"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


Dienstag, 13. September 2011

Letzte Gelegenheit: Petition - Verbot der Vorratsdatenspeicherung vom 15.03.2011

Ich nerve ja bekanntlich gerne, wenn ich denke, dass es wichtig ist und nachdem ich es jetzt schon auf FB und auf Google+ verbreitet habe, jetzt auch hier:


"Heute läuft die Frist für die 50000 Grenze der VDS-Petition ab. 
Aktuell haben wir leider "erst" 31200 Mitzeichner."

Worum es dabei konkret geht entnehmt ihr bitte dem genauen Wortlaut der Petition, den ihr unter folgendem Link findet:
 

Hier geht es um eure Privatsspäre, wie Informationen über die sozialen Beziehungen (einschließlich Geschäftsbeziehungen), eure Bewegungen und die individuelle Lebenssituation (z.B. Kontakte mit Ärzten, Rechtsanwälten, Betriebsräten, Psychologen, Beratungsstellen usw.), die ohne konkreten Anlass oder Verdacht gesammelt werden sollen!

Darf ich mal diskret darauf hinweisen, dass als es um den Hoax "Verbot von Heilkräutern" ging über 100.000 unreflektiert unterschrieben haben?

Es kann doch nicht angehen, dass eine so wichtige Petition nicht mal die benötigten 50 000 Stimmen erhält.

Samstag, 10. September 2011

Pfadarbeit

Watchmen...kennt der eine oder andere vielleicht. Weniger den Comic, als wohl eher den Kinofilm. Mein Tip: Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann schaut euch den Ultimate Cut an, obwohl ich jetzt gar nicht weiß, ob er überhaupt in Deutsch erhältlich ist!

Was viele nicht wissen, Alan Moore, der Schöpfer der "Watchmen", aber auch so bemerkenswerten Werke wie "V for Vendetta", "From Hell" und  "The League of Extraordinary Gentlemen" - wer die Comics kennt, kann über die Filme nur noch müde lächeln! - oder auch "Hellblazer" und "Promethea", ist "einer von uns", einer von  - Vorsicht! Ironie!- der dunklen Seite der Macht.  Was ja lediglich bedeutet, dass man keinem anderen Stern folgt, als nur seiner eigenen tiefen Erkenntnis.
Man glaubt ja gar nicht, was diese Tatsache für Angst und Schrecken verbreiten kann, nicht nur unter Abrahamiten... dazu aber vielleicht in einem späteren Beitrag mehr...

Zurück zu den "Watchmen", die mich neben "V for Vendetta" am meisten angesprochen und zum Nachdenken angeregt haben und die schon auch einen Teil meiner privaten Schatten- und somit Pfadarbeiten ausmachen.

Dazu gehört eben auch, zu erkennen, wie unsinnig sich für mich mittlerweile eine dualistische Ordnung, nicht nur unterteilt in gut und böse, sondern auch in richtig oder falsch, darstellt.
Kommt das nicht auf die Situation an?
Oder den Preis, den man bereit ist, für seine Entscheidung zu zahlen? Und solche Entscheidungen trifft man jeden Tag, ach was, jede Sekunde unsere Daseins.

Natürlich hat jeder von uns ein Ideal im Kopf, und verfügt über eine innere Ethik und Moral - im Gegensatz zu der, die man von außen, durch kulturelle oder soziale Einflüsse aufgepfropft bekommt und von denen manche tatsächlich denken, es wäre ihre höchst eigene - gegen die man eigentlich nicht verstoßen möchte, aber manchmal steht man leider vor der Entscheidung, auch diese zu opfern, um - auch wenn es paradox klingt - genau dieser, und sich selbst treu zu bleiben.
"Manchmal muss ein Freund zu einem Feind werden, um ein Freund zu bleiben!" Ein Zitat aus den "Schwarzen Juwelen" von dem ich weiß, dass zumindest einer derer, die meinen Blog lesen, es verstehen wird.

Es gibt keinen einfachen Weg, kein "So und nicht anders". Mich verwirrt es mittlerweile, wenn ich auf jemanden treffe, der so etwas auch nur in Erwägung ziehen kann.

Und so geht es mir:

Ich fühle mich ständig zwischen Rorschach, Dr. Manhattan und Ozymandias , aber auch dem Night Owl, der zweiten Generation hin und her gerissen. Alle sind ein Teil meiner Persönlichkeit, mal überwiegt der eine, mal der andere. (Wenn ich ehrlich bin, selbst ein kleiner "The Comedian" ist latent vorhanden, auch wenn mir dieser Charakter zu tiefst zu wider ist.)
Mal überwiegt der eine, mal der andere.
Darum weiß ich, warum am Ende der Tod durch Dr. Manhattan für Rorschach eine Erlösung und keinen Verrat darstellt.


Gerechtigkeit mag ein hehres Ziel sein, aber es ist im Grunde nur ein Abstraktum, ein überkommenes Prinzip, das nur zeitweilig Bestand haben kann. 


Wie sagt Dr Manhattan zuletzt so treffend:
"I can change almost anything... but I can't change human nature." 

Ich weiß genau, was er meint!




Am Ende bleibt, wie immer die ultimative Erkenntnis: "Alles hat seinen Preis!"








Sonntag, 8. Mai 2011

Von Glauben und Torten

Ich muss noch mal auf das, was ich in meinem Beitrag über "Mein Thelema" geschrieben habe, zurückkommen.

Was Thelema betrifft, wird man, wie dargelegt, oft mit der Gleichsetzung "Thelema-Liber al vel Legis - Aleister Crowley" konfrontiert.
Dazu schrieb ich ja bereits in obigen Beitrag:
"Sowieso, die Gleichsetzung der Person Aleister Crowley mit Thelema ist so ein Punkt, der immer wieder falsch interpretiert wird. Er war zwar der Prophet des Neuen Aeons und somit von Thelema, schon allein durch die Niederschrift des Liber Al vel Legis, aber weder hat er jemals behauptet, dass er genau wüßte, was er da "verbrochen" hat, noch hat er jemals verlangt, dass man ihm folgen sollte. Thelemiten akzeptieren lediglich das Liber Al als Das Gesetz des Neuen Aeons!
Sie sind eben keineswegs samt- und sonders Crowley-Jünger, die in ihm ihren Guru sehen. Es gibt da welche, und die haben meiner Meinung nach einen Sprung in der Schüssel, und Uncle Al würde mir da beipflichten, es gibt auch Crowleyaner, die was der Mann geschrieben und gesagt hat, klasse finden, aber genauso viele Thelemiten lehnen die Privatperson als solche rund heraus ab.
Der Privatmensch Edward Alexander Crowley ist nicht zu verwechseln mit demjenigen, der zum Teil Werke geschrieben hat, die, meiner Meinung nach, seiner Zeit weit voraus waren. Er lebte sein Thelema, wie ich das meine, und -zig tausend andere Thelemiten eben das ihre. Alles Wahre Willen, die ihr großes Werk vollbringen. Ihres, nicht das eines anderen. "
Es ist nun mal so, dass ein jeder, der sich Thelemit nennt, die Offenbarungsschrift, Das Gesetz, wie wir es nennen, akzeptieren muss. Wie er sie nun für sich deutet ist allerdings jedem selbst überlassen, also höchst eigene Privatsache. Und damit eben auch geprägt von seiner höchsteigenen Spiritualität.

Genau das ist der Punkt, wo ich noch einmal ansetzen möchte.

Obwohl es sich also, wenn man denn davon ausgeht, dass Thelema auch eine religiöses Konzept darstellen kann, dabei um eine sogenannte Offenbarungs-Religion handelt, und damit, wenn man mal den Terminus "Gott" gegen "Höheres Wesen" austauscht, durchaus in diesem einen Gesichtspunkt mit den abrahamitischen Religionen, aber auch dem Hinduismus in einer Reihe genannt werden könnte, so ist es eben auch ein von der persönlichen Interpretation eines höchst kryptischen Textes, der persönlichen Parallelen, die man dazu ziehen möchte und, was am wichtigsten ist, wie ich finde, durch ureigenes Erfahren und Erleben geprägtes Konzept.


Und damit bewege ich mich mal weg von speziellen Religionen, Weltanschauungen und Philosophien, hin zum Kern meines Problems.

Nur, weil es da nun ein Buch gibt, heißt das noch lange nicht, dass jemand, der es liest auch weiß, wie die einzelnen Menschen, für die es wichtig ist, dieses als Individuen für sich interpretieren, wie und in weit es ihren Glauben beeinflusst oder wie sie handeln und leben.

Es ist eben dieses Festnageln auf Schrifttum, egal welcher Art, ob nun Liber Al, Bibel, Tanach und Talmud, Koran, Veden, Avesta oder auch eben Edda und weiß der Himmel was noch. Selbst reine Erfahrungs-Religionen wie beispielsweise der Buddhismus sind davor nicht sicher.

Verfügt ein religiöses Konzept oder eine Weltanschauung über schriftlich fixierte Offenbarungen, aber auch Geschichts-, Sprüche- oder Legendensammlungen, also schriftliche Aufzeichnungen jedweder Art, dann liegt es nahe, sie als feste Definition des Glaubens zu nutzen.

Es sind aber eben keine "Gebrauchsanleitungen", die einem wortwörtlich eine Schritt-für-Schritt-Anweisung geben, so und nicht anders solle es gemacht (geglaubt, gedacht, gefühlt) werden. Und ganz sicher kein spiritueller Arbeitsvertrag.

Nun weiß man ja gemeinhin, wohin das Wortwörtlich-Nehmen religiöser Aufzeichnungen seitens  Gläubiger führt. Fundamentalismus. Und der ist nun leider nicht nur in den abrahamitischen Religionen zu finden. Häufig zu recht kritisiert, führt er doch weg vom lebendigen Glauben, hin zu einem meist starren, einengenden Korsett überkommener Zeiten.

Aber mir geht es hier weniger um die Nutzung von Überlieferungen zur Selbstdefinition, sondern eben um die Definition von Außen...obwohl...eigentlich um beides.


Hat sich jemand schon einmal Gedanken gemacht, warum selbst für den Begriff "Religion" keinerlei wissenschaftliche allumfassende Festlegung existiert? Die Bandbreite der Komplexität der verschiedensten Erscheinungsformen, nicht zu vergessen das Zusammenspiel von sozialen und kulturellen Aspekten, die da hineinspielen, die eine solche abdecken müsste, um ein wenigstens annähernd gültiges Einvernehmen  zu erzielen, wäre einfach zu groß.

Auch das weite Feld der Philosophie steht vor demselben Problem. Es gibt nicht die Philosophie, sondern eine Vielzahl von Erklärungsversuchen zur Existenz und dem Sinn des Daseins über tausende von Jahren, die teilweise aufeinander aufbauen, sich aber eben auch teilweise eklatant widersprechen.  Es geht um Wahrheitssuche durch den Logos, der Vernunft, im Gegensatz zum Ansatz der Religion, die ihre "Wahrheit", ihre Weisheit, meist aus einem Mythos bezieht, obwohl es da eben auch Überschneidungen gibt.

Hinzu kommt, dass man ja nicht einmal genau sagen kann, was "Glauben" eigentlich ist. Eine Annahme, eine Vermutung, im Gegensatz zur Gewissheit?
Aber ich weiß, weil ich es er-lebe...! Für mich ist es keine Wahrscheinlichkeitsvermutung, sondern Teil meiner Wirklichkeit, da ich es empfinde...
Und nun?

Selbst der oft in diesem Zusammenhang benutzte Begriff der Spiritualität ist nicht wirklich fest definiert, abgesehen davon, dass er oft zu einem reinen Kampfbegriff verkommt, der vom rein geistigen bis hin zu eben der Hilfsvokabel für "Glauben, aber mehr als glauben" alles abdecken soll.

Denn Religiosität, Spiritualität, Glauben, ist eben etwas was weit über den bewussten Vorgang des Denkens hinaus geht.

Es ist, wenn man sich dafür öffnet, auch ein Rausch der Sinne, vergleichbar mit dem ersten Biss in ein Stück köstlicher, sahnige Torte.
Wow, himmlisch!
Erst nach diesem ersten rein gefühlsmäßigen Erfahren setzt dann das Reflektieren, das Denken ein:
Das Herausschmecken der einzelnen Zutaten, das Trennen von Zucker, Sahne, Boden, und waren da nicht Erdbeeren und eine Spur von Vanille und vielleicht ein Hauch von Mandeln und Marzipan?
Dann wird man höchst wahrscheinlich nach dem Rezept fragen oder es suchen, um sich zu vergewissern, ob seine Empfindungen richtig waren. Möglicherweise wird man dabei dann feststellen, dass man eine oder mehrere der Zutaten eigentlich gar nicht mag. Trotzdem wird man die Torte möglicherweise nach backen. Vielleicht ersetzt man dabei einfach die ungeliebte Zutat gegen etwas, was man mehr mag. Das Ergebnis wird sich zwar von der ersten Torte unterscheiden, aber doch sehr nahe am Ausgangsgeschmack liegen, vielleicht besser oder vielleicht auch nicht ganz so gut schmecken, aber das Erfahren des ersten Bissen dieser eigenen Kreation wird wieder eine Sinneserfahrung. Vielleicht komme ich dann sogar auf den Geschmack und experimentiere weiter mit den unterschiedlichsten Zutaten, um immer neue Kreation zu schaffen und meine Sinne immer wieder aufs Neue anzuregen.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, dass man sich genau ans Rezept hält, obwohl man eine Zutat ablehnt, sie vielleicht auch gar nicht verträgt. Das kann auch gut klappen, auch wenn man dafür Nebenwirkungen in Kauf nehmen muss. Es kann aber auch dazu führen, dass man entweder den Sinnesrausch vom ersten Tortengenuss vermisst - weil man ja weiß, was jetzt so alles in dem Kuchen drin steckt - oder aber sich irgendwann an den Geschmack so sehr gewöhnt, dass man gar nicht mehr nachvollziehen kann, was das denn gewesen sein könnte, dass beim "ersten Mal" so berauschend gewesen ist.

Und dann kann es noch passieren, dass einem, wie man es auch für sich nun handhabt, jemand daher kommt und einem anhand des Grundrezepts erklären möchte, warum die Zutaten genau diesen Effekt auslösen oder er der Meinung ist, dass man mit diesen Zutaten überhaupt gar nicht zu diesem Ergebnis kommen kann.

Möglicherweise gerät man auch  an einen Ernährungsberater, der darüber doziert, wie schädlich die Torte doch ist: Zuviel Fett, zuviel Zucker, zuviel weißes Mehl und diese oder jene Ingredenz steht in dem Verdacht Allergien oder gar Krebs zu verursachen.
Ein Vegetarier oder Veganer  wird sich auch darüber auslassen, was er alles an dem Rezept ändern würde, damit die Torte seiner Einstellung entspricht.
Oder aber, jemand wedelt mit dem Ausgangsrezept und regt sich tierisch darüber auf, dass man sich daran nicht gehalten hat und es abgewandelt hat, so dass es sich dabei gar nicht mehr um eine, meinetwegen, "Erdbeer - Marzipantorte" handelt.


Meine Auffassung dazu ist, wenn jemand die Torte denn anders oder besser hinzukriegen meint, er dies doch bitte tun möchte und wenn ihm meine nicht behagt, er sie ja nicht zu essen braucht. Er soll nur mir bitte meinen "Sinnesrausch" lassen, wie ich ihm wünsche, dass er für sich etwas ähnlich köstliches findet. Geschmäcker sind halt verschieden!

Aber wenn er mich bei jedem Happen meiner, meine Sinne betörenden, fluffigen, sahnig-cremigen Tortenkreation permanent mit seinem Gesabbel mein kosmische Erlebnis versaut, dann muss er sich nicht wundern, wenn ich ihn irgendwann anschreie:
"Halt's Maul und schau aus dem Fenster!"

Wem jetzt bei dem ganzen Tortengerede das Wasser im Munde zusammen gelaufen ist und nun so schnell wie möglich in die Küche gehen möchte, um selbst eine zu machen, dem wünsche ich dabei viel Spass und einen guten Apetitt.

Aber nicht vergessen, mein ganzes Geschwätz von Torten war metaphorisch gemeint. Es ging hier immer noch um Glauben, Religion und Spiritualität!

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim selber Backen! Smilie by GreenSmilies.com


Montag, 2. Mai 2011

Irgendjemand ist in Abbottabad irgendwie ums Leben gekommen...

Ich checke ja meist als erstes, wenn ich meinen PC anmache, die aktuellen Nachrichten und da springt mir heute eine Meldung ins Auge:

Osama bin Laden ist tot!

Erster Gedanke überhaupt, noch bevor ich den Link anklicke um den Text dahinter auf ZDF.de zu lesen:"Oh, haben die Amis ihn endlich sterben lassen?"

Für mich ist auch der Titel, welcher den Artikel krönt keine große Überraschung:

Osama bin Laden getötet und angeblich schon bestattet
Bericht: Leiche bin Ladens auf See bestattet

Hm, soso...dieses zum "Antichrist", "Super-Bösewicht" und personifizierte "Böse" stilisiertes Symbol und Gesicht "al-Qaidas", das in den letzten Jahren immer dann auf nicht datierten, verwackelten Videos und Fotos erschien, wenn die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bezüglich der islamistisch-terroristischen Gefahr und der daraus resultierende Notwendigkeit militärischer wie innenpolitischer Maßnahmen nachzulassen schien, soll also bei einer Militäraktion des "United States Joint Special Operations Command" in Abbottabad in den frühen Morgenstunden  durch einen Kopfschuss ums Leben gekommen sein.

Der Tod wurde dann auch gleich von US-Präsident Barack Obama in den Medien bestätigt.
Zwar heißt es, ein DNA-Vergleich hätte die Identität des Toten zweifelsfrei bewiesen, allein, ich sehe keine Leiche.
Die wurde bereits verbrannt und die Überreste auf See bestattet. Kaum verwunderlich also, dass mir bei der Frage nach verifizierten Beweisen für den Tod Bin Ladens auch sofort eine Zeile aus einem alten Bob Dylan-Songs in den Sinn kommt:
"The answer my friend is blowin' in the wind
The answer is blowin' in the wind."

Was bleibt, ist das Wort der amerikanischen Regierung und deren Warnung vor Racheakten von al-Qaida, die immerhin ihre Ikone (ich bezweifele stark, dass Osamas Rolle in den letzten Jahren über diesen Status hinaus ging) verloren haben.

Und natürlich bedingt das eine "erhöhte Alarmbereitschaft und Wachsamkeit" der Amis und der restlichen, westlichen Welt.

Fakten?

Nichts genaues weiß man nicht!
Der Tod des "meist gehassten und gejagten" Mannes der letzten 20 Jahre ist im Grunde genauso nebulös, wie seine Existenz und Medienpräsenz in dieser Zeit gewesen ist.

Was ändert sich also?

Nichts!

Außer, dass es jetzt wieder mehr Rechtfertigungen für Militär- und Überwachungs-Aktionen zu geben scheint.
Man nehme mir also bitte nicht übel, dass ich jetzt nicht vor Freude ganz aus dem Häuschen bin.



Da höre ich dann doch lieber etwas Musik:


Freitag, 29. April 2011

Der "Sack Reis" und die Geheimwaffe "AG"

Viele kennen das wohl nur zu gut:
Es gibt Themen, die kommen immer wieder, auch wenn man denkt, sie wären längst ausdiskutiert, durchgesprochen, schlicht überholt oder einfach nur so trivial, dass sich eine Diskussion ohnehin erübrigt. Kurz, sie sind so nützlich und interessant wie der sprichwörtliche  Sack Reis.
Gerade letztere beweisen aber meist eine erhebliche Halbwertszeit, die sogar die von Plutonium oder Uran locker in den Schatten stellt.

Diesem Phänomen begegnet man allerorten, egal ob in der Firma, dem Verein, dem Parteitreffen, einer beliebigen Initiative oder Infoveranstaltung, dem Elternabend in Schule oder Kindergarten, überall da, wo Menschen sich zusammenfinden um gemeinsam etwas zu bereden, zu beschließen oder sonst wie auf die Beine zu stellen.
Selbst eine verbindliche Agenda mit sehr stringent gehaltenen Tagesordnungspunkten bietet hier keine absolute Sicherheit vor besagten Endlos- oder Bumerang-Sachverhalten oder zum Grundsatzproblem aufgebauschten Banalitäten.
Mehr noch, je enger der zeitliche Rahmen oder der Themenkomplex, je dringender das Bedürfnis das Treffen so kurz und knapp wie möglich zu halten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand so einen Alten Hut oder Plattitüde, deren Relevanz gegen null geht, auf den Tisch bringt. Sowohl Mordgier in den Augen, als auch mehr oder eher weniger vorgetäuschte Nervenzusammenbrüche seitens der gebeutelten Mitdiskutianten, werden dabei ebenso  ignoriert, wie Gähnen, Hinweise auf die vorgerückte Stunde oder sonstige Zeichen ostentativ geäußerten Desinteresses.
Frau "Kleinigkeitskrämer" oder Herr "Prinzipienreiter" - es ist nämlich, meiner Erfahrung nach, immer der gleiche Menschentyp - sind gegen solcherlei unterschwellige Botschaften schlicht immun.

Nun könnte man sagen, das einfachste wäre, von vornherein bekannte Triggerthemen sofort im Keim zu ersticken.
Guter Plan!
Funktioniert aber nicht!
Denn dann wird eben eine beliebige, gedankenlos hingeworfene Randbemerkung zu einer Staatsaffäre von geradezu globaler Wichtigkeit hoch stilisiert.

Neben vielen anderen solcher Vorfälle, denen ich im Laufe meines Lebens ausgeliefert war, ist mir "Die Wasserkasten-Affäre" am besten im Gedächtnis haften geblieben. Sie bietet auch ein hervorragendes Beispiel für oben beschriebene (Un-)Themen:

Ich war damals noch "junge" Mutter und als solche eine von eben dem einen unermüdlichen Drittel Elternschaft, welche die Teilnahme an  Elternabenden quasi als Pflicht ansahen. 
Als meine Große so im zweiten Schuljahr war, stand wieder so ein Elternabend an und die Klassenlehrerin wagte zu Beginn zu bemerken, dass der zeitliche Rahmen an diesem Abend sehr eng gesteckt wäre, da der Raum nur zwei Stunden zur Verfügung stünde und wir ja noch das Hauptthema "Erster mehrtägiger Jugendherbergsausflug" durch zusprechen hätten.
Alle nickten. Ja natürlich, also frisch ans Werk und die einzelnen Themenpunkte so schnell und effizient wie möglich abarbeiten.
Kein Problem!
Zuerst lief der Abend auch ganz gut an und wir lagen in der Zeit. Wir waren auch fast durch, als Frau Z., die Lehrerin, so nebenbei fragte, ob es für einen der Anwesenden Elternteile ein Problem darstellte, dass die Kinder aufgrund der großen Hitze - es war ja knapp nach den Sommerferien - ihren Durst am Wasserhahn des Klassenraumes löschten?
Große Stille - die Ruhe vor dem Sturm, wie sich herausstellte - dann allgemeines Abwinken, schließlich haben wir hier eine sehr gute Wasserqualität und es macht ja keinen Unterschied, ob der Nachwuchs nun zu Hause oder in der Schule am Wasserkran hängt.
So wollte sich Frau Z. endlich dem anstehenden Ausflug im Herbst, immerhin Hauptthema des Abends, zuwenden, als Frau und Herr S., ihres Zeichens  hoch ambitionierte Eltern einer "Einzelkind-Prinzessin", gewählte Repräsentanten der Klasse in der Elternpflegschaft, erklärten, in der Klasse von XY in Pusemuckel wäre es üblich den Kindern jeden Woche von den Eltern reihum einen Wasserkasten zu sponsern.
...und das Verhängnis nahm seinen Lauf.
Frau Z. entgleisten die Gesichtszüge, war sie doch schon ein paar Jährchen im Job und wusste wohl nun nur zu gut, was da jetzt käme.
Was soll ich groß erzählen, man diskutierte dann fast eine geschlagene Stunde Wasser-Marken, still, medium oder classic, Vorgehensweise und Rotationsintervalle beim Austausch, Kunststoff- oder Glasflasche, ob es nun besser sei, wenn jedes Kind einen eigenen Becher mitbrächte, oder man auch an Plastikbecher denken müsse, blasülzsabbel.
Ich saß da und dachte ich wäre im falschen Film, derweil Frau Z. immer öfter auf die Uhr schielte.
Als es mir dann zu viel wurde - ich wollte ja mal irgendwann wieder nach Hause, außerdem interessierte mich die Klassenfahrt auch viel mehr, als Geschmacksrichtungen der unterschiedlichen Mineralwassermarken - unterbrach ich die Runde mit dem Vorschlag, bevor man weiter diskutierte, sollten doch einfach einmal alle Anwesenden, die überhaupt Mineralwasser für den Nachwuchs dem Leitungswasser vorzögen, die Hand heben.
Zuerst sahen mich alle entgeistert an. Als sich dann niemand meldete, wandte ich ein, damit wäre die Diskussion ja hinfällig und wir könnten weiter machen. Auch wären wir ja sowieso nicht "beschlussfähig", da ja immerhin zwei Drittel der Eltern durch Abwesenheit glänzten und man so eine Entscheidung, die ja auch für die Abwesenden immerhin von finanzieller und organisatorischer  Tragweite sei, nicht einfach mal über ihren Kopf treffen könnte.
Den giftigen Blick von Frau und Herrn "Wichtig" werde ich im Leben nicht vergessen, genauso wenig wie den dankbaren von Frau Z.

Der Fall "Wasserkasten" ist mir deshalb so im Gedächtnis geblieben, weil er mir das erste Mal bewusst die Funktionsweise und fatale Eigendynamik solcher im Prinzip so irrelevanter wie gegenstandsloser, dafür aber Zeit fressenden Problemstellungen vor Augen geführt hat.

Heute weiß ich jedoch, dass ich die Sache völlig falsch angegangen bin. Es gibt nämlich in solche Fällen ein Generalrezept, dass einen auch davor bewahrt, sich die lebenslange Feindschaft von Seiten der "Aufbausch-Fraktion" zu zuziehen.

Heute, gestärkt durch unendlich viele ähnliche Vorfälle, weiß ich, dass der einfachste Weg, solchen Themen und deren Urheber das Wasser abzugraben und somit die Diskussion zu retten, darin besteht, sofort (!), beim ersten Aufflammen solcher Pseudo-Inhalte, den Vorschlag zu unterbreiten, dazu gleich eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Und wer böte sich für die Leitung einer solchen AG eher an, als der- oder diejenige, welche(r) das Thema angesprochen hätte?

Der Vorteil liegt auf der Hand:
Man gewinnt Zeit und Energie für die wirklich relevanten Aufgaben, wer sich tatsächlich mit solchen Marginalien beschäftigen möchte, kann das, im kleinen Kreis, zu einem anderen Zeitpunkt und einem anderen Ort, gerne tun und dann "Bericht erstatten" und zu guter Letzt, dem Menschentypus, der sich gerne über das Anzetteln solcher Angelegenheiten profilieren und in den Fokus der Aufmerksamkeit spielen will, gibt man, wonach er so sehnlich trachtet und lässt ihn doch geschickt ins Leere laufen!

Erfahrungsgemäß sterben solche AG dann auch so plötzlich, wie sie ins Leben gerufen wurden.
Denn, und das ist fast allen dieser Debatten um Pseudo-Probleme gemein, außer den Initiatoren interessiert sich im Grunde niemand wahrhaftig für deren Inhalt. Viele werden einfach nur mitgerissen und geraten dann in eine Art "Trance", in der sie dann fast willenlos agieren und reagieren bis jemand im übertragenen Sinne mit dem Finger schnippt und so den Bann bricht.
Da aber eben diese Leute, wenn sie erst einmal wieder bei klarem Verstand sind,  kaum ernsthaft in Erwägung ziehen, für solch einen Bullshit ihre Freizeit zu opfern, trifft die "Geheimwaffe Arbeitsgemeinschaft" auch nur diejenigen, die es treffen soll und die es wirklich verdient haben... *muharharhar*

Sonntag, 24. April 2011

Alles auf Null!

"'Sage uns, wie unser Ende sein wird.'
'Habt ihr den schon den Anfang entdeckt, dass ihr nach dem Ende fragt? Denn dort, wo der Anfang ist, dort wird auch das Ende sein.Selig ist, wer am Anfang stehen wird, und er wird das Ende erkennen und den Tod nicht kosten.'"

(Thomas 18)

Nicht der Magier erringt den Höchsten Preis, nicht der Hohepriester oder der Herrscher, weder der Ritter in strahlender Rüstung, noch die mächtigste Königin, noch der sich von der Welt abgewandte Eremit mit seinen Büchern, nicht der sich alles versagt, noch, welcher sich allen irdischen Genüssen hingibt und selbst die, welche sich  für das hehre Ziel bis auf's Blut kasteien und selbst zu opfern bereit sind, werden leer ausgehen.

Alles was sie von ganzem Herzen begehren, fällt am Ende dem reinen Tor, dem Narren, in den Schoß, der selbst nie danach trachtete.

Er ist der Ahnungslose, das arglose Kind, das leere Gefäß, das unbeschriebene Blatt, in eine Welt geworfen, deren Spielregeln im völlig fremd sind. Hintergedanken, Doppeldeutigkeiten oder Täuschung sind ihm fremd.  Er kennt weder Lüge, noch Reue, noch Scham, noch Moral, noch Zwänge. 
Da er nichts erwartet, nach nichts strebt, ist er es, dem zuletzt die Höchste Ehre zuteil wird.

"Wenn ihr eure Scham abgelegt und eure Kleider nehmt, sie unter eure Füße legt und wie die kleinen Kinder sie zertretet, dann werdet ihr den Sohn des Lebendigen sehen und ihr werdet euch nicht fürchten."
(Thomas 37)