Der Blogbeitrag bezieht sich auf diesen Artikel auf Idea.de.
Soso, jetzt organisiert die ambitionierte Christenfront schon Kaffeefahrten um einem ganzen Gebirge das Heil zu bringen...naja, wenigstens waren sie dabei an der frischen Luft und hatten Bewegung.
Aber mal ehrlich, sollten die christlichen Gemeinden und Gruppierungen sich nicht lieber mal um ihre rückläufigen Besucherzahlen und die Löcher in den Haushaltskassen ihrer Gemeinden kümmern?
Ich hatte vor etwas längerer Zeit, als ich auf die S-Bahn wartete, ein Gespräch mit einer alten Frau, die mir ihr Leid klagte, dass ihre Gemeinde in Düsseldorf dicht gemacht hatte und sie nun, wenn sie am Gottesdienst teilnehmen möchte, oder andere Seelsorge benötigt, eine weite Strecke mit den öffentlichen Verkehrsmittel zurücklegen müsste, um die Kirche der Nachbargemeinde zu besuchen. Und ihrem alten Pfarrer, der sie ein halbes Leben begleitet hatte, trauerte sie auch nach.
(Ich weiß auch nicht, warum mir wildfremde Leute immer das Herz ausschütten...)
Ich denke mal der alten Dame war es herzlich egal, was in der Nacht zum 1. Mai am Brocken so abgeht.
Aber nein, Gottesdienste auf alten Kultplätzen abzuhalten, um böse Geister zu bannen, ist ja wichtiger.
Apropos Bannritual...ähm...ja...na, egal.
Na, dann hoffe ich mal, dass der "Eigentümer" sich nicht wegen Landfriedensbruch gegen die Eindringlinge zur Wehr setzt.
Zitat aus dem Artikel:
Diese Bilder hätten allen Teilnehmern das Anliegen des Gottesdienstes noch einmal deutlich vor Augen geführt, so Herrmann: „Wir haben ein klares Zeichen gesetzt: Auch der Brocken gehört dem Herrn.“
Ansonsten kann ich mich AlteSitte nur anschließen:
Daß sich Christen in anbetracht der jahrhundertelangen Verfolgung und Ermordung von Frauen noch heute im Jahre 2008 mit einem Protest gegen das Hexenwesen in die Öffentlichkeit wagen, ist schon mehr als nur verschroben. Da meint man auch eine gewisse Bösartigkeit herauslesen zu können, eine Negierung der gegenseitigen Achtung und des leben-und-leben-Lassens. Schade, daß man solche Texte noch im “neuen Jahrtausend” schreiben muß.
Schade, für wahr und ebenso bedauerlich finde ich, welches Bild dieses Verhalten auf alle Christen wirft.
Andererseits ist mir gerade ein toller Gedanke gekommen:
Wenn sie heidnische Kultplätze für ihre Gottesdienste nutzen, sollte man dann nicht einmal einen höflichen Gegenbesuch starten und ein Blót, eins der großen keltisch-orientierten Erntefeste oder vielleicht eine gnostische Messe in einer ihrer Kirchen oder Gemeindehäuser abhalten (wäre ja dann besonders interessant für Asatru, Celtoi oder andere "naturnahe" Glaubensrichtungen, weil es überdacht und somit Wetter unabhängig wäre...)?
Ach, apropos:
In meinem früheren Blogbeitrag "Ich mag meinen Sohn ja..." hatte ich ja Befürchtungen bezüglich des augenblicklichen Themas im Religionsunterricht („Sekten, Satanismus, Okkultismus“) geäußert.
Erfreulicherweise stellten sich diese als unbegründet heraus!
Mein Sohn wußte zu vermelden, daß seine Religionslehrerin durchaus sehr differenziert mit dem Thema umzugehen weiß und sogar einige weit verbreitete Vorurteile geraderückt.
Über sowas freue ich mich immer wieder, besonders weil es zeigt, daß man auch mit dem Bild des Christen sehr differenziert umgehen muß.
Also, nicht immer alle über einen Kamm scheren. Spinner und Fundamentalisten gibt es doch in jeder Religion, egal ob staatlich anerkannt oder eben nicht!
Ansonsten vertrete ich ja die Meinung, Kreuzzüge für den Herrn sind die denkbar schlechteste Freizeitgestaltung.
Ich mag mich ja täuschen, aber predigte Rabbi Jeschua ben Jossef nicht Liebe und Gewaltlosigkeit?


