"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist." Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“
Benjamin Franklin
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Ich habe echt überlegt, was ich zu den Ereignissen,allein in den letzten Wochen, in der Welt und insbesondere hier bei uns in Deutschland schreiben soll.
Wer nicht weiß wovon ich rede, werfe einen Blick in die Tagespresse, sehe und höre mit offenen Augen und Ohren die Nachrichten oder schaue mal bei Fefe rein oder führe sich Efkas Blog zu Gemüte, insbesondere in letzter Zeit über Ereignisse S21 und Gorleben betreffend.
Von Afghanistan, Irak, Freiherren und ihren, obschon tief dekolletierten, nichtsdestotrotz aber doch streng auf Moral und Anstand wachenden Gattinnen ganz zu schweigen.
Aber auch bei NPD-BLOG.Info wird man in letzter Zeit immer öfters fündig, seit die Bundesregierung auch dem "Linksextremismus" den Kampf angesagt hat, wobei, mangels vernünftigerDefinition, auch schon einmal renommierte Vorzeigeprojekte unter Generalverdacht gestellt werden. Besonders die neue Bundesfamilienministerin Kristina Schröder tut sich dabei, ganz in der Tradition ihrer Vorgängerin von der Leyen, dadurch hervor, durch blinden blinden Aktionismus ihre schreiende Inkompetz zu kaschieren.
Tja, was macht es auch schon, wenn sie mal eben zur Finanzierung ihrer Prävention gegen Extremismus so unsinnigen Projekten, wie eben für die Integration benachteiligter Jugendlicher die Mittel kürzt oder ganz streicht.
Und das, obwohl die Gefahr für die Demokratie nachweislich ganz woanders zu suchen wäre. Wenn die Politik versagt, passiert es eben leicht, dass der Bürger die Schuld beim System, in dem Fall der Demokratie, sucht...oder aber zumindest meint, dieses System wäre dadurch in Gefahr und sich auf den Artikel 20 Abs. 4 GG besinnt.
Da würde dann auch die Sache mit dem Generalverdacht wieder Sinn machen...
Nun, und da mir zu all dem zwar eine Menge einfallen würde, was ich schreiben könnte, aber Worte bisweilen nur einen Teil dessen enthüllen, was man eigentlich sagen will, Musik:
Noch ein Zitat aus dem Film, auch wenn ich bei dem Finale von Tchaikovsky Overture 1812 eigentlich eher an das Comic von Alan Moore denken muss (zu dem der Film eigentlich nur eine unbefriedigende Umsetzung darstellt):
"Who was he?"
"He was Edmond Dantès, and he was my father, and my mother, my brother, my friend. He was you, and me. He was all of us."
Und noch ein Zitat zum Abschluss:
"Where the people fear the government you have tyranny. Where the government fears the people you have liberty."
John Basil Barnhill
Ihr redet wenn ihr aufhört,
mit euren Gedanken in Frieden zu sein;
Und wenn ihr nicht länger in der Einsamkeit eures Herzens verweilen könnt,
lebt ihr mit euren Lippen,
und das Wort ist euch Ablenkung und Zeitvertreib.
In vielen eurer Gespräche wird das Denken halb ermordet.
Denn der Gedanke ist ein Vogel,
der Raum braucht und in einem Käfig von Worten zwar seine Flügel ausbreiten,
aber nicht fliegen kann.
Es sind welche unter euch, die den Redseligen suchen,
weil sie Angst haben, allein zu sein.
Die Stille des Alleinseins offenbart ihren Augen ihr nacktes Ich,
und sie möchten flüchten.
Und es sind welche unter euch,
die reden und dabei ohne Wissen oder Absicht eine Wahrheit aufdecken,
die sie selber nicht verstehen.
Und wieder andere haben die Wahrheit in sich,
aber drücken sie nicht in Worten aus.
In der Brust solcher Menschen weilt der Geist in rhythmischer Stille.
Dass Christen sich zunehmend hinsichtlich ihres Glaubens verfolgt sehen, ist eins der Themen, welches ich immer mit einer gewissen kritischen Distanz betrachte.
Meist geht es dabei ja um christliche Gemeinden in größtenteils muslimischen Ländern.
Finde ich jetzt auch nicht besonders toll, da ich erstens der Meinung bin, dass die freie Religionsausübung eins der grundlegendsten menschlichen Rechte ist und zweitens empfinde ich gerade die Disharmonie zwischen "verschwisterten" Religionen (Mutterreligion Judentum) doch immer als etwas befremdlich. (Nein, eigentlich nicht. Die Erklärung liegt für mich gerade in der nahen Verwandtschaft. Aber, weil ich jetzt darauf nicht näher eingehen möchte, nenne ich es einfach einmal Familienkrach oder, weitaus treffender Generationenkonflikt).
Weitaus kritischer sehe ich jedoch diese bemängelte religiöse Verfolgung, wenn, wie bereits mehrfach vorgekommen, christliche Missionare in nicht-christliche Länder entsendet werden, und dort zu Schaden kommen.
Augenfällig dabei ist, dass es sich meist um Mitglieder evangelikaler Sekten handelt, wie z.B. in dem Fall, der beiden, am 12. 06.2009 im Jemen, ermordeten Studentinnen der Bibelschule Brake, Anita G. (24) und Rita S. (26). Siehe hierzu den Artikel "Christen auf gefährlicher Mission" des Tagesspiegels und einen sehr aufschlussreichen wie kritischen Blogbeitrag "Die seltsamen Heiligen der Bibelschule Brake"
Wie man sieht, nimmt man von Seiten missionswütiger fundamentalister Christen anscheinend den Tod junger Menschen billigend in Kauf, mehr noch, diese Jugendlichen sind schon so indoktriniert; dass sie sogar "freudig" in den Tod marschieren.
Wer dies noch im Rahmen der freien Entscheidung jedes Einzelnen tolerieren möchte, dem sei gesagt, dass man nur dann von Freiheit der Entscheidung sprechen kann, wenn die jeweiligen Personen auch in der Lage sind, eine solche zu treffen.
Das dies ziemlich fraglich ist, sieht man jedoch bei fundamentalistischen Christen, und darum handelt es sich bei Evangelikalen, besonders daran, wie sehr sie, auch auf Berufung des Artikel 4 GG, bemüht sind, ihre Kinder vor dem Einfluss der "Außenwelt" abzuschotten.
"Aus Sicht der Eltern beruhte das teilnahmepflichtige Projekt mit dem Titel "Mein Körper gehört mir" auf einer "absolut einseitigen emanzipatorischen Sexualerziehung". Den Kindern werde vermittelt, sie allein dürften über ihre Sexualität bestimmen und sich dabei einzig auf ihr Gefühl verlassen - womit Gottes gute Gebote aufgehoben würden. Auch von der Karnevalsveranstaltung hielten sie die Jungen unentschuldigt fern, weil Fastnacht in ihren Augen ein katholisches Fest ist - obwohl es während der Feier Turn- oder Schwimmunterricht als Alternativangebot gegeben hätte." (Hervorhebung durch den Autor)
Es ging dabei immerhin um eine Prävention gegen Kindesmissbrauch!
Aber daran sieht man, meines Erachtens, auch sehr gut, dass es evangelikalen Christen in der Erziehung wohl weniger darum geht, ihre Kinder zu eigenständigen Persönlichkeiten reifen zu lassen, als vielmehr darum, sie in der, ihrer Meinung nach, Gott gewollten Frömmigkeit zu erziehen. Wo dabei die Freiheit der Entscheidung bleibt, darf sich jeder selbst beantworten.
Nun machte eine neue Entwicklung in den letzten Tagen Schlagzeilen.
Eine Familie aus Baden-Württemberg hat nun in den USA, Bundesstaat Tennessee, politisches Asyl, auf Grund religiöser Verfolgung in Deutschland (!), beantragt und auch gewährt bekommen.
Die Geschichte hat ein drei-jähriges Vorspiel, in dem die Eltern sich vehement weigerten, der Schulpflicht ihre fünf Kinder über drei Jahre lang nachzukommen, zuerst mit der Begründung, die Schulbücher enthielten Formulierungen und Vorstellungen, die nicht mit den Werten der Familie vereinbar seien.
"Ein Schlüsselerlebnis für ihn soll ein Schulbuch gewesen sein, in dem obszöne Ausdrücke für Geschlechtsverkehr stünden". Romeike nennt dies "unchristliches Treiben""
Später gaben sie an, ihre Kinder hätten unter "Klassendruck" und "Gewalt unter Klassenkameraden" zu leiden gehabt.
Gespräche mit dem Schulleiter kamen ebensowenig zu einem Ergebnis, wie der Vorschlag, die Kinder auf andere, konfessionsgebundene, Schulen zu schicken. Es war also nicht so, als hätte Familie Romeikes keine Wahlmöglichkeit offengestanden. Selbst eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht brachte für die Eltern nicht das erwünschte Urteil.
Familie Romeikes bestand weiterhin darauf, ihre Kinder zu Hause selbst zu unterrichten. "Homeschooling" nennt man das, und dies ist nun einmal in Deutschland verboten.
Nun darf man sich ernsthaft fragen, warum die betreffende Familie keinen anderen Ausweg fand, als in den USA Asyl, wegen religiöser Verfolgung, man kann es nicht oft genug betonen, zu beantragen.
Immerhin stand es ihnen ja frei, auch in Deutschland eine Schule zu finden, die ihren Ansprüchen an die Erziehung ihrer Kinder genüge getan hätte.
Um diesen Schritt zu verstehen, muss man wissen, dass zum einen gerade die Evangelikale Szene dort über eine riesige Lobby verfügt, zum anderen Homeschooling durchaus als gleichwertige Alternative zum herkömmlichen Schulbesuch betrachtet wird. Dies machte in einem so großen Land und in Hinblick auf die Siedlungsgeschichte auch durchaus einmal Sinn. Ist also im Prinzip ein ebenso archaisches Erbe, wie das Recht eines jeden Amerikaners, eine Waffe tragen zu dürfen.
In anderen Ländern, in der die geringe Bevölkerungsdichte und somit Entfernungen von mehreren hundert Kilometern zur nächsten Schule einen Besuch fast unmöglich machen, ist gegen Hausunterricht im Prinzip nichts zu sagen. (In Australien, findet der Unterricht, zum Beispiel, am Funkgerät statt.)
Das Problem, welches ich sehe, ist allerdings Homeschooling durch die Eltern eben im Zusammenhang mit deren fundamentalistischem Glauben.
Man muss sich dabei vor Augen halten, dass es eben gerade die Evangelikalen sind, die zum Teil wenig Wert auf Toleranz gegenüber anderen Lebensstilen zeigen. Hinzu kommt, dass sie bei Kritik an ihrem Glauben teilweise nicht vor aggressivsten Reaktionen zurückschrecken, wie zum Beispiel gegen die Autoren einer Schülerzeitung, die sich kritisch über die Veranstaltung "Christival" äußerten.
Hierzu ein Mitschnittt des ZAPP-Berichts "Einschüchterung – Evangelikale Christen attackieren Journalisten"
Auch in Bezug auf Homosexualität zeigen sie also gerne ihre Auffassung von "christlichen Werten".
Hierzu noch ein Youtube-Video der kulturzeit, 07.04.09, indem ein ehemals ebenfalls praktizierender Evangelikaler unter anderem berichtet, was er nach seinem Coming out durch seine "Glaubensbrüder" erleiden musste.
Ich stelle mir also die Frage, in wie weit die Freiheit zur ungestörten Religionsausübung mit solch intoleranten und gerade zu menschenverachtenden Auffassungen konform gehen kann?
Wenn ich nun daran denke, dass Menschen, die Intoleranz gegenüber der sexuellen Ausrichtung und des Glaubens anderer Menschen als Gott gewollt ansehen, welche die Wahrung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, wenn sie mit ihrer nicht konform geht, als Ketzerei bezeichnen, die Homosexuelle lieber "bekehrt" oder tot sehen wollen, als einfach zu akzeptieren, dass es auch andere Lebensweisen gibt, als die ihre, nun auch noch jeden Einfluss von Außen von ihren Kindern fernhalten wollen, in dem sie sie zu Hause unterrichten, wird mir, ehrlich gesagt, übel.
Wichtig zu wissen ist dabei, dass eben auf Grund der wörtlich Auslegung der Bibel Evangelikale keineswegs als harmlose Splittergruppe der christlichen Kirchen angesehen werden dürfen! (und man sie auf keinen Fall mit evangelischen Christen verwechseln darf!)
Denn, man kann noch so sehr beteuern, dass "es uns wichtig ist, ihnen eine gesunde Herzens- und Charakterbildung zu vermitteln", in Hinblick auf die sonstigen Auffassungen evangelikaler Christen, bleibt fraglich, ob das "Beste" für die Eltern auch das "Beste" für die Kinder sein dürfte.
"Religion beschränkt sich nicht auf das, was ihre Tempel ausstellen und ihre Riten und Traditionen verkünden, sondern darauf, was sich in den Seelen verbirgt und welche Vorsätze in die Tat umgesetzt werden."
Ich sage nicht, dass nicht auch evangelikale Eltern ihre Kinder lieben und sich nicht entsprechend um sie kümmern.
Kinder bedürfen aber zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit nicht nur elterliche Nähe, wie gerne von Anhängern diverser deutscher Homeschoolig-Initiativen als Argument angeführt wird, sondern eben auch die Auseinandersetzung mit "der Welt da draußen" und ihren vielfältigen Einflüssen.
Und zur elterlichen Sorgfaltspflicht gehört nun einmal nicht nur, sie zu lieben und zu schützen, sondern auch sie dazu zu befähigen, sich in der Welt zu behaupten. Und das, bei allem guten Willen, lernen sie nicht, wenn man sie nicht "aus dem Nest" schubst.
Natürlich müssen sie wissen, dass sie mit allem, was sie berührt, immer ein offenes Ohr bei ihren Eltern finden, dass diese ihnen auch bei Schwierigkeiten zur Seite stehen. Aber das heißt, meiner Meinung nach, nicht, dass man sie vor allem Unheil dort draußen beschützt.
Nur Kinder die beides haben, die Konfrontation mit verschiedensten Menschen, die eben nicht alle dasselbe Weltbild und dieselben Werte haben und ein verständnisvolles Elternhaus, werden später zu Menschen, die ihren Weg gehen.
Klar, das Deutsche Schulsystem ist nicht ohne Fehler und es bedarf, meiner Meinung nach, einer umfassenden Reform. Aber sowas fällt nicht vom Himmel.
Mir würde es ehrlich gesagt schon einmal reichen, wenn Lehrer im Rahmen ihrer Ausbildung ein umfassendes Studium der Erziehungswissenschaften absolvieren müssten. Denn, entgegen anders lautenden Meinungen sind sie nämlich immer noch keine Pädagogen. So wie jeder Kinder in die Welt setzen kann, kann jeder, der auf Lehramt studiert hat, auf Kinder losgelassen werden, ob er nun zu dem Umgang mit diesen befähigt ist, oder nicht.
Man kann seine Kinder eben nicht vor allem bewahren, darf es auch gar nicht, denn auch die selbstverantwortliche Bewältigung von Schwierigkeiten gehört zur Persönlichkeitsbildung. Das einzige, was man als Elternteil tun kann, ist, sie so zu stärken, dass sie eben nicht "untergehen".
Ansonsten gehe ich mit Theodor Adorno konform, der schon vor über 50 Jahren eine Erziehung zur Mündigkeit proklamierte.
Auch dazu hier die Aufnahme eines Gesprächs zwischen Adorno und Helmut Becker (1913-1993) aus dem Jahre 1956.
Das Gespräch ist zwar durch Adornos Duktus etwas anstrengend zu hören, aber es lohnt sich auf jeden Fall, da seine Worte immer noch hochaktuell sind.
Genau diese Erziehung zur Mündigkeit ist es, das unserem Bildungssystem fehlt. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Erwachsene nicht automatisch eine Autorität darstellen und Respekt verdienen, sondern das auch diese sich eben die beiden Attribute durch Worte und Handlungen verdienen müssen. Auch Kindern gegenüber.
Natürlich gehört auch das Vermitteln von Bildung zur elterlichen Pflicht. Die Schule kann zur Zeit nur ein Grundgerüst bieten. So, wie man einer öffentlichen Einrichtung nicht den Erziehungsauftrag allein aufbürden darf, das Vermitteln von Werten, so kann man auch nicht davon ausgehen, dass sie Kindern an reinem Wissen alles vermittelt. Dort sind natürlich auch die Eltern gefragt, das erworbene Wissen zu vertiefen, Wissenslücken zu füllen und auch den Kindern zu vermitteln, das Erlernte auch kritisch zu hinterfragen.
Allerdings müssen Eltern genau dazu auch in der Lage sein und seien wir ehrlich, das sind die wenigsten. Stichwort "Halbbildung", wozu Adorno auch so einiges verfasst hat. (Dazu gehört übrigens auch, das man Quellen immer überprüft und noch einmal verifiziert, besonders im Internet.)
Und gerade dieses Erziehungsziel, die Erziehung zur Mündigkeit, sehe ich im Heimunterricht durch die eigenen Eltern auch nicht gegeben.
Viele Eltern nehmen ohnehin schon zu viel Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder, sei es, dass sie bestimmen, welche weiterführende Schule sie besuchen, welche Ausbildung sie ergreifen oder welche Freunde, Sportart, Bücher, Filme für "sie gut sind".
Ob das nun dadurch besser wird, wenn sie auch noch für die Schulbildung ihres Nachwuchses allein verantwortlich sind, ist zu bezweifelnd, staatlich anerkannte Überprüfungen der Lerninhalte mal dahin gestellt.
Ich will nicht, dass meine Kinder so werden, wie ich. Ich will auch nicht, dass sie meine Meinung unreflektiert übernehmen, nur weil ich ihre Mutter bin. Ich würde mir nicht zutrauen, sie ganz allein, ohne Einfluss von außen, zu mündigen, sich selbst behauptenden Menschen erziehen zu können. Ich hätte, obwohl ich die Dinge immer von allen Seiten beleuchte, eher die Befürchtung, sie in einem abgeschlossenen Realitätskokon zu halten, der, durch fehlende äußere Einflüsse zu einem sich selbst erhaltenden Mikrokosmos würde. Ich selbst wollte so auch nicht leben, weil ich, wie jeder Mensch die Anregung und auch Konfrontation mit meiner Umwelt benötige, um geistig gesund und rege zu blieben.
So sehr ich mich gelegentlich nach einem Haus im Nirgendwo sehne, wo im Umkreis von 200 Km kein weitere Mensch lebte, so weiß ich doch, dass ich dort höchstwahrscheinlich nach spätestens einer Woche durchdrehen würde.
Nun, hielte ich meine Kinder von allen äußeren Einflüssen, ob sie mir nun gefallen oder nicht, fern, so wäre dies auf geistiger Ebenen genau mit einem solchen Haus vergleichbar.
Auch dazu hat Khalil Gibran ein paar sehr wichtige wie richtige Zeilen verfasst:
Von den Kindern
Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch,
aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind,
gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,
wie sie zu sein,
aber versucht nicht,
sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen,
von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen
auf Freude gerichtet sein;
denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt Er auch den Bogen, der fest ist.
Zum Abschluss noch ein besonders extremes Beispiel, sowohl evangelikalen Fanatismus, als auch dafür, was zu großer familiärer Einfluss bei Kindern und Jugendlichen anrichten können. So krass, dass es sogar vielen Amerikanern zu weit geht.
Wohl gemerkt, die Kinder dieser Familie besuchen eine öffentliche Schule. Die Kleineren wissen gar nicht, zu was sie da von ihren Eltern benutzt werden.
Aber keine Angst, bis sie groß sind, ist das Erziehungsziel der Eltern erfolgreich gewesen. Sehr schönes Beispiel für das, was ich weiter oben mit in sich abgeschlossenem Mikrokosmos gemeint habe.
Wie gesagt, ein besonders extremes Beispiel, aber die anderen Evangelikalen in den USA sind nicht wirklich viel besser.
America, home of the brave...
Wer nach diesem Video immer noch der Meinung ist, dass Religionsfreiheit und Toleranz gegenüber Andersgläubigen grenzenlos sein soll, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
Nicht dein Nichtwissen gibt dir den Schein der Ignoranz, sondern die Art, wie du dein Nichtwissen zu verstecken suchst. Schweige –! Mancher wird doch vielleicht glauben, du verstündest die Sache, wovon gesprochen wird. Karl Ferdinand Gutzkow
Seit dem Artikel über Antisemitismus zog es mich unwiderstehlich zu den Gedichten Erich Frieds, den ich nun fast 30 Jahre für seine klare Sprache und seinen Stil sehr schätze, seit ich, etwa mit 13 Jahren auf sein Gedichte "Die Maßnahmen" und "Humorlos" in unserem Deutschbuch stieß.
Die Maßnahmen
Die Faulen werden geschlachtet Die Welt wird fleißig
Die Häßlichen werden geschlachtet Die Welt wird schön
Die Narren werden geschlachtet die Welt wird weise
Die Kranken werden geschlachtet die Welt wird gesund
Die Traurigen werden geschlachtet die Welt wird lustig
Die Alten werden geschlachtet die Welt wird jung
Die Feinde werden geschlachtet die Welt wird freundlich
Die Bösen werden geschlachtet die Welt wird gut (Volker Konkoreit, Klaus Wagenbach (Hrsg.): Erich Fried - Gesammelte Werke Bd. 1. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 1993)
Humorlos
Die Jungen werfen zum Spaß mit Steinen nach Fröschen
Die Frösche sterben im Ernst (Volker Konkoreit, Klaus Wagenbach (Hrsg.): Erich Fried - Gesammelte Werke Bd. 1. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 1993)
Aber heute suchte ich nach einem jener Gedichte, die ihm, dem Juden, der 1938 aus Deutschland emigrieren musste, nachdem sein Vater an den Folgen der GeStaPo-Verhöre starb, immer den Vorwurf seitens der politischen Zionisten einbrachte, Antisemit zu sein, weil er die Entwicklung des Staates Israel und die Palästinenser-Politik kritisierte. Ich fand es nach einigem Suchen.
Die Verdächtigung
Als ich dich verteidigt hatte Leila Khaled im SPIEGEL und im GUARDIAN gegen die Flüche und Lügen von Zionisten und westlichen Demokraten da kamen die Drohbriefe und Telefonanrufe mit Schimpfworten und mit obszönen Verdächtigungen
und wahrscheinlich doppelt so viele weil ich Jude bin als Kind vom Hitlerfaschismus aus meiner Heimat vertrieben und deshalb nach Meinung der Schimpfer ein Zionist sein müßte statt heute Partei zu nehmen für das vertriebene Kind Leila Khaled
Unter denen am Telefon mit geifernden Stimmen war auch ein Zionist der sagte der Fall sei ihm klar ich müsse dich Leila Khaled offenbar lieben und Tag und Nacht an dich denken Da wurde ich zornig und hieß ihn zum Teufel gehen und legte den Hörer auf
Doch er hat recht gehabt denn ich liebe dich wirklich dich Leila Khaled die ich nie gesehen habe und wahrscheinlich nie sehen werde und ich denke an dich Denn dem Haß der Unterdrücker gegen die die sich wehren und dennoch weiterleben und gegen sie zeugen wirft sich die Liebe entgegen der aufstehenden Unterdrückten zu allen Unterdrückten in allen Ländern die kämpfen mit vielerlei Waffen den einen Kampf. ( Erich Fried)
Zumindest sollte ihre Vita ein wenig empfindsamer machen, gegenüber dem vorschnellen Urteil "Terrorist"...manchmal liegt zwischen der Definition ob "Terrorist" oder "Freiheitskämpfer" nicht mehr als ein Zaun...
Aber zurück zu Erich Frieds Israel-Kritik. Es dürfte all jene nachdenklich machen, die Judentum und Zionismus nur immer zu gerne in einen Topf werfen. Dabei ist gerade der politische Zionismus auch innerhalb jüdischer Kreise keinesfalls unumstritten. Gerade jene sollte dies zur Kenntnis nehmen, die ihren Antisemitismus nur zu gerne als Antizionismus tarnen oder beschönigen, ebenso aber auch jene politischen Zionisten oder Israelischen Rassisten, die jede Kritik an Israel oder Parteinahme für die Palästinenser als Antisemitismus werten, selbst wenn diese von einem Juden kommt. Es gibt genug Juden, die gegen den politischen Zionismus sind! Umgekehrt muss man nicht einmal zwingend Jude sein, um Anhänger des Zionismus zu sein...
Frieds Gedichte zu dem Thema gehen jedenfalls unter die Haut und machen deutlich, dass die Politik eines Staates weder die generelle Meinung dessen Bevölkerung wiederspiegeln muss, noch dass jeder Jude sich als Israeli sieht und/oder sich mit dem Staat Israel automatisch identifiziert.
Eine kleine Auswahl an Gedichten findet man auf dem Palästina-Portal. Es handelt sich dabei um eine Plattform, auf der sich Menschen aller Religionen, Juden, Moslems, Christen, Atheisten, who ever, für den Frieden im Nahen Osten und speziell zwischen Palästinensern und Israelis einsetzt.
Dort fand ich auch endlich einen Beitrag über die Shministim, jungen Israelis, kurz vor dem Schulabschluss, die nicht mehr bereit sind, als Soldaten Israels gegen die Palästinenser zu kämpfen und deshalb den Kriegsdienst verweigern. Komisch eigentlich, dass solche Informationen im Netz so schwer zu bekommen sind, wo man mit entweder rein Pro- oder Contra-Informationen für die eine oder andere Seite geradezu zugeschüttet wird. Auch hier gilt wohl, dass man lieber klare Grenzen zieht zwischen gut und böse, je nachdem, wem man seine Sympathie schenken mag, anstatt feststellen zu müssen, dass die Welt eben nicht so leicht zu kategorisieren ist.
Dass man Umdenken kann, haben schon Jassir Arafat und Menachem Begin bewiesen.
Was mich jedoch schon seit Jahren umtreibt, ist die Ahnung, dass, wie im Grunde der Antisemitismus den politischen Zionismus heraufbeschwor, so der Völkermord der Nationalsozialisten an Angehörigen des Judentums möglicherweise die Art und Weise, wie heute Israel mit den Palästinenser verfährt, mit beeinflusst haben könnte.
Wie schrieb es Erich Fried?
was wollt ihr eigentlich? Wollt ihr wirklich die übertreffen die euch niedergetreten haben vor einem Menschenalter in euer eigenes Blut und in euren eigenen Kot? (aus "Ein Jude an die zionistischen Kämpfer")
Manchmal ist es schon bemerkenswert, wie das Gesamtkunstwerk, dass wir so gemeinhin Welt, Kosmos, Universum, nennen funktioniert und in einander greift. Da stolpere ich bei der Recherche zu einem weiteren Artikel in der Serie "Deutsche - Volksdefinition" in der letzen Zeit öfters über den, zum Teil sehr strapazierten Begriff Purismus, meist im engeren Sinne als Sprachpurismus gemeint.
Und heute morgen finde ich nun folgendes Zitat von Zitate-online.de in meinem Postfach:
„Wenn ein Reisender nach Hause zurückkehrt, soll er nicht die Bräuche seiner Heimat eintauschen gegen die des fremden Landes. Nur einige Blumen von dem, was er in der Ferne gelernt hat, soll er in die Gewohnheiten seines eigenen Landes einpflanzen.“Francis Bacon
Damit meint er, dass man durchaus etwas an Kultur, und dazu gehört nun auch mal Sprache, aus fremden Ländern und Kulturen mitbringen und in seine eigene einbeziehen kann. Das Bild des "Einpflanzens" sagt es sehr deutlich.
Und er hat recht, denn eine Kultur ohne gewisse "Fremdbestäubung", um mal bei der Botanik zu bleiben, bekommt auch keine Energie von außen, befruchtet sich immer wieder selbst und wird früher oder später unter degenerative Störungen leiden und daran dann wohl irgendwann zu Grunde gehen.
Wachsen und gedeihen kann aber nur eine fremde Pflanze, die auch auf dem Boden, in dem sie gepflanzt wurde, die Voraussetzungen findet, die sie zum gedeihen braucht. Und irgendwann vergisst man dann sogar, dass dieses Pflänzchen gar nicht aus den eigenen Breiten stammt. Alle anderen, werden zwar zuerst hübsch aussehen, vielleicht sogar wachsen und blühen, solange man sie hegt und pflegt, aber dann, wenn man der Fürsorge überdrüssig wird, eben eingehen.
Um jetzt mal wieder den Bogen zurück zu Purismus und besonders Sprach- und Kulturpurismus zu schlagen, denke sich bitte mal den Rhein ohne Weinbau, denn der kommt ursprünglich aus Vorderasien, das Wort Wein ist jedoch lateinischen Ursprungs (lat. vinum), wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass die Römer das Wort auch aus einer anderen Sprache entlehnt haben werden, nämlich aus der Kultur, von der sie den Wein übernommen haben. (Ähem, es ist übrigens ebenfalls anzunehmen, dass auch durch die Griechen der Wein im Gallo-germanischen Raum bekannt wurde. Marsilia (Marseille) war immerhin eine griechische Handelskolonie und deren Handelspartner werden auch ihrerseits mit dem begehrten, weil in ihren Breiten seltenen, Handelsgut weiter Handel mit den benachbarten Stämmen betrieben haben.) Siehe dazu auch: Geschichte des Weines
Oder wie wäre es mit der deutschesten Beilage überhaupt, der Kartoffel? Die Pflanze kommt aus Südamerika, das Wort leitet sich vom italienischen tartufol, Trüffel, ab.
Und das sind jetzt nur mal drei Beispiele, weil ich hier ja eigentlich über Sprache und Purismus und eben dessen Widersinn schreibe und keine botanische Abhandlung verfassen will.
Wie man aber an den Beispielen gut sehen kann, ist es absoluter Kappes, etwas, sei es nun Sprache oder Kultur oder gar beides rein zu erhalten, was nie wirklich reinwar. Wo wollte man denn da anfangen? Wobei gerade die Reinhaltung der Deutschen Sprache schon mal an ihrer, doch recht weiten, Verbreitung und der Tatsache scheitern würde, dass sich durch frühe Abspaltungen Sprache und Kultur sehr differenziert entwickelt haben. Es ist nicht alles Deutsch was Deutsch spricht! Erkläre bitte einer mal z.B. den Schweizern oder Liechtensteinern, dass sie für manche Zeitgenossen unter den Begriff "Deutsches Schutzgebiete" fallen, was nichts anderes, als eine nette Umschreibung für den Begriff "Kolonie" ist. (Tipp für Waghalsige: Laufschuhe nicht vergessen!) Streng genommen, wenn man den Purismus auf die Spitze triebe, wären auch Niederländer und davon ausgehend mal eben so 6 Mio. Afrikaans sprechende Einwohner des afrikanischen Kontinents "Deutsche", weil eben Niederländisch wie auch Deutsch" vom Westgermanischen abstammt...
Wie gesagt, alles eine Frage, wo man mit dem "Bereinigen" (und der Definition) anfängt...
Okay, ich rege mich über einige an den Haaren herbeigezogenen Amerikanismen auch auf. Etwas muss nicht als "hot" bezeichnet werde, weil es zur Zeit sehr begehrt ist, oder ich frage mich schon eine geraume Zeit, was denn nun ein It-Girl (engl. Frau mit dem gewissen Etwas, Tatsache, was zur Zeit unter dem Label läuft, hat "Es" nicht) sein soll. Auch finde ich es ziemlich deppert, wenn man seinen Kindern irgendwelche englischen oder aus einer anderen Sprache entnommenen Namen gibt, zu deren kulturellen Kontext man erstens keinerlei Bezug hat und nicht einmal ansatzweise dieser Sprache überhaupt mächtig ist (upps, mein Kleiner hat einen griechischen Namen, der auf den Namens-Hitlisten immer noch ganz oben rangiert. Isch schäme misch! *g*) Wohingegen ich durchaus sehe, dass englische Begriffe an Orten mit internationalem Publikum sehr wohl Sinn machen. Und mal ehrlich, um den Info-Point zu identifizieren, braucht man wirklich keine großartigen Sprachkenntnisse.
Klar, auch wenn ich persönlich jetzt da weniger Probleme habe, ich mag es auch nicht, wenn jemand nur so mit Anglizismen und Fremdwörtern um sich schmeißt, besonders, wenn der Kontext absolut unpassend ist. Aber man sollte die Kirche mal im Dorf lassen.
Wenn ich nur mal eben eine Notiz verfasse, dann benutze ich ein anderes Vokabular, als wenn ich hier oder in einem Forum einen Betrag verfasse. Schreibe ich einen Artikel, passe ich wiederum meinen Wortschatz an die Zielgruppe an. Und so halte ich, und eigentlich jeder gebildete Mensch, es auch mit dem gesprochenen Wort. Innerhalb der Familie kann ich auch ziemlich breit Düsseldorfer Platt verzellen, im launischen Gespräch darf es auch mal "geil" und "ätzend" zugehen, im technischen Bereich nutze ich sehr viele englische Begriffe und Abkürzungen, dass ich meist erst, wenn ich mit einem DAU spreche, merke, dass die Fachsprache da dann doch wieder unangebracht ist und bisweilen benutze ich auch sehr gerne die englische Sprache, weil es eben besser passt (Beispiel: wenn ich mit einem Wort mein momentanes Befinden als "serenity" beschreibe, dann weil da eben die Gesamtheit der Bedeutung zutrifft. Das nennt man Sprachgefühl.
Von daher bin ich eben da auch Sprachpurist, wenn es sich zum Beispiel um deutsche Übertragungen (Übersetzung möchte ich das nicht nennen) von englischen Originaltexten ins Deutsche geht. Geht teilweise gar nicht. Man nehme nur mal Filmtitel, owei, ich nenn hier nur meine zwei Lieblingsaufreger "Tomorrow never dies" (Der Morgen stirbt nie) und "Kingdom of Heaven" (Königreich der Himmel) Vom Sprachlichen zwar korrekt, aber vom Sinn, dem Sprachgefühl, her, meiner Meinung nach, völlig unzutreffend. Schlimm wenn sich das dann noch in der Synchronisation fortsetzt...von einigen Übersetzungen englischer Literatur möchte ich jetzt besser schweigen...
Ich schweife schon wieder ab...
Also, der Wortschatz passt sich je nach sozialem Kontext an, sollte es zumindest. Jeder Mensch benutzt tagtäglich viele verschiedene Varietäten seiner eigenen Sprache, Schrift- oder Literatursprache, Umgangs- oder Alltagssprache, dazu dann noch Fachsprachen für bestimmte Bereiche, darunter auch die Berufssprache, und eben die Gruppensprache. Ungeschickt oder nervtötend wird es bloß dann, wenn man die falsche Sprache im falschen Kontext nutzt oder sich gar über diese nützliche Unterteilung vehement hinweg setzt, aus welchen Gründen auch immer.
Jetzt noch mal zu dem, von Sprachpuristen immer gern herbei gezogenen Argument, wir sind nun mal Deutsch und sollten auch Deutsch reden.
Selbst, wenn sie sich nur auf, den oben, in dem von mir verlinkten (puristisch "verknüpft") Wikipediaartikel angegebenen historisch deutschen Sprachraum (Stand 1910!) beziehen, dann darf man noch immer gespannt sein, bis wohin zurück sie die linguistische Zeit drehen wollen. Immerhin findet man dort unter dem Abschnitt "Geschichte" doch eine nette Auswahl, von Althoch- bis Neuhochdeutsch, mit Zeitangaben. Da wird dann Deutsch sehr schnell zur Fremdsprache.
Es ist nämlich in der Tat so, dass seit der erste sprachbegabte Mensch einem eben solchen begegnete, immer, nicht nur ein inhaltlicher Austausch stattgefunden hat, sondern auch ein sprachlicher. Sprache, die gesprochen oder geschrieben wird unterliegt einem ständigen Wandel durch Einflüssen von außen! Das lässt sich nicht verhindern, und sollte auch nicht verhindert werden. Und immer schon hat es Modeworte gegeben, aus allen möglichen Sprachen, deren Kultur gerade modern war. In der Renaissance waren das hauptsächlich griechische und lateinische Wörter und Floskel, später dann französische etc. bis zu den heutigen Anglizismen. Nur, und da komme ich wieder auf das obige Bild von fremdstämmigen Pflanzen zurück, die ohne Zutun gedeihen und eben solchen, die dazu einer intensiven Pflege bedürfen, die meisten dieser "Fremdworte" sind längst wieder aus dem Wortschatz und dem Sprachgebrauch verschwunden und dies nicht, weil sie "ausgetrieben" wurden, sondern, weil der Zeitgeist sich änderte. Sie waren nicht mehr schick, also wurden sie nicht mehr benutzt. Aber einige dieser Worte haben sich bewährt, fielen also auf nahrhaften Boden und wurden zu Lehnworten und gingen somit in solchem Maße in die deutsche Sprache über, dass man sich heute kaum noch bewusst ist, dass sie überhaupt aus einer, zum Teil, völlig anderen Sprache und Kultur stammen. Dazu gehören dann Worte, wie Shampoo, Veranda, Punsch, Gulli, Fenster, Gitarre, Fanfare Bandit, Infanterie, Schokolade, Vanille, Flotte, Tollpatsch, Gurke, Peitsche, Bank, Alarm, Rest, Kiosk, Tasse, etc.
Ich muss zugeben, dass ich vor ca. 20 Jahren ziemlich lange gebraucht habe, herauszukriegen, was denn ein Broiler ist...dass das was mit braten und grillen zu tun hatte, war mir irgendwie klar, weil ich das englische Verb to broil ja kannte, aber who the fuck...naja, nach Öffnung der Grenze wurde es dann irgendwie klar, dass es sich hierbei um die ostdeutsche Bezeichnung für Brathähnchen handelte, nur fragte ich mich dann noch jahrelang, wieso die da drüben denn einen englischen Begriff dafür hatten, russisch hätte ich eher verstanden. Die Auflösung dazu finde ich irgendwie sehr, sehr interessant. Würde michnur noch interessieren, ob sich die Bürger der DDR darüber im Klaren waren. Vielleicht kann hier ja einer mal aus dem Nähkästchen plaudern.
Also zusammenfassend kann man sagen,
jede gesprochenen, benutze Sprache unterliegt einem stetigen Wandel. Nur tote Sprachen verändern sich nicht mehr.
zu allen Zeiten hat es neben allen anderen Sprachvariationen auch immer eine Mode- bzw. Zeitgeistsprache gegeben. Die hat sich aber nie lange gehalten.
einige Worte daraus, bewährten sich im Gebrauch so sehr, dass sie über das Fremd- oder Gruppenwort zum Lehnwort wurden, dern Ursprung kaum noch im Bewusstsein ist.
einige Worte kamen über Handelswege und -güter zu uns
zurück drehen kann man die Entwicklung nicht mehr, weil man gar nicht wirklich sagen kann, wann eine Sprache überhaupt mal "rein" war. Im Falle von deutsch liegt die letzte historische Sprachstufe, auf die man theoretisch zurückgreifen könnte, bei Neuhochdeutsch, also mal so schlappe 350 bis 650 Jahre in der Vergangenheit (damals schrieb man übrigens "neu" noch "new" und "deutsch" noch "deudsch" !) und die zeitlich gesehen bekannteste Deutsche Schrift aus dem Zeitraum dürfte die Lutherbibel sein... hier kann man sich mal am Beispiel des aus Wiki stammenden "ABBILDVNG DER SCHLACHT SO BEY LÜTZEN DEN 6. NOVEMB: 1632. GESCHECHEN" ein Bild davon machen, wie sich das, etwas hundert Jahre nach Luther, so lesen würde...
Pflege und Schutz, wie es die Sprachpuritsen im Sinn haben, bedürfen nur Sprachen, welche im Aussterben begriffen sind. Da macht es dann durchaus auch bis zu einem gewissen Grad Sinn, wie am Beispiel des Isländischen Sprachpurismus, aber dabei muss man auch die Geschichte des Landes und ihren Status als Inselstaat berücksichtigen. Auch andere Sprachen, wie die verschiedenen Gälischen Sprachen und einige andere Minoritätensprachen werde von einigen noch gehegt und gepflegt. Nur, da wird es so sein wie mit so vielen anderen Sprachen auch, wenn niemand mehr da ist, der sie noch spricht, dann werden sie aussterben, bis eben auf die Lehnworte, die in andere Sprachen eingegangen sind. Mir wäre allerdings nicht bewusst, das gerade Deutsch Gefahr liefe, aus zu sterben und eine Minderheit sind wir ja nun auch nicht. Aber die Definition "bedroht" dürfte im Auge des Betrachters liegen...
Apropos Lutherbibel und Sprachpuristen: Ich bin da gerade bei der Suche nach einem Quelltext auf eine für das Thema interessante Seite gestoßen: "Lutherbibel.net" (keine Direktverlinkung! Copy&Paste ist angesagt!) Bemerkenswert finde ich erstens, den Schriftzug des Seitentitels, hübsch in Schwarz-Rot-Gold gehalten, zweitens der eben so nette Spruch darunter "Wer Luther nicht versteht, versteht auch kein Deutsch!" und drittens, wohin uns ein Klick auf die unter Banner führt. Unter anderem, wenn man auf das "Deutsch oder Welsch"-Banner mit dem Kreuz, dass man, mit viel gutem Willen als Tatzenkreuz des Deutschen Ordens identifizieren kann, aber wohl doch auch anders aufgefasst werden könnte (übrigens auch keinoriginär deutsches Symbol!) , auf eine Seite, die sich "Deutschtum.net" nennt, und sich eben der Reinerhaltung der Deutschen Sprache widmet.
Den Zufall, denn das war es, glaubt es mir, nenn' ich jetzt nochmal Fügung.
Schöner könnte ich jetzt auch nicht erklären, warum ich Puristen und speziell Sprachpuristen immer etwas misstrauisch gegenüberstehe. Wie ich hier ja sehr erschöpfend dargelegt haben dürfte, besteht nämlich gar keine Veranlassung eine Sprache und insbesondere hier nun Deutsch, rein zu erhalten. Und da ja in dem Zusammenhang immer Sprache und Kultur so gern in Verbindung gebracht werden, müsste man dann ja auch die Kultur vor äußeren Einflüssen schützen. Da frage ich mich dann immer, mit welchen Mitteln denn?
Und da klingelt bei mir persönlich immer so eine Alarmglocke, denn wie will man denn, in einer großen, vielgestaltigen Gesellschaft, wie der Bevölkerung eines Landes, sprachlichen und kulturellen Austausch durch exogene (puristisch: von außen stammende) Faktoren wirksam unterbinden...?
Nun, und was im sprachlichen Bereich noch unter Umständen, mit Gesetzen und Bestimmungen, Sprachquotierung und dergleichen (Zwang), machbar wäre, wäre im kulturellen Bereich schlicht unmöglich. Wie will man denn sowas reglementieren und kontrollieren? Und wer überhaupt?
Apropos: Kamerad und Neger stammen, streng sprachpuristisch, auch nicht aus der Deutschen Sprache...Kaiser auch nicht... Grenze... Kompanie... Charakter.... Urinal ... Toilette... kotzen.... Zivilcourage...Demokratie...
Zum Schluss möchte ich noch mal den guten alten Goethe strapazieren (von wegen unsere schönen, deutschen Kultur)
„Gott Dank! daß uns so wohl geschah: Der Tyrann sitzt auf Helena! Doch ließ sich nur der eine bannen, Wir haben jetzo hundert Tyrannen. Die schmieden, uns gar unbequem, Ein neues Kontinentalsystem. Teutschland soll rein sich isolieren, Einen Pestkordon um die Grenze führen, Daß nicht einschleiche fort und fort Kopf, Körper und Schwanz von fremdem Wort.“ Goethe: Die Sprachreiniger aus "Zahme Xenien"
Nur damit hier kein falscher Eindruck entsteht, ich finde Deutsch als Sprache wirklich schön, so man sie auch beherrscht. Aber sie ist nur so schön und kraftvoll, weil sie sich frei und lebendig entwickeln durfte und das auch in Zukunft tun sollte.
Heute morgen in meinem Postfach als "Zitat des Tages" von Zitate-Online.de gefunden und gerade auch heute als persönliche Momentaufnahme sehr zutreffend:
„Wer gelernt hat, sich von der Herrschaft des Ärgers zu befreien, wird das Leben viel lebenswerter finden.“ Euripides
Aber eigentlich ist dieser Ausspruch für mich mehr eine Lebensphilsophie, als nur eine Momentaufnahme. ( was mir von meiner Tochter manchmal die Einschätzung "Gandhi" einbringt )
Klar rege ich mich manchmal auf, ebenso selbstverständlich ärgere ich mich über Begebenheiten oder Mitmenschen. Wer nicht?
Die Kunst jedoch, so denke ich persönlich, ist, diesen Ärger auch wieder loslassen zu können, sich davon nicht beherrschen zu lassen.
Mein Bruder hatte mir einmal das buddhistische Prinzip dadurch veranschaulicht, dass er den Arm hob und ihn fallen ließ, mit der Bemerkung, dass man diese Handlung nicht wiederholen könnte. (ja, ich weiß, das braucht etwas, bis sich der tiefere Sinn erschließt, ging mir damals genauso!) Das half mir, das Loslassen zu lernen, auch, aber nicht ausschließlich, was negative Emotionen betrifft.
Ich kannte und kenne jedoch gar nicht so wenige Menschen, die das eben nicht können, die sich an Situationen, seien es Niederlagen oder Zurückweisungen persönlicher Natur, ansich nichtige Ärgernisse im Leben, wie Unhöflichkeiten von Mitmenschen, oder aber beliebige Kleinigkeiten, und den negativen Emotionen, die sie damit verbinden, geradezu festbeißen und eben einfach nicht loslassen können.
Das führt dazu, dass sie die damit verbundenen Thematiken immer wieder aufgreifen und durchkauen müssen, bis sie die eigentlich Ursache ihres Ärger zwar schon längst vergessen haben, aber das Gefühl selber bleibt, frisst sich fest, entwickelt ein Eigenleben und wird, so habe ich manchmal die Empfindung, zum Lebensinhalt (und führt, im besten Fall, nur zu Magengeschwüren!).
Ich denke, so entstehen aber z.B. auch Misanthropen, in der populären Auslegung, als Menschen, die, als einzige Bewältigungsstrategie ihrer angestauten Emotionen, alle Anderen erst ein mal als hassens- und/oder verachtenswerte Kreaturen degradieren und sich damit selber als einzige wirkliche Instanz und Maß aller Dinge darstellen. Sie können, so denke ich, schlicht nie glücklich sein, weil sie eben immer wieder an jedem noch so winzigen Ärgernis festhalten, dieses gar noch als Bestätigung für die Richtigkeit ihre Empfindungen sehen, in schweren Ausprägungen sogar Angriffe und Beleidigungen sehen, wo gar keine zu finden sind und sich so selber vergiften.
Ich gehe sogar soweit, dass ich es wage zu behaupten, sie können nur eine Art von Glück empfinden, wenn sie sich ihren negativen Gefühlen ganz und gar hingeben. Paradox! Und bedauernswert.
Ich muss dazu sagen, dass ich mir diese, meine, Ausführungen nicht aus den, theoretischen, Fingern sauge. Ich kannte einen solchen Menschen mit dieser starken Ausprägung, sehr, sehr gut und kenne noch mindesten einen, bei dem ich durch persönliche Erfahrung und Beobachtung von immer wieder den gleichen Verhaltensweisen bei den unterschiedlichsten zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen, fast völlig sicher bin, dass auch er ein Betroffener ist.
Mich machen diese Menschen traurig und wenn ich auch weit davon entfernt bin, Mitleid mit ihnen zu haben, so bedaure ich sie doch sehr, wegen der Möglichkeiten, die sie sich selber durch ihr Verhalten nehmen. Ich, für meine Person, könnte und wollte auch nicht so leben!
So schließe ich mit dem zweiten Zitat, respektive einer weiteren Momentaufnahme, die ebenfalls eine meiner Lebensdevisen ist, diesmal aus der Principia Diskordia:
"Da ist Heiterkeit im Chaos. Suche das Auge des Orkans"
Und was findet man im Auge eines Orkans? Eben, Ruhe!
In diesem Sinne, wünsche ich allen Lesern ein wunderschönes Wochenende!!!
PS: Weil ich oben von der, wie nochmals hervorgehoben, populären Definition von Misanthropie sprach, und ich damit wohl den Misanthropen an sich einen Bärendienst erwiesen haben könnte, reiche ich hier mal den, meiner Meinung nach, sehr guten, weil sich objektiv und sachlich mit dem Begriff auseinandersetzenden Artikel "Vx Bildungsreform: Misanthropie" nach.
Thrill with the lissome lust of the light, O man! My man! Come careering out of the night Of Pan! Io Pan! Io Pan! Io Pan! Come over the sea From Sicily and from Arcady! Roaming as Bacchus, with fauns and pards And nymphs and satyrs for thy guards, On a milk-white ass, come over the sea To me, to me, Come with Apollo in bridal dress (Shepherdess and pythoness) Come with Artemis, silken shod, And wash thy white thigh, beautiful God, In the moon of the woods, on the marble mount, The dimpled dawn of the amber fount! Dip the purple of passionate prayer In the crimson shrine, the scarlet snare, The soul that startles in eyes of blue To watch thy wantonness weeping through The tangled grove, the gnarled bole Of the living tree that is spirit and soul And body and brain - come over the sea, (Io Pan! Io Pan!) Devil or God, to me, to me, My man! My man! Come with trumpets sounding shrill Over the hill! Come with drums low muttering From the spring! Come with flute and come with pipe! Am I not ripe? I, who wait and writhe and wrestle With air that hath no boughs to nestle My body, weary of empty clasp, Strong as a lion and sharp as an asp - Come, O come! I am numb With the lonely lust of devildom. Thrust the sword through the galling fetter, All-devourer, all begetter; Give me the sign of the Open Eye, And the token erect of thorny thigh, And the word of madness and mystery, O Pan! Io Pan! Io Pan! Io Pan Pan! Pan Pan! Pan, I am a man: Do as thou wilt, as a great god can, O Pan! Io Pan! Io Pan! Io Pan Pan! I am awake In the grip of the snake. The eagle slashes with beak and claw; The Gods withdraw; The great beasts come, Io Pan! I am borne To death on the horn Of the Unicorn. I am Pan! Io Pan! Io Pan Pan! Pan! I am thy mate, I am thy man, Goat of thy flock, I am gold, I am god, Flesh to thy bone, flower to thy rod. With hoofs of steel I race on the rocks Through solstice stubborn to equinox. I rave; and I rape and I rip and I rend Everlasting, world without end, Mannikin, maiden, maenad, man, In the might of Pan. Io Pan! Io Pan Pan! Pan! Io Pan!
Vor 4 Jahren, in der Nacht, verstarb meine Bruder, nach schwerer Krankheit, zwar nicht plötzlich und unerwartet, aber doch viel zu früh. Auch, wenn es für ihn eine Erlösung war, so schmerzt mich der Verlust noch immer, weil er auch mein bester Freund und lange Zeit auch so etwas wie mein Rōshi war. Auch konnte man mit niemand sonst so gut über Gott und die Welt reden und nach Kerlen gucken...*g* Er war ein Mensch, bei dem es ein Vergnügen und eine Ehre war, ihn kennen zu dürfen!
Aber, wir Menschen sind geteilt um der Liebe willen und werden, eben so sicher, irgendwann wieder vereint sein. In diesem Sinne, um es mit den Worten William Shakespeares zu sagen:
"When shall we three meet again in thunder, lightning, or in rain?" "When the hurlyburly 's done, when the battle 's lost and won."
Ich dürfte ja schon einmal bemerkt haben, dass ich den Glauben anderer Leute grundsätzlich respektiere, auch wenn ich ihn nicht teile.
Allerdings nehme ich für mich das Recht in Anspruch selber zu entscheiden, worüber mein Weg zum Himmelreich, zur Erleuchtung, zum Kern der Existenz, whatever, führt und gewähre es selbstredend auch allen anderen Menschen.
Ich weiß allerdings auch, dass die christliche Kirche aus Matt 28, 18-20 LUT: "18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" ihren, in christlichen Kreisen keineswegs unumstrittenen, Missionsbefehl herleitet.
Wobei mir persönlich ja schon eine gewisse Diskrepanz im Sinn auffällt, zwischen den Versen aus der Lutherbibel und derjenigen, die man in der Elberfelder Übersetzung findet: "18 Und Jesus trat zu [ihnen] und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. 19 Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20und sie lehrt alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters." (wohl dem, der mehr als eine Bibel sein eigen nennt *g*)
Nur mal so, ich mag Rabbi Jeschua ben Jossef!
Ich bringe auch noch ein wenig Verständnis dafür auf, wenn sich irgendeine Glaubensrichtung dazu berufen fühlt, ihre Wahrheit unter das Volk bringen zu müssen. Bitte sehr, wenn's seelig macht... "All words are sacred and all prophets true; save only that they understand a little; solve the first half of the equation, leave the second unattacked." AL. I . 56 Bis dahin alles also noch sehr kuschelig und flauschig.
"Christentum breitet sich in verschlossenen Regionen aus Douglass wies ferner darauf hin, dass sich die christliche Botschaft besonders schnell in einst verschlossenen oder der Mission feindselig eingestellten Regionen verbreite, etwa im Nahen Osten, in China und Indien."
Ich lass das jetzt mal inhaltlich unkommentiert. Allerdings wundert es mich bei einer solchen Einstellung gar nicht, dass man auf Idea.de zur Zeit auch vermehrt Artikel zur "Christenverfolgung" unter der Rubrik "Religionsfreiheit und Menschenrechte" findet, wie z.B. den Fall einer Krankenschwester, die von ihrem Arbeitgeber suspendiert wurde: Krankenschwester suspendiert, weil sie Gebet anbot.
Kann passieren, wenn man ein "Nein" oder einen berufliche Kodex nicht akzeptieren möchte.
Ich möchte es nur einmal erleben, dass man Menschen einfach nur respektiert, wie sie sind, ohne sie nach seinem Bilde formen zu wollen.
Die Akzeptanz der Unterschiede ist Voraussetzung für die Überraschung von Gemeinsamkeiten...
"Betrachte einmal recht streng diejenigen, die sich mit möglichster Schärfe und Behaglichkeit über die Gebrechen und Fehler anderer auslassen, sich durch Mißbilligung oder Mißreden über sie hinaussetzen und du wirst schnell genug finden, daß sie der Meinung sind: durch diese angenehme Selbstgefälligkeit uns ihre eigenen Gebrechen verhüllen zu können." Heinrich Martin, (1818 - 1872)
Da ich gerade an einem Beitrag zum Thema Wortmagie bastele, bin ich über eine meiner Bemerkung zum Thema Magick gestolpert.
"Und selbst wenn ich voll und ganz hinter der durch Magick erzeugten Handlung stehe, sollte ich mir davor kurz vor Augen führen, das alles im Universum in einem Kontext existiert und ich vielleicht zwar die gewünschte Wirkung erhalten werde, aber dabei durchaus eine Kette von Ereignissen in Gang setze, die ich nicht mehr unbedingt kontrollieren kann."
Dazu muß ich hinzufügen, dass ich in Bezug auf Magick durchaus Aleister Crowleys Definition teile, dass jede bewusste Tat (und auch bisweilen unbewußte, denn das Unterbewußtsein legt manchmal ein sehr hartnäckiges Eigenleben an den Tag!) Magick ist.
Obiges Zitat trifft also auch gerade in Bezug auf Wortmagick und der "Magick des Wortes" zu.
Darum ist es auch im normalen Umgang mit seinen Mitmenschen wichtig.
Sehr schön trifft das auch ein Zitat, dass ich glaube ich, im Paradies gelesen habe:
"Worte sind wie ein Bann Einmal ausgesprochen lassen sie sich kaum zurücknehmen, also MEINE, was Du sagst und SAGE, was Du meinst!"
Der Autor trifft es auf den Punkt!
In der Magick wie auch gleichermaßen im sozialen Umgang, ja im ganzen Kosmos, treffen nämlich immer zwei ehernen Gesetzmäßigkeiten zu:
Jeder ist für seine Handlungen und Worte höchst selbst verantwortlich und somit auch für die etwaigen Folgen.
Jede Handlung, durch Taten oder Worte, respektive die Energie, welche ich hineinstecke, kommt früher oder später wieder zu mir zurück. Und das meist in doppelt oder dreifacher Intensität.
Oder, wie es in den „Schwarzen Juwelen“ von Anne Bishop so schön formuliert wird: „Alles hat seinen Preis!“
Und man muss sich vorher im Klaren darüber sein, ob man auch bereit ist, ihn zu entrichten.