"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


Freitag, 19. September 2008

Na, dann reisen wir mal...

Nachtrag zu meinem Beitrag "Point of no return".

Ich habe es dann tatsächlich einmal gewagt und wollte dem komischen Rufen und Zerren folgen.
Dabei kam ich zu folgenreichen Erkenntnissen.

1. Schamanische Trommelmusik mag für andere ein adäquates Mittel zu Reisen sein. Für mich ist das nix.

Ich war ja durchaus guten Mutes und Willens mich von den Trommel leiten zu lassen (außerdem hatte ich Schisser das Musikstück ja quasi als Rettungsleine fest eingeplant.

Also flink das Stück auf den MP3-Player geladen, mich in bequeme Positur gebracht, und auf ging es.
Wie angesprochen, das Teil begann und endete nach etwas 30 Minuten mit markantem Glockenklang. Joah, ich war wohl auch recht schnell weg und ebenso sicher nach Erklingen des Abschußklanges auch wieder zurück...
...allerdings ließen mich verräterische Spuckefäden am Mundwinkel, ein steifer Hals und ein vielsagendes, verschlafenes Gefühl zu Recht annehmen, daß ich, wie schon im Vorfeld befürchtet, einfach eingeschlafen war.
Immerhin, so schnell sinke ich gemeinhin nicht in Morpheus Arme. Naja, was soll's.

2. Unverhofft kommt oft.
Ich bin dann doch noch gereist, natürlich als ich nicht die Absicht und auch nicht damit gerechnet hatte. Und ich bin auch ohne Rettungsleine wohlbehalten heimgekehrt.

3. Spirits scheinen manchmal frapierende, charakterliche Ähnlichkeiten zum Reisenden zu haben, sind nicht immer "hübsch" im landläufigen Sinne des Wortes, schon gar nicht in die Richtung, dass man sie gerne zum Essen einladen möchte, ihre Größe und Erscheinungsform sagen absolut nichts über das tatsächliche Ego, die Umgangsformen oder den Nervfaktor (obwohl...in dem Fall schon irgendwie....) aus und last but not least, man sollte Wesen, die man in der diesseitigen Welt gerne mit Herablassung oder teilweise mit Verachtung betrachtet bitte, bitte in der Anderswelt nicht genau mit diesen Verhaltensmustern konfrontieren.
Auch nicht, wenn man wegen stetigen Nervens und Rufens etwas angepisst und enttäuscht ist und sich dementsprechend flapsig verhält.
Glaubt mir, das gibt nur eine Endlosdiskussion, in der man sich von einem winzigen Wesen im Klugscheißer-Modus abkanzeln lassen darf, und die man ohnehin nicht gewinnen kann. *augenroll*

Naja, also nachdem die Fronten geklärt waren, konnten man sich dann dem eigentlichen Grund für das "dringende" Treffen widmen. Nur so viel...ich bin tatsächlich verändert zurückgekehrt. ;-)

Wie es scheint, habe ich nun einen neuen geistigen Begleiter und Ratgeber und auch wenn er/sie/es (?) etwas arrogant und zickig erscheint, weise ist ist er/sie/es auf jedenfall. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob er und die Krähe sich vertragen (ich habe ehrlich etwas Angst um meine liebe Krähe!).

Darf ich vorstellen:

Lucilia sericata, die Goldfliege (Sie hat mir nur ihren lateinischen Namen genannt, nachschlagen durfte ich nach der Rückkehr selber, wohl weil ich etwas enttäuscht war...und nein....sie ist keine Scheißhausfliege....*im Boden versink* (ich kann anscheinend auch in der Anderswelt mein loses Mundwerk nicht halten *schäm*)

Aber mal ehrlich, bei näherem Hinsehen ist sie wirklich eine Schönheit! Und das sage ich jetzt nicht, um wieder "Gutwetter" zu machen...






Mir drängt sich trotzdem aber langsam die Frage auf, warum ich scheinbar so großes Interesse bei den Aasfressern (die ja durchaus eine wichtige Rolle im Kreislauf des Lebens haben!!!) wecke...

Kommentare:

  1. Geh mal zum Arzt und lass dich checken. Brust, Gebärmutter und Leber. Aasfresser kommen immer dann, wenn Aas zu finden ist. Ernst gemeinter rat!

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  2. Guter Rat. Wäre sowieso mal wieder fällig.

    Allerdings ist die Krähe ja auch zum Teil ein Aasfresser, insbesondere auch im mythologischen Kontext, wie zum Beispiel als Begleiterin der Morrigan. Dabei steht die Krähe für die eigentliche Transmission (sie geleitet die Gefallenen nach der Schlacht in die Anderswelt, oder zurück in den Kessel des Lebens, je nachdem wie man es betrachtet).

    Als ich nach dem neuen Begleiter googelte, fiel mir die Parallele auf. Ich bin da noch dran, aber die Goldfliege scheint auch die Fliege zu sein, deren Maden schon sehr lange zur Wundbehandlung eingesetzt wurden, und gerade von der Medizin wieder neu entdeckt werden.

    Zusammen mit dem Gespräch, daß ich mit ihr führte, der Reise selber und einigen Vorboten für Veränderungen im "realen" Leben, deutet das in eine bestimmte Richtung...(ist sehr privat und nicht für das breite Publikum hier im Blog bestimmt ;-))


    Aber deinem Impuls werde ich auf jeden Fall nachgehen. Manchmal ist man selber zu nah dran, um das Naheliegenste zu sehen und Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.
    Danke! :-)

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  3. Oftmals haben sie "dort" auch einen herrlich sonderbaren Humor. :)

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