"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


Freitag, 17. April 2009

Selbsterkenntnis - Ich hör' mal auf mich!

Nachdem ich jetzt relativ lange schachmatt gesetzt war, habe ich zur Zeit wieder das Gefühl zu brennen. Sehr viele Artikel liegen noch auf Eis, die ausgearbeitet werden müssen, hinzu kommen jede Menge neue Projekte und Baustellen, die sich mir quasi aufdrängen, sodass ich gar nicht genau weiß, wo ich überhaupt anfangen soll, wie ich das Knäuel entwirren kann, um es zu einer ordentlichen Rolle aufwickeln, um logisch und strukturiert, und damit Körper und Psyche schonenden, mit der Abarbeitung zu beginnen.

Manchmal, wenn ich dieses Gefühl habe, möchte ich mich am liebsten multiplizieren können oder, besser noch, die Zeit anhalten.

Wenn es mir früher, also vor noch gar nicht so langer Zeit, so ging, bin ich immer an meine Grenzen und auch gern darüber hinausgegangen. Unerledigtes nervt mich nämlich immer ungemein, verfolgt mich und lässt mich teilweise nicht zur Ruhe kommen.

Allerdings muss ich zugeben, dass nach solchen arbeitsintensiven Exzessen mit fortschreitendem Alter die nachfolgende, dringend benötigte, Regenerationszeit bei mir immer länger wird.

Hat mich zwar nie großartig gekratzt, dass ich mich dann immer wie durchgekaut und ausgespuckt gefühlt habe, aber mittlerweile bin ich nicht mehr bereit, den Preis zu zahlen.

Delegieren musste ich auch erst über die Jahre mühsam lernen, weil ich die Tendenz habe, alles lieber gleich selbst in die Hand zu nehmen, statt mich mit dem Tempo anderer zu arrangieren (Danke, Papa!)
Allerdings kann man nur im Job delegieren und nicht, wenn man (nebenbei noch) als Ein-Mann/Frau-Kampfgeschwader unterwegs ist.

Opfer müssen gebracht werden?
Habe ich einmal gedacht.
Ist aber nicht so.

Vielmehr bringen Opfer gar nichts.
Ich werde auch nicht schneller fertig, dafür bin ich nachher aber dann fertig, und der Leerlauf, in dem ich mich danach wiederfinde, führt dazu, dass sich wieder eine Menge Unerledigtes ansammelt, und das ganze Drama von vorne losgeht.
Irgendetwas bleibt dabei immer auf der Strecke, und das ergibt dann auch keinen Sinn.

Also immer ein Schritt nach dem anderen und sich immer nur auf diesen einen Schritt konzentrieren und nicht nach dem Ziel Ausschau halten. Dabei das Atmen nicht vergessen und eher als man denkt, während man bewußt eine Fuß vor den anderen setzt, war der eine Schritt plötzlich der letzte und man ist angekommen.

In diesem Sinn, macht kleine Schritte...!
Nicht das Tempo ist wichtig, sondern das man überhaupt ankommt!


Kommentare:

  1. Diese Erkenntnis hatte ich bereits im letzten Jahr und für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen öfter nein zu sagen ohne schlechtes Gewissen. Das klappt zwar nicht immer aber immer öfters.

    Ich setze jetzt manchmal die Prioritäten anders. Mehr auf mein Wohlbefinden als immer nur an Andere zu denken.

    Schönes Wochenende.

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  2. Naja, das "nein sagen" bei anderen, habe ich mir schon vor einiger Zeit angewöhnt. Ab und zu schlägt bei mir noch so ein Reflex an, aber dann hol ich tief Luft, und schluck ihn runter.

    Schwierigkeiten habe ich aber immer noch, mir selbst eine Absage zu erteilen. Besonders wenn ich so unter Dampf stehe. *g*
    Das schlimme daran ist, dass ich mich unter Strom eigentlich ganz wohl fühle. Aber das Danach...ne, brauch ich nicht wirklich...

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  3. Mir geht ähnlich. Ich habe sehr oft Schwierigkeiten meine Energie einzuschätzen und sie nicht bis zum Rest zu verbrauche. Jetzt erst habe ich gelernt auch mal zu sagen, dass mir manches zu viel ist.
    Schon habe ich angst, ich könnte vielleicht nicht alles schaffen, was ich mir im Leben noch vorgenommen habe. Das muss ich also auch noch in den Griff bekommen.
    Es scheint also am Alter zu liegen ;-)
    LG
    Elsbeth

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