"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


Freitag, 26. Dezember 2008

Für Dave

Weil er gestern so lieb gefragt hat, sich aber der Nudelsalat so schlecht durch die Leitung quetschen ließ, hier exklusive für Dave Daaé eine große Schüssel Nudelsalat!



Bon Appetite!

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Boah, geschafft!

Heute haben wir den ersten Weihnachtstag und jetzt ist erst einmal chillen und rumgammeln angesagt.
Wir, meine beiden "Großen" und ich, haben ja schon am 21. die Wintersonnenwende mit einem Ritual zur Rückkehr des Lichtes, anschließendem obligatorischen Schweinebraten, und der Bescherung begangen.

Ich habe übrigens einen sehr schönen Green Man als kleines Wandrelief von meiner Tochter bekommen, über den ich mich wie ein Kind gefreut habe. Isser nicht toll?



Von meinem Sohn bekam ich seine ganze Liebe und Aufmerksamkeit und die Tatsache beschert, dass er sich mit seinen, wenn auch sachlichen, so doch subversiven Bemerkungen zu dem Bimbamborium zurückhielt, so dass ich ihn an Jul doch nicht erschlagen musste, den kleinen, spottenden Atheisten *lach*.

Naja, dafür wurde er von uns am reichlichsten beschenkt: Vier Bücher, einen BW-Rucksack und einen neuen DVD-Brenner.

Für meine Tochter gab es von mir einen Bildband über Leonardo da Vinci und von ihrem Bruder und mir noch Kaffeepads für die Senseo, die sie gestern endlich von ihrem Opa geschenkt bekam.

Jetzt sitze ich hier und trinke einen tollen Cafe Crema, den sie mir gerade spendiert hat.

Gestern waren wir dann noch zum Essen, Spielen und geselligen Beisammensein bei meinem Vater, dessen Wohnung glänzt wie das reinste Weihnachtswunderland (sehr barock!), gleichwohl er mit dem Fest selber auch nicht allzu viel anfangen kann.

Es gab nur eine kurze Krise, als er plötzlich unbedingt eine Cassette mit Weihnachtsliedern spielen wollte.
Anlage an, im Radio liefen gerade Gregorianische Choräle.

Ich, mit leichter Panik: "Laß die doch, die sind doch toll!"

Er:"Ne, die will ich aber nicht hören. "

Cassette rein...(nichts gegen meinen Vater, aber über seinen Musikgeschmack kann man wirklich geteilter Meinung sein, warum mir ja nichts gutes schwante...), aber, naja, Fügung, das Cassettendeck war leider kaputt und ließ sich auch durch die intensivsten Überredungskünste aller Anwesenden nicht mehr zum Leben erwecken... *puh*
Da konnten wir dann in aller Ruhe Trivial Pursuit spielen...

Es war überhaupt schön, dass wir rein gar nichts von dem ganzen Weihnachtsstress, der um uns herum tobte, für uns annahmen. Die wenigen Male, als man sich dann doch mal ins Getümmel werfen mussten, hatte ich immer so ein Gefühl der Unwirklichkeit, nach dem Motto: "Was geht denn hier ab? Wozu denn dieser, schon teilweise rücksichtslose und gewalttätige Stress? Euch nimmt doch keiner was weg! Fest der Liebe, hallo?"
Oder wie meine Tochter trocken bemerkte:"Wenn sie mir die Regeln erklären, dann kann ich auch mitspielen!"

Aber das ist ja glücklicherweise für diese Jahr auch wieder vorbei, bis es auch nächstes Jahr wieder heißt. "Alle Jahre wieder..."

Jetzt sitzen wir hier jedenfalls, im Fernsehen läuft "Der Herr der Ringe" in der Extended Edition und auf englisch, ich schreib gemütlich an dem Artikel hier und meine Tochter flegelt auf der Couch und mein Sohn holt seinen Nachtschlaf nach.
Gemütlichkeit pur...

Abschließend möchte ich mich noch für all die netten Weihnachtsgrüße bedanken und euch allen eine Frohe Weihnacht und besinnliche Feiertage wünschen.

GB Pics








Montag, 22. Dezember 2008

Heute ist mir so....

Der Knoten scheint tatsächlich mit der Sonnenwende geplatzt und die Stimmung hellt sich wieder auf.

In den letzten Tagen war es schon zu beobachten:






Erst war mir noch so...












...dann wurde es besser...









...und...




...seit heute früh ist es endgültig
vorbei mit mir!



Die Fotos sind zwar schon etwas älter, aber sie passen so gut zu der Entwicklung in den letzten Tagen.

Ne, mir geht es prächtig und alle schlechten Energien, die mir in letzter Zeit die Luft zum Atmen zu nehmen schienen, sind wie weggezaubert.


Und außerdem sagte schon Uncle Al:

"Lachen ist die einzige vertretbare Einstellung in einem Universum, das ein Witz ist, der sich selbst erzählt."



Ich hoffe, es geht euch ähnlich gut wie mir!

Samstag, 20. Dezember 2008

Alles hat seinen Preis

Da ich gerade an einem Beitrag zum Thema Wortmagie bastele, bin ich über eine meiner Bemerkung zum Thema Magick gestolpert.

"Und selbst wenn ich voll und ganz hinter der durch Magick erzeugten Handlung stehe, sollte ich mir davor kurz vor Augen führen, das alles im Universum in einem Kontext existiert und ich vielleicht zwar die gewünschte Wirkung erhalten werde, aber dabei durchaus eine Kette von Ereignissen in Gang setze, die ich nicht mehr unbedingt kontrollieren kann."

Dazu muß ich hinzufügen, dass ich in Bezug auf Magick durchaus Aleister Crowleys Definition teile, dass jede bewusste Tat (und auch bisweilen unbewußte, denn das Unterbewußtsein legt manchmal ein sehr hartnäckiges Eigenleben an den Tag!) Magick ist.

Obiges Zitat trifft also auch gerade in Bezug auf Wortmagick und der "Magick des Wortes" zu.

Darum ist es auch im normalen Umgang mit seinen Mitmenschen wichtig.

Sehr schön trifft das auch ein Zitat, dass ich glaube ich, im Paradies gelesen habe:


"Worte sind wie ein Bann
Einmal ausgesprochen lassen sie sich kaum zurücknehmen, also
MEINE, was Du sagst und SAGE, was Du meinst!"



Der Autor trifft es auf den Punkt!

In der Magick wie auch gleichermaßen im sozialen Umgang, ja im ganzen Kosmos, treffen nämlich immer zwei ehernen Gesetzmäßigkeiten zu:

  • Jeder ist für seine Handlungen und Worte höchst selbst verantwortlich und somit auch für die etwaigen Folgen.

  • Jede Handlung, durch Taten oder Worte, respektive die Energie, welche ich hineinstecke, kommt früher oder später wieder zu mir zurück. Und das meist in doppelt oder dreifacher Intensität.

Oder, wie es in den „Schwarzen Juwelen“ von Anne Bishop so schön formuliert wird: „Alles hat seinen Preis!

Und man muss sich vorher im Klaren darüber sein, ob man auch bereit ist, ihn zu entrichten.

Kleines, aber wichtiges Update!

Ich darf den Usern des Paganrealm mitteilen, dass der Umzug erfolgreich vollzogen wurde!
Da aber noch einige Kleinigkeiten erledigt werden müssen, bleibt das Forum noch eine kurze Zeit deaktiviert.


Wer war's?
Die Schweizer!!!!!!!!





Nachtrag 20.12.:

Das Forum ist wieder aktiv und für die User zugänglich!

Freitag, 19. Dezember 2008

Wichtige Mitteilung

Betrifft unser Forum Paganrealm!

Der Einfachheit halber zitiere ich mal den Beitrag des Sirs:
"Innerhalb der letzten Zwölf Stunden hat sich das Zerwürfnis zwischen der Forenadministration und Aneas verschärft. Das Angebot noch so lange auf seinem Server zu verweilen bis der Umzug auf den alten abgeschlossen ist, ist zurückgezogen worden als Aneas aus dem Team genommen wurde. Ich habe ihm dies jedoch persönlich mitgeteilt, da es bereits schon seit einiger Zeit absehbar war, dass es menschlich nicht mehr funktionierte. Nach einer längeren Diskussion zwischen ihm, CelticCrow und mir, in deren Verlauf auch die Löschung angedroht wurde, habe ich Heute beschlossen das Forum stillzulegen. Die Datenbank wurde gesichert und wenn alles glatt geht ist es Heute Abend wieder online. Ich bedauere die Unanehmlichkeiten für die User, aber es ging so einfach nicht mehr. Wir sehen uns dann im neuen Forum am alten Ort, nicht verzagen, wir haben schon weitaus schlimmeres überstanden.

Liebe Grüsse an alle


Der Sir.



Nachtrag: Sollte es Heute nicht funktionieren, so werden ich es am Wochenende in Angriff nehmen. Datenbankbackup haben wir ja, zur Entlastung von Aneas`Server haben wir alle Daten vor Ort gelöscht und ihm so etwas Mühe abgenommen."

Also keine Sorge, wir kommen wieder!


Was die Symbolaktion betrifft, ist sie nicht tot.

Einerseits hat sie sich vom Internet auf "die Strasse" verlagert, andererseits sind bereits von verschiedener Seite Bestrebungen im Gange, sie auf die eine oder andere Art auch im Internet weiter zu führen.

Zur Zeit nehmen die, unser "Heidenreich" betreffenden, internen Probleme uns leider etwas in Anspruch. Und danach haben wir uns erst einmal eine kleine Ruhepause verdient, denke ich!
Dafür bitten wir alle Interessierten für Verständnis.

Sobald wir genau wissen, wie und auf welche Weise sie weiter fortführt wird, werden ich und/oder der Sir euch darüber informieren. Des weiteren haltet euch an die in der Liste aufgeführten Foren, um auf dem Laufenden zu bleiben und fallt nicht auf Plagiate oder Trittbrettfahrer herein.



Falls ich es nicht mehr schaffen sollte, wünsche ich allen Lesern meines Blogs schon jetzt God Jul, ein besinnliches Weihnachtsfest und ein fröhliches Chanukka!


© GNU Free Documentation License

Freitag, 12. Dezember 2008

Werte

Ich habe mich in letzter Zeit mit meinem Spielmann des öfteren über den scheinbaren oder offensichtlichen Sitten- und Werteverfall in der heutigen Zeit unterhalten.

Allein schon, dass Sitte, Moral und Anstand oder gar Ehre mittlerweile bei manchen Menschen zu Vokabeln geworden sind, die irgendwie im Sprachgebrauch nicht mehr „In“ sind, sondern als überkommen und altbacken gelten, etwas, was bestenfalls noch für alte Leute oder Moslems eine Bedeutung hat, gibt schon zu denken und spricht für sich.

Dabei sind sie weder das eine noch das andere, sondern die Grundpfeiler des menschlichen Miteinanders.

Der Spielmann ist seinerseits praktizierender Asatruar und lebt nach eigenem Bekunden strikt nach den von Odinic Rite propagierten, als Essenz aus der Hávamál stammenden 9 Edlen Tugenden. Ich selber bin Kelto-Thelemit und versuche mein Leben nach dem Liber OZ und den Lehren Aleister Crowleys und meinem Bauchgefühl auszurichten. (was ganz gut klappt).

Bei oberflächlicher Betrachtung mag es sich nun bei der Hávamál um Werte einer archaischen Kultur, beim Liber OZ um eine Aufforderung zum Hedonismus (alles ist erlaubt) handelt.

Aber dieser Eindruck kann einer tieferen Betrachtung nicht standhalten.

Die scheinbare Freiheit des Einzelnen, die wir im Liber Oz finden, endet nämlich genau da, wo sie die Freiheit des anderen beschränkt und reguliert sich damit selber (geistige Reife des Anwenders vorausgesetzt! Und selbst bei geistiger Unreife greift die Selbstregulierung, wenn man sich mit den Konsequenzen seines Handels befassen muss und darum führt kein Weg vorbei!)

Wenn man nun die 9 Tugenden aufdröselt, merkt man, dass sie eigentlich zeitlose Gültigkeit besitzen:


9 Edlen Tugenden

Mut
(Beherztheit und Mut, zu sich selbst zu stehen und seinem Weg zu folgen. Mut, Dinge zu tun, die nötig sind, auch wenn die Konsequenzen nicht unbedingt angenehm sind. Nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Nicht aufgeben! -> Standhaftigkeit)

Wahrhaftigkeit
(Aufrichtigkeit, sich selbst treu bleiben -> Treue. Zu seinem Wort sehen. Neudeutsch trueness!
Wahrhaftigkeit ist eigentlich die Grundtugend überhaupt, egal an was oder wen man glaubt oder nicht. Ohne Wahrhaftigkeit sind alle anderen Tugenden nutzlos.)

Ehre
(sich seinen eigenen Werten würdig zu erweisen. „Ehre ist, wenn ich immer so handele, dass ich mich morgens noch im Spiegel betrachten kann, ohne kotzen zu müssen! Und so, dass niemand, für den ich Verantwortung trage (Familie und Freunde) sich schämen muss, mich zu kennen.“[sic])

Treue
(in erster Linie sich selber treu bleiben und seinen Leitsätzen, aber auch zu seinen Worten und seinen Taten und auch zu seinen Fehlern stehen -> Wahrhaftigkeit.
Treue gegenüber Personen darf nie blind sein, sondern kann nur soweit gehen, wie sie nicht gegen die Tugenden verstößt, oder funktioniert nur, wenn der Wertekanon derselbe ist. )

Disziplin
(Selbstdisziplin, aber auch Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit, nicht zu schnell aufgeben, sich nicht von etwas zu schnell entmutigen lassen -> Standhaftigkeit. Aber auch: nicht gierig sein, nicht alles haben wollen, Maß halten in allen Dingen)

Gastfreundschaft
(anderen, insbesondere Fremden erst einmal freundliches Entgegenkommen zeigen.
Nicht wegschauen, wenn jemand Hilfe benötigt, sondern handeln, auch: Zivilcourage zeigen und auch: Sich nicht von seinen Vorurteilen beeinflussen lassen)

Geschäftigkeit
(Betriebsamkeit, Arbeiten, nicht anderen auf der Tasche liegen, selber etwas schaffen, neues entstehen lassen, produktiv sein, auch: sich weiterbilden, Wissbegierig sein, Neuem aufgeschlossen sein)

Selbständigkeit
(autark sein, sein Leben selbst auf die Reihe bekommen, eigenes Geld verdienen und seine Freiheit im Rahmen der Möglichkeiten finden. Aber auch: Selbstverantwortlichkeit! Nur wer für sich selbst steht, kann auch andere tragen! Nur wer für sich einsteht, kann dies auch für eine Gemeinschaft.)

Standhaftigkeit
(Unerschütterlichkeit, Ausdauer, auch: wenn man zum hundertsten Male auf die Nase fliegt, aufstehen und wenn etwas zum wiederholten Male nicht klappt, weitermachen und wenn nötig von vorn beginnen.)


Wie man sieht, sind die 9 Tugenden nicht von einander zu trennen, sondern greifen ineinander über und überschneiden sich zum Teil sogar.

Nur wie vermittelt man diese Werte?
Nun, erst einmal, in dem man sie durch eben zeitgemäße Erklärungen „entstaubt“, damit sie ihren „Schrecken“ verlieren.
Aber eigentlich durch nichts besser als durch vorleben. Denn dann erst wird wirklich klar, dass sie immer noch funktionieren im heutigen, modernen Leben, wo die Schlachten nicht mehr mit dem Schwert oder dem Sax gefochten werden, sondern mit Worten und Ellbogen, wo der Freundes- und Bekanntenkreis die Sippe ersetzt hat und wo wir morgens nicht mehr auf das Feld oder zur Jagd gehen, sondern zur Arbeit oder Schule.

Auch wird es kaum noch vorkommen, dass ein müder Reisende an die Türe klopft, und um ein Nachtlager und Speis und Trank anfragt. Aber es gibt immer noch Situationen, in denen jemand Hilfe benötigt, den man eigentlich nicht kennt, sei es jemand, der auf der Straße gestürzt ist, oder jemand, der mit dem Auto liegen geblieben ist.
Manchmal reicht es, in der immer größer werdenden Anonymität der Städte ein klein wenig auf den anderen Acht zu geben, nicht weg sehen, und denken, das geht mich nichts an…

Und, mal ehrlich, so archaisch und überkommen sind sie nicht, sondern durchaus aktuell.
Nur weil sie aus der Hávamál stammen, sind sie auch nicht besonders germanisch und nur für spinnerte Neo-Paganisten, germanophile Träumer und Hörner-Wikinger (es lebe das Vorurteil!) geeignet.
Aber allein dies scheint einige abzuschrecken.
Dabei scheinen doch die Tugenden aus der Hávamál, wenn man sie oben mit den Vermerken (Dank an meinen freundlichen Fachmann! *g*) betrachtet, doch einfach nur logisch und eigentlich recht einfach auch in der heutigen Zeit um zu setzen.


Anmerkung:
Die Hávamál spiegelt wie die Edda, aus der es stammt nicht gesichert die Weltsicht der frühen germanischen Stämme wieder. Sie stammt, so wie wir sie kennen, etwa aus dem 13. Jh.(Codex Regius) und unterliegen damit auch christlicher Prägung. Darüber, welche Werte für sie wirklich von Bedeutung waren und wie sie sie umsetzten, kann man nur mutmaßen.



Ich bin, wie gesagt, kein Asatruar (im Gegenteil, ich kann mit den Germanen nicht allzu viel anfangen.. Sie wollen nicht mit mir und ich wohl auch nicht wirklich mit ihnen. Allein schon die Runen zicken bei mir rum, da lob ich mir mein Tarot…) und habe bisher keinerlei Erfahrungen mit der Anwendung der 9 edlen Tugenden.
Allerdings kann ich bestätigen, dass der Spielmann durchaus ein sehr moderner, bodenständiger Mensch ist.

Und noch was:
Ich kann nachvollziehen, des gewisse Werte oder deren bloße Erwähnung bei gerade jungen Menschen schieres Entsetzen hervorrufen. Ich war auch mal jung und dachte, man müsse alte Zöpfe abschneiden, Progressivität oder gar Anarchie wären die bessere Alternative.

Aber mit den Jahren merkte ich, dass es ohne Regeln und Werte nicht geht, das dies nur zu Chaos und Desorientierung führt.

Das ist wie mit Strickjacken.
Wenn man jung ist, dann denkt man, die sind uncool und so was brauch man nicht, aber wenn man älter wird, lernt man sie wieder schätzen, weil sie so schön kuschelig warm halten, und es ist auch nicht mehr wichtig, ob sie gut aussehen oder man damit ausschaut wie Omma…
Und so ist es auch mit gemeinsamen Regeln und Werten:
Sie geben Sicherheit und Geborgenheit und da ist es wurscht, ob sie etwas altertümlich rüberkommen, denn sie haben sich bewährt und nur das zählt.


Interessanter Link zu einer ausführlichen Abhandlung über die Ethik im germanischen Heidentum findet man auf Asentr.eu.



Kleiner Hinweis für Leute die sich im Internet über germanische Religion und speziell Asatru informieren möchte:
Leider kann man Begrifflichkeiten nicht zuverlässig vor Missbrauch schützen. So kann eine Domain von jedem erworben werden.
Im speziellen Fall hat der mehrfach vorbestrafte Anwalt und NPD-Politiker Jürgen Rieger sich die Adresse Asatru.de gesichert und sie wird seither unter anderem von der Artgemeinschaft genutzt.

Das wirft leider ein sehr unschönes Bild auf die Glaubensrichtung.


Wer sich informieren möchte, der findet aber auch eine Menge andere Organisationen, die über jeden Zweifel erhaben sind. Hier möchte ich nur einmal auf den Verein für Germanisches Heidentum(VfGH) und den Eldaring hinweisen. Dort gibt es auch regelmäßige regionale Stammtische, wo man das persönliche Gespräch suchen kann.
Als Info-Seite kann ich nur wärmsten die Seiten der Alten Sitte empfehlen, Asatr.eu und den Blog Alte Sitte.

Auch andere Links, die man auf meinem Blog zu dem Thema findet, sind frei von braunem Auswurf.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Ich lebe noch!

Ich möchte mich hier nur kurz zurückmelden. Gerüchte über meinen Tod waren stark übertrieben!

Ich hatte in den letzten Wochen sehr viel um die Ohren und nutzte die Restzeit zu einer dringend notwendigen Konversion (und auch Katharsis. Im Gegensatz zur Lehrmeinung halte ich diese nämlich durchaus für sehr nützlich! Oder anders: Ich brauch das eben bisweilen!) um mal wieder den ganzen "Müll" loszuwerden, den man so mit der Zeit hinter sich her schleift.

Dieser Rückzug inklusive Rückbesinnung, Läuterung und Regenerierung der eigenen Energien ist eben manchmal von Nöten. Passt ja auch zur Jahreszeit...

Sie führten für mich zu folgendem Ergebnis:
Ich werde meine Präsenz im Internet bis auf weiteres stark reduzieren, was nicht heißt dass ich gar nicht mehr aktiv sein werde.
Allerdings gibt es für mich wichtigeres im Leben, als zu jedem Pups ein Statement zu verfassen und sämtliche Gedankengänge tot zu diskutieren, bis nichts davon bleibt als leeres Blub und Bla.

Außerdem macht es mir wesentlich mehr Spaß, in geselliger Runde die Köpfe heiß zu reden und meinen Diskussionspartner bei sturem Beharren auf seine Meinung mit Papierkugeln oder Bierdeckeln zu bewerfen.
Denn das Lachen und Frotzeln und Augenzwinkern kommt mir auf Internetplattformen entschieden zu kurz oder sagen wir, es kommt so schwer rüber.

Ganz zu schweigen davon, dass sich mir mit der Zeit das Gefühl aufdrängte, dass es nicht mehr um Inhalte ging, sondern eben nur noch um "Etwas zu sagen zu haben" und "Recht behalten".
Da spielt vielleicht auch eine Art Katharsis eine Rolle. Wem im RL kaum jemand zuhört, kaum jemand Beachtung schenkt, gern übersehen wird, der brauch wohl in verstärktem Maße die Bestätigung durch die Internet-Community.

Da werden dann Beitragszahlen und Seitenzugriffe wie Orden und Auszeichnungen präsentiert. Quantität und letztes Wort werden wichtiger als Qualität und gegenseitiger Austausch.

Gipfel der Idiotie ist meines Erachtens dann das nostalgische Wühlen in uralten Diskussionen (ach, was waren das für schöne Zeilen von mir...da war ich genial...)
Mal ehrlich, ich habe seinerzeit viel geschrieben, und dazu stehe ich auch noch heute, aber ich sehe heute eben vieles anders und manches Statement und mancher Beitrag scheint von einer ganz anderen Person verfasst worden zu sein.
Die Welt dreht sich und wir uns mit ihr und Meinungen sind nicht für alle Zeiten in Stein gemeißelt und festgelegt (wäre ja auch schlimm....!)

Wie auch immer, das alles ist nicht mehr meins.

Hinzu kommt bei mir, dass man auch Prioritäten setzen muss, da der Tag eben nur 24 Stunden hat und die Lebenszeit begrenzt ist.

Und meine Prioritäten liegen nun mittlerweile im beruflichen Fortkommen und dem Privatleben.
Da muss ich zugeben, ist mir das Hemd näher als die Hose.

Sozialkontakte müssen gepflegt werden, sollen sie nicht verkümmern, mein Vater ist mittlerweile 81, die Kinder sind bald aus dem Haus (mein "Kleiner" ist mittlerweile auch 16! Als Initiation kaufte er sich eine Flasche Bier und die liegt nun vergessen im Kühlschrank *lach*), da ist die gemeinsame Zeit also auch im Schwinden begriffen und meinem Spielmann und mir geht es zur Zeit wegen Terminschwierigkeiten oftmals wie den Königskindern (...und konnten zusammen nicht kommen...).

Ja, und dann braucht der Mensch ja auch noch mal ab und an etwas Zeit für sich, allein und in Stille...

Was dann noch vom Tage übrig bleibt und das ist nicht mehr viel, das investiere ich gerne mal in eine fruchtbare Internetaktivität.
Aber nicht mehr um jeden Preis...

In Zukunft also gibt es die Krähe nur noch light und wenn sie es für nötig hält oder einfach Lust und Zeit dazu hat.
Dann aber in alter Frische und von ganzem Herzen!

Mittwoch, 19. November 2008

Paradies - Leben nach dem Tod?

Inspiriert von dem Experiment Astraryllis zum Thema Paradies, mußte ich an eines meiner Lieblingsgedichte von Fontane denken:


Gulbrandsdal

Die Felsen sind steil, die Schlucht ist schmal,

Der Snöhättan blickt auf Gulbrandsdal.

Und weht es im Sommer heiß und schwül,

So halten die Felsen den Talgrund kühl,

Und starrt es im Winter hoch oben von Eis,

So sprudeln unten die Quellen heiß,

Herbststürme ziehen drüber hin,

Nur Frühling und Friede wohnen darin,

Kein Fieber schleicht, keine Krankheit geht um,

»Tal des Lebens« heißt es drum.

Und die Menschen im Tal verlassen es nie,

Zu hohen Jahren kommen sie,

Keine Last, keine Sorge beugt ihre Gestalt,

Sie werden weiß, aber sie werden nicht alt.

Und drei Lebelang sehen dem Leben sie zu,

Da sind sie müd' und verlangen nach Ruh',

Und sie rufen den Tod, der aber spricht:

»Ihr müßt kommen, ich komme nicht.«

Und sie steigen hinauf. Und zum ersten Mal,

Um zu sterben, lassen sie Gulbrandsdal.

(Quelle: Theodor Fontane: Sämtliche Werke. Bd. 1–25, Band 20, München 1959–1975, S. 93-95)


Für diese Menschen ist ihr Tal das Paradies und dies im Leben! Sie müssen es erst willentlich verlassen, um sterben zu können, also, wie sollte für sie denn dann erst ein Paradies post mortem beschaffen sein?

Ich denke, mit dem Paradies verhält es sich ebenso wie mit der Hölle. Jeder Mensch schafft es sich im Leben selber, je nachdem, wie er sich anstellt und welche unterbewussten "Wünsche" er hat.

Ich persönlich glaube nicht daran, dass eine wie auch immer geschaffene Welt auf uns nach dem Tode wartet. Ich denke schlicht, dass dann einfach das bewusste Leben aufhört zu existieren und wir heimkehren in den Energiepool, aus dem wir alle stammen.
Denn es ist physikalisch sicher, Energie geht nicht verloren, sondern wird nur umgewandelt. Das war schon meine Überzeugung, als ich noch auf agnostischen Pfaden wandelte und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Mein Celtoi-Anteil kann darum sehr gut mit der Idee des "Kessels des Lebens" zurechtkommen!
Wohingegen ich die, meiner Meinung nach, MZB-insprierte und/oder aus dem Christentum übernommene Gleichsetzung der Anderswelt (mal nebenbei, es gibt da ja nicht nur eine!) und mythischer Jenseitswelten mit einem paradiesischen Ort nicht teile.
Ich denke, dass ist eine sehr naive, neuheidliche Vorstellung der möglicherweise bei keltischen Stämmen bestehenden Einteilung der Welt in "Hier" und "Dort" (Land, Dimension, der Götter, der Sidhe, der Anderen???) und resultiert aus archäologische Funden von Gräbern in einem sehr begrenzten Zeitraum und eng einzugrenzenden Örtlichkeit und einem sehr engen sozialen Status ( vermögende, einflußreiche Personen) der Verstorbenen mit entsprechenden Beigaben, die auf eine Vorstellung, an ein mögliches Weiterleben hindeuten könnten.
Für mich ist die Anderswelt nichts anderes als "Dort", wo die diesseitigen Regeln nicht gelten...weder besser noch schlechter als hier, nur eben "anders", aber sicher nicht "paradiesisch", die man durchaus auch lebend besuchen kann.

Zurück zum "Kessel des Lebens" oder Energie-Pool.

Wie Aneas es schon in seinem Kommentar bei Atraryllis so treffend mit seinem Beispiel vom Wassertopf auf dem Herd in Worte fasst:

"Es gibt ein Alleinheitsbewusstsein. Stellen wir uns das wie ein Topf mit Wasser auf dem Herd vor. Auf dem Deckel des Topfes schlägt sich der Wasserdampf ab. Diese Tropfen sind die lebenden Individuen (Allein-Heit). Nach einer Zeit fallen Sie zurück in den Topf und ergießen sich in die Gesamte Menge. In die All-Einheit. Die Erfahrungen, die Erkenntnisse fügen Sie dem Gesamten hinzu. Das ICH, was ein Individuum in der Lebensphase spürt verschwindet aber nach dem Tod - also nach dem zurückfallen in den Topf :-)

Der nächste Wassertropfen, der sich auf dem Deckel bildet hat Teile aller Wassertropfen in sich. Erinnerungen, Erfahrungen einige Intensiver andere nur schwach, wieder andere gar nicht!..."


Nun, ich ersetze für mich eben das Alleinheitsbewußtsein durch den physikalischen Begriff "Energie", manche nennen es auch "Seele", also das was uns auf den Beinen hält, uns leben, denken, fühlen lässt.
Was ja nicht heißt, dass diesen "Seelentropfen" nicht noch Erinnerungsfragmente aus früheren Leben anhaftet.

Darum kann ich auch nicht an Reinkarnation in Persona glauben.

Doch kenne ich das Gefühl, sich an einem Ort, auch wenn man ihn zum ersten Mal betritt, zu Hause fühlen, die Gerüche, die Mentalität der Menschen und auch die örtlichen Begebenheiten so vertraut sind, als hätte man nie woanders gelebt.
Das Bild von Aneas Wassertopf, aber auch die Symbolik des "Kessel des Lebens" würde dies ebenso erklären, wie zum Beispiel die Transgender-Problematik oder auch Otherkins und Theriantropen.
Denn es kehrt ja jede Energie in den Topf zurück und nicht nur die menschliche.
Ich denke, es einer der größten Denkfehler der Menschheit, Tieren eben diese Energie (Seele) abzusprechen. Denn das Prinzip ist das gleiche und nur weil einige Tiere anscheinend "nur" ein Gruppenbewusstsein haben, andere "nur" eine Schwarminteligenz, im Gegensatz zu der Individual-Entsprechungen des Menschen, und ihnen teilweise schlicht die Fähigkeit fehlt, sich für den Menschen verständlich auszudrücken (oder aber den Menschen die Fähigkeit fehlt, sie zu verstehen) heißt das noch lange nicht, dass diese Annahme falsch ist.

Aber zurück zum Thema "Paradies":
Ich denke also, dass es keine jenseitiges Entsprechung dafür gibt. Fragen kann man ja niemanden, und bei Schilderungen von Nahtoderfahrungen können auch entweder vom Gehirn durch neuronale und chemische Prozesse hervorgerufene Halluzinationen zum Zwecke des leichteren, für den Sterbenden sanfteren, Herauslösen der Energie zum Zwecke der Rückkehr in den Pool oder aber auch tatsächlich bewusste Erinnerungen an diese "missglückte" Rückkehr eine Rolle spielen. (Was diese Erfahrungen jedoch nicht weniger bedeutsam oder für den Betroffenen weniger wichtig macht. Es ist keine Abwertung, nur eben eine andere Definition!)

Ich würde Astraryllis Experiment allerdings gerne weiter geben, da ich es einfach interessant finde, darüber einmal zu philosophieren...

Lemonade Award


Astraryllis hat meinem Blog einen Award verliehen. Und gerade über diesen Award freue ich mich besonders, nicht nur weil es mein erster ist...


Die Regeln dieses Award:

  • Packe das Logo auf Deinen Blog oder Post.
  • Nominiere mindestens 10 Blogs die große Werte zeigen oder denen du dankbar bist!
  • Vergewissere Dich, dass Du die Nominierten innerhalb des Posts verlinkst.
  • Lass' Sie wissen, dass sie den Award bekommen haben indem Du einen Kommentar bei Ihnen auf dem Blog hinterlässt.
  • Teile die Zuneigung und verlinke diesen Post mit der Person von der Du den Award bekommen hast.

Ich überreiche den Award an
Nachtgedanken von Sir Mauriac
Schlampengöttin von Amala
Alltägliche Wahnsinn von
Mein Pfad
MYSpace-Seite von GML
NPD-Blog.Info

(sind zwar bisher nur sechs, aber da einige schon den Award bekommen, wie zum Beispiel Aneas, muß ich über die vier letzten noch etwas meditieren ;-) )

Freitag, 14. November 2008

Wie viel Frau bist Du, wieviel Mann?

Astraryllis hat mich auf ein Stöckchen aufmerksam gemacht. Und bei dem Thema konnte ich nicht widerstehen.


Wie groß ist bei mir der Anteil der weiblichen Seele (Anima) und der männlichen Seele (Animus)?

DEINE WEIBLICHE SEITE:
[ ] Du gehst hin und wieder gerne shoppen
(Ich geh mit meiner Tochter manchmal Düsseldorf rocken, aber shoppen ist das weniger!)

[x] Du trägst Eyeliner
(Schuldig, zusammen mit Wimperntusche allerdings mein ganzes MakeUp, wenn ich mal ausgehe!)

[ ] Du hältst Cheerleading für einen Sport
(nicht wirklich)

[ ] Du hasst es, die Farbe schwarz zu tragen
(Fangfrage? *g*)

[ ] Dir gefällt es, ins Einkaufszentrum zu gehen
(Never!)

[ ] Du magst es, eine Maniküre/ Pediküre
zu bekommen
(selbst ist die Frau!)

[x] Du trägst gerne Schmuck (Ketten, Ohrringe,
Armbänder)
(Zwei Anhänger an Lederbändern, zwei Lederarmbänder, sechs Ohrringe)

[ ] Du hast geweint, als du dir Titanic angesehen hast
(Das letzte mal, dass ich bei einem Film geheult habe, war bei "Wenn der Wind weht" und da war ich mit meiner Tochter schwanger!!!)

[ ] Röcke nehmen einen großen Teil deines
Kleiderschranks ein
(Was ist das? Ne, wirklich, ich habe es mal versucht, aber Röcke und ich, wir können nicht miteinander.)

[ ] Shopping ist eines deiner Liebsten Hobbies
(What?)

[ ] Du magst den Film Star Wars nicht
(Ich fand Episode 1 sehr sehr langweilig und den kleinen Annakin eigentlich eher nervig, aber ich mag die Filme alles in allem eigentlich)

[ ] Du machst Leichtatlethik oder hast es
mal gemacht
(Lehnte ich immer schon aus philosophischen Gründen für mich ab.)

[ ] Du brauchst eine Stunde oder länger um dich
fertig zu machen
(Ich geh meist sogar los, ohne in einen Spiegel geschaut zu haben!)

[ ] Du lächelst/ lachst viel mehr als du solltest
(Ich lächle nicht, ich fletsche die Zähne!)

[x] Du hast 10 oder mehr Paar Schuhe
(Jupp: Mehrere Paar Sneakers und Schnürboots, ein Paar schwarze Pumps, ein paar schwarze Stiefeletten und einen Menge Schuhe, die ich mal für "Anlässe" brauchte und seither nie wieder auch nur eines Blickes gewürdigt habe.)

[ ] Dir ist es wichtig, gut auszusehen
(Mir ist wichtig, dass ich mir gefalle!)

[ ] Du magst es, Kleider zu tragen
(*hiiiilfeeee*)

[x] Du benutzt Deo/Parfum
(Deo, möglichst geruchsneutral.)

[] Du benutzt sehr oft das Wort “süß”
(*würg*)

[ ] Du magst High Heels
(Bin ich Masochist?)

[x] Du hast als Kind mit Puppen gespielt
(Das letzte Mal, als ich so sechs war...aber mit Barbie *schuldig*...meine musste immer ihren Ken aus gefährlichen Situationen retten)

[ ] Du magst es, andere zu schminken
(definitiv nicht!.)

[x] Du magst es im Mittelpunkt zu stehen
(Och, wer nicht?)

[ ] Pink ist eine deiner Lieblingsfarben
(no comment)

TOTAL = 6

DEINE MÄNNLICHE SEITE:
[x] Du trägst Kapuzenjacken
(Hält den Nacken schön warm. Ist aber ein komisches Kriterium...)

[x] Du trägst Jeans
(Inventur im Kleiderschrank ergab, dass ich bis auf eine kittfarbene und eine schwarze Anzughose und meiner Lederhose nur Jeans besitze.)

[ ] Hunde sind besser als Katzen
(Jedes Tier hat seine vor und Nachteile. Zumindest respektieren Hunde ein "Nein!")

[ ] Du findest es lustig wenn sich jemand wehtut
(Warum?)

[x] Du spielst mit Jungs in einem Team oder
hast es mal
(Zählen Larp, Billard und Schach auch?)

[x] Shoppen ist Folter
(*unterschreib*)

[ ] Traurige Filme stinken
(Geruchsfernsehen???)

[x] Du hast eine XBOX/PS2/PS3
(PS2)

[x] Du hast als Kind mit Autos gespielt
(Dank zweier älterer Brüder eine gut sortierte Matchbox-Sammlung. Und Vikingautos!)

[ ] Du wolltest schon mal Feuerwehrmann werden.
(Nein, aber Polizist, Pirat und mal ganz kurz katholischer Priester.)

[ ] Du hast/hattest einen GB/DS oder SEGA
(Nein, aber zwei Kinder von denen ich mir mal den Gameboy mopsen konnte)

[x] Du hast dir die Ninja Turtles angeschaut oder tust es immer noch


[ ] Du schaust dir Sport im Fernsehen an. Und Bundesliga.
(Nein.)

[ ] Dir gefallen Kriegsfilme
(Ist das so was wie Schießfilme? Ich mag einige Filme von Oliver Stone und die Brücke am Kwai, aber generell eher nicht.)

[x] Du fragst deinen Vater um Rat.
(Na klar!)

[ ] Du hast ungefähr eine Trillionen von Caps
(Ich seh' mit den Dingern total bekloppt aus!).

[x]Du sammelst Sammelkarten oder hast es mal
(Ja, als Kind mal.)


[ ] Du trägst Boxershorts
(neeee)

[ ] Du findest es komisch/ blöd eine Pyjamaparty
mit anderen Leuten zu schmeißen
(Was ist ein Pyjama? Da fehlen mir die Erfahrungswerte)

[x] Grün, schwarz, blau oder silber ist eine deiner Lieblingsfarben

[x] Du liebst es, Spaß zu haben und dabei ist dir
egal was andere über dich denken
[Klar!]

[ ] Du machst Sport
(Ich sollte eigentlich wegen dem Knie schwimmen, aber ich komm nicht dazu.)

[x] Du redest auch mit vollem Mund
(Ja, was raus muss, muss raus, auch beim Essen *lach*)

TOTAL = 13

6 zu 13. Also bin ich zu einem Teil Frau und zu zwei Teilen 'nen Kerl. ;-) Nicht, dass ich es nicht gewusst hätte *lach*

Das Stöckchen darf sich nehmen, wer gerne möchte. (Ein Kommentar wäre nett.)

Mittwoch, 12. November 2008

What Tarot Card Are You?

Gesehen bei Ashmodai

Mit meinem Nick:




You Are The Hanging Man



You represent the seeking of enlightenment and spiritual clarity.

You tend to confuse others, but your oddities seem deeply satisfying.

Self sacrifice is easy for you, especially if it makes you a better person in the end.

You are the type of person who is very in touch with your soul and inner spirit.



Your fortune:



Right now is a good time for reflection and meditation.

You should stop resisting the problems in your life, and let yourself be vulnerable to them.

You may need to sacrifice something important to you to move ahead in your life.

Accept your destiny with courage, and learn to let go of what you think you need.



Mit dem Namen, der in meinem Personalausweis steht:




You Are The High Priestess



You represent mystery - secrets that are yet to be revealed.

You find yourself sitting between two worlds: one dark, one light.

You tend to hold these two worlds in balance, reconciling the two.

Open and welcoming, you invite others to learn your secrets.



Your fortune:



Something hidden or latent in your life is about to come forward.

You need to pay more attention to your dreams, thoughts, intuition, and imagination.

And if that involves tapping into your dark side, it will all balance out in the end.

You have a lot of potential dying to be unleashed, so let those gates open!

Ra-Hoor-Khut spricht ein Machtwort

Nachdem sich nun die ganze Zeit Nuit und Hadit gegenseitig die Förmchen weggenommen haben, ist ihrem Kind Ra-Hoor-Khut, dem Gott des Neuen Äons, endlich der Kragen geplatzt!

Er sagt: "Schluß mit diesem Rumgejammere! Dabei kommt doch sowieso nichts anderes heraus, als dass genau da weiter gemacht wird, wo wir schon vor Wochen waren und nichts wird sich ändern.
Das heißt, dass wir spätestens in ein paar Monaten genau wieder an dem gleichen Punkt angelangt sind und genau die gleichen Probleme wälzen. Die Veränderung tritt genau jetzt ein! Handelt!"

Montag, 10. November 2008

Wahrnehmung und Wahrheit

Wahrnehmung ist relativ und subjektiv.

Nur vergesse ich das bisweilen und stehe dann fassungslos vor Aussagen einiger Zeitgenossen.

Wie zum Beispiel, wenn da jemand vollmundig bekundet, er möge keine Lügen, er hasse sie sogar, und dabei nach meiner persönlichen Erfahrung (und nicht nur meiner!) selber einen Haufen Lügen in die Welt gesetzt hat, um sich Menschen gewogen zu machen oder sie in seinem Sinne zu manipulieren.
Wenn man es genau nimmt, enttarnen die Taten die hohen Ideale schon wieder dreist als Lüge.

Andere geben sich sozial oder politisch engagiert, obwohl man die Motivation vielleicht eher in purem egoistischem Ringen um Lob und Anerkennung suchen müsste.

Oder wenn da jemand ständig aus sehr klaren, für mich eigentlich unmissverständlichen Worten, Aussagen an den Haaren herbeizieht, die überhaupt nichts mit dem Gesagten zu tun haben, ja, nicht einmal mehr mit „zwischen den Zeilen lesen“ zu erklären sind.

Und wenn ich leise knurrend den Restmüll aus dem Eimer zerre, um ihn runter zu bringen, dann hat das wenig mit Subtext zu tun, sondern eher mit der Notwendigkeit zur regelmäßigen Müllentsorgung und dem Umstand, dass ich jemandem schon drei Mal erfolglos gesagt habe, er möge sich bitte darum kümmern.

Und dann gibt es noch Menschen, die einfach klare Ansagen völlig ausblenden, wenn sie nicht in die eigene Realität passen wollen.

Wie gesagt, so was macht mich immer etwas sprachlos, bis ich mich wieder daran erinnere, dass Wahrnehmung eben ihrem Sinn nach „was man als wahr für sich annimmt“ bedeutet.

Da kann dann schon ein eklatanter Unterschied zwischen wirklichem Sachverhalt und der Wahrnehmung desselben bestehen.

Da kann sich dann durchaus ein Lügner für einen Kämpfer für die Wahrheit halten, ein Egoist für einen selbstlosen Menschen, ein „An-den-Haaren-Herbeizieher“ für einen brillanten Analytiker und ein Realitätsautist wird, denke ich, nie wirklich darauf kommen, warum alle anderen von ihm nur noch angenervt sind und jeden Kontakt meiden, wie der Teufel das Weihwasser.

Was mich bei solchen Extrembeispielen nur ankotzt ist, dass ich mir immer Mühe gebe, einen Sachverhalt aus allen möglichen Perspektiven zu betrachten, um mir dann irgendwann ein Urteil zu erlauben.
Aber ich darf eben nicht davon ausgehen, dass dies auch alle anderen Menschen tun.
Denn dies ist eher die Ausnahmen als die Regel. Eben meine Art, etwas für wahr anzunehmen.

Wahrnehmung ist und bleibt eben zutiefst subjektiv und Wahrheit kann nur jeder für sich bestimmen oder gar finden. Und letztere ist eben niemals übertragbar.

Damit muss ich leben und ehrlich gesagt, so langsam ist mir das Verhalten meiner Mitmenschen auch egal.
Es tangiert mich kaum noch und wenn, dann nur noch peripher.
Die Alternative wäre auf eine einsame Insel zu ziehen, allerdings werden die in der heutigen Zeit auch langsam knapp.

Weggabelung



Viele Dinge haben sich in letzter Zeit in meinem Leben geändert. Neue Perspektiven und Erkenntnisse haben sich aufgetan.
So bin ich wieder einmal an einem Punkt auf dem Pfad des Lebens angekommen, an dem ich an einer Weggabelung stehe und mir überlege, ob es für mich nicht sinnvoller wäre, einfach ab zu biegen und meinem Weg zu folgen.

Früher habe ich es genossen, einen Teil des Weges mit Gleichgesinnten zu gehen. Ich war zwar nie ein Herdentier, aber Gesellschaft habe ich eigentlich immer bevorzugt. Und da hat es mir dann auch nie viel ausgemacht, auf langsamere Wanderer zu warten oder auch mal den Begleitern zu liebe eine Rast einzulegen, obwohl ich durchaus noch eine Weile hätte weiterlaufen können.

Je älter ich jedoch werde, desto mehr merke ich, dass ich nicht mehr so kompromissbereit und flexibel bin, wie noch vor einigen Jahren. Ich bin auch nicht mehr so tolerant. Und ich merke zunehmend, dass ich kaum noch Geduld habe, auf andere zu warten oder mich mit ihren Problemen zu belasten.

Es ist doch so, jeder hat sein persönliches Glück oder meinetwegen auch sein Schicksal in der eigenen Hand. Ich bin nicht verantwortlich dafür, dass er es nutzt oder auch auf welche Weise. Das kann und muss schlicht jeder für sich selber entscheiden und verantworten.

Wenn nun jemand beispielsweise sein Glück darin sieht, das Harmoniebärchen zu geben und dabei die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren, um von seinen eigenen Problemen abzulenken und sich selbst über die wahre Natur der Dinge zu belügen, dann nervt mich das zwar unglaublich, aber wer bin ich denn, ihm das ausreden zu wollen?

Wenn sich jemand eine gute, praktikable Idee von mir zu eigen macht, sie zu etwas unausgegorenem und undurchführbaren verwurstet, zerredet und aufbauscht, bis nicht einmal die Essenzen sich mehr gleichen, so kann mich das durchaus verärgern, aber ich bin nicht verantwortlich dafür.

Soll ich dann auf diese Menschen wie auf einen toten Gaul einprügeln, um sie wieder auf den Pfad zu bringen?
Ich denke nicht!
Wozu denn?

Jeder hat ein Recht auf sein eigenes Quantum Fehler.
Goddess, ich habe da ja auch meine persönliche Sammlung! Und die haben mich ja zu dem gemacht, was ich heute bin. Aus Fehlern lernt man, sie prägen, sie sind sinnvoll!
Also will und kann ich niemandem die Möglichkeit auf diese Art Lerneffekt verwehren!

Was jedoch nicht heißt, dass ich mich da anschließen muss, wenn mal wieder eine Herde den Pfad verlässt und durch Dickicht, Morast und freies Gelände marschieren möchte, auch wenn ich genau weiß, dass der Weg ins Nichts führt.

"Du kannst nicht jeden retten, Hasselhoff!"
Genau!
Was ich jedoch machen kann, ist, die Konsequenzen für mich zu ziehen.

Ich weiß nicht, ob es am letzten Samhain (Neumond stand zu dem Zeitpunkt im Skorpion) lag, aber es hat in letzter Zeit nicht nur bei mir "geknallt".

Ein Bekannter aus dem Forum, ein wahrer Ausbund an praktischem wie theoretischem Wissen, selber Betreiber einer Neoheidnischen Website und ein gutes Beispiel für gelebtes persönliches Heidentum, hat vor kurzem seinen Ausstieg aus der Welt der Heidenforen verkündet, unter anderem mit der Begründung, dass er es müde ist, immer wieder das gleiche Verhalten bei den meisten Vertretern der neuheidnischen Glaubensrichtungen im Internet zu beobachten, immer wieder Fehleinschätzungen richtig zu stellen, immer wieder auf Ignoranz und Unverständnis zu stoßen.

Ich bedauere seine Entscheidung, denn wie gesagt, er hätte soviel zu erzählen, so viel an erarbeitetem Wissen weiterzugeben.
Aber was bringt das, wenn er damit auf taube Ohren trifft?

Er hat ja recht, sein gelebtes Heidentum wird durch das Internet nicht berührt!
Im Real Life hat er viel mehr Möglichkeiten, sein Wissen weiter zu geben und zwar an Menschen, die es auch wirklich interessiert! Und das nicht nur durch Worte, sondern mit Taten.
Und da lohnt sich dann auch der Atem und der Schweiß, den man braucht, um zu erklären und Wissen weiter zu geben! Da wäre nicht wieder alles in den Wind gesprochen!

Ich teile da seine Meinung und auch seine Müdigkeit und Überdrüssigkeit.

Denn, ich denke, daran krankt es im WorldWideWeb:
Zuviele Leute beschränken ihre Taten, ihre großen Worte eben auf dieses Medium. Keine Substanz, die den nächsten Tag, die nächste Woche überlebt!

Ein Beispiel brachte er, in dem er anführte, dass "wahre" Heiden laut einer verbreiteten Meinung im Internet ständig im Wald rumlatschen und mindesten drei, vier Krafttiere ihr eigen nennen müssen. Zusammen mit dem entsetzlichen Dogma, dass alle Heiden naturreligös zu sein haben und sich sooo um die Umwelt kümmern, trifft das tatsächlich auch meine Hauptkritikpunkte am "Internetpaganismus"!

Hallo, ich sitze hier an einem PC, der, bis auf meinen, ganz und gar, unheidnischen Wäschetrockner so ziemlich der größte Stromsauger in meinem Haushalt ist! Ich darf mir nun aussuchen, ob ich hier gerade Atomenergie nutze oder aber Steinkohle vergeude. Selbst, wenn der Strom aus Wasserkraft erzeugt wird, so sind dazu mannigfache Eingriffe in bestehende Öko-Systeme notwendig.

Wäre ich wirklich so umweltbewusst, ließe ich die Kiste einfach bis auf das Lebensnotwendigste aus!
Aber das ist ja jetzt nicht das Thema.

Jedenfalls merke ich, wie mir in letzter Zeit immer häufiger die Galle hochkommt, wenn ich sehe, wie im Internet vollmundig große Ideale postuliert werden, und ich dabei das Gefühl nicht loswerde, dass diese genau so lange halten, bis der PC heruntergefahren wird.
Und das trifft nicht nur auf die Heidenszene zu, sondern eigentlich auf alle Bereiche.

Mich beschleicht immer mehr der Verdacht, die Leute, die wahrhaftig sind, die auch im Leben, zu Hause, auf der Straße, wo auch immer sie gerade sind, genau die Ideale vertreten, die sie hier so propagieren, kann man an einer Hand abzählen.

Wahrhaftigkeit ist etwas, was man meist im Internet vergeblich sucht! Papier ist geduldig und eine Tastatur erst recht!

Und da komme ich wieder zum Anfang dieses Beitrages zurück:
Ich stehe also an dieser Weggabelung und überlege, ob ich nicht einfach abbiege und meinem Weg folge.
Das Problem wäre dabei, dass ich dabei einige dieser wenigen, mir lieb gewordenen, wahrhaftigen Menschen verlassen müsste, die noch nicht bereit sind, die Konsequenzen zu ziehen, aus welchen Gründen auch immer...
Ein bisschen abbiegen geht ja leider nicht...

Ich denke, noch bin ich nicht bereit, sie zu verlassen. Allerdings merke ich, wie mir langsam aber sicher der Geduldsfaden zu reißen droht. Nicht bei diesen Menschen, jeder hat seinen Weg und sein Tempo, sondern mit mir selber, denn ich weiß, bleibe ich auf dem Hauptpfad, dann werde ich nicht glücklich, dann folge ich nicht meinem Wahren Willen.
Und diese, meine Gemütslage wäre Gift für den unverfänglichen Umgang mit Harmoniebärchen, Internet-Aktivisten, Feenstaublern und Protestheiden.

Noch ist meine Entscheidung, welchen Weg ich gehe, ob allein oder doch noch in Gesellschaft, nicht endgültig gefallen. Aber ich kann nun mal nur sehr schwer aus meiner Haut und je länger ich die Entscheidung hinausschiebe, desto unleidlicher werde ich werden.
Und ich habe nie behauptet, dass ich ein netter Mensch bin!
Ich bin ich!
Das mag egoistisch sein, aber wenigstens ehrlich!
He, ich bin ein Stern!
Versuche mal jemand, einen solchen aus seiner Bahn zu schieben.
Viel Vergnügen bei den Folgen!

Montag, 20. Oktober 2008

Aktion "Rettet unsere Symbole"

Am Anfang war die Idee

Ich weiß nicht, in wie weit es schon in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gelangt ist, aber einige Heidnische Symbole darf man nicht einfach so öffentlich verbreiten, da sie wegen des Missbrauchs durch die Nationalsozialisten im Dritten Reich vom Gesetzgeber als verfassungsfeindlich eingestuft worden sind und verboten wurden. Zu Recht, wie ich meine, denn man darf nicht zulassen, dass diese Zeichen und Symbole auch weiterhin für Unbelehrbare öffentlich verwendbar sind.

Die betreffenden Paragrafen dazu im STGB sind §86 und §86a.
Mittlerweile jedoch fallen unter diese Paragrafen auch andere heidnische Symbole, teilweise zwar nur in einem bestimmten Kontext, da die heute Neonazi-Szene auf die Verbote von Swastika & co. sehr schnell und flexibel reagiert haben und verbotene gegen ähnliche, noch legale ersetzten.

Das Problem ist dabei allerdings, dass es sich bei einer Vielzahl dieser Symbole, die durch den Missbrauch aus ihrem Kontext gerissen wurden, um sehr alte, heidnische Zeichen handelt für viele Heiden eine sehr starke religiöse und spirituelle Bedeutung haben.
Desweiteren sieht man ja gerade an der Flexibilität mit der die rechtsextreme Szene die bereits verbotenen gegen noch nutzbare Symboliken austauscht, wie groß die Gefahr ist, dass der Gesetzgeber früher oder später auch diese verbieten lassen muss.

Das alles ist in heidnischen Kreisen ein durchaus bekanntes Problem. Schon allein, weil die Betreiber von Webseiten mit heidnischem Bezug immer sehr aufpassen müssen, dass sie durch die Darstellung von Runen und Co. Nicht auf den ersten Blick vom oberflächlichen Betrachter in die äußerste rechte Ecke gestellt werden, mal von dem rechtlichen Problemen abgesehen, die gewisse Darstellungen mit sich bringen können.

Aber auch der „Heide von nebenan“ leidet durch die Vereinnahmung der Symbole durch die Rechte Szene. Es gibt wohl nur wenige, die noch nicht einmal wegen des offenen Tragens von Runen, Mjölnir oder auch Triskelen mit dem Vorwurf des Rechtextremismus konfrontiert wurde.

Aber es macht ja nicht Halt vor unseren Symbolen, sondern betrifft auch die missbräuchliche Verwendung von, besonders germanischer, Mythologie und Bildsprache.
Und es betrifft nicht nur Menschen der heidnischen Glaubensrichtungen, sondern auch alle anderen, religionsübergreifend. Denn diese Symbole, Zeichen und Bildsprache entstammt ja auch ihrer Geschichte und Tradition.


Bei mir persönlich war die Schmerzgrenze erreicht, als mir einerseits bewusst wurde, dass durch den Bezug zum, in Deutschland verbotenen, rechtsextremen Netzwerk „Blood and Honour“ nun auch die Triskele negativ belegt ist und als ich so nebenbei bei einer Recherche zu einem Artikel erfuhr, dass eine dem rechten Spektrum zu zuordnende heidnische Vereinigung ihrem von Christhunt und völkischen Anspielungen nur so überquellenden Newsletter den klangvollen Namen „Cernunnos“ gegeben hatte.

Als dann noch eine Moderatoren-Kollegin, die bei uns im PaganRealm gerade die einzelnen Runenreihen (Futhark) erstellt, die zweifelhaften Runen mit einem kleinen „Durchfahrt Verboten"-Schild aussparte, reifte bei mir eine Idee.

Ich verfasste folgenden Beitrag in unserem Forum

Rettet unserer Symbole!!! Offensive ist gefragt
von CelticCrow am Di 14. Okt 2008, 20:27




Alle hier dürften ja über die Problematik im Bilde sein, dass man viele heidnische Symbole und Runen nicht mehr öffentlich zur Schau tragen darf, weil sie aufgrund des Missbrauchs durch die Nazis vom Gesetzgeber (zu Recht) als verfassungsgwidrig ein gestuft worden sind. Mittlerweile fallen aber darunter nicht mehr nur die, bereits von den Nationalsozialisten verwendeten Symbole wie Sol, Othila oder Swastika etc. sondern auch das gleichschenklige Keltenkreuz und viele mehr.
Natürlich kann es bei der Verbreitung solcher negativ belegten Zeichen kein Pardon geben, schon aus rechtlichen Gründen. Allerdings sehen wir ja, wie flexibel die Rechtsradikalen auf solche Verbote reagieren, denn wenn der Gesetzgeber schon gebräuchliche Symbole verbietet, dann greifen sie zum nächsten, (noch) legalen heidnischem Symbol und machen auch dies so für uns Heiden unbrauchbar, weil nicht mehr ohne weiteres trag- und publizieren.
Ich denke, diese Methodik sollte jedem anhand des Beispiels Thorshammer einleuchten.
Irgendwann landet nämlich auch dieser im Giftschrank, und die heidnische Szene ist um ein Glaubenssymbol ärmer, wenn wir nicht in die Offensive gehen.
Zur Zeit erstellt ja Ursus-Arctos hier in einem Unterforum die einzelnen Runenreihen und ersetzt dabei die befleckten Runen durch ein rotes Warnsymbol. Dabei kam mir eine Idee.
Da wir im Paganrealm sowieso vorhaben, dem Bereich "Symbole" etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als es bisher der Fall gewesen ist, halte ich es für einen guten Einfall, bei der Besprechung verschiedener Symbole, zu denen wir aus den oben genannten Gründen keine Darstellung abbilden dürfen, diese demonstrativ gegen obiges Bild zu ersetzen.
Hintergedanke war dabei bei mir, dass es eben nicht genügt, im stillen Kämmerlein, sprich Forum nur gelegentlich über das eine oder andere verbotene Symbol zu sprechen/schreiben. So kriegt das ja kaum einer mit, und gerät auch schnell wieder in Vergessenheit. Es springt eben nicht sofort ins Auge des oberflächlichen Betrachters.
Aber so, mit diesem gerade zu plakativen Eyecatcher, wird sofort die Aufmerksamkeit darauf gezogen und man bekommt erst richtig einen Überblick, was uns alles schon von den Rechtsextremisten an heidnischen Zeichen und Symboliken genommen wurde.
Wir dürfen doch nicht zulassen, dass uns noch die letzten genommen werden...

Oder wie seht ihr das?

Quelle: Paganrealm in „Heidentum allgemein“

Zum Bild der Aktion:
Die Rechte liegen bei mir, CelticCrow, als Urheber und dem PaganRealm.
Es ist erlaubt, dieses Bild zum Zwecke der Aufklärung frei zu nutzen.
Es ist ohne Erlaubnis des Urhebers nicht gestattet inhaltliche Veränderungen vorzunehmen.


Was daraufhin geschah kam für keinen überraschender als für mich.


Die Aktion nimmt Gestalt an

Nicht nur in unserm Forum entbrannte eine Diskussion sondern die Idee wurde aufgenommen, ausgebaut und weitergetragen zu einer Forenübergreifenden Aktion, ausgehend von einigen bei uns als User registrierten Admins anderer befreundeter heidnischer Foren.

Man fragte bei andere ForenAdmins an, und auch diese schlossen sich, mit wenigen Ausnahmen an griffen die Idee positiv auf.

Dies alles entwickelte sich in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung des Themas im Paganrealm!

Dies zeigt in besonderem Maße, wie groß die Frustration und die Verärgerung über die Korrumpierung und Zweckentfremdung heidnischer Symbole und Schriftzeichen durch politisch zweifelhafte Kreise ist.

Bisher an der Aktion beteiligt


Und auch viele Einzelpersonen mit ihren Blogs, Homepages oder anderen Webpräsenzen.

Besonders möchte ich noch darauf hinweisen, dass Celeborn, der Admin des OCS und Betreiber des OldCelticRadios noch dringend ein paar kluge Köpfe und fleißige Finger für seinen Symbolik-Wiki benötigt. Wer sich also mit der Thematik auskennt, nur keine Scheu. Mitmachen!

Ich möchte noch einmal betonen, dass man auch gerade daran, dass sich die vermeintlich so zerstrittene Heidenszene zusammen an einem Projekt beteiligt, erkennt, wie ernst uns allen die Aktion ist!


Zielsetzung

  • Es geht darum offensiver mit der Problematik umgehen, wie z.B. eben mit dem Bild statt nur einem "das Symbol dürfen wir leider aus rechtlichen Gründen nicht zeigen" und eben die verbliebenen Symbole zeigen und zwar im heidnischen Kontext, so oft wie möglich.
  • Man muß Symbole, auch für die Öffentlichleit stärker positiv prägen, also quasi das, was die Rechtsextremisten vorher im negativen gemacht haben, nicht nur mit Symbolen, sondern auch mit früher harmlosen Begriffen und Floskel.
  • Es geht nicht darum, die Symbole generell immer zu überdecken bzw. ersetzen. Sondern es gezielt und mit Verstand zu tun, damit man die Problematik vor Augen führt. Dazu muß man dann allerdings auch was schreiben, oder am besten auf eine Infoseite verlinken
  • An der Aktion mit dem Warnschild kann jeder mitmachen.
    Ihr könnt das Warnsymbol in eure Blogs oder dergleichen setzen (unter Angabe von einem Link hierher, oder zu einem AktionsThread aus den betreffenden Foren, die sich an der Kampagne beteiligen), ihr könnt das Bild benutzen, um demonstrativ auf Missbrauch hinzuweisen.
    Ihr könnt es euch auf ein T-Shirt drucken lassen oder auch als Avatar nutzen.
  • Weil einige Usern in der übergreifenden Diskussion zu bedenken gegeben haben, dass durch die Aktion mit dem Ersetzen der Symbole, diese in Vergessenheit geraten würden. Man kann das durchaus so machen, dass man in einer Photobearbeitung das Symbol um das es sich dreht, in das Schild einfügt, allerdings transparent, sodass es nur schemenhaft, aber doch noch erkennbar ist.
    Dann hat man beides, das Symbol und den Effekt des Aufmerksamkeitsfokus eben auf die Problematik "Missbraucht, entweiht, enteignet"
    Nur als kleine Idee, wie man das umsetzen kann. Ich habe das jedenfalls bei den Symbolen vor, die noch nicht unter den Paragrafen §86 fallen. Bei den anderen sollte man das tunlichst in Hinblick auf die Rechtslage unterlassen!
  • Allerdings ist wichtig, wenn ihr andere Foren oder Webpräsenzen ansprecht, dass ihr vorher mir oder einem anderen Hauptverantwortlichen mitteilt, bei wem ihr anfragt und dann auch Rückmeldung gebt, ob die mitmachen oder nicht.
    Erstens damit es kein Durcheinander gibt und zweitens, ganz wichtig, damit sich nicht gewisse Kreise einklinken, wegen denen die Aktion ja eigentlich erst nötig wurde.
  • Wir behalten uns daher vor, Foren oder Einzelne, die schon negativ aufgefallen sind, von der Aktion auszuschließen


Was wir nicht bezwecken

  • Wir sind keine „Gutmenschen“, auch keine Linksextremisten und schon gar keine gewaltbereiten, radikalen Steinewerfer! Wir tun was wir für richtig halten. Das ist alles.
  • Die Aktion „Rettet unsere Symbole“ ist auch keineswegs politisch motiviert. Oder eben nur in dem Maße, das sie sich gegen den Missbrauch unseres kulturellen und religiösen Erbes durch politisch zweifelhafte Kreise des rechten Randes richten.Es gibt hier keine Antifaschistische Heilsfront. Es handelt sich um eine religiös motivierte Aktion, nicht mehr und nicht weniger.
  • Auch will hier niemand sich über das Projekt profilieren. Dazu sind alle Beteiligten zu sehr Profis und auch das Thema zu ernst. Außerdem gehören ja nicht nur Admins oder Leiter verschiedener religiöser Gruppen zu den Unterstützer, sondern eben jeder, der die Notwendigkeit dazu sieht, alle im Rahme ihrer Möglichkeiten!
  • Auch steht diese Aktion nicht nur Angehörigen der heidnischen Religionen offen, sondern jedem, der etwas tun möchte.

Ich möchte nochmals ganz deutlich betonen, dass es eben nicht um eine politisch motivierte Aktion handelt, sondern einfach darum, das Notwendige zu tun, damit wir nicht noch mehr unseres Kulturerbe und unserer religiösen Symboliken an die Rechtsextremisten und mit diesen Kreisen Sympathisierenden verlieren.

Und nochmals, jeder kann mitmachen, nicht nur Heiden, weil es eben uns alle betrifft.



Um einmal ein Beispiel zu bringen, wie nötig die Aktion wirklich ist, stelle man sich doch einmal vor, da wäre ein junger Asatru, welcher offen einen Thorshammer und vielleicht noch ein Shirt mit der Irminsul darauf trage und dieser liefe in eine Gruppe Linksextremer.

Die sehen aber nur die Symbole, die ja von den Rechtsextremisten schon zur genüge negativ geprägt wurden, und schlügen nun den jungen Mann krankenhausreif.
Wie leicht könnte der Junge danach, ob seiner schlechten Erfahrungen, eben genau in die Kreise geraten, denen er überhaupt erst zu verdanken hatte, dass die Linken ihn für einen Nazi hielten. Diese müßten nur zur rechten Zeit zur Stelle sein.

Die Perfidität dieses Beispieles sollte doch allen zu denken geben…




Als Beispiel für obige Idee mit dem, unter dem Schild "verblassenden" Symbol, hier ein paar unterschiedliche Symbole, damit ihr euch ein besseres Bild machen könnt:




Anhang:
Linkliste aller bereits an der Aktion Beteiligten (wird ständig aktualisiert)

http://paganrealm.de/portal.php
http://schundundgeisteskrempel.blogspot.com/
http://www.hexengemeinde.de/viewtopic.php?t=19485&postdays=0&postorder=asc&start=0
http://www.zentralrat-der-heiden.de/forum/thread.php?postid=7372#post7372
http://nighthawk40.uboot.com/blog/magicnighthawk2
http://www.celtoi.net/forum/index.php?topic=99.msg34979;topicseen#msg34979
http://old-celtic-spirit.herrgott.org/index.php?topic=606.msg3520#new
http://celeborn.acc.de/Symbolik_Wiki/index.php/Hauptseite
http://www.luzifer.at/forum/
http://www.wesen-der-nacht.info/
http://www.oldceltoiradio.de
http://magicnighthawk.foren24.de/viewtopic.php?p=229699&sid=#229699
http://www.panpagan.com/forum/offentlichkeit/5994-prolekt-rettet-unsere-symbole-offensive-gefragt.html#post85719
http://diekeltischekraehe.blogspot.com/2008/10/aktion-rettet-unsere-symbole.html
http://hexenkesselchen.plusboard.de
http://www.celtic-landy.de
http://wurzelwerk.at/
http.//www.hexenstern.org
http://sheilaswelt.blogspot.com/
http://meinpfad.blogspot.com/
http://www.ulrike-schepp.de/heidenfeste/
http://www.dersteinkreis.de/
http://desmofibi.blog.de/

Montag, 13. Oktober 2008

Volksdefinition??? (Nachtrag zum "Kümmeltürken")

Weil ich gerade irgendwo gelesen habe, man könne angeblich die Volkszugehörigkeit instinktiv beim Gegenüber anhand von Äußerlichkeiten (Haltung, Auftreten, Gehabe etc.) feststellen:

Meinem Vater ist es schon des öfteren passiert, dass ihn Südländer, speziell aus dem moslemischen Ländern, Türken, Marokkaner, Tunesiern zum Beispiel, als einer der ihren identifizierten und ihn dann in ihrer Muttersprache anredeten.

Und das nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in den entsprechenden Heimatländern!

Und auch was das Wesen betrifft, also die Mentalität, kann man sich nicht sicher sein.
Mein Vater jedenfalls hatte nie irgendwelche Anpassungsschwierigkeiten in Ländern des Nahen Ostens oder Nordafrikas, weder mental noch kulturell. (Eigentlich hat er nirgends ein Anpassungsproblem!!!)

Er genoss zum Beispiel die Souks, das Treiben dort, die klaustrophobische Enge und besonders das Feilschen, wobei dabei eher das Problem ist, dass er dies auch in Deutschland nicht unterlassen kann.
Auch hatte er keinerlei Berührungsängste sich von Einheimischen nach Hause zum Tee einladen zu lassen.
(Er spricht so eine Art internationales Kauderwelsch, mit dem er es schafft, überall auf der Welt erfolgreich zu kommunizieren. Ich weiß auch nicht wie das funktioniert, aber während unsereiner noch dabei ist einen grammatikalisch korrekten Satz auf englisch zu formulieren, hat er das Gespräch bereits in seinem, ihm eigenen Pidgin in Gang gebracht, inklusive Verbrüderung und Austausch von Familienfotos, und man steht nur daneben und guckt blöd in die Gegend...
Man sollte ihn also eigentlich immer dabei haben, wenn man sich irgendwo am Ende der Welt, in einem Land dessen Sprache man nicht beherrscht, total verfranzt hat und weit und breit keiner auch nur ein Wörtchen englisch spricht!)


So einfach scheint es also nicht zu sein, jemanden als Angehörigen einer bestimmten Volksgruppe zu identifizieren.

Ich denke, es ist gut zu wissen, wo man seine Wurzeln hat und es spricht auch nichts dagegen sich einem Volk zugehörig zu fühlen. Das gehört meiner Meinung nach zur Selbstfindung entscheidend dazu!

Allerdings sollte man es tunlichst vermeiden, dieser Idee von "Volk" zuviel Bedeutung beizumessen!
Damit pisst man sich nur selbst ans Bein, denn wie man sieht, sagt die Abstammung und räumliche Herkunft nur sehr wenig über den Charakter, die Mentalität und die kulturelle Anpassungsfähigkeit aus.

Mein Vater bei einem beruflichbedingten Aufenthalt in Istanbul
(Der Fez sollte eigentlich nur ein Gag sein, aber er hat ihn dann doch tatsächlich gekauft und hätte ihn auch weiter getragen, wenn das Tragen dieser Kopfbedeckunng nicht seit 1925 in der Türkei bei Strafe verboten wäre.)

Sonntag, 12. Oktober 2008

Auftreten in der Öffentlichkeit, oder "Wie diskreditiere ich meine Community - leichtgemacht!"

Ich bin ja in einigen heidnischen und auch anderen Foren als User unterwegs. Es ist, meiner Meinung nach, eine gute Möglichkeit, gerade was die Auseinandersetzung mit dem heidnischen Thematiken betrifft, untereinander mit ähnlich interessierten Menschen zu kommunizieren und diskutieren und Kontakt untereinander zu halten, wo doch gerade die heidnische Szene räumlich sehr weit verteilt ist.
Ich persönlich habe dabei einige sehr interessante, nette Personen kennengelernt. Einige betrachte ich, unter Berücksichtigen dessen, was ich hier im meinem Blog einmal geschrieben habe, sogar als Freunde. Gäbe es kein Internet, hätte ich mich vor vier Jahren nicht in einer großen, mittlerweile nicht mehr existenten, Heiden-Community angemeldet, ich hätte diese vielen Menschen nie kennengelernt!

Aber zum eigentlichen Thema:

Ich bin nämlich auch seit über einem Jahr im PaganRealm im Team der Moderatoren, seit kurzer Zeit in der Funktion der Admina als weibliche Hälfte des dortigen Administratoren-Duos.

Jeder der schon einmal eine solche Funktion in einem Forum ausgeübt hat, weiß, dass, neben all der Freude an der Arbeit, dies auch bedeutet, dass man sich eben auch nicht mehr unbedingt alles erlauben kann, was der Rahmen der Forenregeln gerade noch zulässt. Man hat auf einmal Verantwortung und Vorbildfunktion den Usern gegenüber.
Ich finde, das schlimmste, was User einem Moderator oder Admin vorwerfen können ist, sich nicht oder nur bedingt an die eigenen Regeln zu halten. Dadurch verliert man zu leicht die Glaubwürdigkeit, mal davon abgesehen, dass ich solcherlei Verhalten für ziemlich unprofessionell halte.

Gerade darum schätze ich auch die Mitgliedschaft in anderen Foren. Man kann mal die Seele baumeln lassen, trägt mal keine Verantwortung, darf auch mal ein wenig spammen oder trollen, immer im Rahmen der Netiquette, versteht sich.

Allerdings laufe ich als User in anderen Foren auch immer ein wenig Werbung für unser eigenes Forum. Gerade die Heidenszene, so groß sie auch erscheinen mag, ist ein Dorf, irgendwie kennt jeder jeden, wenigstens vom lesen.

Und auch wenn ich mich, wie gesagt, dort nicht so sehr am Riemen reißen muss, wie als Admina auf dem eigenen Board, so habe ich doch stets im Hinterkopf, dass mein Verhalten immer auch mit dem PaganRealm in Verbindung gebracht werden kann.

So kann ich es nicht verstehen, dass andere Admins sich zum Teil in fremden Foren benehmen wie die sprichwörtliche Axt im Walde.
So wieder geschehen im ZDH, als der Admin der Doppelaxt sich dort zum Troll machte und so den Namen seines Forums zum Programm erhob.

Folgendes war geschehen:
Eine neue Userin im "Zentralrat der Heiden" postete dort in einem Thread den Link zu ihrer Heimat-Community, eben erwähntem Forum „Doppelaxt“, anscheinend eine Plattform für sogenannte dianische Hexen, die nur an eine Göttin glauben und jeden männlichen Aspekt im Glauben, sowie scheinbar jede andere religiöse Einstellung, strikt ablehnen. (Hier die eigene Definition der Doppeläxte, oder zumindest des dortigen Admins.)
Für die Akten, mit den DianicWicca hat das wirklich absolut nichts zutun!!!

Ich war wohl nicht der einzige, der weder von dem Forum noch von dieser Glaubensrichtung je etwas gehört hatte.
Tja, und was macht der kritisch-interessierte Heide, der schon unterschiedlichste Ausprägungen des Heidentums gerade im Internet gesehen hat, inklusive der abstrusesten Auswüchse?
Er schaut sich die Seite an und versucht sich einen Reim auf das zu machen, was er da liest.

Naja, und dies führte dann zu einer sehr kritischen Bewertung des Forums, dass sich nach Außen total abschottet und das wenige, was es an Infos im Besucherbereich zu lesen gab, deutete auf eine sehr dogmatische Weltsicht hin.

Einige wenige hatten den Nerv sich durch das sehr eigenwillige Registrierungsverfahren zu hangeln (Pflichtfelder, wie „Stichworte zu dir“, „Was bedeutet dir die Göttin?“ und „Wie hast du uns gefunden?“ sind mir in dieser Art noch nie untergekommen….), allerdings wurden sie nicht freigeschaltet und konnten sich so also auch kein näheres Bild über die Doppelaxt-Community machen.
Auffällig war allerdings, dass sich die Userin, die den Link gesetzt hatte, aus der Diskussion, wie überhaupt aus allen Diskussionen, völlig heraus hielt.

Celeborn, der Admin des OldCelticSpirit und Betreiber des OldCeltoiRadios, hatte bereits in einem kleinen, neuen Keltenforum Erfahrungen mit dem Admin, Malka, machen können.
Hier zu finden!
Daraufhin zog Malka ihre, zugegeben destruktiven, Kosequenzen.

Dazu muß man sagen, dass Celeborn zu den sogenannten rekonstruierenden Celtoi gehört, die versuchen, anhand von Quellen dem keltischen Glauben so genau wie möglich auf die Spur zu kommen.


Nur am Rande:
Auch für fast alle andere Vertreter des weiten Feldes Neuheidentum ist Quellenforschung das A und O.
Glauben ist nicht wissen, das wird meist strikt getrennt, aber ohne das belegte Wissen kann man auch an das Spagettimonster oder die „Heilige Sandale“ glauben (wogegen ja an sich nichts spricht, solange man nicht den Anspruch auf die allein selig machende Wahrheit erhebt!)
Jeder ernst zunehmende Heide kennt zumindest die wichtigsten belegten Quellen seinen Glauben betreffend. Wicca und Thelemiten haben ihre Schriften von Gardner und Crowley, Asatru die Edda und die germanischen Mythologien, die Celtoi oder auf keltischer Tradition aufbauende Richtungen jedoch sind, wenn man einmal von den inselkeltischen Sagen absieht, die ja auch, wie die Snorri-Edda erst in christlicher Zeit niedergeschrieben wurden, meiner Meinung nach, in noch stärkerem Maße als andere, auf altem Glauben aufbauende Richtungen, auf archäologische Funde und deren Deutung, sowie Quellen wie die Schriften Tacitus' oder Caesars, angewiesen.


Ja, und dann schlug Malka höchst persönlich im ZDH auf. Mir fehlen die Worte, den Gesprächsverlauf (wenn man das überhaupt so nennen kann) auch nur annähernd treffend zu beschreiben, also lest selbst:
Malkas Vorstellung

(Mal ganz im Vertrauen, wer den ZDH als Sekte wertet, hat nicht mehr alle Latten am Zaun! Custos, der dortige Admin ist wirklich ein sehr geduldiger und toleranter Mensch, der selbst der allseits bekannten Nervensäge vom Dienst noch eine Chance gab, als sich dieser nach seiner berechtigten Sperrung, dort wieder unter einem seiner vielen Nicks anmeldete. War nicht von Dauer, war aber auch wieder klar...wenn es eine Olympische Disziplin gäbe im "Forenfliegen", dann wäre jene Figur ungeschlagener Sieger sowohl in Pflicht als auch in Kür.)

Und damit komme ich wieder auf meine, Eingangs erwähnte, Verantwortung als Admin oder überhaupt Vertreter der eigenen Community oder Gruppierung zurück.

Denn, wenn ich bedenke, was Malka (der zumindest im Besucherbereich seines Forums absolut omnipräsent ist!) seinem Forum an Schaden durch seinen Auftritt zugefügt hat, frage ich mich ehrlich, was in seinem Kopf vorgeht.
Besonders, dass er sich beschwert, seinen „dianischen Hexen“ schlüge allerorten Intoleranz und „Verfolgung“ entgegen, wundert mich nach einem solchen Auftritt ihres Admin (Guru? Spirituellem Führer?) nicht mehr wirklich.
Liest er seinen eigenen Stuß nicht, oder fehlt im wirklich jede Form der Selbstreflektion?

Es ist doch so, dass, gerade in einem hermetisch abgeschotteten Kreis, wie der Doppelaxt, das Auftreten der einzelnen Vertreter derselben in der Öffentlichkeit die einzige Möglichkeit ist, sich als Außenstehender ein Bild von den dortigen Geflogenheiten zu machen.

Und das Licht, welches Malkas Verhalten im ZDH, aber auch im „Keltische Ahnen“ auf die Doppelaxt und die „Dianischen Hexen“ wirft, sagt, denke ich, mehr über die inneren Strukturen dieser Gemeinschaft, als einem lieb sein kann.
Genau wie die merkwürdig stille, zurückhaltende Art der anderen Userin aus der Doppelaxt.
Tja, und durch die rigide Freischaltpolitik des Herrn Admin kann man noch nicht einmal dieses Bild durch eigene Erfahrung gegebenenfalls revidieren.

Werbung ist das nicht! Obwohl ich fast denke, dass Malka da auch wieder anderer Meinung ist…tja, wir anderen Selberdenker, Quellensucher und Hinterfrager sind ja nur Opfer der „patriarchalen Meinungsmanipulation“.

Und der Inhaber der einzig richtigen Wahrheit lässt uns ja nicht daran teilhaben.
Wir sind ja sooo unwürdig…

Wer so sein Forum in der Öffentlichkeit vertritt, der muß sich nicht über wenig positive Aussagen oder stagnierende Userzahlen wundern. Zumal man, wie gesagt, im Falle des Forums "Doppelaxt" ja die Katze im Sack kauft.



Wer etwas mehr über die Geschehnisse um die "Doppelaxt im Walde" erfahren möchte, dem lege ich die beiden Artikel

Die schwarzen Schafe und Die schwarzen Schafe II im Blog des Sirs ans Herz. ;-)



Edit:

Mittlerweile sind mehrere sehr alberne-pubertäre bis destruktiv-hetzerische Beiträge besonders gegen den ZDH und Celeborn, die Malka aufgrund völlig überzogener Reaktion publiziert hatte (Krönung war die Gleichsetzung der kritischen Auseinandersetzung mit seiner Community, oder eher dem, was sein Verhalten über diese vermuten lässt, mit den Judenverfolgung im Dritten Reich!!!!) wieder aus dem für Besucher zugänglichem Bereich des Doppelaxt-Forums verschwunden. (Kopien liegen allerdings vor)

Auch dies spricht meiner Meinung nach für sich....

Dienstag, 7. Oktober 2008

Kurz gesagt


"Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht...
"

Kurt Tucholsky

Montag, 6. Oktober 2008

Der "Kümmeltürke"

Ich könnte mir hier einen Wolf erklären, wieso mir jede Idee vom Einordnen der Menschen in Rassen nie in den Kopf gehen wird, ja, sich meinem Begriffsvermögen völlig entzieht, aber meist sagen ein Bild und eine kleine Anekdote ja mehr als tausend Worte.




Dies ist ein "etwas"*räusper* älteres Foto (man beachte die Tapete!), welches mich mit meinem Vater zeigt. Eben jenem, von dem ich in dem vorherigen Beitrag gesprochen habe.


Etwa zu der Zeit, als das Foto gemacht wurde, hat ihm eine Verkäuferin im Karstadt an der Kasse spontan, als er versehentlich den falschen, weil zu kleinen Geldschein aus dem Portemonnaie zog, in Sätzen wie "Nein, nein, falsch! Du geben mir...dann du richtig...du verstehen?" zu erklären versucht, worin das Problem lag.
Joah, und weil mein Vater immer für einen Scherz zu haben ist, hat sich dumm gestellt. Das gipfelte dann darin, dass die Dame, nach erfolglosem Lamentieren - weil mein Vater verstand ja angeblich kein Wort - einfach in die Brieftasche langte, sich einen Zwanziger herauszog, damit meinem Vater radebrechend vor der Nase wedelte und ihm dann das Rückgeld umständlich wie 'nem Doofen in die Hand zählte. Ich war dabei, ich hab’s gesehen!!!

Die gute Dame hat sich einfach vom äußeren Anschein täuschen lassen und dachte, mein Vater (Düsseldorfer Jung!!!) wäre wohl so ein "Kümmeltürke", der kein deutsch versteht. Dass er an der Kasse mit mir zuvor fehlerfrei deutsch gesprochen hatte, hat die Dame wohl komplett ausgeblendet...genau wie die Tatsache, dass man Kunden eigentlich siezen sollte…oder, dass der „Gastarbeiter“ die ganze Zeit so ein amüsiertes Funkeln in den Augen hatte.

Eigentlich wollte mein Vater dann gleich noch mal etwas an derselben Kasse bezahlen, aber davon habe ich ihn dann abgehalten…

So etwas prägt! *lach*


Papa, du bist der Beste! Ich hab dich lieb! (auch wenn ich dich manchmal echt zum Mond schießen könnte! *g*)


Aber noch mal auf Hautfarbe zurückzukommen, natürlich benutze ich die gängigen Formulierungen, wie Schwarzer, Asiat, oder, mein Favorit, „weißer Mitteleuropäer“ gerade wenn es darum geht jemanden zu beschreiben. Ich ringe mir da keinen ab. Was soll ich denn auch sonst sagen, wenn ich jemandem dem Augenschein nach beschreiben soll? (ich esse ja auch noch Mohrenköpfe und Negerküsse und keine Schaumküsse!)

Nur, ich klassifiziere nicht!

Denn wie jemand aussieht, sagt absolut nichts über seine Stärken und Schwächen oder gar seine Herkunft aus (s.o.) und hat mit „Rasse“ aber so was von nichts zu tun.


Übrigens ist dieser Begriff, meines Wissens selbst in der Zoologie mittlerweile überholt (man klassifiziert dort in Unterarten).

Samstag, 4. Oktober 2008

Auf der Suche nach "Dem Deutschen" durch den braunen Sumpf

Ich bin ja immer noch dem „Deutschen" auf der Spur, diesem nebulösen Stereotyp, welches einerseits gern vereinfacht benutzt wird, um die Summe aller in Deutschland ansässiger Volksgruppen zusammenzufassen, andererseits aber von nationalistischen Kreisen gerne als das non plus ultra aller Menschen dargestellt wird.

Einige Gedanken dazu habe ich ja bereits in meinem früheren Beitrag „Typisch deutsch?“ zusammengefasst.

Nun, ich wälze auf der Suche nach dem „Deutschen“ Literatur und recherchiere im Internet und gerade da finde ich mich teilweise auf Seiten wieder, die eben die dunkle Seite „des Deutschen“ nur zu deutlich zeigen.

Ich stolpere über in Fraktur verfasste „Netzseiten“ (weil dieser Deutsche“ benutzt ja keine Worte aus der angelsächsischen Sprache! Und nach Möglichkeit auch keine lateinischen Letter!), die von Selbstbeweihräucherung und verklärter Romantik nur so strotzen, dort ist die Farbe der Flagge natürlich auch nicht Schwarz-Rot-Gold, sondern natürlich Schwarz-Weiß-Rot, meist entnimmt man den dortigen Texten auch einen geradezu schnarrenden Unterton, der wohl so typisch sein soll für „den Deutschen“ und nur zu gerne wird dort das Kaiserreich in den Himmel gehoben und auf die Bundesrepublik geschimpft. Gekrönt werden die Internetauftritte dann durch Illustrationen mit kitschiger Poesie-Album-Romantik.

Okay, wenn man mit der Gegenwart nicht klar kommt oder keine Zukunftsperspektive hat, häng man sich an die Vergangenheit, wie es scheint. Also große Reden, nichts dahinter…

Diese Seiten sind also noch als harmlose Deutschtümelei abzutun. Allerdings fängt jeder mal klein an...

Aber dann stolpere ich über andere Auswüchse, wo nur noch ebenso unqualifizierter, wie extrem rechter Müll zu finden ist, inklusive diverser einschlägiger Formulierungen, wie „Kameradschaft“ für Gruppe, oder netten Wortschöpfungen wie „undeutsch“ und "Nationaler Widerstand" gegen das „System“ (ich gehe mal davon aus, das damit unsere freiheitlich demokratische Bundesrepublik gemeint ist!) und Zahlencodes , wie das beliebte 88 und C18 und natürlich werden dort auch die Beiträge mit dem standesgemäßen "MDG" für „Mit deutschem Gruß“ unterzeichnet.

Deutlich auch, wenn man auf solchem Auswurf wieder die enteigneten, missbrauchten und entweihten Runen findet, wenn „Hass“ am Ende mit zwei Sig-Runen (die im Übrigen dem Armanenfuthark des Herrn von List entstammen und damit ungefähr so „germanisch“ sind, wie der Monitor vor dem ich sitze, oder der Kaffee, den ich gerade trinke) , statt mit Doppel-S geschrieben wird, "Blut und Ehre" (Parole der HJ) beschworen werden, und dazu aufgerufen wird [Zitat] „um jeden Fußbreit unserer teuren Heimatscholle zu kämpfen!“{Zitat Ende].

Und natürlich findet man auf jenen Seiten immer wieder die „Schwarze Sonne“, die Himmler sich als Bodenschmuck in der Wewelsburg, auf der er seinen Rollenspielfantasien von Artus und der Tafelrunde nachging, auserkoren hat und ebenso historisch ist, wie das Armananenfuthark.

Überhaupt scheint da Hass, Kampf und Krieg hoch im Kurs zu stehen, gegen „Zecken“ (Synonym für Linke bzw. Antifa, was bei den Betreibern und „Nutzern“ dieser Seiten eigentlich alle einschließt, die nicht ihre Auffassung teilen), „Gutmenschen“ (ein ebensolches Synonym für alle, die der dort proklamierten Rassentheorie nicht folgen und auch kein Interesse daran haben alles was fremd ist, auszurotten), die ZOG (Zionist Occupied Government, Code für die jüdische Weltverschwörung) und viele mehr.

Das ist also die Heimatliebe und -verbundenheit, von denen diverse „Nutzer“ des „Weltnetzes“ immer reden, aha!

Ich frage mich allerdings, was mit Menschen passiert sein muss, welche Art von seelischer Kränkung sie erfahren haben müssen, welche Art von Verletzungen ihnen widerfahren sein müssen, dass sie ihnen anscheinend das Urvertrauen geraubt haben…so dass sie sich genötigt sehen, sich solcher Selbstbeschränkungen aufzuerlegen und nur noch Hass empfinden können.

Und als wenn das nicht schon genug wäre für ich und meinen so gar nicht arischen PC, stolpere ich dann immer wieder über Seiten, die Partnervermittlung mit garantiert nordischen Partnern für einen Spottpreis anbieten, oder aber Gentests und Ahnenforschung zum Zwecke des [Zitat]„Nachweises der germanischen Abstammung“[Zitat Ende] angepriesen werden.

Da ich mir sicher bin, dass man heutzutage keinen „Ariernachweis“ mehr benötigt, gehe ich mal davon aus, dass sich solche Angebote auf die Herren und Damen Artgermanen beziehen, denn [Zitat]“Das Sittengesetz in uns gebietet gleichgeartete Gattenwahl, die Gewähr für gleichgeartete Kinder“[Zitat Ende].

Während ich also auf diese Seite schaue, nach denen ich nun nicht wirklich gesucht habe und eigentlich auch gar nicht finden wollte, und nicht weiß, ob ich lieber lachen, weinen oder kotzen soll, fällt mir etwas ein und ich entscheide mich spontan für ersteres.

In meinem oben erwähnten Beitrag sagte ich ja bereits, dass ich Rheinländer bin und das ehrlich gesagt, mit Leib und Seele.

Tja, und da gibt es doch in Carl Zuckmayers Theaterstück Des Teufels General die Szene, als bei einer Feier ein zerknirschter Fliegerleutnant Hartmann dem General Harras sein Leid klagt, weil seine Verlobte, Fräulein von Mohrungen die Verlobung mit ihm gelöst hat.

Hartmann, stockend, aber immer im Ton eines militärischen Rapports: Wegen einer Unklarheit in meinem Stammbaum, Herr General. Meine Familie kommt nämlich vom Rhein. Mein Vater und Großvater waren Linienoffiziere - es besteht kein Verdacht einer jüdischen Blutmischung. Aber - eine meiner Urgroßmütter scheint vom Ausland gekommen zu sein. Man hat das öfters in rheinischen Familien. Sie ist unbestimmbar. Die Papiere sind einfach nicht aufzufinden.

Harras hat sich auf die Lippen gebissen, brummt vor sich hin. So so. Daran liegt's. Da läuft so ein armer Junge mit einer unbestimmbaren Urgroßmutter herum. In aufsteigender Wut Na, und was wissen Sie denn über die Seitensprünge der Frau Urgroßmutter? Die hat doch sicher keinen Ariernachweis verlangt. Oder - sind Sie womöglich gar ein Abkömmling von jenem Kreuzritter Hartmann, der in Jerusalem in eine Weinfirma eingeheiratet hat?

Hartmann, sachlich So weit greift die Rassenforschung nicht zurück, Herr General.

Harras Muß sie aber! Muß sie! Wenn schon - denn schon! Denken Sie doch - was kann da nicht alles vorgekommen sein in einer alten Familie:

Vom Rhein - noch dazu. Vom Rhein. Von der großen Völkermühle. Von der Kelter Europas! Ruhiger Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnenreihe vor - seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant - das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt - und - und der der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald und - ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt - wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein - das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist Rasse. Seien Sie stolz darauf, Hartmann - und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter in den Abtritt. Prost.




Schlagt mich tot, aber erstens hat Harras völlig Recht, mit seiner Einschätzung der Bedeutung des Arienachweises, und zweitens ist das eine der schönsten Liebeserklärungen an das Rheinland und seine Menschen, die ich je gelesen habe!

Tja, und last but not least, was Zuckmayer da seinem Harras über Vermischung der Völker in den Mund legt, ist nicht nur wahr, sondern auch eine Ohrfeige an den Rassenwahn der ewig Gestrigen.

Sollen sie sich also ruhig reinzüchten…und der Degeneration in die Hände spielen, mir soll das recht sein.

Allerdings hält sich meine Erheiterung auch in Grenzen, denn eigentlich war ich ja „dem Deutschen“ auf der Spur und wenn ich dann so einen Dreck finde, dann könnte man denken, dass „der Deutsche“ eben doch „hässlich“ und ein „Hunne“ ist.

Aber dann fällt mir ein, was mein Vater zu meinem Sohn gesagt hat, als wir uns über den Nationalsozialismus und besonders die heutige „Neo-Nazi-Szene“ diskutierten, einschließlich all der Riegers, Voigt, Pasteurs und wie sie alle heißen:

"Das sind keine Deutschen, die dürften das Wort gar nicht in den Mund nehmen, denn sie wissen gar nicht, was es bedeutet!"

Der Ton meines Vaters war dabei weder ruhig, noch gelassen. Ganz im Gegenteil!

Und er muß es wissen, er ist einer der, von Hitler und seinen Schergen, missbrauchten Jugend, deren Ideale sie in den Dreck gezogen und ihre Unschuld geraubt haben, erst durch die Frühprägung in der HJ und dann dadurch, dass sie ihn '44 mit 17 in eine Uniform steckten und in einen sinnlosen und schon verlorenen Krieg schickten.

Mein Vater darf sich also ein Urteil erlauben!