"Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen.
Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, daß die Zelle anständig möbliert ist.
"
Peter Ustinov
„Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Benjamin Franklin


Sonntag, 4. Januar 2009

Vom Wünschen und Wollen

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit ein wenig mit Magick.
In dieser "Disziplin" gibt es ja nicht nur Ritual- oder Wortmagick, sondern auch das, was man "Magick der leeren Hand" nennt. Sie kommt ohne jedes Beiwerk aus, ohne Rituale, ohne Gegenstände oder Hilfsmittel, sondern reduziert sich auf das pure Wollen, nicht dem kindlichen, meist mit einem Fußaufstampfen begleitete "Ich will aber!", sondern dem Wollen aus dem Unterbewusstsein, dass Thelemiten den "Wahren Willen" nennen.

Und dass der Macht des Unterbewusstseins keine Grenzen gesetzt sind, ist ja nicht nur in der Magick bekannt.

Dies, der Thread einer Userin im Forum, die von Astraryllis zitierte Redewendung ihres Mannes über das Wünschen an sich, und ein "merkwürdiger" Zufall in meinem Umfeld, wobei sich jemand etwas "nur so" wünschte und es auf eigenartigem Wege eintraf, und meine damit verbundenen Bedenken, hinsichtlich des Ausgleiches (erwähnte ich ja schon mal "Alles hat seinen Preis!") brachten mich zu Überlegungen über das Wünschen und Wollen.

Es ist ja so, dass manch einer sich einen dabei abbricht, auf magischem Wege etwas zu erreichen, ohne dass es zu irgendeinem augenscheinlichen Ergebnis kommt. Null, nada, nüscht.
Aber jeder von uns kennt es doch auch, dass man etwas ersehnt, sich wünscht, ohne jeden Hintergedanken, einfach so, und dann kommt es in einer Verkettung von "Zufällen" doch tatsächlich dazu, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht ( meist aber nicht so, wie man es sich eigentlich vorstellte).

Die oben erwähnte Redensart lautete nun: "Pass auf, was du dir wünscht! Es könnte in Erfüllung gehen!"

Was man nun als Gemeinplatz werten könnte, erscheint mir jedoch einer genaueren Betrachtung für wert.

Man sagt ja auch: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!"

Wie gesagt, wer sich mit der Materie ein wenig auskennt, weiß ja, dass Magick viel mit Psychologie, Unterbewußtsein und Energie zu tun hat. Dabei ist es für mich erst einmal völlig irrelevant, ob man nun absichtlich etwas auslöst oder aber zufällig.

Ich bin schon der Meinung, dass dabei auch viel physikalische Energie und deren Fokussierung eine Rolle spielt. Es gibt eben "starke Persönlichkeiten", die nur an etwas zu denken brauchen, und schon findet es Zugang zum Kern, zum Unterbewusstsein und kann von dort ungehindert agieren. (Dabei ist es nicht von Belang, wie die Person nach außen wirkt. Man sagt ja nicht umsonst, Stille Wasser sind tief.).

Um wie viel sich dieser Effekt nun z.B. einem Empathen oder ähnlich begabtem Menschen, einem starken Sender, potenziert, kann man sich durchaus einmal durch den Kopf gehen lassen.

Mir ist bei den Überlegungen dazu aufgegangen, wie viel "Schwierigkeiten" ich persönlich bei der Formulierung von, auch nur als Phrasen benutzen, Wünschen habe, wohl weil mir da einiges im Hinterkopf herumspukt. Worte, so sagte ich ja einmal, ich sollte sorgsam gewählt werden, und Wünsche reiflich überlegt. Man kann ja nichts mehr zurücknehmen, nichts mehr ungeschehen machen, schon in dem Bruchteil einer Sekunde ist der Augenblick geschehen, Vergangenheit.

Magick ist ja für mein Empfinden nichts, was man passieren lässt, so wie man auf einen Knopf drückt, sondern es passiert von selbst, jetzt in diesem Augenblick und darüber hinaus, ständig und besonders unabhängig davon, ob man nun daran glaubt oder nicht. Wenn man Magick "betreibt" (was für eine Formulierung!), dann greift man, meiner Auffassung nach, nur in das Zusammenspiel ein. (Elektrizität ist ja auch immer da, ob man sie gerade nutzt oder nicht)

Welchen Ansatz man dabei auch haben mag, ob nun magisch, philosophisch oder bodenständig...ob als Hohepriester vom Tempel des "Was weiß ich", als Wald-und-Wiesen-Hexe oder einfach nur als Mensch, ich denke, dass es Gesetzmäßigkeiten gibt, die für alle gleichermaßen zutreffen, ob man nun daran glaubt, sich diese Gesetzmäßigkeiten nutzbar macht oder sich ihrer absolut nicht bewusst ist oder gar negiert.


Wie steht ihr zum Wünschen und Wollen? Wie geht ihr damit um?

Kommentare:

  1. Ich musste gleich an die Bestellungen beim Universum denken, als ich das las.

    Das ist ja eigentlich auch eine Art von Wünschen. Und es trifft eigentlich auch ganz gut, denn für Bestellungen muss man ja auch bezahlen. In irgendeiner Form.

    Und müssen unbedingt immer alle Wünsche auch erfüllt werden? Ich denke, wenn man nichts mehr hat, was man sich wünschen kann, ist das Leben irgendwie so ohne Inhalt.

    "Bedenke die Wünsche, sie könnten sich erfüllen" ist sehr zutreffend. Wie schnell wünscht man sich etwas, was dann einen Rattenschwanz von Folgen nach sich zieht. Es gibt da so ein schönes Märchen von einem Mann, der 3 Wünsche hat und sie vertut, in dem er seiner Frau ein Würstchen an die Nase wünscht glaube ich. Dann muss er das wieder weg wünschen. Ich weiß es nicht mehr so genau. Rabenschrey erzählt das manchmal auf MA Märkten. Aber genau das ist es doch. Man ist so gedankenlos und wünscht drauflos.

    Ich hoffe, ich habe jetzt verständlich geschrieben und nicht zu viel Durcheinander.

    Margo

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  2. > Ich hoffe, ich habe jetzt verständlich geschrieben und nicht zu viel Durcheinander.

    Nein, keine Sorge, ich kann dir sehr gut folgen. ;-)

    >Und müssen unbedingt immer alle Wünsche auch erfüllt werden? Ich denke, wenn man nichts mehr hat, was man sich wünschen kann, ist das Leben irgendwie so ohne Inhalt.

    Ich bin da durchaus deiner Meinung. Manche Wünsche machen ja auch nur so weit Sinn, wie sie eben nicht erfüllt werden. Merkt man manchmal, wenn man sich einen angeblich großen Wunsch erfüllt...irgendwie ist es ja schön, aber da bleibt manchmal so ein leeres Gefühl. Vielleicht kommt es daher, dass man sich ein Ziel genommen oder einen Traum "entzaubert" hat.

    >Aber genau das ist es doch. Man ist so gedankenlos und wünscht drauflos.

    Genau darauf wollte ich hinaus!
    Und dabei denke ich nicht mal an die sprichwörtliche Fee mit den drei Wünschen, sondern an das Wünschen an sich. Wie gesagt, ich habe da gerade so ein Beispiel im Umfeld. Das war auch nur ein Wunsch...nicht mal ausgesprochen, sondern einfach nur so vor sich hin gedacht (aber das wahrscheinlich mit unterbewusstem Nachdruck). Kein Ritual, keine absichtlich geäußerte "Bitte" an irgendwen.

    Und da denke ich, stimmt die Redewendung von Astraryllis Mann.

    Wie leichtfertig äußert man denn gelegentlich eine Wunsch ohne Hinblick auf die möglichen Folgen?

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