"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


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Freitag, 2. Dezember 2011

Ein kleines bisschen Horrorshow! - Der Traum der letzten "Nacht"

Wohl unter dem Einfluss von zu viel Kardarka und einem intensivem Gespräch über Magick im Allgemeinen und Initiationen, Ritualen und Disziplin im Besonderen in der letzten Nacht, sowie wohl auch einer foreninternen Diskussion sowohl über die Beliebigkeit im Heidentum™, als auch des vielfach dort vorzufindenden Konsens des kuschelig-flauschigen "Nicht-Kritik-Übens" an noch so großem Unsinns - nach dem Motto "Wir sind ja soo tolerant, wir finden jetzt einfach mal alles toll, egal was andere so an Dummfug erzählen" hatte ich in den paar Stunden Schlaf danach einen Albtraum, der sich in der Schilderung eigentlich recht lustig anhört.


Kurze Zusammfassung:

Ich war Mitglied eines freien Magick-Workshops zum Thema "Eleusinische Rituale", wobei die Aufgabenstellung dahingehend lautete, dass je eine Arbeitsgruppe eins der Rituale interpretieren und aufführen sollte.
Eine Gruppe, so eine Friede-Freude-Hippie-Kuschel-Eso-Baumknutscher-Gemeinschaft, bekam das Mars-Ritual zugeteilt. (Anm.: was ja schon mal ansich ein Paradoxon darstellen dürfte)

Der Vorhang ging also auf, die "Show"ging los und in Form eines sehr surreal-psychedelischen Mixes aus belebtem Gemäldes/Film/Aufführung startete mein persönlicher Horrortrip.

Nicht nur, dass das Ganze mit lauter wonneproppig umherflatternden Putten überfrachtet war, das ganze "Bühnenbild" war auch noch hauptsächlich blau (Anm. Blau ist der Venus zugeordnet, Mars ist rot!) und spielte sich vor dem Hintergrund eines Kaufhauses ab, dessen Symbol eine Große Acht zierte (Anm. sowohl das Kaufhaus, als auch der Zahlenwert 8 deuten sehr stark auf Merkur,  wie übrigens, wie mir gerade auffällt, auch das "Überangebot" von geflügelten Statisten...wohingegen Mars in Bezug zur 5 steht )

Ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen, aber ich stand nur da und war...fassungslos!
Der Horror ging aber jetzt erst richtig los. Nach Beendigung des Spektakels kriegten sich die restlichen Kursteilnehmer gar nicht mehr ein vor überschwänglichen Standing Ovations und lobten die AG-Mars ob ihrer innovativen Interpretation des Stoffes.
Dabei wußte ich, dass sie alle sich durchaus im Klaren waren, dass da Null Mars geboten worden war. Aber die fanden das einfach aus Prinzip mal TOLL, was für mich eindeutig "Thema verfehlt - setzen - sechs!" war.

Es folgte daraufhin folgender Dialog, wobei man sich die Antworten bitte in beschwichtig-säuselndem Tonfall vorstellen muss:

Ich, noch recht ruhig:"Schön, aber das war nicht Mars! Das hatte nicht mal eine Hauch marsianisches! Das war eindeutig Merkur! Wie könnt ihr das so toll finden!"

Antwort: "Aber sie haben sich doch solche Mühe gegeben! Ist halt nicht ihre Materie."

Ich:"Trotzdem war alles falsch, was man falsch machen konnte!", dabei wedelte ich mit dem Marsritual in der einen Hand und dem Liber 777 in der anderen Hand, "Wenn man schon keine Ahnung hat, dann kann man sich doch wenigstens mit dem Stoff vertraut machen..."

Antwort: "Sieh das doch nicht so eng! Du bist ja sooo fanatisch, um nicht zu sagen faschistisch!"

In dem Moment sah ich nur noch rot und brüllte: "Es gibt GESETZE!!!" (Anm. Zitat aus dem neuen Programm von M.Mittermeier - ich sag' nur "Dörte!" Man sollte sich solche Shows nicht dreimal hintereinander reinziehen...)

Antwort: "Aber, wenn das nun ihre Interpretation von Mars war...lass doch der Phantasie ihren Spielraum."

Ich: "ICH HABE NICHTS GEGEN INTERPRETATIONSSPIELRAUM ODER SELBSTGEBAUTE RITUALE, ABER MAN SPIELT NICHT MIT ENERGIEN HERUM! WENN MAN MARS MEINT, MUSS AUCH MARS-ENERGIE ERZEUGT WERDEN UND NICHT WAS GANZ ANDERES! UND WENN MENSCHEN DA FEHLER BEGEHEN, MUSS MAN SIE WENIGSTENS DARAUF AUFMERKSAM MACHEN, DAMIT SIE WAS DARAUS LERNEN UND NICHT NOCH DAFÜR LOBEN! ECHT LEUTE, WENN IHR HIER DEN WELTUNTERGANG ZELEBRIEREN WOLLT, DANN SAGT'S MIR, DAMIT ICH MICH DARAUF EINSTELLEN KANN!"

Antwort: "Jetzt beruhig' dich doch erst einmal!"

Plötzlich wurde ich ganz ruhig und haute nur noch einen einzigen Satz raus:
"Unter diesen Umständen kann ich die Verantwortung für dieses Projekt nicht mehr mittragen!", drehte mich um und ging...und wachte im selben Moment auf (weswegen ich mich noch so genau an den Traum erinnern kann).

Bin dann erst einmal aufgestanden, hab' mir eine Paracetalmol reingeworfen und  eine im Bett geraucht (was in den mittlerweile über 25 Jahren, in denen ich jetzt hier wohne, vielleicht fünfmal vorgekommen ist) und mich danach noch eine Stunde auf's Ohr gehauen. An Schlaf war zwar nicht mehr zu denken - ich lag eher mit aufgerissenen Augen da, aber so hatte ich Gelegenheit mir über den Traum so meine Gedanken zu machen.


Abgesehen von den Punkten, die ich schon in der Einführung erwähnte und als Anmerkungen in  die Schilderung habe einfließen lassen, wurde mir plötzlich für mich klar, dass das ganze Szenario rund um Workgroup und die Eleusynischen nur Staffage gewesen ist für eine ganz andere Botschaft.

Kern des Traums, sowie der eigentliche Grund, weswegen ich mich ja so aufgeregt hatte, war, neben Tatsache, das mir eben dieses "Alles-Gut-Finden" und "Bloß-Nicht-Kritisieren" ebenso tierisch auf die Nerven geht, wie wenn man mir bei Themen, welche mir wirklich wichtig sind, mit dieser bescheuerten zuckersüßen Beschwichtigungstour kommt, waren ja fehlgeleitete Energien.

Für mich heißt das Alles also ganz pragmatisch:
"Nickel, du steckst gerade Energien in die falschen Dinge!"

Und tatsächlich gibt es da das eine oder andere Projekt, die aber allesamt überhaupt nichts mit Magick zu tun haben, von denen ich mich tatsächlich zurückziehen sollte, weil es eben zu viel Aufmerksamkeit von anderen, fruchtbareren, ergiebigeren oder wichtigeren Dingen im Leben abzieht.

So gesehen war das "kleine bisschen Horrorshow" doch im Endeffekt sehr produktiv.
Trotzdem...*grusel*

Sonntag, 2. Oktober 2011

Was ist eigentlich Anarchie?

„Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.“
Erich Fried


Da es mich bisweilen verärgert, mit welcher negativen Konnotation der Begriff "Anarchie" in der heutigen Gesellschaft Anwendung findet und wie uneflektiert diese Definition von der breiten, meist nicht mal besonders ungebildeten Masse übernommen wird, nehme ich mal ein kleines Aufklärungs-Video zu dem Thema zum Anlass, um mit einigen Missverständnissen aufzuräumen.

Und weil der Mensch eben eher auf visuelle Reize anspricht, zuerst einmal das besagte Video:


Merke:
Anarchie kann nicht herrschen, denn sie definiert sich gerade über die Abwesenheit jeder Art von Herrschaft und Hierachie.
Mögen diejenigen, die brennende Autos und verwüstete Straßenzüge auch noch so oft als Erscheinugsformen von Anarchie werten - und das tun sowohl die Täter als auch die, ob dieser Gewaltakte entsetzte Massen - so hat das mit Anarchie nicht mal ansatzweise etwas zu tun.
Es sind meines Erachtens vielmehr bestenfalls Symptome einer in sich nicht mehr funktionierenden Gesellschaftsform und daraus resultierenden Hilflosigkeit der Täter. Meist sind solche Auswüchse aber nur als Spaß an der Zerstörung selbst zu werten.

 Wer sich nun etwas mehr mit der Materie "Anarchie" befassen möchte, dem kann ich das Buch "Anarchie!" von Horst Stowasser ans Herz legen.
Es bietet dem interessierten Leser einen ziemlich guten Einstieg in die Materie, ohne ihn gleich zu überfordern.
Auf YouTube habe ich dazu drei Kapitel - Einleitung + zwei Kapitel - gefunden, die als "Hörprobe" einen kleinen Vorgeschmack bieten:




Wie man sieht gibt es den Anarchismus als allgemeingültige Ideologie nicht. Das würde der Idee selbst schon wieder zu wider laufen. Vielmehr gibt es viele anarche Erscheinungsformen.


Die Angst vor der Anarchie und damit auch den schlechten Ruf, den sie genießt, lässt sich übrigens sehr leicht erklären, wenn man bedenkt, dass eine herrschaftlose Gesellschaftsform nicht im Interesse der Herrschenden liegen dürfte. Egal ob nun Monarchen, Diktatoren oder auch gewählte Regierungsvertreter, sie alle werden kaum bereit sein,, auf ihre Macht zu verzichten.
Und die meisten "Untertanen" und "Untergebenen" wird der Verzicht auf festgefügte Hierachien, in denen sie zwar von oben beherrscht werden, aber auch die Möglichkeit haben, ihrerseits nach unten zu herrschen auch nicht gerade begeistern.
„Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft.“
Pierre Joseph Proudhon
Wer sich weiter über Anarchie, ihre Definition und vielfältigen Erscheinungsformen informieren möchte, dem empfehle ich - besonders auch in Hinblick auf die umfangreichen Quellenangaben und weiterführenden Links - folgende Wiki-Beiträge:
Anarchie (Wikipedia)

Anarchie (Anarchopedia)

Und wer immer noch Gewalt und Anarchie in einen Topf werfen möchte, dem kann ich nur den bildgewaltigen Filmepos (von wegen Mensch als visuell orientiertes Wesen ;) ) über das Leben und Wirken des, meines Erachtens, bekanntesten und vielzitiertesten Vertreter des gewaltfreien Anarchismus des 20. Jh. ans Herz legen...


Ich schließe meine kleine Exkursion deshalb auch mit zwei Zitaten von ihm.

„If India copies England, it is my firm conviction that she will be ruined. Parliaments are merely emblems of slavery“

„In such a state (of affairs), everyone is his own rulers. He rules himself in such a manner that he is never a hindrance to his neighbor“

Dienstag, 13. September 2011

Letzte Gelegenheit: Petition - Verbot der Vorratsdatenspeicherung vom 15.03.2011

Ich nerve ja bekanntlich gerne, wenn ich denke, dass es wichtig ist und nachdem ich es jetzt schon auf FB und auf Google+ verbreitet habe, jetzt auch hier:


"Heute läuft die Frist für die 50000 Grenze der VDS-Petition ab. 
Aktuell haben wir leider "erst" 31200 Mitzeichner."

Worum es dabei konkret geht entnehmt ihr bitte dem genauen Wortlaut der Petition, den ihr unter folgendem Link findet:
 

Hier geht es um eure Privatsspäre, wie Informationen über die sozialen Beziehungen (einschließlich Geschäftsbeziehungen), eure Bewegungen und die individuelle Lebenssituation (z.B. Kontakte mit Ärzten, Rechtsanwälten, Betriebsräten, Psychologen, Beratungsstellen usw.), die ohne konkreten Anlass oder Verdacht gesammelt werden sollen!

Darf ich mal diskret darauf hinweisen, dass als es um den Hoax "Verbot von Heilkräutern" ging über 100.000 unreflektiert unterschrieben haben?

Es kann doch nicht angehen, dass eine so wichtige Petition nicht mal die benötigten 50 000 Stimmen erhält.

Montag, 2. Mai 2011

Irgendjemand ist in Abbottabad irgendwie ums Leben gekommen...

Ich checke ja meist als erstes, wenn ich meinen PC anmache, die aktuellen Nachrichten und da springt mir heute eine Meldung ins Auge:

Osama bin Laden ist tot!

Erster Gedanke überhaupt, noch bevor ich den Link anklicke um den Text dahinter auf ZDF.de zu lesen:"Oh, haben die Amis ihn endlich sterben lassen?"

Für mich ist auch der Titel, welcher den Artikel krönt keine große Überraschung:

Osama bin Laden getötet und angeblich schon bestattet
Bericht: Leiche bin Ladens auf See bestattet

Hm, soso...dieses zum "Antichrist", "Super-Bösewicht" und personifizierte "Böse" stilisiertes Symbol und Gesicht "al-Qaidas", das in den letzten Jahren immer dann auf nicht datierten, verwackelten Videos und Fotos erschien, wenn die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bezüglich der islamistisch-terroristischen Gefahr und der daraus resultierende Notwendigkeit militärischer wie innenpolitischer Maßnahmen nachzulassen schien, soll also bei einer Militäraktion des "United States Joint Special Operations Command" in Abbottabad in den frühen Morgenstunden  durch einen Kopfschuss ums Leben gekommen sein.

Der Tod wurde dann auch gleich von US-Präsident Barack Obama in den Medien bestätigt.
Zwar heißt es, ein DNA-Vergleich hätte die Identität des Toten zweifelsfrei bewiesen, allein, ich sehe keine Leiche.
Die wurde bereits verbrannt und die Überreste auf See bestattet. Kaum verwunderlich also, dass mir bei der Frage nach verifizierten Beweisen für den Tod Bin Ladens auch sofort eine Zeile aus einem alten Bob Dylan-Songs in den Sinn kommt:
"The answer my friend is blowin' in the wind
The answer is blowin' in the wind."

Was bleibt, ist das Wort der amerikanischen Regierung und deren Warnung vor Racheakten von al-Qaida, die immerhin ihre Ikone (ich bezweifele stark, dass Osamas Rolle in den letzten Jahren über diesen Status hinaus ging) verloren haben.

Und natürlich bedingt das eine "erhöhte Alarmbereitschaft und Wachsamkeit" der Amis und der restlichen, westlichen Welt.

Fakten?

Nichts genaues weiß man nicht!
Der Tod des "meist gehassten und gejagten" Mannes der letzten 20 Jahre ist im Grunde genauso nebulös, wie seine Existenz und Medienpräsenz in dieser Zeit gewesen ist.

Was ändert sich also?

Nichts!

Außer, dass es jetzt wieder mehr Rechtfertigungen für Militär- und Überwachungs-Aktionen zu geben scheint.
Man nehme mir also bitte nicht übel, dass ich jetzt nicht vor Freude ganz aus dem Häuschen bin.



Da höre ich dann doch lieber etwas Musik:


Freitag, 29. April 2011

Der "Sack Reis" und die Geheimwaffe "AG"

Viele kennen das wohl nur zu gut:
Es gibt Themen, die kommen immer wieder, auch wenn man denkt, sie wären längst ausdiskutiert, durchgesprochen, schlicht überholt oder einfach nur so trivial, dass sich eine Diskussion ohnehin erübrigt. Kurz, sie sind so nützlich und interessant wie der sprichwörtliche  Sack Reis.
Gerade letztere beweisen aber meist eine erhebliche Halbwertszeit, die sogar die von Plutonium oder Uran locker in den Schatten stellt.

Diesem Phänomen begegnet man allerorten, egal ob in der Firma, dem Verein, dem Parteitreffen, einer beliebigen Initiative oder Infoveranstaltung, dem Elternabend in Schule oder Kindergarten, überall da, wo Menschen sich zusammenfinden um gemeinsam etwas zu bereden, zu beschließen oder sonst wie auf die Beine zu stellen.
Selbst eine verbindliche Agenda mit sehr stringent gehaltenen Tagesordnungspunkten bietet hier keine absolute Sicherheit vor besagten Endlos- oder Bumerang-Sachverhalten oder zum Grundsatzproblem aufgebauschten Banalitäten.
Mehr noch, je enger der zeitliche Rahmen oder der Themenkomplex, je dringender das Bedürfnis das Treffen so kurz und knapp wie möglich zu halten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand so einen Alten Hut oder Plattitüde, deren Relevanz gegen null geht, auf den Tisch bringt. Sowohl Mordgier in den Augen, als auch mehr oder eher weniger vorgetäuschte Nervenzusammenbrüche seitens der gebeutelten Mitdiskutianten, werden dabei ebenso  ignoriert, wie Gähnen, Hinweise auf die vorgerückte Stunde oder sonstige Zeichen ostentativ geäußerten Desinteresses.
Frau "Kleinigkeitskrämer" oder Herr "Prinzipienreiter" - es ist nämlich, meiner Erfahrung nach, immer der gleiche Menschentyp - sind gegen solcherlei unterschwellige Botschaften schlicht immun.

Nun könnte man sagen, das einfachste wäre, von vornherein bekannte Triggerthemen sofort im Keim zu ersticken.
Guter Plan!
Funktioniert aber nicht!
Denn dann wird eben eine beliebige, gedankenlos hingeworfene Randbemerkung zu einer Staatsaffäre von geradezu globaler Wichtigkeit hoch stilisiert.

Neben vielen anderen solcher Vorfälle, denen ich im Laufe meines Lebens ausgeliefert war, ist mir "Die Wasserkasten-Affäre" am besten im Gedächtnis haften geblieben. Sie bietet auch ein hervorragendes Beispiel für oben beschriebene (Un-)Themen:

Ich war damals noch "junge" Mutter und als solche eine von eben dem einen unermüdlichen Drittel Elternschaft, welche die Teilnahme an  Elternabenden quasi als Pflicht ansahen. 
Als meine Große so im zweiten Schuljahr war, stand wieder so ein Elternabend an und die Klassenlehrerin wagte zu Beginn zu bemerken, dass der zeitliche Rahmen an diesem Abend sehr eng gesteckt wäre, da der Raum nur zwei Stunden zur Verfügung stünde und wir ja noch das Hauptthema "Erster mehrtägiger Jugendherbergsausflug" durch zusprechen hätten.
Alle nickten. Ja natürlich, also frisch ans Werk und die einzelnen Themenpunkte so schnell und effizient wie möglich abarbeiten.
Kein Problem!
Zuerst lief der Abend auch ganz gut an und wir lagen in der Zeit. Wir waren auch fast durch, als Frau Z., die Lehrerin, so nebenbei fragte, ob es für einen der Anwesenden Elternteile ein Problem darstellte, dass die Kinder aufgrund der großen Hitze - es war ja knapp nach den Sommerferien - ihren Durst am Wasserhahn des Klassenraumes löschten?
Große Stille - die Ruhe vor dem Sturm, wie sich herausstellte - dann allgemeines Abwinken, schließlich haben wir hier eine sehr gute Wasserqualität und es macht ja keinen Unterschied, ob der Nachwuchs nun zu Hause oder in der Schule am Wasserkran hängt.
So wollte sich Frau Z. endlich dem anstehenden Ausflug im Herbst, immerhin Hauptthema des Abends, zuwenden, als Frau und Herr S., ihres Zeichens  hoch ambitionierte Eltern einer "Einzelkind-Prinzessin", gewählte Repräsentanten der Klasse in der Elternpflegschaft, erklärten, in der Klasse von XY in Pusemuckel wäre es üblich den Kindern jeden Woche von den Eltern reihum einen Wasserkasten zu sponsern.
...und das Verhängnis nahm seinen Lauf.
Frau Z. entgleisten die Gesichtszüge, war sie doch schon ein paar Jährchen im Job und wusste wohl nun nur zu gut, was da jetzt käme.
Was soll ich groß erzählen, man diskutierte dann fast eine geschlagene Stunde Wasser-Marken, still, medium oder classic, Vorgehensweise und Rotationsintervalle beim Austausch, Kunststoff- oder Glasflasche, ob es nun besser sei, wenn jedes Kind einen eigenen Becher mitbrächte, oder man auch an Plastikbecher denken müsse, blasülzsabbel.
Ich saß da und dachte ich wäre im falschen Film, derweil Frau Z. immer öfter auf die Uhr schielte.
Als es mir dann zu viel wurde - ich wollte ja mal irgendwann wieder nach Hause, außerdem interessierte mich die Klassenfahrt auch viel mehr, als Geschmacksrichtungen der unterschiedlichen Mineralwassermarken - unterbrach ich die Runde mit dem Vorschlag, bevor man weiter diskutierte, sollten doch einfach einmal alle Anwesenden, die überhaupt Mineralwasser für den Nachwuchs dem Leitungswasser vorzögen, die Hand heben.
Zuerst sahen mich alle entgeistert an. Als sich dann niemand meldete, wandte ich ein, damit wäre die Diskussion ja hinfällig und wir könnten weiter machen. Auch wären wir ja sowieso nicht "beschlussfähig", da ja immerhin zwei Drittel der Eltern durch Abwesenheit glänzten und man so eine Entscheidung, die ja auch für die Abwesenden immerhin von finanzieller und organisatorischer  Tragweite sei, nicht einfach mal über ihren Kopf treffen könnte.
Den giftigen Blick von Frau und Herrn "Wichtig" werde ich im Leben nicht vergessen, genauso wenig wie den dankbaren von Frau Z.

Der Fall "Wasserkasten" ist mir deshalb so im Gedächtnis geblieben, weil er mir das erste Mal bewusst die Funktionsweise und fatale Eigendynamik solcher im Prinzip so irrelevanter wie gegenstandsloser, dafür aber Zeit fressenden Problemstellungen vor Augen geführt hat.

Heute weiß ich jedoch, dass ich die Sache völlig falsch angegangen bin. Es gibt nämlich in solche Fällen ein Generalrezept, dass einen auch davor bewahrt, sich die lebenslange Feindschaft von Seiten der "Aufbausch-Fraktion" zu zuziehen.

Heute, gestärkt durch unendlich viele ähnliche Vorfälle, weiß ich, dass der einfachste Weg, solchen Themen und deren Urheber das Wasser abzugraben und somit die Diskussion zu retten, darin besteht, sofort (!), beim ersten Aufflammen solcher Pseudo-Inhalte, den Vorschlag zu unterbreiten, dazu gleich eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Und wer böte sich für die Leitung einer solchen AG eher an, als der- oder diejenige, welche(r) das Thema angesprochen hätte?

Der Vorteil liegt auf der Hand:
Man gewinnt Zeit und Energie für die wirklich relevanten Aufgaben, wer sich tatsächlich mit solchen Marginalien beschäftigen möchte, kann das, im kleinen Kreis, zu einem anderen Zeitpunkt und einem anderen Ort, gerne tun und dann "Bericht erstatten" und zu guter Letzt, dem Menschentypus, der sich gerne über das Anzetteln solcher Angelegenheiten profilieren und in den Fokus der Aufmerksamkeit spielen will, gibt man, wonach er so sehnlich trachtet und lässt ihn doch geschickt ins Leere laufen!

Erfahrungsgemäß sterben solche AG dann auch so plötzlich, wie sie ins Leben gerufen wurden.
Denn, und das ist fast allen dieser Debatten um Pseudo-Probleme gemein, außer den Initiatoren interessiert sich im Grunde niemand wahrhaftig für deren Inhalt. Viele werden einfach nur mitgerissen und geraten dann in eine Art "Trance", in der sie dann fast willenlos agieren und reagieren bis jemand im übertragenen Sinne mit dem Finger schnippt und so den Bann bricht.
Da aber eben diese Leute, wenn sie erst einmal wieder bei klarem Verstand sind,  kaum ernsthaft in Erwägung ziehen, für solch einen Bullshit ihre Freizeit zu opfern, trifft die "Geheimwaffe Arbeitsgemeinschaft" auch nur diejenigen, die es treffen soll und die es wirklich verdient haben... *muharharhar*

Sonntag, 24. April 2011

Alles auf Null!

"'Sage uns, wie unser Ende sein wird.'
'Habt ihr den schon den Anfang entdeckt, dass ihr nach dem Ende fragt? Denn dort, wo der Anfang ist, dort wird auch das Ende sein.Selig ist, wer am Anfang stehen wird, und er wird das Ende erkennen und den Tod nicht kosten.'"

(Thomas 18)

Nicht der Magier erringt den Höchsten Preis, nicht der Hohepriester oder der Herrscher, weder der Ritter in strahlender Rüstung, noch die mächtigste Königin, noch der sich von der Welt abgewandte Eremit mit seinen Büchern, nicht der sich alles versagt, noch, welcher sich allen irdischen Genüssen hingibt und selbst die, welche sich  für das hehre Ziel bis auf's Blut kasteien und selbst zu opfern bereit sind, werden leer ausgehen.

Alles was sie von ganzem Herzen begehren, fällt am Ende dem reinen Tor, dem Narren, in den Schoß, der selbst nie danach trachtete.

Er ist der Ahnungslose, das arglose Kind, das leere Gefäß, das unbeschriebene Blatt, in eine Welt geworfen, deren Spielregeln im völlig fremd sind. Hintergedanken, Doppeldeutigkeiten oder Täuschung sind ihm fremd.  Er kennt weder Lüge, noch Reue, noch Scham, noch Moral, noch Zwänge. 
Da er nichts erwartet, nach nichts strebt, ist er es, dem zuletzt die Höchste Ehre zuteil wird.

"Wenn ihr eure Scham abgelegt und eure Kleider nehmt, sie unter eure Füße legt und wie die kleinen Kinder sie zertretet, dann werdet ihr den Sohn des Lebendigen sehen und ihr werdet euch nicht fürchten."
(Thomas 37)

Donnerstag, 31. März 2011

Spendenaufruf – Helft!

Heute wende ich mit einem wirklich wichtigen Anliegen an euch. Es geht um einen Spendenaufruf. In der Hoffnung, damit ein Leben zu retten und möglichst viele Menschen zu erreichen, übernehme ich, wie zuvor schon Efka, den dazu gehörigen Text der Initiatorin und Tochter der unmittelbar Betroffenen aus der dazugehörigen Facebook-Gruppe


 ===================== Jennys Aufruf =====================


Wir benötigen dringend EURE Hilfe!!!

Wie die Meisten von euch wissen, leidet Andrea schon seit 2006 an einer sehr seltenen Krebsart. Die Ärzte wissen selbst nicht genau was sie machen sollen, denn die Krebsart ist kaum erforscht und äußerst selten.

Wir haben in den letzten Jahren all unsere Rücklagen aus Bausparverträgen etc. in erfolglose Therapien gesteckt. Wir stehen quasi vor dem Nichts und wissen nicht mehr weiter, denn wir können die Behandlungen nicht mehr bezahlen.

Wenn meine Mum JETZT nicht die lebensrettenden und zugleich unbezahlbaren Therapien in Form von Hyperthermie und hochkonzentrierter Chemo in die Leber erhält, wird sie daran sterben, denn die Leber ist stark von Metastasen befallen.

Die Krankenkassen übernehmen bis heute keine Kosten, es laufen Zivilklagen und wir versuchen eine einstweilige Verfügung zu erlangen aber Andrea kann nicht mehr bis zur Urteilsverkündung warten.

----Ihr rennt buchstäblich die Zeit davon----

Weil ich nicht mehr weiter weiß, meiner Mama unbedingt helfen möchte und nichts unversucht lassen möchte, habe ich ein SPENDENKONTO eingerichtet, in der Hoffnung, dass Ihr uns helfen könnt und möchtet.

-Dies ist mein Hilfeschrei und ein APPELL an eure Freundschaft-

!BITTE! Jeder Betrag gibt meiner Mama eine Chance!

Eure Jenny

Nassauische Sparkasse
Kontoinhaber: Jennifer Dames
Hinweis: Spendenkonto
Bankleitzahl:51050015
Kontonummer: 0803253517



=====================Ende Jennys Aufruf =====================
 
 
Hier geht es nicht um irgendetwas Abstraktes, weit Entferntes, nicht um blinden Aktionismus oder darum, irgendetwas zu unterzeichnen, sondern um direkte, unmittelbare Hilfe. 
Hier und jetzt! 
Vor der eigenen Haustür!

Unser Gesundheitssystem ist in den letzten Jahren immer mehr beschnitten geworden, dass dürfte niemandem unbekannt sein. Immer weniger wird übernommen.Nun bedroht es schon Existenzen und Menschenleben.
Das ist kein Versuch auf die Tränendrüse zu drücken, sondern Realität!
Beweisen wir also hier Solidarität, Sozialkompetenz und Nächstenliebe, indem wir diesen Aufruf weiterverbreiten und den einen oder anderen Euro erübrigen, um einem Menschen sein Leben und einer jungen Frau ihre Mutter zu erhalten. 
 
Bedenkt dabei, bitte, dass jeder von uns irgendwann in die gleichen Situation kommen kann und setzt damit auch ein Zeichen, dass Menschen eben nicht Opfer dieses menschenverachtenden, kapitalistischen Systems sein müssen, sondern fähig sind, sich in gegenseitiger Hingabe unbürokratisch Hilfe leisten können!
Direkte Hilfe ist Direkte Aktion.

Dienstag, 15. März 2011

Und was ist mit den Opfern?

Im Moment bin ich echt sauer.

Da gab es ein Erdbeben der Stufe 9 (!) in Japan inklusiv anschließendem Tsunami, der das, was die eigentlich Eruption noch stehengelassen hatte, dem Erdboden gleich machte und hier bei uns sind nicht etwas die in die zehntausende gehenden Opfer Hauptthema, sondern die Sicherheit unserer AKWs.

Natürlich, der massiven Schaden, den das, selbst für ein erdbedenerprobte Land wie Japan, äußerst heftige Beben an den Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima verursacht hat und die daraus resultierende Bedrohung, sind auch für uns von nicht von der Hand zuweisender Gefahr - man spricht ja schon von einem zweiten Tschernobil - aber mir missfällt der Umgang mit dieser Katastrophe.

Merkel und Co. haben plötzlich nichts besseres zu tun, als, äußerst werbewirksam, die Laufzeitverlängerung alter AKWs auszusetzen und sich plötzlich doch dazu bereit zu erklären, alle vor 1980 erbauten Atomkraftwerke vorläufig vom Netz zu nehmen, so wie sie bei der Machtergreifung Ablösung der Rot-Grünen-Regierung damals nichts eilgeres zu tun hatten, als genau diesen Beschluss wieder zu kippen.
Und die Anti-Atomkraft-Bewegung nutzt gleichermaßen die Gelegenheit, um für ihr Anliegen die Werbetrommel zu rühren.

Leute, jeder, der nur ein wenig Hirn hat, sollte sich doch im klaren sein, dass es sowas wie saubere Energie nicht gibt und dass die Gefahr, die durch atomare Strahlung ausgeht etwas ist, was man auf keinen Fall unterschätzen darf.

Ich persönlich bekomme beim Anblick eines AKWs auch immer eine Gänsehaut, weil ich weiß, dass in einem Störfall oder einem Gau, die Folgen für die Umwelt enorm sein können. Man sieht, hört, schmeckt oder riecht die Strahlung ja nicht. Man merkt es nur, wenn die Leukämiefälle ansteigen, das Zahnfleisch zu bluten beginnt, einem Haare und Zähne ausfallen und man irgendwann seine Innereien auszukotzen beginnt.
Das ist Fakt und über diese Risiken sollte man sich auch vor der Katastrophe in Japan im Klaren gewesen sein.

Andererseits will aber auch keiner ein Kohlekraftwerk oder eine Windparkanlage in seiner Nachbarschaft und nicht jeder hat die Möglichkeit eine Solaranlage zu nutzen. Aber auf Strom können und wollen wir nicht verzichten. Energiesparen ist auch so eine Sache, weil solange etwas beliebig zur Verfügung steht, macht man sich selten Gedanken darüber.
Das alles ist doch nicht neu!

Aber anstatt sich Gedanken zu machen, was diese Naturkatastrophe für die Japaner bedeutet, macht man sich mit einem Male wieder einmal vermehrt einen Kopf darüber, weil...ja, weil Japan und die Millionen unmittelbar Betroffenen so weit weg sind.

Das einzige was wirklich interessiert ist nur, wann der Wind die austretende Strahlung aus den beiden beschädigten Reaktoren von Fukushima zu uns herüber wehen wird.
Aber das Hemd ist den Menschen immer näher als die Hose!

Wen interessiert es schon, dass auf der anderen Seite der Welt Millionen Menschen ohne Trinkwasser, Strom und Gas in den Trümmern ihrer bisherigen Existenz sitzen, etwa eine halbe Million Menschen in Notunterkünften ausharren, weil sie buchstäblich kein Dach mehr über dem Kopf haben und vermutlich noch tausende unter den Trümmern begraben liegen und auf Rettung hoffen. Von den abertausenden Toten ganz zu schweigen. An diese Japaner, die der Strahlung ja nun unmittelbar ausgeliefert sind, denkt, so wie sich das für mich darstellt, wohl kaum einer.

Für all diese Menschen ging die Welt, so wie sie sie kannten mit dem Beben unter!

Aber Europa, speziell Deutschland, bekundet seine Solidarität mit diesen Opfern auf eilig organisierten Anti-Atomkraft-Demonstrationen! Als hülfe es, genau jetzt mit einem "Atomkraft - Nein Danke"-Schild in der Gegend rum zu stehen!

Und die Politiker haben nichts besseres zu tun, als die Gelegenheit für einen vorverlegten Wahlkampf zu nutzen!

Mir wird dabei massiv schlecht und ich kann gerade gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!


PS:
Mir drängt sich gerade ein sehr bösartiger Gedanke auf:
Vielleicht resultiert das anscheinende Desinteresse am Schicksal der unmittelbar Betroffenen auch einfach aus der Tatsache, dass es sich hierbei eben nicht um irgendein sogenanntes "Dritte-Welt-Land" handelt, sondern um eine der führenden Industrienationen der Welt, immerhin Mitglied der G8.
Vielleicht macht es, was Mitgefühl und Anteilnahme betrifft tatsächlich einen Unterschied, ob man sich als guter Samariter zu dem Hilfsbedürftigen herunter beugen und mildtätig lächeln kann, oder ob man sich auf Augenhöhe begegnet?
Oder anders gesagt, vielleicht ist die Hilfsbereitschaft doch abhängig davon, wie wehr- und schutzlos der Hilfsbedürftige unter normalen Bedingungen seinen Helfern gegenübersteht und wie er die Dankbarkeit danach entgelten kann...?
Mir fällt es jedenfalls schwer zu glauben, dass ein Volk, wie die Japaner seinen "Helfern" danach die Füße küssen wird.
Und für ein reines "Dankeschön!", sei es noch so aufrichtig gemeint, hat noch nie eine Nation einer anderen geholfen...


Montag, 7. März 2011

At the rising of Ra

Der Stille lauschen.

Die Zeit, die mein Hund braucht, um den optimalen Platz für sein Geschäft auszupendeln, nutzen um die Kälte zu spüren, die Luft zu schmecken und zu riechen, den Boden unter meinen Füßen zu fühlen, meinen Atem zu sehen, der in der noch nachtkalten Luft kondensiert und dabei zu beobachten, wie das Dunkel der Nacht von dem immer heller werdenden Licht der aufgehenden Sonne verdrängt wird.

Sich all dessen gewahr zu werden und doch nur sein.
Den Augenblick ins Unendliche ausdehnen, bis nichts mehr existiert, weder Raum, noch Zeit, noch der Körper.
Sich verlieren im Jetzt.

Zurückkehren, mir wieder bewusst werden.
Mein Hund steht vor mir und sieht mich erwartungsvoll an.
Wie lange kann ich bloß schätzen, aber normalerweise kann sie sich Stunden mit nur einem Grasbüschel beschäftigen, ohne dass es ihr langweilig wird.
Mittlerweile ist es ganz hell geworden, der rote Streifen im Osten nur noch eine blasse Erinnerung.
Unsere Blicke treffen sich und sie freut sich, als wäre ich Tage weg gewesen.

Vielleicht war ich das.

Ein einsames Auto fährt vorüber.

Wir gehen nach Hause.

Montag, 21. Februar 2011

Wenn ich telefonisch nicht erreichbar bin...



...kann das mehrere Gründe haben:
  1. Ich höre es nicht, weil ich gerade woanders bin. Oder bei Anrufen auf's Handy, ist das nicht mit mir in einem Raum, ich komme gerade nicht dran oder bin in einem wichtigen Gespräch vis-a-vis und habe auf "Lautlos" geschaltet.Oder sonst wo, wo ich nicht telefonieren kann.
  2. Ich habe gerade keine Zeit, sei es, dass ich gerade arbeite, esse oder schlafe (was bei Anrufen nach 23:30 sehr wahrscheinlich ist! Ich bin zwar eigentlich ein Nachtmensch, aber eben auch gelegentlich von den Lebensgewohnheiten der Mehrheit meiner Mitmenschen abhängig. ).
  3. Oder ich mache gerade "in Familie" oder habe Besuch.
  4. Ich habe keine Lust zu reden. Klingt blöd, aber ich habe Zeiten, da kriege ich nicht mehr als das aller Nötigste über die Lippen. Ist so, kann und will ich auch nicht ändern.
  5. Ich möchte gerade nicht gestört werden, außer in Notfällen. (gilt insbesondere für die Zeit nach Mitternacht, auch wenn ich dann noch wach sein sollte.)

Notfälle definiere ich wie folgt:
Irgendein wichtiger Termin verschiebt sich, jemand hatte einen Unfall, muss ins Krankenhaus, ist schwer erkrankt, gestorben oder könnte in nächster Zeit versterben oder braucht sonst wie ganz schnell  Hilfe.  Oder es brennt bei mir zu Hause!
Der Tod eines Hamsters, Wellensittichs oder sonstiger Kleintiere sind nicht als Notfall geltend zu machen. Auch Fragen zum Tageshoroskop, Kartenlegungen, Kaffeesatz oder ähnlichem fallen für mich nicht unter die Kategorie "Notfall".
Sehr wohl gelten Beziehungsprobleme oder akute Anfälle von Herzschmerz als Notfall, es sei denn, sie treten jede Woche mindesten einmal auf.

Wenn man mich nicht erreicht hat:
  1. bei Anrufen auf dem Handy kann man eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen. Dafür ist die da, nicht jedoch dazu, beim Ertönen der Ansage reflexartig aufzulegen. Den AB vom Festnetz vergesse ich meistens anzuschalten. Die meisten Leute haben sowieso meine Handy-Nummer.
  2.  ist es sehr wahrscheinlich, dass ich 5 Minuten später immer noch nicht erreichbar bin. Es nützt dann auch wenig, es im 5-Minuten-Abstand weiter zu versuchen. Wie gesagt, wenn's wichtig ist ---> Mailbox
Im Übrigen
landen Leute, die in der einen oder anderen Form mehrfach auffällig geworden sind, sei es, dass sie ständig unter irgendeinem "wichtigen" Vorwand anrufen und dann nicht zur Sache kommen und nur Smalltalk machen, obwohl ich deutlich gesagt habe, dass ich eigentlich gerade keine Zeit habe, oder aber ständig zu nachtschlafender Zeit anrufen, "nur um mal zu quatschen", ganz schnell auf meiner Ignore-Liste, das heißt, der Kontakt wird von mir bis auf weiteres gesperrt (es lebe die moderne Technik).

Nehmt's bitte nicht persönlich (oder vielleicht doch), aber ich bin weder die Auskunft, noch die Telefonseelsorge. Sondern ein ganz normaler Mensch mit vielen Interessen, einem Job, der von mir jede Menge Selbstdisziplin verlangt, sozialen Kontakten und einer Familie, denen ich auch irgendwie gerecht werden muss. Und dazwischen brauche ich auch ab und zu mal etwas Zeit für mich selbst, zum Lesen, Filme schauen, Musik hören, meditieren, Magick oder einfach nur blöd aus der Wäsche schauen.



Das bedeutet nicht, dass ich für die Nöte meiner Freunde kein offenes Ohr habe. Wenn wirklich was anliegt, dann lasse ich echt alles stehen und liegen!  
Das alles bedeutet auch nicht, dass ich nicht auch gerne mal telefoniere, bis der Hörer, respektive, das Headset glüht. Aber alles zur richtige Zeit mit den passenden Leuten. *g*

Dienstag, 15. Februar 2011

Von Schülern und Meistern

Seit ein paar Monaten erarbeiten eine befreundete Psychologin und ich eine Artikel-Serie, die sich mit dem fast unüberschaubaren und sehr einträglichen Markt der Lebensberatungs-Angebote befasst. Sobald wir veröffentlicht haben (vorausgesetzt wir überleben die umfangreiche Recherche-Arbeit), werde ich eine gekürzte Zusammenfassung auch hier in meinem Blog posten.

Quasi ein Nebenprodukt davon, stellt für mich die Analyse der, in vielen spirituellen Bereichen oft anzutreffenden, Lehrer-Schüler-Konstellation dar.

Zunächst einmal vorab:
Generell ist ein spiritueller Lehrer nichts Negatives, obwohl gerade in der westlichen Welt allein schon die Konnotation des Wortes "Guru" häufig einen sehr abfälligen Beigeschmack hat. Dies mag daran liegen, dass traditionsgemäß im Hinduismus das Lehrer-Schüler-Verhältnis eine für Mitteleuropäer befremdliche Hierachie beinhaltet. Der Schüler wird dort gleichsam Diener seines Gurus und muss sich nach und nach "hocharbeiten", erhält aber im Gegenzug eben die Möglichkkeit von seinem Meister zu lernen. Diese Denkweise ist uns fremd, obwohl es im Berufsleben vielen Auszubildenden mit ihren Meistern und Gesellen heute noch ähnlich ergeht.
Andererseits, wenn man bedenkt, wie wenig Respekt Schüler ihren Lehrern - und nichts anderes sind im Kern eben Gurus und Lamas - an unseren Schulen noch entgegenbringen, und sei es auch nur, zu honorieren, dass jene sich noch die Mühe machen, trotz ostentativ geäußertem Desinteresse, Lernstoff zu vermitteln, verwundert mich diese Einstellung eben nicht allzu sehr.

Es kann ohne Frage sehr nützlich sein, von einem auf seinem Gebiet Geübteren Hilfestellung und Anleitung zu erfahren oder einfach auch nur jemand zu haben, an den man sich mit auftauchenden Fragen wenden kann. So kann eine Konstellation zwischen Ratsuchedem und Ratgebenden von großem Nutzen sein.
Im Vajrayana, dem bei uns profan als Tibetanischen Buddhismus bezeichneten, Diamantenen Fahrzeug (nicht zu verwechseln mit dem von Ole Nydahl für die westliche Welt begründeten und propagierten Diamantwegs-Buddhismus. Das ist eine ganz andere Baustelle!) ist der Lama zentraler Dreh und Angelpunkt.
Auch viele andere östliche Richtungen, wie dem im Vedanta verbreiteten System des Satsang, bevorzugen das Modell zwischen Lehrer (Meister, Guru) und Schüler.

Aber egal in welchem System, der Sinn dieser Modelle ist es, den Schüler durch das Reflektieren der Unterweisungen und der Vermittlung eventuell notwendiger Lehren durch den Lehrer zu eigenen tiefgehenden Erkenntnissen und zur persönlichen Erleuchtung, sprich des Erwachens des höchst eigenen Potentials zu führen. Hinzu kommt häufig die Vermittlung bestimmter Techniken und Kenntnisse durch den Meister, die dem Schüler auf diesem Wege dienlich sein können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Keinesfalls sollte eine solche Beziehung jedoch dazu dienen, dass sich der Schüler quasi an die Energie des Meisters "andockt", wie, zum Beispiel, ein Säugling an sein Muttertier oder meinetwegen ein Client an einen Server.

Für die Beantwortung der Frage, ob dieses Modell für beide Seite von Vorteil ist, kommt es einerseits auf die Qualität und den Charakter des Meisters an, in besonderem Maße in Bezug auf seine Motivation, andererseits auch auf den Charakter und die Bedürfnisse des Schülers. Ein guter Lehrer ist da für seinen Schüler, bietet ihm Hilfestellung, lässt ihm aber auch so viel Freiheit, damit er zu eigener Erkenntnis gelangt und nicht Gefahr läuft, die seines Lehrers schlicht zu übernehmen. Sollte dies der Fall sein, oder bemerkt er, dass es eben zu einem oben beschreibenden Andocken seitens des Schülers kommt, wird sich ein guter Meister sofort distanzieren und das zu enge Verhältnis wieder auflösen.

Immerhin gibt es Menschen, die sich nur zu gern ihrer Eigenverantwortung entledigen und in Abhängigkeit begeben und dazu neigen, Erklärungen unreflektiert zu übernehmen, nur weil sie eben von einem Meister stammen. Diese sind es dann auch, welche doch recht verblüfft reagieren, wenn der Lehrer ihnen nicht jeden Schritt vorgibt. Oft fühlen sie sich dann allein gelassen, zurückgestoßen oder vernachlässigt und wenden sich häufig enttäuscht von ihrem Lama, spirituellen Mentor oder Guru ab und werden sich eben einen Lehrer suchen, dem diese bedingungslose Abhängigkeit genehm ist. Dies hat jedoch den fatalen Effekt, dass solche Schüler unreife Meister "erschaffen", also Lehrer, die eigentlich aufgrund des Grades ihres eigenen Erkenntnisweges gar nicht in der Lage sind, Schüler zu unterweisen und somit auch den Ehrentitel Meister, Guru oder Lama zu Unrecht tragen.

Und auch diese Art von Lehrern, Gurus, Meister gibt es. Ihnen geht es weniger darum, den Schüler auf den eigenen Weg zu bringen, als vielmehr ihren Weg als allein richtig zu vermitteln und den Schüler dazu zu bewegen, diesen zu übernehmen. Und das kann auch innerhalb eines bestimmten Systems zu nicht unerheblichen Problemen für den Schüler führen.
Der Schüler darf nämlich nie dazu dienen, das Ego des Meisters zu befriedigen. Ein Meister der auf diese Art handelt, offenbart lediglich, dass es ihm an der nötigen Reife und somit an der Befähigung zum Lehren mangelt. Hinzu kommt, dass diese Lehrer auch selten bereit sind, den Schüler aus dem Verhältnis der Abhängigkeit wieder zu entlassen. Dies jedoch ist unerlässlich, wenn man bedenkt, dass Sinn und Zweck sein sollte, den Schüler ebenfalls zur "Meisterschaft" zu verhelfen.

Aber noch eine andere Gefahr lauert. Selbst wahre Meister bleiben ja Menschen und durch eine zu große Nähe zu einem Schüler, insbesondere, wenn dieser dazu neigt, den Lehrer "anzubeten" besteht die Möglichkeit, dass dieser dann die Bodenhaftung verliert und im wahrsten Sinne des Wortes einen Höhenrausch bekommt.

Etwas skeptisch stehe ich auch dem Umstand gegenüber, wenn ein Lehrer, Lama oder Guru sehr viele Schüler um sich sammelt.
Natürlich gibt es hervorragende Meister ihres Faches, bei denen es, wenn sich die Möglichkeit eröffnet, sie einmal live und in Farbe erleben und vor allem hören zu dürfen, lohnt, einen längeren Weg in Kauf zu nehmen und dann ist es auch kaum verwunderlich, wenn sich dort dann sehr viele Menschen einfinden um dieses Erlebnis zu teilen.

Jedoch, mit einem wesentlich intimeren Lehrer-Schüler-Verhältnis ist das nicht zu verwechseln. Wie soll das auch bewerkstelligt werden, wenn der Meister nach einer solchen Veranstaltung gerade mal einen kurzen Augenblick Zeit für seine Schüler erübrigen kann, wenn überhaupt?

So darf die bloße Quantität der Schülerschaft nicht als Maßstab für die Qualität eines Lehrers gelten. Ein spiritueller Ratgeber ist kein Popstar, der danach bewertet wird, ob er Hallen zu füllen vermag und Schüler können sich nicht ernsthaft damit zufrieden geben, wenn er sich nachher kurz Zeit nimmt, „Autogramme“ zu geben oder Hände zu schütteln.

Ehrlich gesagt, verstehe ich die Leute nicht, die in einem solchen Fall ernsthaft von „ihrem“ Lehrer, Lama, Guru oder sonst etwas sprechen.
Es kann doch nicht befriedigend sein, wenn man seinen Lehrer nur mit Hilfe eines Opernglases auf einer, vom eigenen Sitzplatz, weit eintfernten Bühne ausmachen zu können und ansonsten lediglich auf die von "ihrem" Lehrer verfasste Literatur zurückgreifen können.
Ich selbst besitze auch eine nicht unerhebliche Menge an Büchern von auf ihrem Gebiet durchaus überragenden Persönlichkeiten und nutze sie gern als Impulsgeber und Inspiration, aber ich käme nie auf die Idee, die Autoren als meine Lehrer zu bezeichnen, eben weil der persönliche Aspekt dabei völlig fehlt.

Aber um noch einmal auf den Aspekt der sich in Abhängigkeit zu einem Meister begebende Schüler zurück zu kommen, die dann dazu führt, dass der Lehrer das Verhältnis notgedrungen wieder normalisieren oder gar beenden muss.
Wenn man bedenkt, wie traumatisch dies teilweise für den Hilfesuchenden, der über die Disposition verfügt, sich eben an jemanden so sehr zu klammern, dass er dafür bereit ist, sich selbst völlig aufzugeben, erklärt das auch zum Teil so manches böses Nachspiel für den jeweiligen Lehrer, Meister, Guru oder sogar für die gesamte Gruppierung oder Richtung, der er angehört.
Für einen unreifen Schüler, unreif in dem Sinne, dass er dem kindlichen Bedürfnis nach einer führenden Hand noch nicht ent-wachsen ist, kann so eine "Zurückweisung" derart verletzend sein, dass sich dies in regelrechtem Hass auf den früher so verehrten "Vater" manifestiert.

Mir persönlich fallen eine Reihe von bekannten Beispielen ein, wo Schüler zum Teil namhafter spiritueller Lehrer in einen Rausch fast inzestiöser Hörigkeit zu ihrem Meister gerieten, aus dem sie nur mit größter Anstrengung wieder "entkamen" und sie hernach die Schuld lediglich beim Gegenüber suchten.
Gut möglich, dass sie auf besagte unreife Lehrer, oder gar Scharlatane, hereinfielen, deren Ziel eben die bedingungslose Abhängigmachung des Schülers war, aber eben so wahrscheinlich ist es, dass sie eben Opfer ihrer falschen Erwartungen in den Lehrer wurden und nicht verstanden, dass dieser lediglich das spiegelte, was sie seiner Meinung nach ihrerseits ausstrahlten, in der Hoffnung, sie würden daraus für sich wichtige Lehren ziehen.

In keinem noch so harmonischen Lehrverhältnis geht es eben ohne eine gewisse kritische Distanz zum Lehrer, Lama, Guru, seinen Aussagen und Lehren.

Bei aller Reife und Grad auf dem Weg zur Erleuchtung oder meinetwegen Wahrheit, sie bleiben Menschen und diese sind nicht nur individuell äußerst verschieden, sondern eben auch fehlbar. Das kann man nicht genug betonen!

Vorsicht ist meines Erachtens geboten, wenn jemand nur noch zu jedem Thema die Aussagen seines Lamas oder Meisters zum besten gibt und ihm nach dem Munde redet, zum Teil ohne sich dessen bewusst zu sein und teilweise sogar darüber die eigene Erfahrung und Erkenntnis vernachlässigt oder - viel schlimmer - sie für seine eigene Meinung hält.
"Mein Lehrer sagt dazu...." - "Mein Lama hat das so und so formuliert..." - "Mein Meister macht das aber ganz anders."
Bei solchen und ähnlichen Formulierungen in jedem zweiten Satz, muss ich mich immer stark bezähmen um den Gegenüber nicht durch zu schütteln und zu schreien: "Und was sagst DU dazu?"

Ganz zu schweigen davon, wie ermüdend es werden kann, wenn der Gesprächspartner ständig davon berichtet, was für eine tolle Nummer sein Meister doch ist, von wem er gelernt hat, was er alles so kann - levitieren, mit Toten reden, sterben und nach drei Tagen wieder auferstehen, mit Buddha Gautama persönlich Tee trinken, etc. pp.
Mag ja alles sein, aber deshalb wird aus dem Schüler nicht automatisch auch ein Superheld.
So wenig ein Schüler dazu dienen darf, das Ego des Meisters zu befriedigen, so wenig ist es Aufgabe eines Meister durch seine bloße Reputation das Ego des Schülers zu stärken.

Ähnlich sieht es aus, wenn ein Lehrer oder Guru zu viel redet und sich in weitschweifigen Monologen über seine Erfahrungen und Fähigkeiten ergeht und sich dadurch, meines Erachtens, Gehör zu verschaffen sucht.

Möglicherweise bin ich ja auf dem Holzweg, aber nach meiner persönlichen Erfahrung werden Menschen, im gleichen Maß, in dem sie auf ihrem (spirituellen) Weg bereits fortgeschritten sind, immer ruhiger, zurückhaltender und gelassener. Erstaunlicherweise scheinen sie sich selbst auch wesentlich weniger wichtig und ernst zu nehmen, als es ihnen, nach Meinung einiger Mitmenschen, eigentlich gebürt.

Tritt man dann mit einer Frage an sie heran, texten sie einen nicht zu, sondern antworten entweder sehr knapp und präzise oder aber, mit einer Gegenfrage, deren Beantwortung meist schon die Antwort auf die gestellte Frage beinhaltet.

Das mag auf Menschen, die auf eine möglichst einfache Antwort drängen, frustrierend wirken, aber es dient auch dazu, dass man, auch und gerade innerhalb eines engen Lehrer-Schüler-Verhältnisses, nicht verlernt, selbstständig und eigenverantwortlich zu denken.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Wenn die Angst vor Terror zum ERROR führt...

Ich wollte ja eigentlich längst im Bett sein, aber dann erinnerte ich mich wieder daran, dass vorgestern eine Meldung bei der Chaos Inc. (also meinen Kindern und mir) einschlug wie eine Bombe.

Fluggäste sollen in Risikogruppen eingeteilt werden

"Deutsche Flughäfen schlagen vor, Reisende nach ihrer ethnischen Herkunft zu kontrollieren. Israel versucht bereits, so Terroranschlägen vorzubeugen."
Quelle: Die Zeit-Online

Ich zitiere aus dem Artikel:
"Die deutschen Flughäfen schlagen im Anti-Terror-Kampf ein "Profiling" nach israelischem Vorbild vor. Auf israelischen Flughäfen werden Passagiere in "Risikogruppen" unterteilt und unterschiedlich streng kontrolliert. Die Kriterien sind ethnische Herkunft, Religion, Alter und Lebenssituation des Passagiers. Offenbar sind auch Reiseroute, die Zahlungsweise, und der Ort, an dem das Ticket gekauft wurde, relevant.
"Auf diese Weise können die Kontrollsysteme zum Wohle aller Beteiligten effektiver eingesetzt werden", sagte der designierte Präsident des Deutschen Flughafenverbandes (ADV), Christoph Blume, der Rheinischen Post. "

Bei allem Verständnis für Sicherheit, aber das ist Rassismus und Diskriminierung erster Güte, mit keinem Argument zu rechtfertigen, sondern verstößt nicht nur gegen Art. 3, Abs. 3 unseres Grundgesetzes, sondern auch gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN.

Mittlerweile ruderte Blume zwar wieder zurück, und nennt es nun, nur noch "eine von vielen Möglichkeiten" zum Schutz vor Terror, aber allein, dass man schon auf so eine Idee kommt, ist dermaßen von abwegig, dass ich mir einen Kommentar nicht verkneifen kann.

Wie darf ich mir das überhaupt vorstellen?
Müsste man dann direkt beim Betreten eines Flughafens den Pass vorzeigen, oder würden die dann mit der Leibesvisitation und dem Filzen des gesamten Gepäcks, inklusive Peinlicher Befragung des Reisenden bis zum Check in warten?
Überhaupt, wie sollte man aus einem Passport etwas über die Religion oder die Lebenssituation in Erfahrung bringen?
Es liefe also zuerst einmal auf den bloßen Augenschein heraus. Ähm, ja, nur mal so als Gedankenstütze, es gibt auch Deutsche, die so aussehen.

Allerdings soll es ja  auch Menschen geben, die "verdächtig" aussehen und "verdächtigen" Nationen angehören, aber keiner "verdächtigen" Religion angehören, Aleviten oder Kopten zum Beispiel.
Und selbst, wenn alles passt, heißt dass noch lange nicht, dass man ein potentieller Terrorist ist. Millionen Leute verreisen tagtäglich mit dem Flugzeug in aller Herren Länder.Und sicher sind da auch ein paar hunderttausende Moslems drunter, denn darum dreht sich die ganze Sache doch.

Andersherum gibt es auch eine Menge deutscher Konvertiten, Marke Pierre Vogel, denen man es nie im Leben ansehen würde, dass sie 'ne Schraube locker haben.

Man kann weder an Äußerlichkeiten, noch an irgendwelchen Risiko-Markern feststellen, ob da einer was im Schilde führt oder nicht. Es gibt schlicht keine Kontrolle des Unkontrollierbaren. 
Wann hören endlich diese bescheuerten Pauschalisierungen und Vorverurteilungen auf?

Ansonsten könnte man ja bald wirklich eine öffentliche Kennzeichnungspflicht für diese Risikogruppe einführen. Diesmal eben den Roten Halbmond, statt des Gelben Sterns.

Israel als Beispiel ist ja wohl der reinste Hohn. Jeder müsste mittlerweile wissen, wie die mit ihrer "ethnischen" Problemgruppe, sprich Palästinensern, umgehen, Die haben nämlich bei den Besten gelernt.
Und nein, das ist nicht antisemitisch von mir, sondern realistisch, etwas, dass in diesem Lande so langsam aber sicher flöten geht.
Dass England die Idee ebenfalls aufgreift, wundert mich übrigens überhaupt nicht. Ich weiß noch, wie die mit ihren irischen "Gastarbeitern" in den siebziger Jahren umgegangen sind, als die IRA noch richtig aktiv war. Hat das Verhältnis zu einander ungemein gestärkt, muss man sagen.



Man kann echt kaum noch so viel essen, wie man kotzen möchte...


Weiter Links:

Radio Hamburg: Profiling am Flughafen?

Dienstag, 28. Dezember 2010

Der Mythos "unpolitisch" - Der K(r)ampf mit der Distanzierung

Inspiriert von dem gleichnamigen Beitrag auch NPD-BLOG.INFO, in dem es darum geht, dass "Kamerad" Marcus Winter mal wieder einen Event geplant hat, möchte ich einmal kurz meine Gedanken zu dem Thema "Distanzierung" in Worte fassen.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn mir jemand im Verlauf einer Konversation mit dem Spruch vom "unpolitisch" kommt, dann werde ich immer hellhörig. Klar, Ausssagen, Ansichten, Religionen, Musik, Kunst im allgemeinen, können durchaus unpolitisch sein, in dem Sinne, dass man bewusst keine politische Botschaft damit transportieren möchte.

(Natürlich spielt auch immer die politische Einstellung des Urhebers mit hinein, auch wenn er sich dessen nicht bewusst ist, weil es eben Teil seines Wertekanons darstellt, bzw. gilt dasselbe für den Konsumenten, der eben als subjektiver Betrachter, Zuhörer etc., die Deutungshoheit inne hat. Auch Menschen, die sich überhaupt nicht für Politik interessieren (soll es ja geben) verfügen trotzdem über eine durchaus politisch zu interpretierende Meinung. ) 

Dann bedarf es aber meiner Meinung nach nicht noch dieses expliziten Hinweises.

Ich habe durchaus auch Ansichten, die nicht der gängigen Auffassung von Political Correctness entsprechen. Ich lasse mir eben nicht gerne vorschreiben, was ich sagen oder gar denken darf und unterwerfe mich nicht irgendeiner, wie auch immer gearteten, Öffentlichen Meinung.

Auch ich sortiere nicht wirklich streng Musik nach "mit gutem Gewissen hörbar" und "uh,uh, böse Nazimucke". Es gibt da Stücke, die gefallen mir aufgrund des Arrangements oder auch der Texte, obwohl deren Urheber durchaus rechts eingestuft werden können. Gute Musik bleibt trotzdem für mich gute Musik.
Ich habe z.B. auch die Schriften Evolas gelesen und kann über seine Theorie sachlich diskutieren. Einige seiner Aussage finde ich zumindest nicht verkehrt. Trotzdem trennen mich und ihn, was Wertvorstellungen und politische Einstellung betrifft, Welten!
Theosophie finde ich interessant, auch wenn ich weiß, dass sie sehr schnell in Ariosophie umschlagen kann.
Was Nietzsche in seinem "Ecce Homo" über die Emanzipation schreibt,  kann ich, als Frau, nur aus vollstem Herzen bejahen, auch wenn ich damit riskiere, von "emanzipierten" Frauen geteert, gefedert und nachher gesteinigt und verbrannt zu werden. Ganz besonders von einigen "Heidinnen"...
Ich hasse das Binnen-I...

Zu alldem bedarf es von mir keinerlei Distanzierung. Das ist einfach so. Wie gesagt, die Interpretation der Inhalte liegt ja bei mir und wer sich die Mühe macht, meine Ansichten und mein Handeln in ihrer Gesamtheit zu betrachten, wird schnell merken, wie ich ticke.

Ich vertrete mittlerweile die Meinung, je mehr man sich distanziert, desto verdächtiger macht man sich.
Die Frage, die man sich stellen sollte, muss doch lauten: Wie "unverfänglich" ist die dargestellte Auffassung denn wirklich gemeint, wenn direkt im nächsten Augenblick gleich eine Abgrenzung zu ähnlichen, jedoch  "fragwürdigem" Inhalten getätigt wird?
Welche Leiche im Keller soll denn da verborgen bleiben?

Ich kann ja nichts für das Kopfkino meiner Mitmenschen, allerdings sagen mir gewisse gedanklichen Verknüpfungen meist mehr über deren Innenleben, als mir lieb ist.

Wer in einen "heidnischen" Menschen einen "Satanisten" sehen will, der wird einen sehen.
Wer jeden Christen oder Muslim als Feind der Freiheit einstufen will, wird fündig werden.
Wer in seinem Gegenüber einen Spinner sehen will, wird ihn vor sich haben und wer einen Asatru oder auch Okkultisten als einen "ewig gestrigen Nazi" abtuen möchte, wird so lange wühlen, bis er die Beweise gefunden hat.

Das darf aber nicht dazu führen, dass man sich rechtfertigt, bevor man überhaupt angeklagt wird.
Und selbst dann finde ich es noch besser, ruhigen Gewissens (soweit vorhanden) auf den Vorwurf mit einem Achselzucken und einem "Du hast Recht und ich hab' meine Ruhe!" zu antworten, als stunden- oder seitenlang an einer Plädoyer zu seiner Verteidigung zu feilen, und auf Absolution zu hoffen, obwohl offensichtlich ist, dass die Beschuldigung an den Haaren herbeigezogen wurde oder einfach auf pure Ignoranz zurückzuführen ist  ...wie arm ist das denn?


Und zu guter Letzt auch ein paar Worte an die politisch korrekte Gegenseite:
Wer ständig, wegen jedem Mist "Wölfe, Wölfe!" schreit, der muss sich nicht mehr wundern, wenn niemand mehr auf ihn hört, wenn dann tatsächlich einmal Wölfe auftauchen.
Ganz davon zu schweigen, dass diese "Wölfe" dann gerne übersehen werden, weil man zu sehr damit beschäftigt ist, jedem zahmem "Haushund" bösartige Absichten zu unterstellen

Dienstag, 21. Dezember 2010

Merry Winter Solstice!

I wish everyone everywhere a blessed winter solstice, Yule, Christmas, or whatever you have to celebrate this days!



"Abrogate are all rituals, all ordeals, all words and signs. Ra-Hoor-Khuit hath taken his seat in the East at the Equinox of the Gods; and let Asar be with Isa, who also are one. But they are not of me. Let Asar be the adorant, Isa the sufferer; Hoor in his secret name and splendour is the Lord initiating."AL I - 49

Dienstag, 23. November 2010

Quo vadis, Deutschland?

Jetzt, wo der Terror Deutschland ja anscheinend fest im Griff hat, wo an jedem größeren Bahnhof sowie an anderen stark frequentierten Orten, schwer bewaffnete Ordnungshüter postiert sind (meine Tochter wusste heute ganz aktuell zu berichten, was es für ein Gefühl ist, aus der S-Bahn direkt in einen Robocop mit schusssicherer Weste und Maschinenpistole zu laufen) und man zur Gefahrenabwehr und aus Ermittlungsgründen wieder ernsthaft Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner in Betracht zieht und der eine oder andere CDU-Innenminister wieder mal die Gelegenheit nutzt, Bundeswehreinsätze im Inneren durchzudrücken, was fehlt da noch?


Genau, die Einschränkung der Pressefreiheit!



Die Frage, die sich aufdrängt, wäre, wem nun der aktuelle Terroralarm am meisten nutzt?
Cui bono?


So langsam sollte auch der verpennteste Phlegmatiker merken, wo der Weg hinführt...



"Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäusserung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten."
Artikel 19 - Meinungs- und Informationsfreiheit - Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948

Mittwoch, 17. November 2010

Aufruf gegen Generalverdacht und Bekenntniszwang !

Wie ich bereits in den vorangegangenen Beiträgen, eigentlich viel zu kurz, berichtete, will Bundesfamilien-Ministerin Kristina Schröder im Rahmen ihrer Gesamt-"Extremismus"-Prävention eine Gleichstellung von Rechtsextremismus und Linksextremismus (und natürlich Islamismus) forcieren.

Darüber, wie die Bundesregierung Linksextremismus zu definieren gedenkt, gibt die Antwort auf die im Juni eingereichte Kleine Anfrage einer Mitglieder der Opposition hinreichend Auskunft.
Zur reinen Definition habe ich ja bereits hier aus der Antwort zitiert.

Ich möchte deshalb, heute nur noch kurz die Antworrt auf die Frage 3
"Durch welche spezifischen Einstellungsmuster sind Personen gekenn-
 zeichnet, die nach Auffassung der Bundesregierung als linksextrem einzu-
 stufen sind?"
zitieren:
"Ein bedeutsamer Unterschied zu rechtsextremistischen Ideologien besteht darin,
 dass linksextremistische Einstellungen häufig in scheinbarem Gleichklang mit
 politischen und sozialen Gleichheitsidealen vertreten werden.
 Gemäß einschlägiger sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse gibt es auch ge-
 meinsame Strukturmerkmale. Auch linksextremistische Einstellungsmuster und
 Ideologiekonstrukte sind im Wesentlichen charakterisiert durch einen exklu-
 siven Erkenntnisanspruch, einen dogmatischen Absolutheitsanspruch, ein es-
 sentialistisches Deutungsmonopol, holistische Steuerungsabsichten, ein deter-
 ministisches Geschichtsbild, eine identitäre Gesellschaftskonzeption, ein dualis-
 tischer Rigorismus und fundamentale Verwerfungen. Es lassen sich zudem anti-
 demokratische und antipluralistische Orientierungen, Freund-Feind-Denken
 und Verschwörungstheorien als kennzeichnend für solche Einstellungen benen-
 nen. Der demokratische Verfassungsstaat, seine Werte und Spielregeln werden
 abgelehnt. Hinzu kommt teilweise auch die Bereitschaft, die eigenen politischen
 Überzeugungen mit Gewalt durchzusetzen."


Wozu dieser, von Frau Kristina Schröder initiierte Kampf gegen "Extremismus" nun in der Praxis führt, konnte man am Dienstag letzter Woche bei der Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie erkennen. Das für den Hauptpreis vorgesehene AKuBiZ e.V. Pirna schlug den mit 10000 Euro dotierten Preis aus, da alle nominierten Projekte vorab eine "Anti-Extremismus-Erklärung" unterzeichnen, oder wie es von offizieller Seite formuliert wird, sich zur „Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland“ bekennen und das nicht nur für sich selbst, sondern für alle bei ihnen eingebundene Gruppen und Vereinigungen. (Schriftliche Stellungnahme, sowie die zu unterzeichnende Erklärung findet man hier )
Den Protest und die umfangreichen Solidaitätbezeugungen vieler Gruppen, Politiker und Einzelpersonen zur Entscheidung des Preisträgers, schmetterte Frau Kristina Schröder mit der lapidaren Aussage:
"Wer damit schon ein Problem hat, der demaskiert sich selbst"
ab.


Nun zum Kern:

Ich möchte allen, die sich gegen diese Praxis des Generalverdachtes und des Bekenntniszwangs durch die Extremismus-Klausel, welche sich nun zunehmend gerade gegen Gruppen und Initiativen wendet, die Extremismus bekämpfen und Demokratie stärken wollen,  und die daraus sprechende Haltung der Bundesregierung, ebenfalls aussprechen, die Erklärung
Wer sich gegen Rechtsextremismus engagiert, macht sich verdächtig! Aufruf gegen Generalverdacht und Bekenntniszwang wärmstens ans Herz legen.

Hierzu möchte ich kurz aus der Erklärung dort zitieren:
"Die Forderung, die eigene demokratische Haltung ausdrücklich nachzuweisen, erscheint nur vor dem Hintergrund eines entgegenstehenden Generalverdachts sinnvoll, den es dann im Einzelfall zu widerlegen gilt. Es ist aber nicht hinnehmbar, dass ein staatlicher Generalverdacht gegen alle etabliert wird, die sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus engagieren. Denn damit wird jedes Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus politisch verdächtig gemacht. Projekten und Initiativen wird zugemutet, sich selbst, ihre Mitarbeiter/innen und Kooperationspartner antidemokratischer Tendenzen zu verdächtigen und entsprechend zu überwachen.
Staatlich verordnetes Misstrauen gegenüber den Bürger/innen ist aber mit einer demokratischen politischen Kultur nicht vereinbar, sondern ein Merkmal autoritärer Regime. Eigentlich sollten nach dem Ende der Nazi-Herrschaft und des DDR-Regimes die Zeiten vorbei sein, in denen sich selbstbewusste engagierte Bürgerinnen und Bürger verdächtig machen. "


Ich denke, das Anliegen ist gerade zu existenziell für den Erhalt einer freiheitlich-demokratischen Atmosphäre hier bei uns.

Es wäre wirklich wichtig, hier ein Zeichen zu setzen!


Quellen und weiterführende Links zu dem Thema:

Stellungsnahme:"Folgenreiche Realitätsverleugnung: Das neue Extremismusbekämpfungsprogramm der Bundesregierung"

netz-gegen-nazis: "10 Professoren: Bundesregierung betreibt mit Extremismusbekämpfung "Realitätsverleugnung"

NPD-BLOG.INFO: Wer sich gegen Rechtsextremismus engagiert, macht sich verdächtig!

L-IZ: Sächsischer Generalverdacht: Wissenschaftler, Initiativen und Politiker erklären sich gegen "Anti-Extremismus-Erklärung"


Störungsmelder:Zivilgesellschaft und Wissenschaft protestieren gegen Extremismusklausel von Kristina Schröder

taz.de: Rebellion gegen Kristina Schröder

Jungle World: »Man muss die Konkurrenz der Neonazis stärken, die Gegenseite«

und viele weitere. Google hilft!

Sonntag, 14. November 2010

Ohne Worte...

"Argumente können andere Menschen von der Richtigkeit oder Falschheit einer Behauptung überzeugen. Sie sind ein wesentliches Mittel im Bereich der Wissenschaft, der Kritik, der Diskussion und des Dialoges."
Quelle: Wikipedia Stichwort: Argument

Kompetenz (v. lat. competere - zusammentreffen) bezeichnet die Fähigkeit (psychologisch) oder die Zuständigkeit (juristisch) eines Menschen, bestimmte Aufgaben selbständig durchzuführen.

Synonyme:
Fachwissen, Autorität, Verantwortlichkeit, Zuständigkeit, Befugnis












Das war ein kurzer Auschnitt aus "Maybrit Illner - Die Rückkehr der Atom-Krieger?" vom 11.11.2010. Die ganze Sendung kann man sich hier noch mal ansehen. (obiger Ausschnitt im Zusammenhang ab etwa 19:20 Minuten)

(Danke, Frank!)

Samstag, 13. November 2010

"Tell me, do you like music?"

Ich habe echt überlegt, was ich zu den Ereignissen,allein in den letzten Wochen, in der Welt und insbesondere hier bei uns in Deutschland schreiben soll.
Wer nicht weiß wovon ich rede, werfe einen Blick in die Tagespresse, sehe und höre mit offenen Augen und Ohren die Nachrichten oder schaue mal bei Fefe rein oder führe sich Efkas Blog zu Gemüte, insbesondere in letzter Zeit über Ereignisse S21 und Gorleben betreffend.
Von Afghanistan, Irak, Freiherren und ihren, obschon tief dekolletierten, nichtsdestotrotz aber doch streng auf Moral und Anstand wachenden Gattinnen ganz zu schweigen. 

Aber auch bei NPD-BLOG.Info wird man in letzter Zeit immer öfters fündig, seit die Bundesregierung auch dem "Linksextremismus" den Kampf angesagt hat, wobei, mangels vernünftiger Definition, auch schon einmal renommierte Vorzeigeprojekte unter Generalverdacht gestellt werden. Besonders die neue Bundesfamilienministerin Kristina Schröder tut sich dabei, ganz in der Tradition ihrer Vorgängerin von der Leyen, dadurch hervor, durch blinden blinden Aktionismus ihre schreiende Inkompetz zu kaschieren.

Tja, was macht es auch schon, wenn sie mal eben zur Finanzierung ihrer Prävention gegen Extremismus so unsinnigen Projekten,  wie eben für die Integration benachteiligter Jugendlicher die Mittel kürzt oder ganz streicht.
Und das, obwohl die Gefahr für die Demokratie nachweislich ganz woanders zu suchen wäre. Wenn die Politik versagt, passiert es eben leicht, dass der Bürger die Schuld beim System, in dem Fall der Demokratie, sucht...oder aber zumindest meint, dieses System wäre dadurch in Gefahr und sich auf den Artikel 20 Abs. 4 GG besinnt.
Da würde dann auch die Sache mit dem Generalverdacht wieder Sinn machen...

Nun, und da mir zu all dem zwar eine Menge einfallen würde, was ich  schreiben könnte, aber Worte bisweilen nur einen Teil dessen enthüllen, was man eigentlich sagen will, Musik:


Noch ein Zitat aus dem Film, auch wenn ich bei dem Finale von Tchaikovsky Overture 1812 eigentlich eher an das Comic von Alan Moore denken muss (zu dem der Film eigentlich nur eine unbefriedigende Umsetzung darstellt):

"Who was he?"
"He was Edmond Dantès, and he was my father, and my mother, my brother, my friend. He was you, and me. He was all of us."


Und noch ein Zitat zum Abschluss:
"Where the people fear the government you have tyranny. Where the government fears the people you have liberty."
John Basil Barnhill

Denkt mal darüber nach...

Freitag, 12. November 2010

Mal etwas rumgeschraubt

Ich habe jetzt mal meinem Blog mit Hilfe der neuen Möglichkeiten von Blogspot ein neues Design verpasst.

Nicht, daß mir mein altes, welches ich in liebevoller Handarbeit mit dem Munde geklöppelt hatte, nicht mehr mochte, allerdings wollte es partout nicht mit einigen neuen Gadgets zusammenarbeiten und ich hatte ehrlich gesagt nicht den Nerv, da wieder händisch tätig zu werden, allein schon weil der impletierte HTML-Editor hier eine mittlere Katastrophe ist: Suchfunktion, Zeilennummerierung und die Möglichkeit Zeilen farbig zu kennzeichnen, sucht man da nämlich vergebens.
Und jedes Mal runterladen, in Notepad ++ öffnen, anpassen, abspeichern und dann wieder hochladen, und das für jede kleine Änderung, ist auch nicht immer lustig.

Na gut, was meckere ich, mich zwingt ja keiner dazu meinen Blog hier zu führen.War ja meine eigene freie Entscheidung.

Bis auf einige Kleinigkeit, die mir noch nicht so gefallen, finde ich das Ergebnis vom optischen her schon ganz gelungen. Ich mag  warme Naturtöne und dunkle Templates und mit der Lesbarkeit geht das wohl so auch in Ordnung.

Jetzt gibt es unter jedem Beitrag auch die Share-It-Button und wenn ihr die Beiträge einzeln anseht (also wenn ihr oben auf den jeweiligen Titel klickt), oder alternativ auf Kommentare klickt, erscheint auch der "Gefällt mir"-Button von Facebook. 

Ich würde mich über ein wenig Feedback zum neuen Layout und den neuen Gadgets freuen.