismus die besten sind.
Und wenn sie mich fragen würden, welche Religion für mich persönlich die beste ist, würde ich ohne zu zögern antworten: "Der Buddhismus"

Aber das heißt nicht, dass es für jeden anderen auch die beste ist. Ganz sicher nicht!

Wenn ich also im Verlauf der Erklärungen sage,  dass ich den Weg des Buddhismus für den besten halte, sollten sie das nicht missverstehen.
Außerdem möchte ich betonen, dass ich nicht einfach aus Höflichkeit oder Diplomatie sage, alle Religionen hätten ein großes Potenzial.
Es können nun einmal nicht alle Menschen Buddhisten sein. Das ist offensichtlich, ob es uns gefällt oder nicht. Und ebenso können nicht alle Menschen Muslime oder Christen sein.

Auch zu Lebzeiten Buddhas wurden durchaus nicht alle Inder Buddhisten. Das sind Tatsachen.

Ich habe nicht nur Bücher über andere Religionen gelesen, sondern bin auch wirklichen Praktikern anderer Religionen begegnet.
Wir haben über tiefe spirituelle Erfahrungen gesprochen, ganz besonders über die Erfahrung von liebender Güte und ich habe gespürt, wie echt und stark diese Einstellung in ihrem Geist verankert ist. Ich schließe daraus, das diese Religionen das Potenzial haben, ein gutes Herz zu entwickeln.

Es geht nicht darum, ob wir die philosophischen Anschauungen anderer Religionen persönlich mögen oder nicht. Für einen Nicht-Buddhisten mag die Vorstellung von nachfolgenden Existenz und einem Zustand der "Nirwana" genannt wird, vielleicht absurd klingen.
Buddhisten wiederum erscheint die Idee von einem Schöpfergott unlogisch.

All das ist aber im Grunde genommen unwichtig, denn in Wirklichkeit geht es darum, dass ein Mensch mit negativen Eigenschaften durch die Herangehensweise dieser unterschiedlichen Traditionen und Systeme zu einem guten, positiven Menschen werden kann.
Es ist der eigentliche Zweck einer Religion und auch das Ergebnis der Anwendung von Religion.

Schon allein deshalb sollte man andere Religionen respektieren."
Auszug aus der Einleitung "Dalai Lama, 'Die Vier Edlen Wahrheiten – Die Grundlage buddhistischer Praxis'", dem Autor als Hörbuch vorliegend.


Zur Erläuterung:

Ursprünglich hatte ich diese Transkription, aus der ich hier einen Auszug zitiere, nach dem Genuss des Hörbuches damals lediglich für den rein privaten Gebrauch angefertigt, ohne die Absicht, sie je zu veröffentlichen.
Einfach, weil Seine Heiligkeit (Ich nenne den Mann nicht so, weil das sein Titel ist, sondern weil ich damit seinen Erkenntnisstand honoriere) damit eine relative Wahrheit ausspricht, die meiner eigenen sehr nahe steht.

Er bringt darin für mich elementarste Grundlagen, die für menschliches Zusammenleben unabdingbar sind, auf den Punkt.
"Alle Worte sind heilig und alle Propheten wahr; ausgenommen nur, daß sie ein wenig verstehen; " AL. I.56
In erster Linie bezogen natürlich auf Religion und Weltanschauung.

Aber wenn man einmal darüber nachdenkt, dann erkennt man auch, dass diese Punkte, die er hier anspricht auch auf kulturelle Ebene übertragen könnte.


Warum veröffentliche ich diesen Auszug hier nun doch, und ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt?

Weil mich zur Zeit die allgemeine Stimmung, gelinde gesagt, ziemlich beunruhigt.

Da wird mir wieder zu viel von "Deutscher Leitkultur" gefaselt, die ja, wenn sie überhaupt existiert,  mit viel gutem Willen gerade mal 140 Jahre alt wäre (2. Reich!), und eigentlich ja nur von Herrn Seehofer wieder aufgewärmt wurde, zu dem Zweck "die rechten Spinner [zu] verhindern", und keineswegs, weil seine Partei zur Zeit einen "Rechtsdrall" anstrebe (mit anderen Worten, der möchte sich schon mal, in Hinblick auf die nächste Bundestagswahl und die bisher eher bescheidene Zwischenbilanz der derzeitigen Regierung und daher nicht mehr so ganz positive Prognose seiner Partei bezüglich der Wählergunst,  potentielle Rechtsaußen-Wähler sichern.)
Gemeint ist ja sowieso eher "christliche Leitkultur", was Frau Merkel ja mittlerweile auch offen ausgesprochen hat: “Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht." Wer das nicht akzeptiere, "der ist bei uns fehl am Platz"”

Meinen tat sie natürlich "die Ausländer", allerdings, nachdem ich mich ja mittlerweile aufgrund einer Antwort der schwarz-gelben Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion vom Juni dieses Jahres als "Linksextremist" fühlen darf,
" Mit dem Begriff Linksextremismus werden nach übereinstimmender Definition
 der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder Bestrebungen von
 Personenzusammenschlüssen bezeichnet, die an Stelle der bestehenden Staats-
 und Gesellschaftsordnung eine sozialistische bzw. kommunistische Gesellschaft
 oder eine „herrschaftsfreie“, anarchistische Gesellschaft etablieren wollen und
 ihr politisches Handeln an revolutionär-marxistischen oder anarchistischen
 Ideologien orientieren."
bin ich als nun mehr potentieller "Sachbeschädiger", "Gewalttäter" und "Brandschatzer" und zudem noch "Nicht-Christ" dann doch etwas verunsichert, ob ich denn hier noch ein Bleiberecht habe.
(Und unter akuter Zeitnot! Ich bin doch sowieso schon die halbe Zeit meiner Tage unterwegs, Jungfrauen und Haustiere zum Zwecke der Opferung zu organisieren, wann soll ich denn da noch Zeit finden, meinem neu hinzugekommenen Status gerecht zu werden...?)

Aber auch das ist immer noch nicht der eigentliche Grund, warum ich obiges Zitat veröffentlicht habe.
Immerhin darf ich mir ja noch Hoffnungen machen, nicht aus dem eigenen Land geschmissen zu werden, weil wir ja immer noch über ein Grundgesetz verfügen, dass mir bestimmte Grundrechte einräumt. Zum Beispiels Religions- und Bekenntnisfreiheit, sowie das Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, und das Recht einem Verein beizutreten oder zu gründen.
Noch dazu leben wir ja in einem aufgeklärten, säkularisierten Staat und nicht in einem dieser bösen, gefährlichen Gottesstaat, wie diese ganzen Kameltreiber...


Und nun nähern wir uns mit riesen Schritten der Auflösen.
Da wir ja hier bald alle dem Dschihad zum Opfer fallen werden, man als Frau kaum noch unverschleiert auf die Straße gehen kann, und bald kein Schweinefleisch mehr zu kaufen bekommt, sprechen ja mittlerweile nicht nur der Stürmer die BILD und vergleichbare Medien davon, dass es ein super Idee wäre, die, eben in den Grundrechten, verbriefte Religionsfreiheit einzuschränken, und das "Gesunde Volksempfinden" diskutiert diese Möglichkeit fröhlich mit, derweil sich mittlerweile im Zuge der Anti-Islam-, Anti-Terrorismus-HysterieKampagnen (was ja im Prinzip auch dasselbe ist...) auch neue Parteien bilden, die FREIHEIT zwar auf ihre Fahnen geschrieben haben, aber eigentlich nur die eigene und nicht der Anders-Gläubigen und Anders-Denkenden meinen dürften.

Was mich daran nun wirklich ankotzt, ist, dass diese Einstellung, die ja mittlerweile schon die viel zitierte "Bürgerliche Mitte" erreicht hat, nun langsam auch in den Köpfen von Leuten wurzeln schlägt, von denen man es eigentlich nicht annehmen sollte, sei es, aufgrund ihres Glaubens oder ihres Bildungsstandes.

Sorry, wenn ich in eine urdeutsche Kneipe (Stichwort "Deutsche Leitkultur"!) gehe, dann erwarte ich nicht mehr als Stammtischparolen, wenn ich aber im Rahmen politischer oder intellektuell nicht ganz so abgründiger Basis diskutiere, dann erwarte ich doch ein wenig mehr Hintergrundwissen und Willen oder Fähigkeit zur Differenzierung und Argumente und keine populistischen Parolen oder Totschlagargumente.
Und nebenbei soviel Sinn zur Selbstreflektion, dass man merkt, wohin man mit dem Mist, den man da nachplappert,  gerade die Uhr zurückdreht.
Aber Restauration liegt ja zur Zeit sowieso wieder voll im Trend...


Ich bin gerade etwas angesäuert, nö, ich bin ehrlich gesagt wirklich empört und stocksauer...

"Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe."
Winston Churchill

Remember, Remember....



PS:
Wenn jetzt Verwirrung aufkommt, wo genau jetzt der Bezug zwischen dem Vorwort des Dalai Lama und der darunter stehenden Begründung zu finden ist, nicht wundern, die Adressaten werden die Botschaft verstehen, einige "Insider" ebenfalls.   *fg*